Josephine
Persönliche Daten
Meine Leseeindrücke
Komplexe, spannende Geschichte
5
Mehrere Handlungsstränge verdichten sich hier zu einer spannenden Geschichte im Berlin der 30er Jahre. Ein Überfalls auf das KaDeWe findet statt, läuft aber nicht so, wie geplant, denn kurz darauf ist einer der Einbrecher tot und kein Hehler will genügend Geld für die Beute bezahlen. Außerdem spielt ein Mann namens Goldstein eine Rolle, der in den USA wegen mehrerer Vebrechen gesucht und nun in Deutschland von der Polizei beobachtet werden soll. Was er für eine Beziehung zu den beiden Gaunern am Anfang oder dem Hehler Kallweit hat, ist mir noch nicht klar, aber wird sicher noch erklärt. Sehr gut gefällt mir, wie der Autor das Berlin der 30er Jahre beschreibt. Wer einmal da war, wird wohl bekannte Straßennamen wiedererkennen und der eingestreute berliner Dialekt trägt zusätzlich dazu bei, die Geschichte authentisch wirken zu lassen. Ich persönlich finde die Stellen im Dialekt etwas störend zu lesen, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Ich finde die Art, wie die unterschiedlichen Erzählstränge miteinander verbunden wurden, sehr gelungen und die Perspektivenwechsel machen das Buch spannend. Auch Kutschers Schreibstil passt sehr gut zur spannenden Handlung. weiterlesen
Wohl dosiertes Geschichtswissen
4
Ich glaube, es ist nicht ganz leicht, solch ein geschichtliches Buch in einer großen Zahl zu verkaufen, wenn das Wissen darin nicht so prästentiert wird, dass es auch ein größeres Publikum anspricht.Dass man versucht, eben dieses mit "Was bisher geschah" anzusprechen, merkt man in der Leseprobe schon ganz gut: Es werden nicht zuviele Fakten, sondern nur grundlegende Kenntisse vermittelt und das mit einer Portion Humor, die alles ein wneig auflockert. Da ich mich selbst etwas eingehender mit geschichtlichen Fragestellungen beschäftigt habe, fällt es mir natürlich auf, dass vieles hier nur sehr komprimiert dargestellt wird, aber das Buch hat dennoch etwas für sich: Zum Beispiel die Art, wie der Autor sich selbst Gedanken zu geschichrlichen Fakten macht, finde ich sehr interessant. Auch die Art, wie er von seiner Umfrage erzählt hat, hat mich angesprochen und mir beinahe Lust gehabt, so etwas selbst mal zu machen. Sehr schön finde ich auch die Bilder von archäologischen Fundstücken udn die Hierglyphentafel weiter hinten in der Leseprobe - denn so etwas macht das, was erklärt wird, noch anschaulicher. Etwas reißerisch finde ich dagegen die Kapitelüberschriften, die anscheinend zwanghaft lustig wirken sollen, nur die Leseprobe macht zum Glück nicht den Eindruck, als würde hier wahllos mit Humor um sich geworfen werden. Was ich aber hoffe ist, dass Sachen wie der 2. Weltkrieg nicht zu ausführlich behandelt werden, denn das sollte hinreichend bekannt sein. Da sind Kulturen wie die alten Phönizier doch viel interessanter und bestimmt auch weniger Leuten bekannt. Ein Buch, das gut unterhält und aus dem man auch noch etwas lernen kann. weiterlesen
Macht traurig
5
Die Leseprobe hat mich wirklich gepackt, denn ich mag Bücher dieser Art sowieso. Die Art, wie Yglesias erzählt, ist aber zudem gefühlvoll und liest sich wirklich gut; ich habe die Leseprobe direkt in einem Rutsch durchgelesen. Im ersten Teil der Leseprobe schildert der Autor, wie sich die beiden Protagonisten Enrique und Margeret durch Einriques Freund Bernhard kennenlernen. Dieses Kapitel scheint noch zum Titel des Buches zu passen und liest sich locker-leicht und etwas witzig - die Charaktere werden einem direkt sympathisch. Der andere Teil der Leseprobe schließt jedoch nicht direkt hieran an, sondern spielt einige Jahre später: Bei Margaret wurde mittlerweile Krebs diagnostiziert und man weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird. Sie muss künstlich ernährt werden und schließlich bittet sie Enrique, ihr Sterbehilfe zu leisten, da kein