Sulfur
Persönliche Daten
Meine Leseeindrücke
Mehr davon!
4
Als ich den Klappentext las, war ich gleich an die Thriller von Dan Brown erinnert, da auch in den Romanen von Dan Brown eine Verschwörungstheorie im Mittelpunkt steht, welche, auch wenn man den Leser vom Gegenteil zu überzeugen versucht, eher auf Fiktion als auf Fakten gründet. Der Roman beginnt mit der Entführung und Ermodrung des Geschichtsprofessors Paul Liebermann. Seine Entführer suchen nach einem Buch, dessen Inhalt so skandalös sein muss, dass Paul Liebermann eher bereit ist zu sterben, als das Versteck des Buchs preiszugeben. Ein Zeitsprung in die Vergangenheit führt den Leser zu Steven Lukas, einem Antiquar. Er erhält Besuch von einer Frau, die ihn dazu überreden will, dass Antiquar aufzugeben und an sie und ihren Mann zu verkaufen, man merkt jedoch schnell, das Lukas Antiquar aus Leidenschaft ist und sein Antiquar auf gar keinen Fall aufgeben möchte. Zuvor hatte ihn ein verwirrt wirkender Mann, höchstwahrscheinlich der später ermorderte Paul Liebermann, besucht und ihm ein Buch, das sich das geheime Schatulle entpuppt, überlassen. Abgesehen von den Worten "Die Linie des Königs steht auf dem Spiel ..." hatte der verwirrte Mann nichts, was sich mit der Schatulle in Verbindung bringen ließe, gesagt. In der Schatulle befand sich eine Haarlocke, alte Fotografien sowie ein edel wirkendes Büchlein. Alle Teile konnte er mit König Ludwig II. in Verbindung bringen. Als auch noch ein mysteriöser Mann auftaucht, der nach Dokumenten zu König Ludwig II. fragte, kommt Steven Lukas das Ganze erst recht mysteriös vor. Er lügt was das Kästchen betrifft und macht sich auf dem Heimweg, wo er von drei Gestalten verfolgt wird ... Mir hat die Leseprobe sehr gut gefallen. Der Romananfang war flüssig zu lesen und sehr spannend - hoffentlich zieht sich die Spannung durch den kompletten Roman. Ich würde sehr gerne weiterlesen! weiterlesen
Mission erfolgreich: Erwartungen erfüllt!
5
Ui, auf die Leseprobe zu "Goldstein" freue ich mich schon seit das Buch hier auf vorablesen angekündigt wurde und jetzt hätte ich es doch fast verpennt, hier meinen Leseeindruck zu schildern! Der Kriminalroman spielt Anfang der 30er Jahre in Berlin. Wer dies nicht schon im Vorfeld wusste, stellt es spätestens nach Lesen der ersten paar Absätze fest: durch einen auch für Nicht-Berliner wie mich verständlichen, aber dennoch eindeutig zuzuordnenden Dialekt, gewinnen die Figuren an Authentizität; sie scheinen wie aus dem Leben gegriffen. Die politisch und wirtschaftliche angespannte Lage der frühen 30er Jahre findet sich in der vom Autor erzeugten Atmosphäre wieder, was durchaus gefällt. Wie so oft gibt es zwei Handlungsstränge, die sich sicherlich mit fortschreitender Handlung immer stärker miteinander verweben werden. Im Fokus des als erstes eingeführten Handlungsstrangs steht eine Diebesbande, welche schon mehrere große Kaufhäuser ausgeraubt haben. Ihr letzter großer Coup, zu dem sie angestiftetet wurden, war ein Raub im Berliner KaDeWe. Ein Mitglieder Bande, Benny, kam bei diesem Raub zu Tode, er stürtze in die Tiefe. Ein Polizist soll nachgeholfen kann. Protagonist des zweiten Handlungsstrangs ist Goldstein, ein Amerikaner, der offensichtlich Dreck am Stecken hat, weshalb sich Rath an dessen Versen heftet. Die Leseprobe konnte mich voll und ganz überzeugen. Ich liebe es, beim Lesen in eine fremde Welt einzutauchen und das gelingt mir bei Romanen, die in einer mir fremden Zeit oder an einem mir fremden Ort spielen, besonders gut. Die Atmosphäre konnte mich gleich vom ersten Moment an fesseln. Bei der Handlung müsste ich noch ein paar Seiten weiterlesen, um richtig "drin" zu sein, weshalb ich sehr gerne den kompletten Roman lesen würde. weiterlesen
Lust auf mehr macht in erster Linie die erste Seite!
