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...erzählt aus der Sicht der 11 jährigen Ethel. Ethel erinnert sich an jenen Tag im Jahr 1962 als die Polizei zu ihnen kam und den Tod ihrer Mutter mitteilte. Sie hatte noch zwei Brüder, den 14jährigen Christopher gennant Kipper der am Down-Syndrom litt, aber von jedem in der Familie geliebt wurde. Frankie, ihr anderer Bruder war schon zwanzig Jahre alt. Ihr Vater war nicht wie die anderen Väter, er war still in sich gekehrt starrte blicklos vor sich hin, ihre Mutter erklärte dann immer "das kommt vom Krieg ".
Die Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen, einmal die Sichtweise der 11jährigen Ethie und dann die schrecklichen Erinnerungen ihres Vaters. Ein großteil dies Buches machen die Geschichte um den 2.Weltkrieg aus, Howard hat sich als freiwilliger gemeldet. Mit seinem besten Freund Gordie wird er nach Hongkong abkommandiert. Hier erfahren wir die Grausamkeiten des Krieges und das es auf keiner Seite Gewinner gibt. Aber die Vergangenheit und die Gegenwart gehören zusammen und nach und nach erfährt der Leser die Zusammenhänge. Auch wenn der Schluss ein wenig vorhersehbar und vielleicht eine Spur zu zuckersüss war, ist es doch ein sehr lesenswertes Buch. Donna Milner schreibt klar und flüssig, man fühlt sich in die 60er Jahre zurück versetzt. Ein Buch das ich nur empfehlen kann.
Es ist komisch - aber ich weiß garnicht wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich berührt und tief aufgewühlt und owbohl es eigentlich gar nicht mein Genre ist, so habe ich es doch sehr gerne gelesen und es wird vermutlich auch nicht das letzte Mal gewesen sein.
Ethie, eigentlich Ethel, ist elf und wächst mit zwei Brüdern auf, von denen einer das Downsyndrom hat. Ihr Vater kehrte einst traumatisiert aus dem Krieg zurück und ist sehr zurückgezogen. Dann stirbt plötzlich ihre Mutter, am selben Tag wie Marilyn Monroe, und nichts ist wie vorher. Das Leben muss weitergehen, allerdings ist das nicht so ganz einfach. Denn die Vergangenheit holt die Gegenwart ein und bringt ein Geheimnis zutage, das viel zu lange verborgen war.
Aus zwei Perspektiven und Zeitebenen wird diese Geschichte erzählt. Die Gegenwart erfährt der Leser aus Ethies Sicht, die Vergangenheit hingegen erzählt die Erlebnisse ihres Vaters im Krieg aus seiner Sicht. Die zwei Erzählstränge fließen nach und nach ineinander und man erkennt Zusammenhänge. Bis es allerdings soweit ist, wird man in einer Sprache, die zwar immer ihre leisen Untertöne beibehält, aber dabei auch immer zur jeweiligen Situation und Figur passt, durch die Geschichte geführt. Man lernt die Figuren kennen und schätzen. Mit ihren Eigenarten, Stärken und Schwächen, wachsen sie einem so schnell ans Herz, dass man sich oft auch dabei ertappt, über sie nachzudenken wenn man nicht gerade liest, bei ihnen ist und mit ihnen fühlt. So authentisch wie sie sind würde man sie zu gerne mal wirklich kennen lernen.
Was mich erst überraschte waren die Kriegserlebnisse. Sie waren etwas, mit dem ich so in der Form nicht gerechnet hatte und die mich trotzdem positiv überrascht haben. Die Art ihrer Darstellung fand ich sehr anschaulich und nah. Es war durch die klare, sachliche, aber doch emotionsgeladene Sprache, einfach sich in Howard, Ethies Vater, hinein zu versetzen. Man erlebte seine Erfahrungen, und die seines besten Freundes, quasi hautnah mit und gerade das war einer der Punkte, die mich so sehr berührten. Auch wenn mich die Gegenwart zu Anfang doch viel mehr fesselte, wandelte sich dies in Laufe des Buches doch und ich konnte mich auf beides gleich viel freuen.