Ende in Sicht ist. Diese Leseprobe hat mich wirklich berührt, aber auch geschockt, denn sie zeigt wirklich überzeugend, wie sehr das Leben zweier Menschen durch eine Krankheit zerstört werden kann. Ich finde, der Autor beschreibt das alles sehr authentisch und ganz ohne Kitsch, sondern so, wie es sich im Alltag wirklich zutragen könnte. Wer braucht noch Krimis oder Thriller, wenn er ein so packendes Buch über ein leider immer aktuelles Thema lesen kann, in dem nichts konstruiert wirkt? Mich hat die Leseprobe überzeugen, aber auch wirklich berühren können. Dies ist kein Buch, das für gute Laune sorgt. weiterlesen
Gelungener Schreibstil
4
Die Art, wie Inge Löhning schreibt, hat mich direkt von Anfang an angesprochen: Ihr Stil ist nicht zu einfach, aber auch nicht zu kompliziert, sondern lässt sich sehr flüssig weglesen - so erschafft die Autorin eine wirklich überzeugende, aber auch spannende Atmosphäre. Der Prolog mit dem Kind, dass sich tagelang versteckt, finde ich sehr spannend und vor allem hat dieser Prolog sehr viele Fragen aufgeworfen, die dazu verleiten, weiterzulesen. Wovor versteckt sich der Junge? Befindet er sich gar nicht freiwillig dort? Danach folgt leider ein ordentlicher Schnitt und man findet sich im Heim der Heckeroths wieder, in deren Ehe es zurzeit heftig kriselt. Und wie es sich für einen Kriminalroman gehört, wird auch direkt eine Leiche gefunden. Aus Sicht eines Kommissars erfährt man nun, dass es sich um den Vater von Herrn Heckeroth handelt, der sich nun Vorwürfe macht. War es nur ein Unfall oder wurde der alte Mann ermordet? Die Leseprobe hat mir bis hierhin sehr gut gefallen. Vom Strickmuster her ähnelt das Buch zwar anderen Büchern der gattung, aber das stört überhaupt nicht, denn Löhnigs Charakterzeichnungen sind wirklich gelungen und wirken glaubwürdig. Dazu kommt ein exzellenter Schreibstil, der allein schon unheimlichen Spaß macht. Ich denke, diese Buchreihe werde ich mir auf jeden Fall noch einmal genauer ansehen. weiterlesen
Mittelmäßiger Schreibstil und zu hektische Handlung
3
Diese Leseprobe hat mir leider nur mittelmäßig gefallen, obwohl ich das Thema eigentlich total ansprechend finde. Es ist aber leider so, dass der Autor so konfus erzählt, dass ich anfangs kaum wusste, wovon das Buch überhaupt handelt und mehrere Abschnitte zweimal lesen musste. Zuerst wird der Überfall auf einen Banktransporter beschrieben, eine große Schießerei und der Mord eines Ganoven an seinen Komplizen. Diese Szene ist an sich sehr spannend, aber leider ist der Schreibstil des Autors so abgehackt und merkwürdig, dass es nur schwer fällt, ihm zu folgen, da man nicht flüssig weiterlesen kann. Das, was darauf folgt, ist anscheinend eine Art Rückblick zu den bisherigen Büchern der Reihe, was sehr sinnvoll für Leser ist, die erst hier einsteigen. So konnte ich mir immerhin einigermaßen vorstellen, worum es geht. Die eigentliche Geschichte scheint aber erst mit dem ganoven Wayne loszugehen. War er auch an dem Überfall auf den Transporter beteiligt? Wenn Wayne der Hauptcharakter ist, dann mag ich ihn jetzt schon, denn solche Charaktere sind viel spannender als die ewigen Gutmenschen aus anderen Thrillern. Obwohl ich die Geschichte an sich gut finde, stellt der Schreibstil des Autors doch zunächst einmal eine Hürde da, die man erst einmal überwinden muss. Ich finde den Schreibstil sogar sehr verwirrend und störend, er macht es nicht gerade leichter, der komplizierten handlung zu folgen. Dennoch denke ich, dass dieses Buch einen Blick wert ist, wenn man gern politische Romane liest, die im Verbrechermilieu spielen. Vielleicht bessert sich der Schreibstil ja noch? weiterlesen
Meine Rezensionen
Letztendlich leider doch mittelmäßig
3
