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Rezensionen

Hier finden Sie alle Rezensionen zum Buch nach Erstellungsdatum sortiert.

5

Eine Mordserie an ehemaligen NATO-Generalen schockiert die Öffentlichkeit. Kann es sein, dass staatliche Stellen in Deutschland und im Ausland zielgerichtet Terrorakte und politische Morde verüben? Der Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler ermittelt in einem Fall, der in seiner Brisanz Schorlaus Politkrimi Die blaue Liste noch übertrifft und das heißt schon was!!!!

Dengler’s 5. Fall hat’s wirklich in sich, das Buch ist kaum zu toppen!!!! Und gerade heutzutage, in diesen Terrorwahnzeiten, wo einem eh immer Angst und Panik gemacht wird, kommt das Buch gerade richtig. Nur man sollte nicht zu viel darüber nachdenken……..
Der Thriller lässt sich, wie immer von den Büchern von Schorlau gewöhnt, flüssig lesen und ist bis zur letzten Seite spannend.
Ein Buch für unter den Gabentisch!!!!
(Man fragt sich nur noch, was kann er noch als nächstes schreiben…………………….. die letzten 4 Bücher waren ja auch nicht ohne…….)
5

Wolfgang Schorlau ist Garant für spannende und realitätsnahe Politthriller, wie er schon in seinen Vorgängerbänden bewiesen hat. Mit seinem neuen Buch "Das München-Komplott" trifft er wieder voll ins Schwarze und verquickt Realität mit einer spannenden fiktiven Story.Die Idee , die er in diesem Buch umsetzt ist so genial, erschreckend und nachvollziehbar, das man sich kaum vollstellen kann, dass sie nur fiktiven Ursprungs ist.Durch die aktuellen politischen Ereignisse, die der Autor in seinen Büchern aufgreift, fesselt er den Leser, dem es dann schwer fällt, die Grenze zwischen Realität und Fantasie zu erkennen, da der Autor dies geschickt in das Geschehen transportiert.
Auch das Privatleben des Stuttgarter Ermittlers Dengler wird wieder sehr spannend und amüsant geschildert.Seine Freunde, die immer häufiger in die Ermittlungen mit einbezogen werden,wachsen dem Leser von Buch zu Buch mehr ans Herz.Hoffen wir auf noch viele weitere Bücher dieses Autors, der sich meiner Meinung nach mit jedem Buch steigert.








Eine Mordserie an ehemaligen NATO-Generalen schockiert die Öffentlichkeit. Kann es sein, dass staatliche Stellen in Deutschland und im Ausland zielgerichtet Terrorakte und politische Morde verüben? Der Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler ermittelt in einem Fall, der in seiner Brisanz Schorlaus Politkrimi Die blaue Liste noch übertrifft.

 

Das München-Komplott,

Schorlau verknüpft in dem Buch Realität und Fiktion der politischen und wirtschaftlichen Themen, wobei die Realität die "Überhand" behält. Und damit macht er das Buch sehr interessant und spannend. Das Buch lässt sich hervorragend lesen. Empfehlenswert! 4, 5 Sterne

 

Intelligenz, behaupten die Intelligenten, ist die Fähigkeit, sich der Situation anzupassen. Wenn du ein Buch verkehrt in die Hand genommen hast, lerne, es verkehrt zu lesen. Wieslaw Brudzinski

5

 

 Das Bundeskriminalamt bittet seinen früheren Zielfahnder und heutigen Privatermittler Georg Dengler um Mithilfe: Er soll die Akten der damaligen Sonderkommission Theresienwiese über den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 prüfen.

 
Dengler denkt, es sei ein leichter Auftrag, doch schon bald entdeckt er die ersten Widersprüche. Warum wurde in dem Abschlussbericht der Sonderkommission behauptet, es handele sich bei dem Attentäter um einen Einzelgänger, während glaubhafte Zeugenaussagen ihn unmittelbar vor der Tat mit weiteren Personen gesehen haben? Dengler ermittelt und steht plötzlich selbst im Fadenkreuz mächtiger Interessen. In seinem neuen Roman entwickelt Wolfgang Schorlau aus realen Geschehnissen eine Geschichte, die aus dem Kalten Krieg bis in unsere Zeit reicht und den Leser bis zur letzten Seite in Atem hält.
 
Ein wahnsinnig spannender, interessanter und Zeitgemäßer Krimi.
 
Wolfgang Schorlau schreibt sehr spannend und Zeitgemäß, er bringt dem Leser die Brisanz des Themas nahe und verwebt in mehreren Handlungssträngen eine geniale Story.
Wolfgang Schorlau hat einen sehr routinierten und sachlichen Schreibstil, das lässt seine Handlung wie auch den Ermittler sehr glaubwürdig erscheinen.
 
Dieser Krimi ist absolut zu empfehlen, genauso wie die Dengler-Vorgänger.
5
Der Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 zählt zu den schwersten Terroranschlägen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zahlreiche Ungereimtheiten in den Ermittlungen liefern Stoff für Spekulationen und Mutmaßungen. Die Frage nach dem „Warum?“ beschäftigt immer wieder Autoren und Journalisten und so entstehen Werke wie, in diesem Fall, Wolfgang Schorlaus „Das München Komplott“.
Sein Ermittler Georg Dengler ermittelt im Fall „Theresienwiese“. Was anfangs noch als simple Aufarbeitung alter Akten anmutet, entwickelt sich rasch zum gefährlichen Katz- und Mausspiel. Die Brisanz dieser Story liegt hier in dem zeit- und realitätsnahem Thema. Der Leser merkt kaum, wo die Fakten enden und die fiktive Geschichte beginnt, da die Grenze verschwimmt.
Ob mit oder ohne Vorwissen, dieses Buch fesselt, empört, verunsichert. Es lässt ernste Zweifel aufkommen, an der Sicherheit unseres Systems und wirft neue Fragen auf.
Von der ersten bis zur letzten Seite war ich im Bann dieses packenden und gut recherchierten Polit-Thrillers. Ein Buch, das nicht spurlos an seinem Leser vorbeigeht.
5




Am 26.08.1980 sterben auf dem Oktoberfest in München 13 Menschen, über 200 werden verletzt. Das Attentat ist trotz seines in Deutschland beispiellosen Ausmaßes inzwischen offenbar aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Erstaunliche Verdrängungsleitung oder gezieltes In-der-Versenkung-verschwinden-lassen? Denn obwohl ein Täter gefasst und verurteilt wurde, sind die Hintergründe des Attentats nach wie vor im Dunkeln.

Schorlau nutzt diese Hintergrundgeschichte für den 5. Fall seines Münchner Ermittlers Georg Dengler. Er wird zurück in den Dienst geholt, um die dubiosen Hintergründe endlich aufzuklären. Und Dengler findet Unglaubliches heraus. Nicht nur der Bundesverfassungsschutz, sondern auch der amerikanische Geheimdienst scheinen ihre nicht gerade sauberen Finger im Spiel zu haben. Eine merkwürdige Mordserie gibt Dengler weitere Rätsel auf.

"Das München-Komplott" ist mein erster Dengler-Roman und hat mich direkt davon überzeugt, auch alle vorhergehenden zu lesen. Schorlau schreibt spannend und auf den Punkt gebracht. Ein spannender deutscher Politkrimi, dass dazu animiert, sich mit den realen (und nicht weniger fantastischen) Ereignissen zu beschäftigen, ohne auch nur im mindesten didaktisch oder belehrend zu wirken.