Die Tatsache, dass ich doch über eine Woche brauchte um das Buch auszulesen, ist hier zudem nicht negativ, sondern mehr als positiv. Manchmal brauchte ich einfach Pausen, die auch mal Tage anhielten, um mich einerseits ein wenig zu lösen, da es mich doch sehr berührt hat, und andererseits so das gelesene noch intensiver auszukosten. Denn es ist einfach keine allzu leichte Kost, doch gerade das und das Gesamtpaket der Geschichte ist einfach so wunderbar, dass ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen kann.
Dass Kriege überdeutliche Spuren nicht nur in physischer Form bei den direkt Beteiligten hinterlassen, sondern auch deren Angehörige und Freunde in Mitleidenschaft ziehen, hat sicherlich schon oft genug als Stoff für Bücher und Filme gedient. Und nun noch ein Buch zu diesem Thema, also nur Altbekanntes und dies neu verpackt? In gewisser Weise ja, aber die neue Verpackung ist wirklich gut gelungen.
Im August 1962 erfahren die Kinder Ethie, 11 Jahre, Kipper, 14 Jahre, Frankie, 20 Jahre und der Vater Howard Coulter, dass ihre schöne Mutter Lucy auf einem Boot tot aufgefunden wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie im großen und ganzen eine glückliche Famile. Nur den Vater scheint seit seiner Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg etwas derart zu belasten, dass er immer wieder für mehrere Stunden, manchmal sogar für Tage verschwindet.
Die Geschichte teilt sich in zwei Erzählstränge: Der eine beschreibt überwiegend aus der Sicht Ethies, wie die Familie mit dem Tod der geliebten Mutter umgeht, der andere Howards Teilnahme am II. Weltkrieg. Er wird in Hongkong stationiert und landet für vier lange Jahre in Kriegsgefangenschaft bei den Japanern. Doch die Schuldgefühle die er verspürt, weil er glaubt für eine grauenvolle Tat verantwortlich zu sein, lassen es nicht zu, dass er während der folgenden Jahre mit seiner Frau über die entsetzlichen Geschehnisse spricht, die ihn immer noch verfolgen. Erst als durch Lucys Tod nicht nur Howard, sondern ihr ganzes Zuhause zu zerbrechen droht, stellt er sich seiner Vergangenheit.
Milner beschreibt anrührend aber ohne rührselig zu werden, wie die mutterlose Familie mit dem Verlust zurechtkommt. Man spürt die Trauer ebenso wie die Liebe, die zwischen den Geschwistern, aber auch Vater und Kindern herrscht, die Verzweiflung über das Geschehene wie die Freude über die ersten kleinen Lichtblicke. Umso grausamer erscheinen die Schilderungen über das Erlebte in Hongkong während des Krieges, die entsetzlichen Leiden der Menschen sowie die unglaubliche Brutalität die dort zutage tritt.
Ein gefühlvolles, aber kein kischiges Buch, das überdeutlich klar macht, dass ein Krieg nicht beendet ist, nur weil die Kriegshandlungen eingestellt wurden. Ehemalige Soldaten, Opfer, die Familien und Freunde werden mit seinen Folgen noch lange zu kämpfen haben.
Als ich erfahren habe, dass ich „Der Tag, an dem Marylin starb“ auf vorablesen.de gewonnen habe, war ich erstmal leicht enttäuscht, haben mich die anderen Leseproben doch weitaus mehr interessiert. Ich komme eigentlich aus der Fantasyecke, lese zwar ab und zu auch anderes – Aber ein Familiendrama? Sofort dachte ich an einen Schnulzenroman à la Rosamunde Pilcher, was ja nun mal gar nicht mein Fall ist. Ich wurde positiv überrascht. „Der Tag, an dem Marylin starb“ von Donna Milner ist ein wirklich gutes Buch.
Vorweg muss ich sagen, dass mir die Leseprobe schon recht gut gefallen hat - ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass mich dieses Buch dermaßen packen würde.