2
Die - leider sehr kurze Leseprobe - von "Engel aus Eis" der mit bis dato unbekannten Camilla Läckberg, macht Lust auf mehr. Schuld daran ist jedoch einzig und allein die erste Seite des Romans. Als ich die sehr grafische Beschreibung der Leiche zu Anfang des Romans las, fühlte ich mich gleich in meinem Element, doch als dann von Erica die Rede war, fühlte ich mich ein wenig - ja, um dieses Wahnsinnswortspiel komme ich nun nicht mehr herum - ins kalte Wasser geworden. Wie ich den anderen Rezensionen entnehmen konnte, scheint es sich um den Teil einer Serie zu handeln, die mich nicht bekannt ist, weshalb es mir schwer fiel, mich in die Handlung einzuordnen. Ich erhoffe mir von diesem Buch, dass mehr grafische Beschreibungen wie die zu Beginn enthalten sind, da diese meine Fantasie anregen. In Kombination mit gezielt eingesetzer Spannung führt ein solcher Schreibstil dazu, dass ich einen Roman nicht mehr aus der Hand legen kann. weiterlesen
Geschichte für Geschichtslaien - könnte unterhaltsam werden!
4
Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin ein absoluter Geschichtslaie. Manchmal scheint es mir, als habe ich im Geschichtsunterricht in der Schule nur geschlafen, wenn mir mein bester Freund, ein angehender Geschichtsstudent, von Römern, dem dreißigjährigen Krieg und ähnlichen, bei mir "Da war doch was!"-Momente auslösenden Dingen erzählt. Ich vermute, dass "Was bisher geschah" von Loel Zwecker vielleicht gerade deshalb das richtige Buch für mich ist. Der ein oder andere wird sich sicher noch an den Bestseller "Wer bin ich - und wenn ja wie viele?" von Richard David Precht erinnern. Für mich war dieses Buch ein sehr unterhaltsames Sachbuch für Laien, die einfach mal in einen ihnen weitestgehend fremden Themenbereich hereinschnuppern wollen. Ich denke, dass "Was bisher geschah" dem Buch "Wer bin ich - und wenn ja wie viele?" vom Stil her ein wenig ähnelt. Loel Zwecker wählt den Einstieg in die Thematik über ein persönliches Erlebnis. Er erzählt von einem Urlaubserlebnis in der Nähe der namibischen Spitzkoppe. Die Einsamkeit, die er dort erlebte, erlaubten ihm, sich als Teil eines Ganzen zu sehen - das Ganze war in diesem Fall die Weltgeschichte. Als er Ende 2008 damit begann, die Weltgeschichte niederzuschreiben, wählte er eine andere Herangehensweise als viele Autoren vor ihm: er wollte neben einem groben Überblick über die Geschehnisse persönliche, lebendige Eindrücke schildern. Er fragte dazu Menschen in seinem Bekanntenkreis, wann sie sich zum ersten Mal als Teil der Weltgeschichte gesehen hatten und fühlte sich an seine Erlebnisse in Namibia erinnert. Damit wollte er zeigen, dass Geschichte aus einem persönlichen Blickwinkel teilweise ganz anders auf- und wahrgenommen wird, als sie in den Geschichtsbüchern niedergeschrieben steht. Zu einer seiner Kernfragen wurde z.B., wo Geschichte aus den Geschichtsbüchern im Alltag auf das eigene Leben trifft. Nach der kurzen Einleitung, die in erster Linie der Herangehensweise an das Thema und Schwerpunktsetzung des Autors beschreibt, beginnt auch schon die Reise durch die Geschichte. In der Leseprobe werden die Entdeckung des Neanderthalers und die frühen Hochkulturen im Nahem Osten thematisiert. Die Aufbereitung der Informationen finde ich ansprechend. Die Sprache ist einfach, weshalb die Leseprobe flüssig zu lesen ist. Um die Informationen greifbarer zu machen, bedient man sich lockerer Vergleiche, die man in seriöseren Geschichtsbüchern nicht vorfinden würde, z.B. beschreibt der Autor das Alte Testament als einen "Beststeller im heutigen Sinn". Solche lockeren Vergleiche erhöhen meiner Meinung nach den Unterhaltungsfaktor. Ich habe die Leseprobe mit großem Interesse gelesen und denke, wie bereits eingangs erwähnt, dass "Was bisher geschah" ein Buch für mich sein könnte, da ich Bücher dieser Art gerne mag. "Was bisher geschah" ist sicherlich auch gut, um sich einiges an vermeindlich unnützem Wissen anzueignen, mit welchem man dann anschließend im Freundeskreis glänzen kann. Folglich würde ich mich über ein Exemplar dieses Werks sehr freuen! weiterlesen
Bei "Mr. Monster" handelt es
0
Bei "Mr. Monster" handelt es sich um den zweiten Teil von Dan Wells Triologie um den jungen Serienkiller John Cleaver. Den Auftakt bildet eine Schilderung aus der Perspektive des Protagonisten. Man kann nur vermuten, dass es sich John Cleaver handelt. Wer sich mit Serienmördern beschäftigt bzw. sich für diese Thematik interessiert, der wird schnell erkennen, dass schon im ersten Kapitel zwei Verhaltensweisen erwähnt werden, die für Psychopathen, zu denen man auch die Serienmörder zählt, typisch sind (wer sich mit der Thematik nicht auskennt, wird im 2. Kapitel des Buchs darüber unterrichtet): die Pyromanie, also die pathologische Brandstiftung, und die Tierquälerei. Gegen diese beiden Verhaltensweisen versucht der Protagonist mit aller Macht anzukämpfen, er ist sich jedoch sicher, dass er zumindest gegen die hier schon als eine Art inneren Trieb geschilderte Pyromanie nicht ankommen wird. Man erfährt außerdem, dass es in Clayton County, dem Heimartort Cleavers, ruhig geworden ist, seit der Clayton-Killer nicht mehr wütet. Diesen habe John Cleaver nämlich getötet. Weiter erfährt man, dass John Cleaver eine antisoziale Persönlichkeitsstörung hat und von seiner Mutter aus diesem Grund stark behütet wird. Cleaver interessiert sich sehr für Serienmörder und weiß, dass er viele Anzeichen hat, die ihn zu einem potenziellen Serienmörder machen, daher ist er auch in psychologischer Behandlung und hat zahlreiche Regeln, um zu lernen, mit seiner antisozialen Persönlichkeitsstörung umzugehen. Brooke, seine Nachbarin, fasziniert ihn sehr und bei ihr fällt es ihr nur sehr schwer, diese Regeln einzuhalten. Er muss versuchen, die Balance zwischen "nicht beachten" und "Messer an die Kehle halten" zu halten, was ihm sehr schwer fällt. Ich habe den Vorgängerroman "Ich bin kein Serienkiller" leider nicht gelesen. Ich habe von dem Roman leider bis heute noch nicht einmal gehört, worüber ich mich sehr wundere, da dieser Roman von der Thematik her genau meinem Geschmack entspricht. Die psychologische Feinfühligkeit, die Dan Well zu besitzen scheint, gefällt mir wahnsinnig gut. Auch finde ich den Blickwinkel sehr interessant. Als Leser empfindet man, ob man es will oder nicht, Mitleid mit dem Soziopathen John Cleaver, und wird somit dazu gezwungen, seine eigenen Moralvorstellungen (Was ist gut? Was ist böse?) in Frage zu stellen. Im echten Leben ist eben nicht immer nur alles schwarz oder weiß! Ich habe das Gefühl, dass man sich auch ohne den Vorgängerroman "Ich bin kein Serienkiller" gelesen zu haben, schnell in die Geschichte um John Cleaver hereinfindet. Eventuell werde ich mir den Vorgängerroman aber dennoch zulegen, da mich die Thematik einfach sehr interessiert. Ich würde mich sehr freuen, den Roman "Mr. Monster" schon vorab lesen zu können. weiterlesen
Meine Rezensionen
Für mich leider enttäuschend
2
