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Elli gibt den Löffel ab

 

Elli gibt den Löffel ab

 

Inhalt: Elli ist 61 Jahre alt, verwitwet und beruflich am Ende. Ihre Videothek steht kurz vor dem finanziellen Aus und auch der Nebenverdienst als Filmvorführerin in einem Altenheim endet leider abrupt. Als sie plötzlich einen Brief aus Italien bekommt, indem ihr eine lukrative Erbschaft versprochen wird, entschließt sie sich allen guten Ratschlägen ihrer besten Freundin zum Trotz, in ihren klapprigen Käfer zu steigen und die lange Fahrt nach Capri anzutreten. Doch schon der Weg dorthin hält einige Überraschungen für sie bereit: ihr altes Auto gibt den Geist auf und sie muß notgedrungen mit dem Lebemann und Globetrotter Heinz und seinem Hund im Wohnwagen mitfahren; auf der Fähre nach Capri trifft sie dann auch noch ihre Schwester Doro wieder, mit der sie vor Jahren im Streit auseinander gegangen ist und die anscheinend denselben Brief erhalten hat wie sie. Auf Capri angekommen wird die Situation allerdings noch verzwickter, denn die vermeintliche Erbschaft stellt sich zunächst als Sackgasse heraus. Die wunderschöne Pension nämlich – die Casa Bella – befindet sich bis zum Auffinden eines rechtmäßigen Erben im Besitz der Stadt und soll nach Ablauf einer Frist verkauft werden. Der ehemalige Besitzer aber, ein gewisser Alessandro, hat weder Frau noch Kinder hinterlassen und so hofft der Hotelmagnat Roberto mit dem Kauf der Casa Bella das Geschäft seines Lebens zu machen.
Und hier nehmen die Verwicklungen um Elli, Doro, Heinz und die Casa ihren turbulenten Verlauf: um an die Casa zu kommen, streicht Roberto den beiden Frauen mächtig Honig um den Bart und obwohl Elli erste zarte Gefühle für Heinz entwickelt, der ihretwegen vorerst auf Capri geblieben ist, lässt sie sich zunächst auf Robertos Schmeicheleien ein. Doch während Heinz nicht so schnell aufgibt, brechen zwischen den Geschwistern alte Wunden auf: Ellis Mann war ursprünglich mit Doro liiert, bevor er sich schließlich für Elli entschieden und sie geheiratet hat. Während die beiden fortan ein Leben im Rampenlicht des Kinos führten, endete Doros literarische Karriere mit der Geburt einer Tochter, die sie nicht wollte und der Heirat mit einem Mann, den sie nicht liebte. Und das nur, weil beide immer das oder den haben wollten, was oder den die andere hatte und sie ihrer beider Glück über diesen erbitterten Kampf aus den Augen verloren haben. Als dann auch noch Doros Tochter Anja anreist, um ihrer Mutter bei den Erbangelegenheit zu helfen und diese in Paolo ihre große Liebe aus Studienzeiten erkennt ist das Chaos perfekt: Paolo ist nämlich Robertos Sohn und ganz und gar nicht mit den mafiosohaften Machenschaften seines Vaters einverstanden! Bleiben die spannenden Fragen: Haben Elli und Doro diesen Brief bekommen, weil sie vielleicht die unehelichen Kinder von Alessandro und damit erbberechtigt sind? Finden die pummelige Anja und der gutaussehende Frauenschwarm Paolo zusammen? Gibt es eine Zukunft für die bankrotte und sesshafte Elli und den reichen Globetrotter Heinz? Können die beiden Schwestern die Vergangenheit hinter sich lassen und sich endlich wieder versöhnen? Und wer bekommt die Casa Bella?

Schreibstil: Bis auf wenige Ausnahmen sind die Formulierungen gelungen pointiert und witzig, manchmal sogar mit einem Augenzwinkern. Obwohl der Verlauf der Handlung nicht überraschend ist, schafft die Autorin es doch, den Leser an den Roman zu binden, ihn mitfühlen, mitleiden, mitlieben zu lassen. Und auch wenn natürlich einige Klischees bedient werden, ist der Roman keinesfalls eine Ansammlung dieser stereotypen Sichtweisen – im Gegenteil: in diesem Roman wird kunstvoll leicht allzu menschliches mit einem Schmunzeln erzählt, auch Ernstes angerissen und weniger lustige, als vielmehr nachdenkliche Themen zur Sprache gebracht. Elli gibt den Löffel ab ist ein Roman, der nicht nur vom Titel her von einer gut umgesetzten Idee zeugt, sondern eben eine schöne Mischung aus all dem darstellt, was das Herz für einen gelungenen Roman eben braucht: leichte Kost mit leichtem Anspruch.

Bewertung: Die volle Punktzahl gibt es leider nicht – dafür ist die Geschichte doch sehr klischeehaft und vorhersehbar. Spannend sind jedoch nicht nur die kleinen Ausflüge in die Filmgeschichte, sondern auch ein paar wenige unerwartete Wendungen in der Handlung, die zwar zum erwarteten guten Ende führen, dennoch aber auch ein bißchen mitfiebern lassen. Im gesamten gesehen, hat diese Buch alles, was ein guter Roman braucht: eine gute Idee, ein paar Intrigen, zwei fast verhinderte Liebespaare, Eifersucht, Streitigkeiten, ein Böser, der zum Guten bekehrt wird und natürlich ein schönes Happy-End mit i-Tüpfelchen. Das tolle Design des Buches macht die Optik perfekt – so würde ich diesen Roman jederzeit weiterempfehlen oder verschenken.

Fazit: Herrlich leicht zu lesen ist dies der perfekte Roman für den (Italien-) Urlaub! Auch wenn die Geschichte viele Klischees bedient manchmal ein wenig konstruiert und dadurch auch vorhersehbar ist, macht das Lesen Laune mit einem zufriedenen Lächeln am Ende im Gesicht!

 

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