Es handelt sich um eine Familiengeschichte und fängt mit dem Tag an, an dem die Mutter einer kanadischen Familie unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Dann bewegt es sich abwechselnd in der Gegenwart und schildert wie die Familie in den ersten Tagen bzw. Wochen versucht, mit dem tragischen Unglück fertig zu werden und in der Vergangenheit , in den Kriegsjahren 1940 -1942, in denen der Vater der Familie als junger Mann in Hongkong stationiert war. Nach und nach versteht man, wie die beiden Handlungsstränge zusammengehören.
Die Geschichte wird in der Gegenwart aus der Sicht der 11- jährigen Tochter Ethie erzählt und in der Vergangenheit aus der Sicht des Vaters Howard.
Die Story ist mit großem Feigefühl erzählt, gleichermaßen spannend und anrührend geschrieben. Es fällt nicht schwer, sich in jedes Familienmitglied hineinzuversetzen und die Ereignisse aus den verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Ein toller Erzählstil !
Das Vorgängerbuch der Autorin werde ich mir glaube ich als Nächstes vornehmen.
Der Roman beginnt mit dem Tod von Marylin, der Mutter von drei Kindern und Ehefrau eines Mannes der durch den Krieg gezeichnet ist. Aus der Sicht der kleinen Ethie werden die familiären Umstände beschrieben. Der Vater ist Alkoholiker und birgt anscheinend viele Geheimnisse die aus Kriegstagen herrühren. Es geht darum wie die Familie nunmehr ohne Mutter klarkommt und wie Ethie zusammen mit ihrem Bruder ein Geheimniss des Vaters aufzudecken versucht.
Die Kapitel sind entweder aus Ethies Sicht geschrieben, wo aber auch klar wird, dass sie längst Geschehenes berichtet und aus den Kriegserlebnissen des Vaters. Man kann Ethies Gedanken und Gefühle voll und ganz nachvollziehen. Donna Milner hat die richtigen Worte gefunden um das Mädchen und ihre Erlebnisse zu beschreiben. Die Kriegs-Kapitel sind sehr direkt und zeigen in ihren ganzen Bandbreite das Grauen des Krieges. Sie sind in distanzierten Erzählweise geschrieben, wodurch verdeutlicht wird, wie die Soldaten versucht haben, die schrecklichen Erlebnisse nicht an sich ranzulassen.
Ein sehr gelungenes Buch, welches durch den Schreibstil von Donna Milner viele Empfindungen zulässt.
Mit sehr viel Gefühl bereitet Donna Milner ihren Lesern ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite rauhes, asiatisches Flair in Kriegszeiten. Hier haben die Japaner in Hong Kong die Oberhand gewonnen. Es herrscht der zweite Weltkrieg. Kanadische Soldaten erleben die japanische Kriegsgefangenschaft. Man behandelt sie keinesfalls gut, sondern eher barbarisch und niederträchtig. So wie es zu Kriegszeiten wohl überall ist. Tod und Leben reichen sich in diesem Familienroman die Hand. Durch geschickte Einblendungen spielt der Handlungsstrang dann wieder zu Zeiten nach dem Krieg. Die Spuren des Krieges sind allerdings immer noch sehr gut sichtbar. Menschliche Schicksale werden durch eine behutsame Sprache erzählt und machen den Leser nachdenklich und neugierig. Alles in allem ein wundervolles Buch.
Das Buch beginnt mit dem tragischen Tod einer zweifachen Mutter und Frau eines Kriegsveterans. Alles deutet auf einen Unfall, doch der Vater und auch die Kinder begreifen die Umstände gar nicht. Ihre Mutter soll getrunken haben? Und das auf einem Segelboot? Und in Arbeitskleidung obwohl sie sonst niemals ungestylet aus dem Haus ging?
Wer jetzt aber einen Krimi vermutet liegt völlig daneben. Viel mehr werden nun alle Fakten nach und nach aufgedeckt und auch die ganzen Unstimmigkeiten des Unfalls sieht man plötzlich aus einem ganz anderen Blickwinkel.
Donna Milner verwechselt beim Erzählen immer wieder die Perspektiven. Zuerst kommt Ethie zu Wort, die sich an den schlimmen Sommer erinnert. Sie berichtet aus ihrer Sicht. Dann meldet sich der Vater und berichtet von seinen ERfahrungen im zweiten Weltkrieg. In jedem Kapitel fügt sich ein weiteres Puzzleteil und man begreift immer mehr.