3




Der Privatermittler Georg Dengler, ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundeskriminalamts wird von seinem früheren Arbeitgeber zu Rate gezogen. Er soll eines der schwersten Attentate in Deutschland untersuchen. Es war im Jahr 1980, als ein Anschlag das Münchener Oktoberfest erschütterte und 13 Menschen in den Tod riss. Dengler wird mit der Analyse alter Ermittlungsakten beauftragt und stößt dabei auf ein ungeheuerliches Geheimnis: Die damaligen Ermittlungen wurden gezielt manipuliert um die Wahrheit zu vertuschen. Als plötzlich alte Beweisstücke verschwinden zeigt sich, dass staatliche Behörden tief in die damaligen Terrormachenschaften verstrickt waren und es noch heute sind. Die unheimliche Spur führt Dengler sogar bis nach Amerika. Währenddessen versucht sich die parlamentarische Staatssekretärin Schmoltke mit all ihrer Macht gegen den Rechtsradikalismus aufzulehnen und strebt ein neues NPD Verbotsverfahren an. Auch sie stößt bei ihren Recherchen auf staatliche Verwicklungen in der Rechten Szene. Als schließlich das Bundesamt für Verfassungsschutz auf Grund ihrer Ermittlungen extra eine Task Force bildet, benötigt sie Denglers Hilfe, um die undurchsichtigen Vorgänge zu enträtseln.

Klingt spannend und aufregend? Ist es aber aus meiner Sicht nicht. Der gesamte Roman wirkt wie ein Berg eingestaubter Akten, den man als Leser, genau wie Dengler, zu analysieren hat: Die abgehackte Struktur des Buchs in einzelne kleine „Kapitelchen“ fördert nicht gerade den Lesefluss und man hat manchmal das Gefühl in irgendeine Handlung einfach so hineingeworfen zu werden, ohne die Ziele der Akteure bzw. die Intention herauslesen zu können. Folglich lässt sich auch nicht so recht eine Beziehung zu den handelnden Charakteren aufbauen und somit ist deren „Schicksal“ kein primärer Aspekt für den Leser. Man nimmt es einfach hin wie es kommt, so als würde man einen Bericht durcharbeiten. Zusätzlich lässt sich die Relevanz einzelner Charaktere bezüglich der Handlung nicht immer richtig greifen.

Man muss Schorlau zugestehen, dass er versucht zahlreiche reale historische Aspekte in seinem Roman unterzubringen und spart somit nicht an angebrachter Gesellschaftskritik. Jedoch wirkt es so, als wäre dies sein Hauptziel und die Handlung, sowie die darin eingeflochtenen Personen dienen nur als Mittel zum Zweck, um dies zu erreichen. Insgesamt wirkt der Roman dadurch recht konstruiert.

Als Fazit ist festzuhalten, dass „Das München-Komplott“ sicherlich gefallen mag, wenn man auf korrekte historische Fakten und Hintergründe Wert legt und erleben möchte, wie (möglicherweise) reale Ermittlungsarbeit betrieben wird. Sucht jedoch jemand knallharte Spannung oder eine fesselnde, facettenreiche Handlung, so ist er nach meiner Meinung bei diesem „Krimi des Monats“ schlecht beraten. 

 

3

Das Buch beschäftigt sich mit dem Attentat auf das Münchner Oktoberfest.
Ich kannte die ersten 4 Fälle von Dengler nicht und doch bin ich in das Buch recht gut rein gekommen, man versteht das Buch auf jeden Fall auch ohne die anderen zu kennen. Alles was für diesen Fall wirklich wichtig ist, wird einem auch in diesem verraten. Es wird nicht auf andere Fälle hingewiesen. Und gerade das finde ich gut. Denn ich lese nur ungern Krimi-Reihen. Diese müssten schon sehr gut sein, damit ich alle lese.
Mich reizt es jetzt nicht, die anderen 4 Fälle zu lesen. Der Schreibstil ist halt sehr außergewöhnlich. Ich find es gut, wie fiktive mit wahren Begebenheiten vermischt werden, und das am Ende aufgeklärt wird, was wirklich wahr ist.
Eigentlich find ich es ja gut, dass soviele Informationen gegeben werden, aber an einigen Stellen waren es einfach schon zu viele. Und das hat dem Buch ein bisschen die Spannung genommen.
Was ich dafür gerade gut finde ist, dass es um ein wahres Ereignis geht. Eins was ich noch nicht so mitbekommen hab, weil ich da noch nicht geboren war. Aber so sieht man, dass einige doch wichtige Ereignise irgendwie untergehen und leider auch im Geschichtsunterricht nie zur Sprache kommen.

3

Ich habe vor der Lektüre des 5. Bandes die Teile 1-4 geradezu verschlungen. Besonders die ersten Fälle mit Bezug zur deuschen Geschichte haben mir sehr gut gefallen, aber auch Band 3 und 4, die sich mehr auf politisches bezogen, fand ich sehr interessant. Auf Band 5 habe ich mich daher auch richtig gefreut.

Das Attentat aufs Münchner Oktoberfest war mir persönlich überhaupt nicht im Gedächtnis, daher fand ich den vorliegenden Fall äußerst interessant.

Der Schreibstil von Wolfgang Schorlau gefällt mir hervorragend, die Bücher lassen sich trotz der ernsten und teilweise komplizierten Hintergründe schnell lesen und sind einfach fesselnd.

Vieles kann man kaum fassen, von daher freue ich mich immer über die Anmerkungen am Ende des Buches, was wahr ist und was Fiktion.

3



»Welcome to the desert of the real!«, heißt es im Kino-Blockbuster »Matrix«. Und in der Tat hat auch der Leser von Wolfgang Schorlaus neuestem Werk »Das München-Komplott« manchmal den Eindruck, sich in all den Fakten und Informationen zu verirren. Schorlau legt einen Krimi-Politthriller vor, der den Leser zunächst mit eben der Leere und unendlichen Weite einer Wüstenlandschaft konfrontiert, indem er einen Stoff aus der Vergangenheit präsentiert: Das Attentat auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980.

Aber Wolfgang Schorlau, soviel sei jetzt schon verraten, versteht es dennoch, während seines mehr als 300 Seiten langen Ermittlungsmarathons, diese Leere für den Leser zu füllen. Der Autor konstruiert einen Mix aus mehreren Erzählsträngen, die, und das durchschaut man als geübter Leser recht schnell, doch irgendwie miteinander zusammenhängen. Schorlaus sympathische Hauptfigur, der Detektiv Georg Dengler, bekommt es mit einem neuen Fall zu tun, der ihn schon bald merkwürdige Zusammenhänge rund um das Attentat von 1980 aufdecken lässt. Jeder ist verdächtig mit in die, bis heute nicht aufgeklärten Hintergründe, verwickelt zu sein. Es wimmelt nur so von V-Männern, Gegenspielern und Personen, die meistens ein falschen Spiel mit Dengler spielen. Ansatzweise scharf gezeichnete Nebenfiguren kreuzen Denglers Weg und der Leser verliert in der Vielzahl der Personen schnell mal den Überblick und weiß manchmal nicht so recht, wer gerade zum Geheimdienst, zur Polizei oder zum BKA gehört. Auch welcher Minister gerade Amt bekleidet und mit wem in engerem Kontakt steht, erschließt sich oft nicht direkt.

Und auch wenn immer wieder und zu verschiedensten Gelegenheiten viel Rotwein getrunken wird, wirken manche Attitüden der Hauptpersonen oft wie Asbach Uralt. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen bekommt der Leser einen guten Gesamteindruck der wichtigsten Personen und Wolfgang Schorlau deutet immer wieder geschickt Zusammenhänge an, die erst im weiteren Handlungsverlauf zu Tage treten. Da sei es dem Autor verziehen, dass der junge, gut aussehenden Leiter des antimilitarischen Informationsdienstes mit der wesentlich älteren Parlamentarischen Staatssekretärin ein Verhältnis und zudem auch noch den Längsten hat, wie sich während einer gemeinsam verbrachten Nacht herausstellt. Alles in allem wirkt Schorlaus Erzählstil glaubwürdig und vor allem informativ.