Meinen Leseeindruck zu diesem Buch hatte ich "Blunagalli hat doch Humor" genannt und war ziemlich überzeugt von der Leseprobe. Ich fand, dass der Humor des Autors voll ins Schwarze trifft und habe mich sehr amüsiert, wenn Deutsche und/oder Italiener darin aufs Korn genommen wurden. Als ich das komplette Buch las, folgte jedoch die Ernüchterung, denn man hat für die Leseprobe anscheinend eine der besten Stellen genommen und vieles im Buch übertrifft diese nicht unbedingt. Es war sogar so, dass ich versucht war, manches zu überblättern: Was haben zum Beispiel die nicht gerade unterhaltsamen Drehbuchauszüge in diesem Buch zu suchen? Ich habe keinen Drehbuchausschnitt gefunden, den ich wirklich lustig fand und sah auch sonst den Sinn dieser nicht unbedingt. Die Grundgeschichte ist jedoch weiterhin unterhaltsam: "Blunagallis" Erfahrungen mit der Deutschen Bahn, als er zu einem Termin während eines Drehbuchs fahren wollte. Da ich selbst Bahn fahre, habe ich über einige Beschreibungen sehr gelacht und die beschriebenen Pannen haben meine Bahnvorurteile mal wieder herrlich bestätigt. Soweit ist das Buch gut, aber viele, unnütze Abschnitte, wie z.B. die Drehbücher verleiden das Lesevergnügen ein wenig. Wenn man das Buch nur auf die Bahngeschichte reduziert hätte, wäre es zwar sehr kurz, baer ich denke, dass es dadurch auf jeden Fall aufgewertet worden wäre. Lieber kurz und knackig, als länger und zwischendurch einfach langweilig. Ein riesen Pluspunkt für das Buch habe ich jedoch noch: Das toll gestaltete Titelbild und die interessante Aufmachung im Inneren. So müsste jedes Buch aussehen, dann macht es auch Spaß, darin zu blättern. Aber auch der Titel gefällt mir sehr gut, da er sehr außergewöhnlich ist...udn leider entgegen meiner ersten Vermutung gelegntlich doch zutrifft. Schade. weiterlesen
Ungewöhnlicher Krimi, der manchmal etwas gezwungen wirkt
4
Ein lustiger und gleichermaßen spannender Krimi - kann das gutgehen? Als ich "Föhnlage" gelesen habe, kam mir zum ersten Mal der Gedanken, dass sich eine spannende Krimihandlung und Humor nicht ausschließen müssen. Bis dahin habe ich von solcherart Krimi-Komödien nicht sehr viel gehalten, denn sie waren mir sämtlich zu albern und die Handlung blieb durch den Humor meist auf der Strecke. Wenn ich einen Krimi lesen, erwarte ich schließlich, dass das Buch spannend ist, nur funktioniert das leider nicht immer, wenn Humor mit im Spiel ist. Föhnlage belehrte mich letztendlich eines besseren und seitdem stehe ich diesem Genre offener gegenüber. Entsprechend habe ich mich auf das Buch von Thomas Raab gefreut und meine Neugierde wurde in der Leseprobe ordentlich befriedigt: Ein komisch-kauziger Hauptcharakter mit Freundin (ebenso komisch) auf Mörderjagd. Metzgers Freundin Danjela macht Urlaub in einer Kurklinik und als dort ein Mörder gefunden wird, ruft sie sofort ihren Freund zuhilfe. Dieser macht sich sofort an die Ermittlung und weiß dabei, einige mehr als komische Methoden anzuwenden, wenn er nicht gerade mit seinen eigenen (nicht ganz alltäglichen ~ oder gerade doch?) Problemen beschäftigt ist. Zuviel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, außer, dass der Fokus der Geschichte eher auf den beiden Hauptcharakteren liegt, als auf dem Mordfall (der aber auch nicht zu kurz kommt). Fest steht: Metzger und Danjela sind ein ungewöhnliches Paar: Ziemleich kauzig, etwas merkwürdig und sympathisch-exzentrisch. Das gefällt sicher nicht jedem, aber für mich machten gerade diese beiden das Buch aus. Ich muss aber zugeben: Auch ich fand die beiden manchmal etwas anstrengend und vor allem die Szenen, in denen es nicht um den Mordfall geht, ziehen sich teilweise etwas. Dort wirken die Witze dann auch eher bemüht als lustig. Dennoch ist "Der Metzger geht fremd" ein spannendes, aber vor allem erfrischend anderes Buch, das durch seine sympathischen und gleichermaßen merkwürdigen Charaktere besticht. Wer nichts gegen eine Kombination aus Krimi und Humor hat, wird sicher Gefallen daran finden. weiterlesen
Klasse!