Ich war von dem Sachbuch leider sehr enttäuscht. "Was bisher geschah" vermittelt Wissen, mit dem man im Freundeskreis angeben kann, sprich Wissen, dass man nicht aus reinem Interesse "verschlingt", sondern weil man das Gefühl hat, dass einem dieses Wissen zu einer guten Allgemeinbildung verhilft. Es könnte einem ja schließlich irgendwann mal etwas bringen! Man wird von Fakten förmlich erschlagen. Welche Konsequenzen wir als Gesellschaft der Nullerjahre nun aus diesen Fakten ziehen können, und das ist ja der eigentliche Grund, warum wir die Geschichte studieren, bleibt in den meisten fällen unerwähnt. Weiter war der Unterhaltungswert des Buches gleich Null. Schade, aufgrund der Leseprobe hatte ich gänzlich andere Erwartungen an das Buch. Immerhin war "Was bisher geschah" rein sprachlich angenehm zu lesen. Fazit: nicht empfehlenswert. weiterlesen
Ein grausamer Mord kommt selten allein
4
"Bis dem Leser dämmert, dass er es mit einem genialen Psychopathen zu tun hat, der mindestens so grausam ist wie Hannibal Lecter, ist er schon durch die Hölle gegangen" - La Repubblica heißt es auf der Rückseite von Donato Carrisis Thriller "Der Todesflüsterer". Mich kann man mit dem Vergleich mit Hannibal Lecter zwar nicht ködern, da ich nie ein großer Fan der Figur war, aber Romane, in deren Mittelpunkt "geniale Psychopathen" gefallen mir meist und daher war ich auch auf den Thriller "Der Todesflüsterer" sehr gespannt.Allgemeines/Eckdaten: Laut Listenpreis kostet das Taschenbuch in Deutschland 9,95 €. Broschiert: 496 Seiten Verlag: Piper (Februar 2010) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3492257704 ISBN-13: 978-3492257701 Originaltitel: Il Suggeritore (amazon.de)Über Donato Carrisi: Donato Carrisi wurde 1973 geboren und lebt in Rom. Er studierte Jura mit Schwerpunkt Kriminologie und Verhaltensforschung und arbeitet derzeit als Drehbuchautor für Film und Fernsehen.Klappentext: "In einer Waldlichtung bergen Spurensicherer menschliche Gliedmaßen: die Arme von sechs vermissten Mädchen. Für Profiler Goran Gavila und Sonderermittlerin Mila Vazquez steht fest, dass sie es mit einem extrem kaltblütigen Serientäter zu tun haben. Aber sie ahnen noch nicht, wie perfide der gesichtslose Mörder zu Werke geht. Wie ein Marionettenspieler benutzt er andere dazu, seine grausamen Fantasien Wirklichkeit werden zu lassen …"Inhalt/Stil: Ich werde versuchen, nur kurz den Inhalt anzureißen und mich eher auf Aufbau und Schreibstil als auf den Verlauf des Geschichte zu konzentrieren, damit ich nicht zu viel verrate. In einer Waldlichtung werden zunächst fünf Arme von fünf vermissten Mädchen gefunden. Völlig überraschend entdeckt man noch einen sechsten Arm, jedoch kann dieser Arm keiner Vermisstenmeldung zugeordnet werden. Um die Identität des sechsten Mädchens zu klären, zieht man die Sonderermittlerin Mila Vazquez hinzu, die Spezialistin im Aufspüren vermisster Personen ist. Mila Vazquez muss sich in die Ermittlergruppe integrieren und dabei nicht nur gegen den Serienkiller, dem sie auf der Spur ist, kämpfen, sondern auch gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen. Nacheinander werden die zu den Armen gehörigen Leichen entdeckt. Der Serienkiller gibt den Ermittlern ein Rätsel nach dem anderen auf und benutzt andere Menschen dazu, seine eigenen Taten auf immer absurdere Art und Weisen in Szene zu setzen. Zunächst gibt es drei Handlungsstränge, einmal den um die Ermittlergruppe, dann den um um Mila Vasquez und schließlich den um Alexander Bermann, der irgendwie in die Mordserie verwickelt zu sein scheint. Der Einstieg gestaltet sich ein wenig schleppend. Der Leser wird in die Handlung hineingeworfen