Interessante Nebenschauplätze und Randereignisse (Weltwirtschaftskrise, Ulla Schmidts »Dienstwagenaffäre« oder das NPD-Verbot), werden gekonnt in den Plot rund um das Münchner-Attentat eingearbeitet und halten die Erzählung am Puls der Zeit. Auch eine lebensgroße und täuschend echte Nachbildung Georg Denglers in Form einer Puppe, findet Eingang in diesen Polit-Krimi, wenn deren erfolgreiche Verwendung bei der Aufklärung eines Verbrechens wohl den ein oder anderen Leser stutzen lässt.

Wolfgang Schorlau liefert mit »Das München-Komplott« leicht verdauliche Kost für den kleinen Krimi-Hunger zwischendurch und präsentiert ein Buch, das sich idealerweise in einem Liegestuhl in der Sonne sitzend lesen lässt und nicht nur politisch-interessierte Menschen faszinieren und unterhalten kann. Denn Denglers fünfter Fall ist zwar nicht durchweg spannend und fesselnd erzählt, liefert aber politische Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart und offenbart einen, sonst oft verstellten Blick in politische und gesellschaftliche Hierarchiestrukturen und so manche Machenschaften in Politikerkreisen. Ein echter Polit-Krimi eben. In diesem Sinne: »Spot on«!

 

4

Ich habe das Buch eigentlich verschenkt - und nach einer Lesenacht direkt zurück bekommen, damit ich es auch lesen kann. Daher nun meine Rezension.

Das Buch hat mir mit seinem aktuellen politischen Hintergrund in Deutschland sehr gut gefallen (auch wenn eigentlich ein etwa 30 jahre alter Fall untersucht weren soll), man kennt ja alles aus den Nachrichten und dem täglichen Leben. Die politischen und polizeilichen Szenen fand ich recht realistisch - auch wenn ich doch hoffe, dass die Situationen in Wirklichkeit nicht immer so extrem sind.

Der Schreibstil ist nüchtern und präzise, dennoch nicht langweilig, man kann sich die Szenarien direkt vorstellen.

Die Figuren werden authentisch dargestellt, auch wenn Denglers Freunde manachmal etwas klischeehaft wirken - da gibt es immer nette Details, die die Figur wieder "echt" wirken lassen. Auch wenn dieses Buch bereits der 5. Fall von Dengler ist, ist es mir als "Neuleserin" nicht schwergefallen, mich zurecht zu finden, da wichtige Zusammenhänge kurz erklärt wurden.

Ich fand den Fall brisant und interessant und dem Nachwort des Autors und das Geheimdokument der US-Amerikaner zu schliessen, kann es sich wirklich so zugetragen haben... Auf jeden Fall lesenswert!

 

 

2

Bei dem Buch ist es äußerst wichtig, immer schön am Ball zu bleiben. Sollte es sich ergeben, dass man für zwei oder drei Tage nicht weiterlesen kann, hat man schon die ersten Schwierigkeiten. Da das Buch streckenweise auch ohne Lesepause anstrengend ist, ist man irritiert, ob man bereits in der Lage ist, den Kontext zu verstehen oder nicht.

Die Idee der Story fand ich sehr gut durchdacht und das Ende wirklich überraschend. Die Umsetzung aber nicht immer gelungen.

3

 Dieses Buch ist auf keinen Fall ein typischer Krimi. 

Alles beginnt mit dem Attentat auf dem Oktoberfest in München im Jahr 1980. Der Täter wurde ja bereits ermittelt! Wurde er das wirklich? Dengler bekommt den Auftrag die Ermittlungen nochmal von vorne zu beginnen denn es gibt da so einige Unstimmigkeiten. Das Buch beginnt mit mehreren Handlungssträngen die nebeneinander passieren. Es geht viel um Politik. Teilweise fiel es mir schwer den politischen Beschreibungen zu folgen und vor allem zu verstehen was das jetzt soll. Doch irgendwann lichtet sich das ganze und man erkennt die Zusammenhänge.

Was ich super finde ist, dass viele mir bekannte Städte erwähnt werden. Das macht es meiner Meinung nach noch spannender der Handlung zu folgen. Auch wenn alles anfangs sehr harmlos und unblutig scheint, es wird sich noch ändern. 

Der Stil des Buches ist sprachlich recht einfach gehalten. Doch die vielen politischen Beschreibungen machen es teilweise etwas schwierig zu folgen. Ansonsten hat Schorlau viele aktuelle Geschehnisse aus dem Jahr 2009 mit ins Buch eingebunden.

Das Ende ist überraschend und ich hätte es so nicht erwartet. Aber mehr will ich hier nicht verraten.

Alles in allem ein gutes Buch. Spannend und hochaktuell! 

2
„Das München-Komplott“ des deutschen Schriftstellers Wolfgang Schorlau handelt von einem Attentat, welches vor 30 Jahren die bayrische Hauptstadt München und ganz Deutschland erschütterte.
 
Das BKA (Bundeskriminalamt) bittet den Privatdetektiv Georg Dengler, früher ebenfalls beim BKA beschäftigt, um dessen Mithilfe. Es sollen die Hintergründe des Attentats während des Oktoberfestes 1980 im München, bei dem 13 Menschen starben und mehr als 200 Menschen verletzt wurden, recherchiert werden. Dengler nimmt den Fall nach kurzem Zögern an, ohne zu wissen, in welche Schwierigkeiten er sich, seine Freunde und auch hohe Beamte bringen wird. Mögliche Vertuschungen des 30 Jahre alten Falles können an die Oberfläche gelangen, die sich bis ins heute durch alle Ebenen durchschlängeln. Viele Menschen, Beteiligte an den Vertuschungen, als auch völlig Unbeteiligte werden während der Recherchen verletzt, nicht nur körperlich.
 
 
Dengler, ein Privatdetektiv durch und durch, erfahren aus seinem Berufsleben, geht die Recherche langsam an, genießt die „Macht“ des BKA-Ausweises, welchen er während der Recherche tragen darf. Dieser Ausweis bringt ihn an vielen, unwegsamen Stellen, weiter, öffnet ihm Tore oder auch nur Aktenschränke, unter anderem der Stasibehörde bzw. der Birthler-Behörde. Schon daran, dass auch in Stais-Unterlagen geforscht wird, erkennt man, dass es sich nicht nur um einen einfachen Zeitvertreib handelt. Es ist bitterer Ernst für Dengler, nicht erst, als einer seiner besten Freunde, der Horoskope-Schreiber Martin Klein, der zugegebenerweise das Horoskop eines Sternzeichens für sich privat auslegt, verletzt wird.
 
Das während des Falls auch noch geheime Unterlagen der US-Army eine Rolle, eine toternste Rolle, spielen, machen die Untersuchungen nicht einfacher, aber für den Leser spannender. Etwas heitere Töne spielen sich immer dann ab, wenn Dengler mit seinen Freunden in seinem Lieblingsrestaurant oder auch nur zu Hause, sitzt und schwatzt und auch die eine oder andere Flasche Wein trinkt. Ein Weinhändler könnte gut an Dengler verdienen. Diese Szenen sind jedoch wichtig für das Buch, damit nicht alles im Sumpf des Verbrechens, des Vertuschens, der Geheimhaltung versinkt. Auch die sehr privaten Stunden einer Spitzenpolitikerin mit einem sehr viel jüngeren Mann, der ebenfalls körperlich verletzt wird, machen den Fall leichter, jedoch nicht seichter.
 
Spannend bis zum Schluss, bis Dengler den Fall löst, ist es allemal. Und am Ende, im Epilog, merkt der Leser, dass Dengler nicht der Typ aufrechter Bulle ist.
 