5
In seinem neusten Buch, "Messias" geht Ralf Isau mal ganz andere Pfade und verfasst einen packenden Thriller rund um eine Verschwörung in der Kirche. Sollte Jesus wiederauferstanden sein oder handelt es sich um einen bloßen Betrug? Während der Hausmeister einer Kirche, auch 'Moses' genannt, eine Kirchenbank festschraubt und nebenbei ein Pläuschchen mit seinem Pfarrer hält, werden nicht nur sie, sondern auch der Leser mehr als überrascht: Ein helles Licht kommt aus dem Nirgendo und auf einmal liegt ein auf den ersten Blick toter Mann auf dem Alter - samt Dornenkrone, Kreuzigungsnarben und Kenntnisse der hebräischen Sprache. Die beiden glauben an ein Wunder, aber die Kirche selbst sieht es realistischer: Ein Betrüger muss am Werk sein (man ist in Irland offensichtlich an so etwas gewöhnt). Was hat es wohl mit diesem Mann auf sich? Aus Rom wird ein Sonderermittler entsandt, der die Geschehnisse in Irland untersuchen soll. Hester McAteer sieht die ganze Sache eher nüchtern und glaubt nicht an ein Wunder. Andere Gläubige nähern sich unterdessen jedoch der Hysterie, denn schon wieder hat sich ein vermeintliches Wunder zugetragen... Isaus neustes Buch hat mich vollauf überzeugen können und mir einen Grund geliefert, auch noch die anderen Bücher des Autors, von denen ich ein paar noch nicht kenne, zu lesen. Ralf Isau hat sich hiermit eine wirklich raffinierte und undurchschaubare Handlung erdacht, gewürzt mit tollen Charakteren, die ein wenig Humor ins Buch bringen und sehr vielen, offenen Fragen. Die raschen Perspektivenwechsel sorgen zudem noch für zusätzliche Spannung und lassen das Buch nicht langweilig werden. Aber nicht nur die Handlung an sich, sondern auch die Nebengeschichten rund um die Charaktere sind wirklich interessant und lesenswert. Zum Schluss lässt Isau zwar noch eine ordentliche Portion Übernatürliches ins Buch einfließen (was ja eigentlich nicht zu einem Thriller passt), aber das stört überhaupt nicht, sondern macht dieses Buch noch undurchschaubarer und spannender. Ein ungewöhnlicher und spannender Roman - top! weiterlesen
Glaubwürdig, mit Längen
3
Köln zur Karnevalszeit: Ein Mann im Priestergewand wird ermordet vor einer Kirche aufgefunden. Die Kölner Polizei beginnt schon bald mit den Ermittlungen wird aber vor allerhand Probleme gestellt: Ist der Mann wirklich ein Priester oder hat er sich nur verkleidet? Wieso kennt ihn niemand aus der Kirche, vor der er gefunden wurde? Und wieso behauptet ein Zeuge, er habe einen Ritter beobachtet, wie er den Mann ermordet habe? Zeitgleich versucht ein Gothic-Mädchen, das sich "Bat" nennt, zu beweisen, dass seine beste Freundin nicht Selbstmord begangen hat, sondern umgebracht wurde, während Bats Mutter mit dem Verhalten ihrer Tochter hadert. Und auch die Kommissarin Judith Krieger spielt wieder eine Rolle, nachdem sie nach einem Einsatz längere Zeit außer Gefecht war und hat selbst mit allerhand peronlichen Problemen zu kämpfen. Gisa Klönnes neustes Buch beginnt wie ein typischer Krimi: Sie nimmt sich viel Zeit, ihre verschiedenen Charaktere einzuführen und es gibt einige, zuerst unzusammenhängende Erzählstränge, die sich erst später zu einer einzigen Handlung verdichten. Obwohl ich noch kein Buch der Autorin gelesen habe (und es offensichtlich schon weitere Bücher gibt, in denen Judith Krieger eine Rolle spielt) fiel es mir nicht schwer, in das Buch hineinzufinden und es werden sowieso genug Hintergrundinformationen zu den Protagonisten eingestreut, um sie interessant zu machen. Leider kommt die eigentliche Handlung des Buches - der Kriminalfall, um den es geht - nur relativ langsam in Fahrt und man hat gelegentlich sogar den Eindruck, dass es sich bei diesem Buch eher um eine