und erfährt erst mit fortschreitender Handlung, woran er eigentlich ist. Anfangs fiel es mir als Leser noch recht leicht, dass Buch wieder aus der Hand zu legen. Ab dem fünften Kapitel (Seite 51) treffen sich alle der eingangs voneinander getrennten Handlungsstränge und werden zu einem einzelnen Handlungsstrang verwoben. Von nun an sind meist abwechselnd Sonderermittlerin Mila Vasquez und Goran Gavila im Fokus des Erzählers. Beide Figuren scheinen eine Last mit sich herumzutragen, welche man als Leser gerne ergründen würde, doch man erhält nur eine sehr bruchstückhafte Einsicht in das Gefühlsleben dieser Figuren, was die Phantasie anregt und die Spannung erhöht. Insgesamt stehen die Ermittlungen klar im Vordergrund, doch es werden auch immer wieder Spannungen innerhalb des Ermittlerteams thematisiert. So sinkt und steigt die Spannungskurve ständig. Zum Ende hin wird der Thriller jedoch immer spannender. Der Roman ist einfach geschrieben und gut verständlich, sodass ein hohes Lesetempo erreicht werden kann. An drei bis vier Stellen im Roman habe aufgrund uneindeutiger Formulierung gestockt. Nach mehrmaligem Lesen war mir jedoch dann klar, was gemeint ist. Bei einem fast fünfhunderseitigen Roman ist es meiner Meinung nach normal, dass es drei bis vier Stellen gibt, die man nicht auf Anhieb versteht. Das kann man dann auch noch auf die Unaufmerksamkeit des Lesers schieben. Hätte ich bei mehr als zehn Stellen stocken müssen, hätte ich dies als Kritikpunkt aufgefasst.Meine Meinung/Mein Fazit: Den Einstieg empfand ich als ein wenig schleppend, nach den ersten 50 Seiten jedoch wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Spannung sinkt und steigt zwar ständig, wird jedoch durch das ganze Buch hinweg auf einem im Durchschnitt hohen Niveau gehalten und steigt zum Ende nochmal deutlich an, weshalb ich den Roman recht schnell ausgelesen hatte. Die Charaktere haben mir im Großen und Ganzen gefallen. Nur Mila Vazquez und Goran Gavila sind wirklich runde Charaktere, mit denen der Leser sympathisiert und zu denen er eine persönliche Bindung aufbauen kann; der Rest des Ermittlerteams besteht aus flachen Charakteren, die mich als Leser nicht sonderlich interessiert haben. Die Entwicklung und Auflösung des Falls hat mir insgesamt gut gefallen. Besonders gut fand ich, wie die einzelnen Morde bzw. die Entdeckung der Leichen miteinander verknüpft wurden. Auch ist der Roman nicht zu vorhersehbar. Sehr häufig wurde ich überrascht, was ich in einem Thriller im total toll finde. An einigen wenigen Stellen empfand ich das Handeln der beteiligten Personen allerdings als unlogisch bzw. unrealistisch. Ich würde jetzt gerne ein Beispiel anführen, aber damit würde ich schon zu viel vorwegnehmen, falls jemand das Buch noch lesen möchte. Insgesamt meint es der Zufall jedoch meiner Meinung nach ein wenig zu gut mit dem Ermittlerteam. Für sehr junge Leser ist das Buch meiner Meinung nach nicht empfehlenswert. Einige Sachverhalte sind sehr grausam, z.B. wie die Menschen gequält wurden, und haben mich auch als ich das Buch schon weggelegt hatte teilweise nicht mehr losgelassen. Ich würde das Buch ab 16 Jahren empfehlen. Ich vergebe 4 Sterne für einen Thriller, der mich nach einem etwas schleppenden Einstieg fast voll und ganz überzeugen konnte. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass das Handeln der beteiligten Personen an einigen wenigen Stellen nicht ganz nachvollziehbar ist und sich unrealistisch viele Zufälle aneinanderreihen. Der Thriller ist insgesamt sehr unterhaltsam und hat mich nicht mehr losgelassen, was für mich für die endgültige Bewertung ausschlaggebend ist. Noch eine kleine Anmerkung zum Abschluss: soweit ich weiß ist "Der Todesflüsterer" Carrisis Debütroman und daher bin ich auf weitere Roman von ihm sehr gespannt. Wer so einen mehr als solides Debüt hinlegt, von dem werden wir sicher noch viel hören. Meine Rezensionen erscheinen auch in ähnlicher Form auf anderen Webseiten. weiterlesen