 
Es war mein erster Fall mit Georg Dengler, obwohl es bereits der 5. Fall des Privatdetektivs ist. Gut finde ich, dass die ersten 4 Fälle nicht geleesen werden müssen, um Dengler kennen- schätzenzulernen. Der Fall ist in sich abgeschlossen und ich gehe davon aus, dass die anderen Fälle ebenfalls abgeschlossen waren. Dengler und sein Umfeld wird klar und detailliert beschrieben, ohne Vorkenntnisse ist man in seinem Freundeskreis aufgenommen, die Freunde und auh Olga, seine Freundin, die in diesem Fall weit weg zu Besuch bei der Familie ist, tragen den Detektiv über seine Sinnkrisen und seine schwarzen Momente.
 
Tolles Buch, trotz Attentat, welches während meiner Kindergartenzeit verübt wurde.
3

Das Buch beginnt mit einer sehr interessanten Widmung als Opener. Die Geschichte selbst ist in sehr viele und sehr kurze Kapitel aufgeteilt - für meinen Geschmack etwas zu sehr auseinander geplückt. Der Autor arbeitet mit einem spannenden Mix aus Realität und Fiktion und bedient sich eines eher zynischen Erzählstils (Wobei die Wortwahl durchgehend gelungen ist). Ich möchte sagen, es handelt sich bei dem mir vorliegenden Buch um einen Krimi mit Stil und Niveau. Besonders für Münchner Krimi-Liebhaber dürfte dieses Buch ein wahres Schmankerl sein.

Die Hauptperson ist Georg Dengler, ein Privatermittler, früher Polizeibeamter. Ein Mann mit Emotionen und einer wachen Beobachtungsgabe. Eine weitere Hauptrolle spielt, wenn man so will, das Attentat auf dem Münchner Oktoberfest im Jahr 1980.

Es geht um Politik, BKA, Verfassungsschutz und Horoskope. Und irgendwann fragt man sich: Wer überwacht hier eigentlich wen???

Zum Schluss nun erhebe ich mein Glas und trinke auf alle Abwesenden.

Das Ende übrigens ist verblüffend anders...

oder gibt es am Ende gar kein Ende? - Passen Sie auf sich auf!

3

Georg Dengler, ein ehemaliger Zielfahnder, der nun als Privatermittler tätig ist, bekommt vom Bundeskriminalamt einen Auftrag: Er soll den 1980 stattgefundenen Anschlag auf das Münchener Oktoberfest untersuchen. Vieles von dem Fall liegt noch völlig im Dunkeln, so fand man zwar einen Attentäter, doch anhand von Zeugenaussagen ist anzunehmen, dass er nicht alleine war.
Dengler beginnt also zu ermitteln und entdeckt schon bald, dass jemand darauf bedacht ist, die Tat zu verschleiern und die genaueren Umstände nicht ans Licht kommen zu lassen. Wer sind die wahren Drahtzieher? Ehe er sich versieht, befindet sich auch Dengler auf der Abschussliste jener, die Interesse daran haben, alles geheim zu halten.

Dieser Roman ist der fünfte Band der Reihe um Georg Dengler. Die vier Vorgänger kenne ich nicht, hatte jedoch keine Probleme, bei diesem direkt in die Handlung einzusteigen.
Im Nachwort erklärt der Autor, was von den Geschehnissen auf realen Grundlagen beruht und was seiner Fantasie entspringt. Diese Mischung ist ausgesprochen geglückt. Das München-Komplott ist fast durchgehend flüssig zu lesen, ein wenig störend fand ich lediglich die Einschübe von Verhörprotokollen und anderen Berichten, auf die Dengler bei seinen Ermittlungen stößt.
Dengler selbst kommt sympathisch rüber. Er ist kein Superheld, das, was er macht und herausfindet, wirkt glaubwürdig. Allerdings bleiben sowohl er als auch die anderen Figuren doch ein wenig blass, wirklich in die Tiefe der jeweiligen Figur geht es nur ansatzweise.
Der Schreibstil ist routiniert und gut zu lesen. Insgesamt ein solider Krimi, der mich zwar nicht übermäßig begeistert, aber doch einige Stunden lang gut unterhalten hat.

 

5

Das Münchener Attentat ist mittlerweile fast 30 Jahre her - und trotzdem ist dieses Buch hochaktuell.

Mit diesem Buch ist dem Autor ein sehr spannender Kriminalroman gelungen.

Die relativ sachliche Sprache und die kurzen Kapitel lenken nicht vom Geschehen ab. Die Hauptpersonen werden trotzdem klar und detailliert beschrieben.

Das für mich faszinierende an diesem Buch ist, dass Wolfgang Schorlau eine spannende fiktive Rahmenhandlung (oder eigentlich mehrere sich überschneidende Handlungen) um ein reales historisches Ereignis herumgesponnen hat. Und dieses Attentat ist nicht nur an sich schon ein unglaubliches Ereignis, sondern erst die Aufklärungs- oder sollte ich sagen: Vertuschungsversuche nach diesem Anschlag verursachen ein flaues Gefühl im Lesermagen.

Den Tatsachen entspricht zum Beispiel, das die Spuren und Beweismittel vernichtet wurden, was normalerweise nur in geklärten Fällen passiert. Die Ermittlungen in dem Fall des Münchener Terroranschlag waren und sind aktuell noch immer umstritten. Ob wirklich Geheimdienste ihre Hand im Spiel hatten?

Danke an Wolfgang Schorlau für die Denkanstöße die dieses Buch unweigerlich vermittelt! Und außerdem möchte ich mein Mitgefühl allen Opfern dieses Verbrechens ausdrücken.

 

 

 

 

München am 26. September 1980 ... gegen 22.00 Uhr detoniert in der Nähe des Haupteingangs zum Oktoberfest ein Sprengsatz. Die Auswirkungen sind katastrophal. Mehr als ein Dutzend Menschen sterben, und mehr als 200 Besucher werden teilweise schwerst verletzt. Der mutmaßliche Attentäter wird bald gefunden, es handelt sich um Gundolf Köhler der Mitglied der verbotenen paramilitärischen Wehrsportgruppe Hoffmann war und Opfer seiner eigenen Bombe wurde.

Fast 30 Jahre später bittet der neue Präsident des BKA den ehemaligen Zielfahnder Georg Dengler sich mit dem Terrorakt zu beschäftigen. Nach kurzer Bedenkzeit sagt er zu, zu verlockend ist die Aussicht nur mit Aktenstudium und einigen zu überprüfenden Zeugenaussagen gutes Geld zu verdienen.

Doch Dengler stösst schon früh auf Ungereimtheiten: warum wurde nicht nach den beiden Männer gefahndet die laut Zeugenaussage kurz vor dem Attentat mit Köhler heftigst diskutiert haben? Warum starben genau die Zeugen, die diese Beobachtung gemacht haben an unerklärlicher Herzschwäche? Und warum soll gerade er ermitteln, denn als privater Ermittler hat er weitaus weniger personelle und technische Ressourcen als das BKA?

Georgs hartnäckige und vor allem erfolgreiche Recherchen bleiben nicht unbemerkt und rufen Personen auf den Plan die die damaligen Vorgänge gerne ruhen lassen würden ...

Bis vor kurzem haben mich Krimis mit politischem Hintergrund überhaupt nicht interessiert. Wolfgang Schorlau hat mich mit dem München-Komplott eines Besseren belehrt und zwar gründlich. Gefesselt hat mich das Buch von Anfang an. Als ich im zweiten Teil des Buch auf konkrete Spiegel-Artikel und Zitate stiess wurde ich stutzig und habe parallel zur Lektüre die Angaben überprüft. Und das hat mich fassungslos gemacht, offensichtlich sind nur Dengler und seine Freunde ein Phantasieprodukt von Schorlau, alles andere scheint den Tatsachen zu entsprechen.

Es gab tatsächlich Bemühungen die Ermittlungen wieder aufzurollen, weil es immer noch erhebliche Zweifel an der Einzeltäter-Theorie gibt. Es gab tatsächlich die Anweisung alle Beweise, die in Zusammenhang zum Attentat stehen, zu vernichten. Es gab tatsächlich die geheime Organisation Gladio deren Ziele höchst undemokratisch sind um es mal milde auszudrücken. So wurde das Buch immer mehr für mich zum Enthüllungsjournalismus der geschickt in einem Krimi verpackt wurde.

