wullewaddel
Persönliche Daten
Meine Leseeindrücke
Kurz und Knackig
5
Die Leseprobe zu "Du" von Zoran Drvenkar hat mich sehr begeistert. Der Autor schließt von seinem Erzähl- und Schreibstil her nahtlos an seinen Erfolg "Sorry" an, der mich damals auch schon sehr faszinierte. Kurze, knackige Sätze, wechselnde verwirrende Perspektiven und der Leser wird mit "Du" angesprochen, da fühlt man sich gleich mitten im Geschehen. So muß ein Thriller sein! Zoran Drvenkar schildert sehr drastische Geschehnisse ungeschönt (das war ja auch schon bei "Sorry" der Fall), aber das macht meiner Meinung nach den Reiz an seinen Büchern aus. Ich hoffe, dass das komplette Buch das hält, was die Leseprobe verspricht und freue mich bereits jetzt auf den Erscheinungstermin. Du, sorry, aber dich muss ich lesen! weiterlesen
Zeitreisen
4
Leider wieder einmal eine Leseprobe, die mitten im Geschehen, nämlich auf Seite 381, einsetzt. Das finde ich immer etwas schade, denn zumeist sind diese Texte aus dem Zusammenhang gerissen und als Leser weiß man nicht, was vorher eigentlich passiert ist. Aber gut... Man lernt Tom kennen, einen Zeitreisenden, und Claire, die Frau, die er liebt. Doch warum darf es nur bei diesem einzigen Treffen der beiden bleiben? Sehr gefällt mir der Schreibstil, der sich für mich recht flüssig liest und leicht verständlich ist. Auch der Schauplatz, das viktorianische London, ist interessant gewählt und das Thema "Zeitreise" finde ich als Leser eh immer recht spannend. Somit bin ich sehr gespannt, wie die ganze Geschichte um Tom und Claire beginnt, weitergeht und endet und freue mich bereits schon, den ganzen Roman zu lesen. weiterlesen
Spannend
4
Der Kriminologe Goran Gavila wird an den Fundort von fünf menschlichen linken Armen berufen, die Mädchen im Alter von 9-13 Jahren zuzuordnen sind. Die Kinder sind mehrere Wochen vorher allesamt binnen einer Woche ohne ein Lebenszeichen verschwunden. Aber noch bei der Untersuchung am Fundort wird noch ein sechster Arm gefunden, der sich bisher nicht zuordnen lässt. Was hat es mit diesem Fall auf sich? Als Verdächtiger tritt ein Musiklehrer auf, der von der Polizistin Mila Vasquez beschattet wird und bei dem sich der Junge Pablo und eine Frau, die vermisst wird, aufhalten. Ist dieser Musiklehrer vielleicht der Täter und was ist das Motiv? Viele Fragen, die aufkommen und die man als Leser sehr gerne beantwortet hätte. Die Leseprobe hat mich sehr gefesselt, der Schreibstil von Donato Carrisi ist leicht verständlich und bildreich, sodaß man meint, den Ermittlern bei der Fundort-Szene über die Schulter zu schauen. Hier würde ich mich sehr über ein Leseexemplar freuen. weiterlesen
Kommt da noch was?
1
Anna Sternberg, Mittdreißigerin und PR-Agentin, ist auf dem Weg zu ihrer ehemaligen Schulkameradin Sandrine "Sandy" Beaufort, einer erfolgreichen Galeristin. Diese hat Anna den Auftrag gegeben, ihre neueröffnete Galerie in Wiesbaden durch Marketing und PR-Arbeit bekannt zu machen. Doch Anna hat bereits seit ihrer Schulzeit eine gewisse Abneigung gegenüber Sandy, aber läßt sich wie in alten Zeiten von ihr übers Ohr hauen. Mit ihrer Partnerin Vicky trifft sich Anna in einem Café, in dem sie den mysteriösen Carl Weller, einen international bekannten Finanzspekulanten, kennenlernt. Dieser Mann fasziniert Anna vom ersten Augenblick, er hat eine gewisse Aura, der sie sich auf unerklärliche Weise nicht entziehen kann. Als Weller einem Fotografen die komplette Ausrüstung ruiniert, da er nicht fotografiert werden möchte, bietet er Anna einen Deal an: Er verschafft ihr einen großen Auftrag, im Gegenzug soll sie ihm die Speicherkarte mit den Fotos, die der Fotograf machen konnte, wiederbeschaffen... Soviel zum Inhalt der Leseprobe, die mich etwas ratlos zurücklässt. Von einem Dämon, der angeblich in Carl schlummern soll, war hier jetzt noch nichts zu lesen und die Hauptprotagonistin Anna Sternberg finde ich bisher nicht wirklich sympathisch, sie ist leicht überzeichnet in ihrer Schusselig- und Tolpatschigkeit und ich frage mich, wo uns die Geschichte noch hinführen soll. Aber vielleicht macht gerade das ja auch den Reiz, das Buch lesen zu wollen, auch aus. Ich lasse mich gerne überraschen. weiterlesen
Was habe ich getan?