Das Ende fand ich leider ein wenig zu dramatisch. Ein wenig Hollywood like, übertrieben und klischeebehaftet.
Aber alles in allem handelt es sich um ein sehr schönes Buch. Vor allem erfährt man auch viele Hintergründe zum Krieg zwischen Amerika und Japan. Man bekommt einen Einblick in die Gefangenenlager damaliger Zeit und wird Zeuge des bitteren Sieges. Natürlich ist der Bericht nur einseitig. Jeder hat seiner Helden und so stellt Donna Milner die kanadischen Soldaten die mehr Gefangene als Kämpfer waren als Helden dar.
Das Buch ist aber kein historischer Roman, und auch nicht nur ein Bericht des Krieges. Es ist ein schönes Drama und ist lesenswert sowohl für Männer als auch für Frauen.
Donna Millner zeichnet das Bild einer Familie, die großen Verlust zu tragen hat. Der Tod der Mutter überschattet die einst glücklichen Kindertage und alle müssen lernen ohne Lucy auszukommen. Dabei schaft es Howard seine Vergangenheit aufzuarbeiten und die Familie verbindet ein noch stärkeres Band der Liebe.
Zum einen ist da die "Gegnwart", die aus Ethies Sichtweise erzählt wird, zum anderen sind da die Kriegsjahre aus der Vergangenheit, aus der Sicht des Vaters.
Dieser Roman ist sehr berührend. Er widmet sich Themen, die schwer fassbar sind und zumeist auch tabulisiert werden. Der Tod der Mutter, der bittere Krieg... alles was wir so gern aus unseren Gedächtnissen streichen wollen.
Mich hat dieser Roman sehr berührt. Ich fand die Kriegberichte sehr realistisch und wirklich gut getroffen. Die Familie war sympathisch und liebenswert, sodass ich sie ganz leicht in Herz schließen könnte.
Insgesamt ist "Der Tag an dem Marilyn starb" ein sehr eindringlich erzählter Roman.
Dieser Roman "Der Tag an dem Marilyn starb" erzählt von dem plötzlichen Tod einer Mutter und Ehefrau. Donna Milner schreibt von den drei trauernden, sehr unterschiedlichen Kindern, eins davon mit einer Behinderung und dem Ehemann, vom Krieg zermürbt, der nun auch mit diesem Schicksalsschlag fertig werden muss. Der Tod wird Anlass für die Aufarbeitung früherer Wunden und Familiengeheimnisse....
Dieser Roman ist in Kapiteln unterteilt. Einmal wird aus Sicht von der Tochter "Ethie" berichtet, die mit dem Verlust ihrer Mutter kämpft und dabei einen ganz interessanten Blick auf das Geschehen hat. Zum Zweiten werden die Jahre geschildert, die der Vater im Krieg gegen Japan in Hongkong verbracht hat, das übermäßige Sterben von Kameraden und Landsleuten, die Haft im Gefangenenlager und das Leben davor und danach. Die Kapitel, in denen Ethies Gedankenwelt dargestellt wird, überwiegen gegenüber denen, die die Kriegserlebnisse des Vaters schildern. Dadurch konnte ich mich, beim Lesen der "Ethie-Kapitel", von den sehr brutalen, blutigen und grausamen Erzählungen über die Kriegserlebnisse erholen.
Die gesamte Geschichte wird sehr realistisch, berührend und emotional ansprechend erzählt, sodass ich in den Text "hinein tauchen" konnte. Am Anfang des Buches hatte ich Angst davor weiter zu lesen, wenn sich ein Kapitel über den Krieg andeutete, weil ich ahnte, dass Schlimmes folgen würde. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und tröstete mich mit dem Wissen, dass der Vater den Krieg überlebt hat und nun "ein neues" Leben beginnt... Die Ereignisse während seinem Kriegseinsatz sind für mich unvorstellbar - das Leben der vielen Armen, die Behandlung der gefangenen Soldaten, die schrecklichen, oft tödlichen, Krankheiten, die im Lager umgingen und der Tod, der im Krieg immer Thema ist. Die Kapitel, in denen die Trauer der Familie beschrieben wird, sind ebenfalls sehr lebensecht und gut vorstellbar geschildert und brachten mich regelmäßig zum Lachen oder zum Weinen.