Fazit: Dieses Buch kann man sicherlich *nur* als politischen Krimi lesen und geniessen, aber ich kann mir nicht vorstellen das irgendjemand die Erkenntnisse unberührt lassen. Mich beschäftigen sie immer noch und ich denke ich werde mir weitere Literatur zum Thema besorgen.

Schorlau und seine Figur Dengler gehören ab sofort auf meine Leseliste und ich freue mich wirklich, einen deutschsprachigen Schriftsteller entdeckt zu haben, der mit den Bestseller-Autoren aus dem anglo-amerikanischen Roman locker mithalten kann.

Sterne gibt es von mir aber nicht, denn 5 sind ehrlich gesagt immer noch zu wenig.

4

„Das München-Komplott“ von Wolfgang Schorlau ist der 5. Krimi einer Reihe. Die vier Vorgänger kenne ich nicht, aber das spielt für das Verständnis auch keine Rolle.

Zum Inhalt: Am 29.09.1980 wurde auf das Münchner Oktoberfest ein verheerender Bombenanschlag ausgeübt. Dabei handelte es sich um das größte Attentat in der Geschichte der BRD: 13 Tote und 200 Verletzte, einige zum Teil sehr schwer. Damals wurde ein alleiniger Attentäter ausgemacht, der bei dem Anschlag selbst umgekommen sein soll. Doch an dieser Theorie hat das BKA Zweifel. Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, soll der Fall wieder aufgerollt werden. Dabei bittet der Präsident des BKA Georg Dengler um Hilfe. Nach kurzer Bedenkzeit sagt er zu und findet sich schon bald danach inmitten politischer Machtspiele und Intrigen wieder, die für ihn und die Menschen um ihn des öfteren gefährlich werden.

Der Prolog hat mir sehr gut gefallen. Der Privatermittler Georg Dengler besucht an einem schönen, sonnigen Tag die Theresienwiese in München. Ein paar Passanten ziehen ihre Runden. Ansonsten ist alles ruhig. Dengler hat sich in der vergangenen Nacht intensiv mit der Akte und den Berichten, Zeitungsartikeln und Vernehmungsprotokollen beschäftigt, so dass er sich die grausigen Zeugenaussagen während des Spazierganges in Erinnerung ruft. Diese sind in kursiver Schrift eingeschoben und ermöglichen dem Leser, sich einen Überblick von den damaligen Geschehnissen zu machen.

Wolfgang Schorlau versteht es, mit einer kurzen Sätzen und einer einfach strukturierten Sprache Spannung aufzubauen. Das ganze Buch ist in, mit Überschriften versehene, Kapitel aufgeteilt. Die kürzesten Kapitel sind dabei gerade mal ein paar Zeilen und die längsten sieben Seiten lang. Diese Untergliederung macht das Lesen sehr angenehm, da sehr häufig die Schauplätze wechseln und unterschiedliche Personen im Fokus stehen. Auch die – wenigen – Zeitsprünge können so, ohne den Leser zu irritieren, dargestellt werden. Die verschiedenen Hauptcharaktere werden gut in die Geschichte eingebracht, so dass man sich ein Bild von der jeweiligen Person machen kann und weiß, wofür sie kämpft und auf welcher Seite sie steht. Besonders gelungen finde ich die kritische Auseinandersetzung mit (aktuellen) politischen Geschehnissen. Auf S. 23 beschreibt Schorlau, aus welchen Gründen Dengler damals seinen Dienst beim BKA quittiert hat. Dies beschreibt sehr schön die Haltung des Autors in Bezug auf die Willkür des Staates.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde mir mit Sicherheit so nach und nach auch Denglers vorangegangene vier Fälle zulegen.

4

 

Privatermittler Georg Dengler ist zunächst überrascht, als sein ehemaliger Arbeitgeber, das Bundeskriminalamt, ihn bittet, die Ermittlungen zum Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 noch einmal neu aufzurollen. Ein alter Hut, denkt er, doch als er bald darauf entdeckt, dass bei den Ermittlungen offensichtlich bewusst Spuren vernachlässigt wurden, um zu einem ganz bestimmten Ergebnis zu kommen, ist sein Interesse geweckt. Seine Recherchen führen ihn tief in die Abgründe internationaler Geheimdiensttätigkeiten und werden schließlich lebensgefährlich ...
 
Wolfgang Schorlau hat hier einen spannenden, mitreißenden Krimi geschrieben. Die Geschichte wird fesselnd erzählt, und es dauert ein wenig, bis man als Leser den Zusammenhang der einzelnen Handlungsstränge erfasst hat. Schorlaus Charakterbeschreibungen sind plastisch und gut gelungen, und er hat mit Dengler einen sympathischen Ermittler erschaffen, dessen private Seite ebenfalls ihren Platz in der Erzählung findet, ohne dabei zu raumgreifend zu werden. Nach der Lektüre könnte man das Buch zufrieden zur Seite legen mit der Empfindung, gut unterhalten worden zu sein – wenn da nicht der Anhang wäre. Darin geht Schorlau darauf ein, welche Teile seiner Geschichte auf Tatsachen beruhen, und wenn das alles tatsächlich so stimmt, lässt sich das nicht so einfach abhaken, sondern wirkt noch lange nach und wirft eine Menge Fragen und vor allem Wut auf.
 

Zur abschließenden Beurteilung dieses Buches lässt sich aber auf jeden Fall sagen, dass es Freunden spannender Lektüre uneingeschränkt empfohlen werden kann.

4

Soeben habe ich Georg Denglers fünften Fall "das München Komplott" auf die Seite gelegt und ich muss sagen mir fehlen die Worte.... was sagt man dazu? Ein Attentat wie das auf das Münchner Oktoberfest, verübt und geplant vom Geheimdienst? Das gibt zu denken! Zumal alles so real erschein, die Gegebenheite, die Ortsbeschreibungen - alles ist authentisch. Ich kenne Stuttgart, Tübingen und einige andere Schauplätze auch sehr gut. Die aktuellen Anlässe, die der Autor Wolfgang Schorlau in seinen Krimi verstrickt, sind in meinem Kopf präsent, sie sind real und greifbar. So zum Beispiel erwähnte Fussballergebnisse, politische Situationen oder die Schweinegrippe. Diese Realtiätstreue sorgt automatisch dafür, dass uns das ganze Buch sehr real erscheint, wir können es nicht glauben, aber werden gezwungen uns mit diesem Thema auseinander zu setzen. Ähnliche Gerüchte gab es ja auch 2001 im Zusammenhang mit den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York. Damals berichtete sogar der Focus von der Theorie, dass dieses grausame Attentat ein Werk des US Geheimdienstes sein könnte....

Der Privatermittler Georg Dengler ermittelt im Auftrag des BKA erneut im Falle des Münchner Oktoberfest Attentats. Als er die alten Akten überstellt bekommt, fallen ihm schnell zahlreiche Ungereimtheiten in den Ermittlungen auf. Er ermittelt tiefer und deckt eine unglaubliche Verschwörung auf!

Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und fasziniert, es ist flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Empfehlen würde ich es jedem, der Krimis mag und sich mit der aktuellen Zeitgeschichte etwas auskennt. Das Buch ist in zahlreiche kurze Kapitel unterteilt, es eignet sich also auch für die U-Bahn oder unterwegs, nicht zueletzt dank dem Taschenbuchformat. Auch ich hatte es die letzten Tage überall dabei, konnte mich einfach nicht mehr trennen. Es hat Spass gemacht dieses Buch zu lesen. Ich werde mir in absehbarer Zeit sicherlich auch weitere Fälle von Georg Dengler zulegen! 