5
Diese Frage stellt sich die Politikerin Merete Lynggaard jedes Jahr zu ihrem Geburtstag wieder, denn sie wird seit einiger Zeit in einem Verlies gefangengehalten und soll jährlich an ihrem Geburtstag den Entführern die Frage beantworten, warum das so ist. Doch Merete findet die Antwort nicht. Sie wird psychisch und physisch gefoltert und weiß nicht warum...Wird Merete doch noch herausfinden, warum sie festgehalten wird und mit dem Leben davonkommen? Indes rollt die Polizei den Fall der Merete Lynggaard wieder neu auf, denn es sind etliche Fragen bezüglich des Verschwindens von Merete von einer Fähre vor fünf Jahren offen. Hat ihr behinderter Bruder Uffe etwas damit zu tun? Ist Merete wirklich tot, wie alle annehmen? Viele Fragen, die den Ermittler Carl Moerck und seinen Kollegen Assad beschäftigen und keine Ruhe lassen. Die Leseprobe fängt gleich ungeheuer spannend an. Man wird mit Meretes seelischen Qualen konfrontiert und leidet mit ihr mit. Der Sprachstil ist flüssig zu lesen und man kann sich in die einzelnen Personen gut hineinversetzen. Zu hoffen ist, daß der Autor den Spannungsbogen über das ganze Buch hin halten kann. Lesen würde ich es auf jeden Fall sehr gerne! weiterlesen
Meine Rezensionen
Dystopie, die moralische und ethische Fragen aufwirft
5
Kurzbeschreibung: Die 16-jährige Callie verliert ihre Eltern, als eine unheimliche Infektion alle tötet, die nicht schnell genug geimpft werden - nur sehr junge und sehr alte Menschen überleben. Während die Alten ihren Reichtum mehren, verfallen die Jungen der Armut. Hoffnung verspricht die Body Bank, ein mysteriöses Institut, in dem Jugendliche gegen Geld ihre Körper verleihen können. Das Bewusstsein des alten Menschen übernimmt den jungen Körper für eine Zeit, um wieder jung zu sein. Doch bei Callie geht es schief: Sie erwacht, bevor sie erwachen darf - in einem Leben, das ihr völlig unbekannt ist. Anstelle ihrer reichen Mieterin bewohnt sie eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Bald aber findet sie heraus, dass ihr Körper zu einem geheimen Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss...Zur Autorin: Lissa Price ist Drehbuchautorin und lebt nach mehreren Aufenthalten in Japan und Indien heute in Kalifornien. Ihr Roman "Starters" ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre. Momentan arbeitet Lissa Price am zweiten Band unter dem Titel "Enders".Rezension: Die USA in der Zukunft: Nach einem verheerenden Sporen-Genozid sind nur noch Teenager, die sogenannten "Starters", und alte Menschen, die "Enders", am Leben, denn sie sind die einzigen, die rechtzeitig gegen die Sporen geimpft wurden. Kinder ohne jedwede Angehörige, so wie die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder Tyler, leben auf der Straße und müssen jederzeit die Einweisung in eines der brutalen Arbeitslager oder Heime befürchten, wenn sie erwischt werden. Um an etwas Geld zu kommen, entschließt sich Callie zur Body Bank zu gehen, die die Körper von jungen Leuten an die reichen "Enders" vermietet, damit diese sich in einer Art Urlaub nochmals jung fühlen können. Zuerst hat Callie noch Bedenken, doch als sie ihre momentane Unterkunft verliert, entschließt sie sich dazu, bei diesem teuflischen Handel mitzumachen. Doch damit fängt das Unglück erst an: Callie gerät in den Fokus der intriganten Machenschaften der Body Bank und ihre Mieterin Helena Winterhill hat ihre ganz eigenen Pläne mit ihr... Mit "Starters" erwartet den Leser wieder einmal ein Buch aus dem Genre Dystopie, das momentan ja sehr angesagt ist. Doch hebt sich Lissa Price mit ihrem Roman doch recht deutlich von anderen Büchern dieses Genres ab und das in angenehmer