eingehende Charakterstudi handelt, als um einen Krimi. Mit der Beschreibung der Handelnden hat Klönne auch dementsprechend viel Erfolg, denn sie alle wirken ziemlich überzeugend und lebensecht. Da in den Mordermittlungen jedoch kaum Fortschritte gemacht werden, zieht sich das Buch teilweise jedoch und ist nicht immer so spannend, wie es sein könnte. Generell halte ich viel von realistischen Krimis, in denen nicht zuviel zwecks Spannungserzeugung übertrieben wird, aber "Farben der Schuld" hätte es teilweise wahrscheinlich gut getan. Dementsprechend unscheinbar kommt auch das Ende des Buches daher. Man hat hier also eindeutig Potential verschenkt: Mit etwas weniger Realismus, dafür etwas mehr Spannung und einer gestraffteren Handlung hätte dieses Buch ganz andere aussehen können. Dennoch reiht sich "Farben der Schuld" immerhin gut in die Reihe anderer (regionaler) Krimis ein und hat durchaus seine Momente, die Grundidee zum Buch ist nämlich gelungen, ebenso wie Klönnes Schreibstil und die schon erwähnten, fabelhaften Charakterisierungen. Besonders heraus sticht das Buch aber nicht, was aber immerhin eine Empfehlung an alle Liebhaber realistischer und gut geschriebene Krimis wert ist. weiterlesen
Sympathisch, zieht sich aber etwas dahin...
4
Covergestaltung und Titel dieses Buches machten mich anfangs eigentlich total neugierig, aber schon die Leseprobe zum Buch verpasste meiner Neugier einen kleinen Dämpfer: Die Leseprobe selbst zieht sich leider über mehrere Seiten dahin und ist nicht besonders spannend, denn es passiert so gut wie nichts. Dass es sich hierbei um einen authentischen Bericht der Autorin über ihren Umzug nach Northumberland handelt, klang dann aber doch sehr interessant, auch wenn das nicht ganz mein Genre ist. Zuviel Herzschmerz und triviale Probleme vielleicht... Dennoch machte das Buch dann, endlich bei mir angekommen, einen ziemlich guten Eindruck: Das Titelbild sieht herrlich aus und die Einteilung der Geschichte in mehrere, teilweise sehr kurze Kapitel fiel mir positiv auf. Zudem hatte ich mir vorher O'Reillys Blog angesehen und war positiv überrascht, denn die Art, wie diese Frau schreibt, ist eifnach nett und sympathisch. Was sollte das Buch dann noch falsch machen können? Nun, leider doch einiges: Zuerst einmal neigt Frau O'Reilly leider zu übermäßigem Selbstmitleid und dummen Verhalten. Wieso bitteschön macht man sich so sehr von seinem Mann abhängig wie sie und tut quasi alles für ihn, auch wenn man dann total unglücklich ist? O'Reilly macht es - und ihr Fazit dazu: Unzählige Seiten Gejammer. Und das Fazit des Lesers: Ohgottogottogott. Zumindest kam mir dieser Gedanke nach den ersten 100 Seiten öfter und ich war ziemlich enttäuscht vom Buch. Habe es dann auch länger liegen gelassen und mich Kapitel für Kapitel hindruchgequält und nicht erwartet, dass es noch besser wird. Was ich jedoch nicht erwartet habe: Nach diesem langweiligen Anfang (inkl. mehrmaligen Verlieren des Autoschlüssels und Verumfluchens, weil O'Reillys Mann nicht getankt hat - wieso macht sie das eigentlich nicht selbst?) kriegt das Buch doch noch die Kurve und wird teilweise richtig gut. Im weiteren Verlaufe des Buches schafft die Autorin es nämlich, das Jammern einzustellen, zeigt stellenweise einen wikrlich treffenden Humor und eine tolle Beobachtungsgabe. Vor allem ihre subtil eingestreute Ironie brachte mich immer wieder zum Lachen und tröstete mich über den langweiligen Anfang hinweg. Von daher kann ich diesem Buch nun doch noch 4 Sterne geben und bereue es nicht, es gelesen zu haben - nur am Anfang muss man als Leser wirlich Gelduld zeigen, um hinterher belohnt zu werden... weiterlesen
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