5

Wolfgang Schorlau beschreibt in "Das München-Komplott" den fünften Fall seines Ermittlers Georg Dengler. Der Privatermittler wird vom BKA mit der Untersuchung eines schon sehr alten Falles beauftragt. Es geht um das Attentat 1980 auf dem Münchner Oktoberfest. Es gab zahlreiche Tote und Verletzte.

Dengler ermittelt mit Hilfe seiner Freunde Martin, Mario, Anna und Leopold. Faszinierend werden diese Charaktere dargestellt, auch die "Zufallsbekanntschaft" Betty, die noch eine wichtige Rolle spielen wird. Auch vom BKA und der Politikerin Charlotte kommen wichtige Hinweise.

Bei Durchsicht der Zeitungsartikel und Akten treten immer mehr Ungereimheiten auf, es kommt zu Überfällen, Morden und Erpressungen. Was verbirgt sich hinter diesem Attentat, das es nach so vielen Jahren immer noch so brisant ist?Das Archiv der Stasi bringt weitere Hinweise. Der Verfassungschutz versucht immer massiver, die Untersuchung zu verhimndern. Wer ist wirklich verantwortlich für diese Verbrechen, damals und heute?

Georg Dengler findet eine Antwort, die in der Realität noch fehlt. War das Attentat wirklich eine politische Aktion von einem deutschen oder ausländischen Gehimdienst? Mir zumindest läuft bei diesen Gedanken ein kalter Schauer über den Rücken. Der Gedanke, dass sogenannte demokratische freie Länder auf diese Art und Weise Politik und Meinugsbildung betreiben, ist wirklich abstoßend.

Dieses Buch lässt viel Fragen zurück und macht sehr nachdenklich. Es ist auf jeden Fall lesenswert und spannend bis zur letzten Sekunde.

4

In seinem Werk schafft es der Autor Wolfgang Schorlau auf eine interessante, spannende aber zugleich auch beängstigende Art und Weise, ein dramatisches Geschehen der deutschen Geschichte mit dichterischer Freiheit und zahlreichen Anspielungen auf aktuelle Ereignissen zu verknüpfen, wodurch der Leser immer wieder zum Nachdenken und Grübeln über die eigenen politischen und sozialen Umstände angeregt wird.

Die Darstellung der Figuren ist gelungen und besonders durch die verschieden gezeichneten Charaktere der Freunde und Bekannten um Dengler auch recht vielseitig. Sehr interessant ist die Verknüpfung der Schicksale des Privatdetektivs und der Politikerin von Schmoltke, die anfangs als zwei voneinander völlig unabhängige Figuren auftreten, deren Rollen im fast "gläsernen Staat" aber zunehmend verknüpft werden, bis sie die Verwicklungen, die bis in die obersten Führungssysteme hineinreichen, schließlich aufdecken können.

Insgesamt also ein Kriminalroman, den man unbedingt gelesen haben sollte!

5







Das München-Komplott ist ein Krimi der besonderen Art, denn Dengler ermittelt für das BKA um einen Fall zulösen der 30ig Jahre zurückliegt und aus dem kulturellen Gedächtnis der Deutschen verschwunden ist.

Die Ermittlung selbst ist klassisch, doch Schorlau beschreibt daneben das kulturelle und politische Leben in Deutschland. Der Leser blickt durch den Roman in einen Spiegel, der das eigene Leben wiederspiegelt und so Gesellschaftskritik übt.

Es gibt zwei Handlungsstränge, die Aufklärung des Terroranschlags, womit Dengler beschäftigt ist, der zweite Plot ist erst nach und nach erkennbar und beschreibt die Ermordung von drei Männern, die Lösung der drei Morde klärt sich am Ende und ist mit Denglers Fall eng verbunden.

Der Schreibstil ist fantastisch, durch kurze Kapitel, die anfangs nicht in Zusammenhang stehen baut sich der Roman auf, jede Geschichte ist ein Puzzelteil, welches in die Geschichte eingefügt wird. Detektiv Dengler ist von Anfang sympathisch, er führt ein Leben des Genusses und macht eine Arbeit, die den „aufrichtigen Bullen“ gewidmet ist.

 

 

3

Dass Schorlaus Buch sich nicht wie ein herkömmlicher Krimi liest, hat mehrere Gründe:
Es geht um ein reales Verbrechen. Eigentlich nichts Neues, wenn ein Autor aus der Realität eine fiktive Geschichte baut. Doch hier geht es um einen Terroranschlag aus dem Jahr 1980, als der Begriff "Terror" noch nicht dreimal täglich von Politikern und / oder Medien durch die Mangel genommen wurde. (Ich stelle mir vor, wie die offiziellen Reaktionen und die Ermittlung aussehen würde, wenn ein solcher Anschlag heute passieren würde ...)
Das Verbrechen gilt als aufgeklärt. - Andere Autoren, die sich eines realen Verbrechens aus der Wirklichkeit für einen Roman bedienen, bevorzugen ein unaufgeklärtes Rätsel. - Aber Angehörige der Opfer sind bis heute der Ansicht, dass die wahren Hintermänner im Dunkeln blieben und der gefasste Attentäter lediglich ausführte, was andere planten. Sie kämpfen bis heute um eine Wiederaufnahme der Ermittlungen. Die Theorie vom Einzeltäter schien den politischen Kräften und den Machthabern dieser Zeit gut in den Kram gepasst zu haben.
Auf diesem Hintergrund lässt Schorlau seinen Detektiv Georg Dengler den Fall neu aufrollen und ermitteln. Er findet Ungereimtheiten, und mehr als einmal stochert er in Wespennestern oder ruft Geister herauf, die nicht mehr zu bannen sind.
Mit Material, auf das er bei seinen Recherchearbeiten stieß, konstruiert der Autor einen Verschwörungshintergrund, der nicht nur nationale, sondern internationale Verstrickungen beweist - samt amerikanischem Geheimdienst und Stasi.

Schorlau erzählt nicht, er berichtet, schreibt im Stil von Reportagen mit leicht verständlichen Sätzen und deutlichen Inhalten. (Begibt er sich kurz ins Literarische, kommen Sätze heraus wie "Ihre Welt schrumpfte auf die Größe des Bettes zusammen, und außerhalb des Leintuches begann die Unendlichkeit." - S. 169) Zu diesem Stil passt auch, dass die Personen keine klaren Konturen haben; sie werden weniger durch charakterliche Eigenarten als durch ihre Funktion bestimmt.

SPOILER AN Was mir nicht gefiel: Dass Schorlau am Ende einen Einzeltäter auftreten lässt. Diese Auflösung erscheint mir auf dem Hintergrund der politischen Machenschaften, mit denen sich das Buch bis dahin befasst, zu sehr auf Pointe geschrieben.
Und das Held-in-Gefahr-Ende mit der komischen Puppe. SPOILER AUS

Mit diesen beiden genretypischen Motiven hat Schorlau leider seinem ungewöhnlichen Krimi ein gewöhnliches Ende bereitet.
 

5

 

Manipulation auf höchstem Niveau
 
 
 
Georg Dengler betreibt nach seinem Abschied vom Bundeskriminalamt erfolgreich eine Ein-Mann-Detektei in Stuttgart. Er hat ein gut funktionierendes Sozialnetz bestehend aus seinen drei besten Freunden, dem Journalisten Leopold, dem Künstler Mario und dem Horoskop-Verfasser Martin und seiner Freundin Olga, die aber z. Zt. in Rumänien weilt.
Seine Aufträge sind mitunter wenig spektakulär, halt das übliche wie eine verschwundene Ehefrau oder den untreuen Gatten ausfindig machen.
Nur sein neuer Fall hat es in sich. Der neue BKA Präsident tritt an ihn heran und bittet Dengler die Fall- Akten zu dem fast 30 Jahre zurückliegenden Anschlag auf das Münchner Oktoberfest zu prüfen. Er beratschlagt diesen neuen Auftrag mit seinen Freunden und sagt nach einer gewissen Bedenkzeit zu.
Das BKA stellt ihm daraufhin alle Akten zur Verfügung und Dengler begibt sich auf eine gefährliche und blutige Vergangenheit. Schnell fallen ihm Ungereimtheiten auf, die die These des Einzeltäters widerlegen. Er fischt in trüben Gewässern und scheucht Leute in den höchsten politischen und geheimdienstlich aktiven Kreisen auf, als dann auch noch Anschläge auf seinen Freund Martin verübt werden, steht er sich einem Albtraum aus Spionage, Vertuschung und Verleumdung  von Mächten gegenüber die auch heute noch die Finger am Knopf der Macht haben.
 