Art und Weise: Von Beginn an ist "Starters" spannend und ließ mich beim Lesen kaum durchatmen. Die Grundidee ist genial und gleichzeitig erschreckend. "Starters" wirft sehr viele moralische Fragen auf, die den Leser während der kompletten Handlung beschäftigen und auch nach Beenden noch nachhallen. Alte reiche Menschen, die den Körper von jungen armen Personen mieten können, dieses Grundthema kann nicht kalt lassen. Callie, die jugendliche Protagonistin, wirkt von Beginn an glaubhaft und sympathisch. Man fiebert mit ihr, ob sie sich dazu entscheiden wird, für die Body Bank zu arbeiten oder nicht, und ihre weiteren Erlebnisse sind rasant und spannend bis zum Ende. Auch ihre Fürsorglichkeit gegenüber ihrem kleinen Bruder Tyler ist anrührend und die eingeflochtene, aber nicht zu sehr in den Vordergrund gestellte Liebesgeschichte mit Blake ist keinesfalls schnulzig ausgefallen. Auch ihre "Mieterin" Helena Winterhill ist ein interessanter Charakter und ihr Verhalten und ihre Pläne lassen Callie das ein oder andere Mal staunen. Das Ende bleibt ein wenig offen gehalten, da es noch eine Fortsetzung geben wird. Doch im Gegensatz zum momentanen Hang zu Trilogien wird "Starters" in einer Dilogie enden, dessen Abschlussband den Titel "Enders" tragen wird. Ein Erscheinungstermin ist noch nicht bekannt.Fazit: "Starters" bietet eine Dystopie mit Spannung und vor allem ethischen und moralischen Fragen, die durch das interessante Grundthema aufgeworfen werden. Leser von tiefgründigen Dystopien werden hiermit ihre helle Freude haben! weiterlesen
Begeistert durch Handlung und die außergewöhnlichen Fotografien
5
Kurzbeschreibung: Der Schock trifft Jacob vollkommen unvorbereitet: In einem kleinen Wald findet er seinen tödlich verwundeten Großvater - und meint für einen kurzen, schrecklichen Moment, ein Monster im Unterholz zu sehen. Seine Eltern und ein Psychiater versichern ihm, dass er sich dies nur eingebildet hat, und schließlich ist Jacob bereit, ihnen zu glauben. Doch dann beginnen sich die Hinweise darauf zu mehren, dass Abrahams Schauergeschichten möglicherweise alles andere als erfunden waren. Gibt es auf einer Insel vor der Küste Englands vielleicht immer noch ein Heim für "besondere" Kinder? Jacob macht sich auf die Suche danach - und entdeckt mehr, als er jemals für möglich gehalten hätte...Zum Autor: Ransom Riggs wuchs in einem Fischerdorf in Florida auf, in einer Gegend, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Bands zu spielen und mit Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs arbeitet heute als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.Rezension: Abraham Portman erzählt seinem Enkel Jacob seit dessen Kindheit immer wieder Geschichten über die "besonderen" Kinder, die in einem Heim auf einer Insel an der Küste Englands leben und bei denen Abraham während des 2. Weltkriegs aufgenommen wurde. Als kleines Kind liebt Jacob diese Geschichten, doch mit zunehmendem Alter mag er seinem Großvater nicht mehr so recht glauben, was dieser über die Kinder zu berichten weiß. Die Fotos, die Abraham aus dieser Zeit aufgehoben hat, kommen Jacob immer mehr als plumpe Fotomontagen vor. Als Jacob jedoch seinen Großvater eines Nachts im nahegelegenen kleinen Wald blutüberströmt findet, wird ihm langsam klar, dass an den Geschichten doch etwas dran sein muss, denn Abraham wurde von einem Monster regelrecht hingerichtet, dass nur Jacob sehen kann und er hinterlässt seinem Enkel ein paar merkwürdige Botschaften, die Jacob veranlassen, auf die Insel zu reisen. Bei seinen dortigen Nachforschungen stößt er bald auf das Geheimnis der Kinder und ihrer Heimleiterin Miss Peregrine... Ransom