Schönes Debüt
4
"Ein dunkler Liebesroman voller Geheimnisse, Eifersucht und Gefahr. Ein spannendes Leseabenteuer. - Style" heißt es auf der Rückseite von Joanne Harris' Vampirroman "Denk an mich in der Nacht". In einer Zeit, in der Vampirromane dank der Bestseller-Reihe "Bis(s) …" in aller Munde sind, ist es nicht verwunderlich, dass der bereits 1992 erstmals erschienene Debütroman der Beststellerautorin Joanne Harris vor wenigen Tagen in deutscher Erstübersetzung erschienen ist. Ich erhoffte mir einen erwachsenen Roman, der mit der mir persönlich zu kitschigen und vorhersehbaren "Bis(s) …" Reihe höchstens das Hauptthema gemein hat. Ob meine Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen wurden, werdet ihr in meinem Bericht erfahren.Allgemeines / Eckdaten: Laut Listenpreis kostet das Hardcover-Buch in Deutschland 19,95 €. Gebundene Ausgabe Verlag: List Sprache: Deutsch ISBN-10: 347135025X ISBN-13: 978-3471350256 Originaltitel: The Evil Seed Größe: 22 x 14,4 x 3,6 cm (http://www.amazon.de) Was man sich bei der Übersetzung des Romantitels ins Deutsche gedacht hat, ist mir schleierhaft. Der deutsche Titel lässt nicht auf den Inhalt des Romans schließen. Wenn man den Roman gelesen hat, ist zwar klar, worauf sich der Titel bezieht, aber ich denke, dass der Titel allein nur wenige potenzielle Leser anzieht.Über Joanne Harris: Joanne Harris wurde 1964 geboren, lebt in England und arbeitet als freie Schriftstellerin. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Roman "Chocolat".Inhalt / Stil: Ich werde versuchen, nur kurz den Inhalt anzureißen und mich eher auf Aufbau und Schreibstil als auf den Verlauf des Geschichte zu konzentrieren, damit ich nicht zu viel verrate. Die Geschichte hat zwei alternierende Handlungsstränge – ein Handlungsstrang spielt im Grantchester (in der Nähe von Cambridge, England) der Gegenwart. Der zweite Handlungsstrang spielt am selben Ort, jedoch in den 40er Jahren. Protagonistin des ersten Handlungsstrangs ist die Künstlerin Alice, die dem dunklen Geheimnis um Ginny, der neuen Freundin ihres Ex-Freunds, auf die Schliche kommt. Protagonist des zweiten Handlungsstrangs ist Daniel, ein junger Dozent an der Universität, der eine wunderschöne, junge Frau nach einem vermeintlichen Suizidversuch aus dem Fluss zieht und dessen Leben sich aufgrund dieser schicksalhaften Begegnung von Grund auf verändern soll. Während der Handlungsstrang um Alice von Anfang an spannend und fesselnd ist, fand ich den Handlungsstrang um Daniel anfangs eher weniger interessant und teilweise verwirrend. Manchmal habe ich mich darüber geärgert, wenn die spannende Geschichte um Alice' abrupt unterbrochen und eine Sequenz des zweiten Handlungsstrangs eingeschoben wurde. Letztendlich wird der Leser durch die alternierenden Handlungsstränge nur noch mehr auf die Folter gespannt und je mehr man sich in das Buch einliest, desto schwerer fällt es einem, es wieder aus der Hand zu legen. Wird erst einmal deutlich, in welcher Weise die beiden Handlungsstränge miteinander verbunden sind, wird auch der zweite Handlungsstrang richtig spannend. Die Sprache ist sehr einfach, weshalb ich den Roman recht schnell ausgelesen hatte. Die Erzählzeit ist viel kürzer als die erzählte Zeit, was u. a. daran liegt, dass nur sehr wenige Beschreibungen oder gar Redundanzen enthalten sind. Einige Stellen waren für die Gesamthandlung eher unwichtig und daher empfand ich sie als unnötig, aber rückblickend kann ich sagen, dass es nur wenige Stellen gab, die mich gelangweilt haben. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch sehr spannend und lebhaft, man muss sich also nicht mit endlos wirkenden, handlungsleeren Passagen herumschlagen. Die Vorhersehbarkeit der Geschichte hält sich in Grenzen, was mich angesichts der Tatsache, dass es sich um den Debütroman von Joanne Harris handelt, positiv überrascht hat. Meine Befürchtungen, dass es sich um einen Vampirroman im Stil der Bis(s) …-Reihe handeln könnte, haben sich nicht bewahrheitet. "Denk an mich in der Nacht" ist sehr erwachsen; die Protagonisten Alice und Daniel sind runde Charaktere mit Fehlern, die sie authentisch wirken lassen. Das Liebesthema rückt vor der spannenden Geschichte fast völlig in den Hintergrund. Mein Fazit: Ein wenig dauere es bei mir, bis ich mich die Geschichte eingefunden hatte, was u. a. an dem holprigen Einstieg in den zweiten Handlungsstrang liegt. Danach wollte ich das Buch aber gar nicht mehr aus der Hand legen. Aus diesem Grund und weil es recht einfach geschrieben ist, hatte ich "Denk an mich in der Nacht" in nur wenigen Stunden (ca. eine Stunde pro Tag, verteilt auf 8-9 Tage) ausgelesen. Die Charaktere wirken authentisch und die Lebensumstände beider Hauptdarsteller sind realistisch. Da die fantastischen Geschehnisse um die Vampirgruppe in eine wirklichkeitsnahe Rahmenhandlung eingebettet sind, driftet der Roman nicht zu weit in Fantasy-Gefilde ab und man kann sich eher mit den Geschehnissen identifizieren. Weniger gut finde ich wie bereits erwähnt den holprigen Einstieg in den zweiten Handlungsstrang. Anfangs ärgerte ich mich darüber, dass die von Anfang an spannende Geschichte um Alice immer wieder von teils zusammenhangslos wirkenden Fragmenten der Geschichte um Daniel Holmes unterbrochen wurde. Als ich entdeckte, in welcher Weise die beiden Handlungsstränge verwoben sind und als die Geschichte um Daniel Holmes immer mehr an Kohärenz gewann, störte ich mich auch nicht mehr an der alternierenden Handlungssträngen. Für sehr junge Leserinnen ist das Buch nicht empfehlenswert. Das Buch ist zwar nicht pornografisch, aber Sexualität wird in einer Weise dargestellt, die zartbesaitete Gemüter erschrecken könnte. Ich vergebe 4 Sterne für einen spannenden Roman, der nach einem etwas schleppenden Einstieg zu fesseln weiß. Ich fühlte mich gut unterhalten und bin der Meinung, dass sich dieser Roman von der breiten Masse der zur Zeit so populären Vampirromane abhebt. Ich empfehle den Roman jedem weiter, der wirklichkeitsnahe Romane mit fantastischen Elementen mag und keinen Kitschroman oder "Teenie"roman lesen möchte. Entgegen des eingangs zitierten Kommentars von der Rückseite des Buchs handelt es sich NICHT um einen Liebesroman, da die Liebe eher in den Hintergrund rückt. Ich werde diese Rezension in ähnlichen Form auf Verbraucherplatformen veröffentlichen. weiterlesen
Details
Verlauf
- Mitglied seit
- 3 Jahre 6 Monate
Über vorablesen.de
Heute schon die Bücher von morgen lesen:
Schmökern Sie vorab in Leseproben aktueller Top-Titel und gewinnen Sie mit Ihrem Leseeindruck oder Ihrer Rezension eines von 100 Vorab-Exemplaren.
Neue Bücher vorab
lesen und rezensieren!