 
Wie leicht sind wir Menschen eigentlich zu manipulieren?
Das Attentat auf das Oktoberfest 1980 nimmt in der kollektiven Erinnerung der BRD keinen angemessenen Platz ein, weil daran weder häufig durch die Medien erinnert wird, noch das es zu einer vollständigen Aufklärung eines der größten  Terrorakte in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte gekommen ist.
Ich persönlich bin erst durch dieses Buch damit konfrontiert worden.
Was muss diese Tatsache für all die Hinterbliebenen bedeuten?
 
Wolfgang Schorlau liefert uns mit seinem 5. Fall um die Figur Georg Dengler einen packenden Krimi, der den Blick für diesen Akt der sinnlosen Gewalt wieder schärft.
Ein Buch das vergangene und aktuelle politische Ereignisse miteinander verknüpft und in einer scharfsinnigen Weise interpretiert. Ebenfalls kommt die Anmerkung, das nach dem Untergang der Stasi immer noch Geheimdienste weltweit operieren, die die Fäden der Macht in der Hand halten und Regierungen wie Marionetten tanzen lassen.
 
Selten hat mich ein deutscher Krimi so fasziniert, mitgerissen und aufgewühlt.








Was ist damals vor dreißig Jahren wirklich passiert? War es wirklich nur ein Einzeltäter, wie das BKA immer behauptet hat? Oder wurde damals absichtlich bei den Ermittlungen geschlampt? Georg Dengler bekommt in seinem fünften Fall den Auftrag, die Hintergründe des größten Bombenattentates in Deutschland neu aufzurollen und zu klären, ob es wirklich nur ein Einzeltäter war. Schnell erkennt er durch wiederkehrende Zeugenaussagen, die alle den Attentäter mit anderen Personen im Gespräch gesehen haben, dass damals nicht mit der gebotenen Sorgfalt ermittelt wurde. Aber fast alle Zeugen, die dies bemerkt haben, sind mittlerweile tot, teilweise unter mysteriösen Umständen gestorben oder durch ungeklärte Unfälle. Dengler nimmt die Ermittlungen auf und gerät immer tiefer in einen Sumpf aus Korruption und Geheimnissen, die besser nie ans Tageslicht kommen sollten. Aber haben wir das nicht schon immer gewusst?

Nicht nur Georg Dengler sondern auch Wolfgang Schorlau befasst sich mit den Hintergründen. Beweismaterial wird wieder intensiv geprüft und durch neue Verfahrenstechniken ergeben sich teilweise völlig neue Tatbestände. DNA war vor dreißig Jahren noch nahezu unbekannt, aber bevor der einzelne nicht zugeordnete Finger überprüft werden kann, wird das Beweismaterial komplett vernichtet. Angeblich ist der Fall kalt und nach dreißig Jahren ist es die übliche Vorgehensweise. Aber wer hatte da wohl wirklich die Finger im Spiel?

Drei verschiedene Erzählstränge laufen parallel nebeneinander her. Zum einen sind da die Ermittlungen, die Dengler mit seinen drei Freunden betreibt. Dann lernen wir die Staatssekretärin Charlotte von Schmoltke kennen, die über ihr Dasein als Staatssekretärin resümiert und feststellt, dass sie ihrem Ziel, die NPD zu verbieten, noch kein bisschen näher gerückt ist. Wir erfahren endlich auch einmal, was Staatssekretäre eigentlich für ein Aufgabengebiet haben. Und dann gibt es noch die kleinen, kurzen Kapitel, die erst scheinbar nichts mit der Geschichte zu tun haben, die von hochrangigen ehemaligen NATO Generälen handeln, die scheinbar zufällig alle gezielt ermordet werden. Natürlich lässt sich kein Täter und auch kein Motiv ermitteln, aber sind es wirklich nur sinnlose Zufälle?

Geschickt verwebt Schorlau hier Realität und Fiktion, wobei einem schon sehr eindringlich vor Augen geführt wird, was die Realität ist. Dengler und seine Freunde dienen als Mittelmänner für einen tatsächlichen Fall, sie sind das Mittel, damit das Ganze nicht zu einem Sachbuch abdriftet und durch die abwechslungsreichen, kurzen Kapitel zu einem spannenden Politthriller wird. Ihre privaten Probleme geben diesem Buch noch die besondere Würze, dadurch fiebert man nicht nur der Lösung des Falles entgegen.

Die Realität ist dafür aber umso erschreckender, das Field Manual 30-31, welches praktisch die Erlaubnis zu Terroranschlägen erteilt, wird im Anhang des Buches tatsächlich abgedruckt. Fiktion oder Realität, haben sich die NATO Generäle das wirklich ausgedacht? Oder war der Bombenanschlag eine Woche vor der Bundestagswahl nur ein geschickter politischer Schachzug – so bitter er auch geendet hat? Da die meisten Zeugen mittlerweile gestorben sind und die Beweise vernichtet, werden wir das wohl nie mehr erfahren. Schorlau wirft auch gekonnt Brocken von aktuellen politisch hochbrisanten Themen immer wieder in die Geschichte ein, diese Aktualität ist kaum zu überbieten. Dafür bringt er ein verdrängtes Stück deutsche Geschichte wieder ins Gedächtnis, denn wer kann sich noch großartig an das Attentat erinnern. Weil es immer noch totgeschwiegen wird?

Berührend ist das Treffen mit den noch lebenden Opfern des Attentats, hier wird einem richtig deutlich, dass nicht die Toten die eigentlichen Opfer sind, sondern diejenigen, die mit ihren inneren und äußeren Verletzungen weiterleben müssen.

 Das Ende ist allerdings wieder haarsträubend, das erwartet man eher in einem Hollywood Streifen. Darüber kann man zwar mit einem Augenzwinkern hinwegsehen, denn die ganzen angesprochenen Themen machen es wieder wett. Politik ist ein Minenfeld, jeder belauscht jeden, jeder erpresst jeden und eigentlich handelt keiner zum Wohle der Menschheit, sondern nur für sich selber und vielleicht noch seine Partei. Alle losen Fäden werden zum Schluß verknüpft, trotzdem bleiben noch eine Menge Fragen über, aber das ist bei dem realen Attentat ja auch genauso.

 Genauso interessant wie der Krimi ist auch der Anhang des Buches. Hier geht Schorlau explizit auf das Attentat, das Field –Manual und die tatsächlichen Ermittlungen ein, erläutert die Tatsachen. Es lohnt sich diesmal wirklich, über den Tellerrand hinaus zu lesen

 

www.literatopia.de - hier rezensiere ich *g*

5

Das „München-Komplott, Denglers fünfter Fall“ hat sich ganz anders entwickelt, als ich es nach Lesen des Klappentextes erwartet hätte. Ich hatte mich auf eine kühle und analytische Lektüre eingestellt und wurde überaus positiv überrascht.