Riggs ist mit "Die Insel der besonderen Kinder" ein kleines Schmuckstück gelungen, was vor allem an den zahlreichen Fotos liegt, die über das Buch verteilt sind. Sie zeigen größtenteils die "besonderen" Kinder und fügen sich nahtlos in Jacobs Geschichte ein. Manche wirken durchaus gruselig und schaffen somit, unterstützt durch Jacobs Erlebnisse, eine soghafte Atmosphäre, der man sich während des Lesens nur schwer entziehen kann. Jacob, der sechzehnjährige Protagonist, schwächelt allerdings hin und wieder. Er wirkt oft recht naiv in seinem Handeln und etwas begriffsstutzig in manchen Situationen. Erst zum Ende hin empfand ich ihn als gereifter und erwachsener. Emma hingegen, in die er sich verliebt und die bereits seinen Großvater kannte, wurde in der Geschichte zwar als etwa gleichaltrig geschildert, auf den begleitenden Fotos hingegen wirkt sie deutlich älter, was mich etwas irritierte. Der Schreibstil ist verständlich und recht einfach gehalten, doch versteht es Ransom Riggs sehr gut, dem Leser auch einige Gänsehautmomente zu bereiten. Als Jacob auf der Insel ankommt, nimmt die etwas gruselige und bedrückende Stimmung sehr an Fahrt auf und man kann sich dank Ransom Riggs' bildhaften Schilderungen richtiggehend in Jacob hineinversetzen. Das Ende ließ meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig, denn es wird vieles abrupt aufgelöst und geklärt, aber andererseits auch mit einem offenen Ausgang. Auf der Website des Autors ist jedoch nachzulesen, dass er eine Fortsetzung plant, womit dies zu erklären wäre. "Die Insel der besonderen Kinder" war für mich ein sehr schönes Leseerlebnis, vor allem die Fotos haben es mir angetan und ich würde mir mehr solcher illustrierten Bücher wünschen! Zur Gestaltung des Buchs: Das in schwarz und grün gehaltene Cover zeigt eines der "besonderen" Kinder: Olive, das schwebende Mädchen. Die grünen Verschnörkelungen in den Ecken, Autorenname und Buchtitel wurden in Spotlackoptik hervorgehoben. Highlights sind definitiv die zahlreichen Fotos im Buchinneren!Fazit: "Die Insel der besonderen Kinder" wird vor allem Leser des Fantastischen begeistern. Jacobs Geschichte und vor allem die Fotos konnten mich fesseln und ich bin gespannt auf die Fortsetzung weiterlesen
Ein Psychothriller, der unter die Haut zu gehen weiß
5
Kurzbeschreibung:Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall - all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine albtraumhafte Suche nach sich selbst...Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?Zum Autor:Arno Strobel, geb. 1962 in Saarlouis, studierte Informationstechnik. Nach einigen Jahren Selbstständigkeit als IT-Unternehmensberater ging er nach Luxemburg, wo er seitdem bei einer großen deutschen Bank mit der IT-Projektdurchführung betraut ist. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Trier.Rezension:Sybille Aurich erwacht nach einem zweiwöchigen Koma in einem Krankenzimmer ohne jede Erinnerung, was mit ihr geschehen ist. Sie möchte Mann und Kind sehen, doch verwehrt der sie behandelnde Arzt dies damit, dass sie angeblich gar kein Kind hat. Sybille flüchtet daraufhin Hals über Kopf aus der merkwürdigen Klinik und wird von Rosie, einer älteren Dame, aufgelesen, die sie nach Hause fährt. Doch ihr Mann erkennt Sybille nicht, hält sie für eine Hochstaplerin. Die echte Sybille sei seit zwei Monaten spurlos verschwunden und ein Kind hätte das Ehepaar nie gehabt. Doch warum kann sich Sybille, wenn sie nicht die echte Sybille ist, an jede Menge Einzelheiten und Details aus ihrem vermeintlichen Eheleben erinnern? Christian Rössler scheint ihr helfen zu können, denn seine Schwester wird vermisst und auch