Wolfgang Schorlau schreibt kühl und analytisch, ja – aber auch aktuell, realistisch und überaus spannend. Er nimmt seinen Leser zunächst an die Hand um ihn in das Geschehen, die Wiederaufnahme der Ermittlungen zu einem Attentat auf das Münchner Oktoberfest von 1980, einzuführen. Auch Leser, für die Denglers fünfter Fall, der Erste ist, lernen den ehemaligen BKA-Ermittler schnell kennen. Schorlau hat mit Dengler einen gleichermaßen scharfsinnigen wie sympathischen Protagonisten geschaffen. Mit dem Fortschreiten Denglers Ermittlungen entfaltet sich ein komplexer Fall. Da der Autor seinen Kriminalroman in viele kurze Kapitel eingeteilt hat und auch das Inhaltsverzeichnis nicht fehlt, ist es ein Leichtes, den Überblick zu behalten. Denn auch nach einer Längeren Lesepause kann man so schnell in die Handlung zurück finden.

Freiwillig hätte ich jedoch gar keine Lesepause eingelegt, so gefesselt war ich von Dengler und seinem fünftem Fall. Ich werde auf jeden Fall auch die vorangegangen vier Fälle lesen. Denn wenn der fünfte Fall schon so spannend ist, werden es die anderen vier sicherlich auch sein!

5

 

 
 
 
Dies war meine erste Begegnung mit Georg Dengler und seinen Freunden. Und es hat sich definitiv gelohnt...
 
Georg Dengler, früher Ermittler beim BKA, ist Privatdetektiv seit er der Behörde den Rücken gekehrt hat um nicht in der Mühle der Behörde sich selbst zu verlieren. Nun wird er von seinem ehemaligen Arbeitgeber gebeten, das fast 30 Jahre zurückliegende Attentat am Münchner Oktoberfest erneut aufzurollen. Dengler vertieft sich in die Akten von damals und stößt bald auf viele Ungereimtheiten. Es sieht so aus, als wäre nur in eine Richtung ermittelt worden. Dengler recherchiert und stößt auf Fakten, die sogar noch heute für ihn und seine Freunde, die ihn tatkräftig unterstützen, gefährlich werden.
Neben der Handlung um Dengler gibt es noch weitere Erzählstränge bzw. –perspektiven, hier sei nur der um die Staatssekretärin von Schmoltke erwähnt. Auch sie fühlt sich wie eine Ratte im Laufrad der Behörden und versucht aus ihrem Trott auszubrechen, sowohl beruflich als auch privat.
 
Eine negative Kritik zum Inhalt habe ich aber: Dass der Mann im Motorboot, den Dengler in Trabzon trifft (ich will hier nicht zuviel verraten) an all die Informationen gekommen ist, halte ich für sehr unrealistisch. In diesem sonst auf Realitätsnähe bedachten Buch wirkt seine Rolle irgendwie unpassend und wie ein unglücklicher Versuch diesen Handlungsstrang aufzuklären.
 
 
Was an dem Buch zuerst auffällt sind sehr kurze Kapitel und ein Inhaltsverzeichnis. Zuerst war ich nicht sicher, ob das bei diesem nicht all zu dicken Buch nötig ist. Aber es erweist sich als sehr hilfreich, wenn man etwas nachschlagen will, was hier durchaus der Fall ist. In den einzelnen Kapiteln wird aus Sicht verschiedener Personen in einem sehr sachlichen, für einen Roman recht ungewöhnlichen Erzählton berichtet. Dies geht zum Teil so weit, dass man Aktennotizen und Berichte liest. Aber all das stört überhaupt nicht sondern überrascht positiv. Der schnörkellose, knappe Erzählstil passt sehr gut dazu.
Die Figuren sind interessant (wenn auch teils stereotypisch) gezeichnet. Sie sind Menschen mit Ecken und Kanten sowie einer Vergangenheit und dadurch erfrischend realistisch. Man kann leicht eine Verbindung zu den Personen aufbauen. Dazu trägt auch die Aktualität des Buches bei. Es gibt immer wieder Verweise auf Ereignisse des Jahres 2009.
 
Schorlau baut das Buch insgesamt logisch auf, verknüpft gekonnt Fiktion und Realität. Hier bleiben zwar die Grenzen etwas unklar, aber vielleicht ist das auch besser so. Hierzu ist auch das Nachwort recht interessant.
 
Das Buch regt zum Nachdenken und Nachforschen an. Zum Einen über das Oktoberfest-Attentat und zum Anderen über das, was tatsächlich um uns herum geschieht. Denn es könnte „alles nur Theater“ sein und vielleicht sehen wir tatsächlich nur die „Vorderbühne, von der wir annehmen, dass hier das wirkliche Leben zu sehen ist“... Das Buch hat mich daran erinnert, dass wir uns alle öfters eine einfache Frage stellen sollten: „Warum?“
 
 
Fazit:
„Das München-Komplott“ ist ein aktueller politischer Krimi, eine intelligente und empfehlenswerte Lektüre! Allerdings sollte man keine leichte Kost erwarten und ein gewisses Politinteresse und die Bereitschaft „Tatsachen“ zu hinterfragen steigern das Lesevergnügen.
5

Was genau geschah am 26. September 1980 am Münchener Oktoberfest? War der Attentäter wirklich ein Einzelgänger? Was waren die Hintergründe des schrecklichen Attentates? Diesen Fragen geht Privatermittler Georg Dengler im Auftrag des BKA nach. Und aus dem harmlosen Aktenstudium über einen alten Fall gerät er schnell in die Verstrickungen aktueller Politik.

Das Buch beruht auf wahren Tatsachen und genau das hebt es aus der Masse der „normalen“ Krimiliteratur heraus. Es ist nicht nur ein Unterhaltungskrimi, sondern auch ein Stück erzählter deutscher Geschichte und politischer Realität. In zwei parallel laufenden Strängen geht es nicht nur um die Recherchen Georg Denglers, sondern auch um die parlamentarische Innenstaatssekretärin Charlotte von Schmoltke. Laufen die beiden Fäden zunächst ohne Verbindung nebeneinander her, verknüpfen sie sich nach und nach und ergeben letztlich für den Leser ein abgerundetes Gesamtbild.
In kurzen Abschnitten, oft in kurzen Momentaufnahmen, beschränkt sich Schorlau auf das Wesentliche seiner Geschichte. Der Schreibstil ist ebenso klar, kurz und knapp – und passt sich damit wunderbar an. Dengler und Schmoltke sind weder Superhelden noch abgestürzte Süchtige und tragen mit ihrer Alltäglichkeit viel zur Realität der Geschichte bei. Das Buch ist kein typischer Unterhaltungskrimi, zwar liest es sich sehr angenehm und zunehmend spannend, doch fordert es viel zu sehr zum Mit- und Nachdenken auf. Das Schicksal der  Opfer, die es ja tatsächlich gibt, ist mir bei weitem näher gegangen als bei rein erfundenen Geschichten. Gegen Ende des Buches fand ich die zahlreichen Namen und Abteilungen zu unübersichtlich, irgendwann wusste ich nicht mehr, wer was warum getan hatte.
Es gibt nur wenige Bücher, die in mir den Wunsch wecken, viel mehr über die Hintergründe zu erfahren. „Das München-Komplott“ war so ein seltenes Buch und ich war wirklich erstaunt (und erschrocken) über mich selbst, wie wenig ich doch von diesem schrecklichen Attentat in meinem Bundesland wusste. Sehr hilfreich bei meiner Recherche waren das Nachwort Schorlaus, in dem er Realität und Fiktion trennt (dafür bin ich ihm sehr dankbar) und seine ausführliche Homepage.
Es ist ein sehr politisches Buch, dabei aber doch unterhaltsam und auf einem allgemeinverständlichen Niveau. Mir hat es viel Stoff zum Nachdenken gegeben und viele Dinge werde ich in Zukunft sicher kritischer sehen, auch wenn es kein Tatsachenbericht, sondern immer noch Fiktion ist. 
Fazit: Kein Unterhaltungskrimi, sondern einer, der gekonnt Fiktion und Realität vermischt und auf alle Fälle zum Nachdenken und Nachrecherchieren einlädt. Absolut empfehlenswert!
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