sie war der felsenfesten Überzeugung, ein Kind zu haben, was real aber gar nicht existiert. Schon bald muss sich Sybille fragen, wem sie überhaupt noch vertrauen kann und was für ein perfides Spiel mit ihr getrieben wird... Arno Strobel konnte mich mit seinem Roman "Der Trakt" von der ersten Seite an fesseln. Der Leser leidet und zittert mit Sybille mit, die krampfhaft versucht, Licht in das tiefe Dunkel ihrer Vergangenheit zu bringen, immer wieder auf Stolpersteine stößt und schon bald an ihrem eigenen Verstand zu zweifeln beginnt. Auch versteht es der Autor, gekonnte Wendungen in die Geschichte einzubauen, die verschiedene Annahmen, was mit Sybille nun wirklich geschehen ist, über den Haufen werfen und neue Aspekte an den Tag bringen. Somit entwickelte sich "Der Trakt" für mich zu einem Pageturner, denn ich wollte unbedingt wissen, was nun genau hinter der Geschichte Sybilles steckt. Das Ende wirkt schlüssig, nachvollziehbar und auch erschreckend. Zwar hätte ich mir zum Schluss noch ein wenig Aufklärung gewünscht, wie es mit einzelnen Personen, besonders Sybille, weitergegangen ist, sprich, wie sie nach diesen Erlebnissen und Ereignissen wieder zurück in ihr "altes" Leben gefunden hat, doch ist das wohl auch des Lesers Vorstellungskraft überlassen. Mich konnte "Der Trakt" vollends überzeugen, und ich bin schon sehr auf Arno Strobels nächste Romane "Das Wesen" und "Das Skript" gespannt!Fazit: Arno Strobels Roman "Der Trakt" ist ein Psychothriller, der dank seiner Thematik unter die Haut zu gehen weiß und die Spannung durch geschickte Wendungen bis zum Ende hin halten kann. Mitzittern mit der Protagonistin ist vorprogrammiert! weiterlesen
Cayla Kluver - Alera: Geliebter Feind
3
Kurzbeschreibung: Das Letzte, was Alera tun würde, ist, den arroganten und jähzornigen Steldor zu heiraten. Doch als Thronfolgerin des Königreichs muss sie sich der Wahl ihres Vaters beugen. Das Land blickt derweil dunklen Zeiten entgegen. Die lange währende Feindschaft mit dem Nachbarreich droht in einen Krieg zu münden. Und als eines Tages der junge Narian aus dem Feindesland an Aleras Hof auftaucht, ändert sich alles - ist Narian ein Spion, ein Attentäter oder gar ein Freund? Alera erfährt mehr über das Volk, das sie für ihren erbitterten Gegner hielt. Sie erkennt, dass sie sich unweigerlich in Narian verliebt hat - und dass ihre Liebe nicht nur ihr Leben, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs aufs Spiel setzt... Zur Autorin: Cayla Kluver ist siebzehn Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Wisconsin/USA, einer Gegend, in der nur die Starken überleben. Ihr Debüt "Geliebter Feind" ist der Auftakt zu der romantischen Fantasy-Saga um Alera und wurde gleich nach Erscheinen mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft. Wieder einmal kam es mir vor, als würde ich ihn überhaupt nicht kennen. Das Einzige, was ich jetzt mit Gewissheit wusste, war, dass es auf der Welt mehr Dinge zu fürchten gab, als ich mir bislang hatte vorstellen können. (Seite 320) Rezension: Nach Beenden von "Alera" muss ich mich leider fragen, warum dieses Buch in die Kategorie Fantasy zugeordnet wird. Außer den Personen- und Ortsnamen erschließt sich mir diese Entscheidung nicht, da sich der Roman von den Beschreibungen und der Handlung eher als Historischer Roman einstufen lässt. Etwas gestört haben mich die manchmal sehr detaillierten Ausführungen von Cayla Kluver, die bei mir den Lesefluss gelegentlich stocken ließen. Da aber die Autorin noch sehr jung ist, sie war 14 Jahre alt, als sie den Roman schrieb und ist mittlerweile 17, kann man ihr das natürlich nachsehen. Denn trotz dieser ausführlichen Beschreibungen hat sie für ihr Alter schon eine sehr gehörige Portion Sprachgewalt. Zur Geschichte selbst ist zu sagen, dass sie logisch aufgebaut ist und man sich gut in die Sorgen, Nöte und Sehnsüchte von Alera hineinversetzen kann. Da es sich um den Auftaktband einer Trilogie handelt, ist das Ende relativ offen gehalten und ich freue mich, trotz der kleinen Mankos, auf die Fortsetzung, um zu erfahren, wie es mit Alera, Narian, Steldor und den Königreichen Hytanica und Cokyri weitergehen wird. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt ein junges Mädchen mit strahlend blauen Augen, bei dem es sich um Alera zu handeln scheint. An den Rändern sind Rankenornamente in Spotlackoptik eingearbeitet, inclusive einem Lesebändchen. Fazit: Definitiv kein richtiger Fantasyroman, aber "Alera" hält dafür eine schöne und traurige Liebesgeschichte mit interessanten Charakteren bereit. Wertung: 3 von 5 Punkten weiterlesen
Langeweile ohne Ende
0
Kurzbeschreibung: Justine, die junge Kellnerin, der bärbeißige Wirt Alphonse und der glücklose Schriftsteller Gaspard – keiner von ihnen weiß, warum sich plötzlich ein seltsames Dämmerlicht über Paris legt. Die geheime Société, die über alle Magie wacht, ist alarmiert und hat bereits ihre Vertreter entsandt, um den abtrünnigen Zauberkünstler Ravi und seine bezaubernde Assistentin Blanche zu bestrafen. Im „Jardin“, dem kleinen Hotel am Boulevard Raspail, treffen sie schließlich aufeinander, um zu klären, was unerklärlich scheint. Der Kampf zwischen Wirklichkeit und Traum hält nicht nur Gaspard und Justine in Atem, sondern droht die gesamte Stadt zu verschlingen: Paris steht still, keine Glocke schlägt die Zeit. Das Pendel im Chor von Saint-Martin-des-Champs schwingt aus, und niemand weiß, ob sich die Welt noch dreht…Zum Autor: Oliver Plaschka, geboren 1975, studierte Anglistik und Ethnologie an der Universität Heidelberg und ist Mitverfasser des Narnia-Rollenspiels. Sein Roman „Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Barthomolew“ wurde 2008 als bestes deutschsprachiges Romandebüt mit dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet. Oliver Plaschka lebt in Speyer.„Ich dachte an Justine und den Jungen, mit dem sie sich angefreundet hatte, und der nun aus ihrem Leben gelöscht war bis zu dem Moment, da er zur Mittagszeit aufs Neue das Jardin passieren würde, und ich empfand Trauer für die Menschen in dieser unwirklichen Welt, die gefangen waren, ohne dass sie es wussten.“ (Seite 164)Rezension: Leider konnte mich dieser Roman überhaupt nicht begeistern. Mehr schlecht als recht quälte ich mich regelrecht durch das Buch. Positiv zu erwähnen sind allerdings die wechselnden Perspektiven der Hauptprotagonisten und die flüssige Sprache. Die Gesamthandlung allerdings ließ mich doch recht ratlos zurück, Spannung sucht man hier vergebens. Ich erwartete eine schöne fantasiereiche Geschichte im Paris der 20er Jahre mit einem Hauch von Magie, doch das ganze Buch zieht sich je weiter man liest immer mehr in die Länge und verliert sich in ungeklärten Rätseln. Es blieben Fragen offen, auf die bis zum Schluß keine Antwort geliefert wird. Wirklich schade, denn die Geschichte an sich hatte Potential. Zur Gestaltung des Buches: Hier möchte ich ein Lob aussprechen. Die Covergestaltung ist wunderbar und passend. Zwei Übersichtskarten im Buch helfen dem Leser, sich in der Welt rund um Montparnasse zurechtzufinden und es wurde ein Lesezeichen, das passend zum Buchumschlag gestaltet wurde, beigefügt.Fazit: Schöne Gestaltung, aber Langeweile ohne Ende zu einem recht hohen Preis.Wertung: 2 von 5 Punkten weiterlesen
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