Die einzelnen Familienmitglieder haben realistische Positionen in ihrer Familie, werden sympathisch beschrieben. Zum einen der große Bruder Frankie, der für die Familie sorgt, der kleiner Bruder "Kipper", geistig behindert, der seinen Vater, als Einziger, zu verstehen scheint und erfrischende Sichtweisen auf die Dinge zu-tage fördert und dadurch den Alltag erleichtert und verschönert. Und dann der Vater, tief geprägt vom Krieg, der sein Leid im Alkohol ertränkt. Ethie begleitet durch die Geschichte und erzählt wunderbar von ihrer Mutter, von ihrem engen Verhältnis zu Kipper und der allgegenwärtigen Trauer.
Die Autorin hat es geschafft, die gegenwärtigen und die vergangenen, geschichtlichen Erzählungen so zu verknüpfen, das ein vollkommenes Bild entstehen konnte. Sowohl die Geschichte, als auch die Beschreibung der Charaktere ist rund. Das Buch hat mich zum Weinen und zum Lachen gebracht, manchmal beides gleichzeitig - hervorragend!
Dass Buch hat mich so gefesselt, dass ich es innerhalb von 3 Tagen gelesen habe.
Ethie, ein 11 jähriges Mädchen verliert seine Mutter Lucy durch einen tragischen Unfall. Sie beschreibt wie sie unter dem Verlust der Mutter leidet und wie die anderen Familienmitglieder mit der Trauer umgehen. Zum einem der fast erwachsene Bruder Frankie, der unter dem Down Syndrom leidende Kipper und Howard der Vater.
Dieser ist traumatisiert und leidet unter den grauenhaften Erlebnissen, die er im 2. Weltkrieg als junger Soldat erleben mußte und es erscheint fraglich ob er zukünftig alleine für seine Kinder sorgen kann. Dies bezweifelt insbesondere Marlene, die kinderlose Schwester von Lucy. Sie möchte Ethie zu sich nehmen und den behinderten Kipper in ein Heim geben.
Das Buch hat zwei Erzählstränge, zum einem die trauernde Familie in den 60 iger Jahren und zum anderen die grauenhaften Kriegsszenen in den 40 iger Jahren.
Das Buch ist sehr einfühlsam und fesselnd geschrieben.
Der Tag, an dem Marylin starb, war ein trauriger Tag. Doch Ethie, ihre zwei Brüder und ihr Vater trauern nicht um die berühmte Schauspielerin, sondern um Lucy Coulter, die ihnen eine wunderbare Frau und Mutter war und plötzlich und viel zu früh starb.
Schon die ersten Worte der sympathischen Ich-Erzählerin Ethie nehmen mich gefangen. So etwas Schreckliches, wie den Tod der eigenen Mutter mitzuerleben, kann nicht so leicht verkraftet werden. Deshalb liest sich das Buch auch wie ein Tagebucheintrag. Ethie verarbeitet auf diese Weise das Geschehene.
Doch nicht nur Ethie hat diese schmerzliche Erfahrung zu verarbeiten. Auch ihre Brüder trifft der Tod schwer. Frankie, der schon mit beiden Beinen fest im Leben steht, weiß, wie er mit dem Tod eines Menschen umzugehen hat. Kipper, der am Down-Syndrom leidet, hat seine ganz eigene Art den Tod der Mutter zu verkraften. Er akzeptiert, dass sie sich nun im Himmel befindet, und sucht verstärkt die Nähe und den Trost von Ethie.
Schnell wird außerdem klar, dass den Vater etwas Rätselhaftes umgibt. Wieso verschwindet er urplötzlich für einige Tage und wieso sitzt er von Zeit zu Zeit verloren am Tisch, in einer anderen Welt gefangen, nicht aufnahmefähig für das, was um ihn herum geschieht. Sind es wirklich nur die Erfahrungen des Krieges, die ihn verändert haben?
Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Ethels Mutter zu Tode kam. War es Mord? Selbstmord? Selbst im Tod gibt Lucy viele Rätsel auf. Und eine Frage stellt sich vor allen anderen: Was soll nun werden aus Ethel, ihren Geschwistern, ihrem Vater?
In die Schilderungen von Ethie sind Kapitel eingestreut, in denen aus der Vergangenheit des Vaters berichtet wird. Der Leser erfährt hier nicht nur, wie sich Howard und Lucy kennen gelernt haben, sondern auch die schrecklichen Erfahrungen, die Howard als Soldat im zweiten Weltkrieg sammeln musste, werden verdeutlicht.
Der Stil der Autorin ist sehr lebendig und einfühlsam. Ich als Leser habe ich mich als ein Teil der Familie Coulter gefühlt. Die Szenen um Lucys Beerdigung sind so eindringlich beschrieben, dass die Trauer über ihren Tod richtig greifbar wurde.
Die grausamen Kriegsszenen waren stellenweise nur schwer zu verdauen. Nichtsdestotzortz gehören sie zu Howards Vergangenheit und sind somit sehr relevant für das Buch und die Entwicklung der Charaktere und Geschehnisse.
Ich bewerte das Buch abschließend mit 4 Sternen, und bin froh, das Erslingswerk der Autorin noch nicht gelesen zu haben, denn darauf freue ich mich nun, nachdem mir auch ihr zweiter Roman sehr gut gefallen hat.
Die Hauptfigur in Donna Milners Roman ist Ethel, die von allen Ethie genannt wird. Sie erzählt von ihrer Familie. Und dem Tag an dem ihre Muttter starb. Der Tag der alles verändert hat.
Donna Milner hat ein wunderschönes Buch geschaffen, das sehr viel Tiefgang hat. Das Buch wird aus mehreren Perpektiven erzählt. Von Ethie selbst und in Rückblenden, in denen man erfährt wie Howard (Ethies Vater) den Krieg in Hong Kong erlebt hat.Das sind sehr spannende und schockierende Passagen. Ich dachte nicht das, dieser Abschnitt so ausführlich beschrieben werden würde.
Das Buch zeigt auf was passieren kann wenn man nicht miteinander redet. Es ist verständlich das Howard nicht über seine Kriegserlebnisse reden möchte. Aber hätter er es getan wäre seiner Familie viel Leid erspart geblieben.
Das Ende war nicht wirklich nach meinem Geschmack. Das ging plötzlich alles viel zu schnell, auf ein paar Seiten. Und zu sehr auf Happy End getrimmt.
Trotzdem finde ich das Buch sehr lesenswert.
Nur selten hat mich eine Familiengeschichte schon zu Beginn so fasziniert wie die der Coulters mit ihrer außergewöhnlichen Geschichte. Die vierköpfige Familie wohnt Anfang der 60er Jahre in einer Veteranensiedlung in Kanada. Der Vater, traumatisierter ehemaliger Soldat arbeitet dort in der holzverarbeitenden Industrie. Die Mutter stets fleißig, wird eines Tages auf einem Boot tot aufgefunden. Das Ganze wird als Unfall deklariert.Trotzdem bleiben einige Fragen unbeantwortet, weil Lucy an diesem Tag mit ihren Prinzipien gebrochen hat.Zur Familie gehören außerdem drei Kinder:Frankie, bereits erwachsen, die elfjährige Ethel und Christopher, genannt Kipper, ein Junge mit Down-Syndrom.
Ethel beschreibt aus der Ich-Perspektive das Familienleben. Zunächst aus eher kindlicher Sicht, später im reifer werdend. Parallel dazu lesen wird Situationen und Briefauszüge der Eltern, die sie sich während des Krieges geschrieben haben. Auf einfühlsame Weise wird das Geschehen und die Erlebnisse dargestellt.
Nach Lucy Tod muss sich der Vater nun allein um die Familie kümmern. Konnte er bisher in seine eigene Welt abtauchen, fühlt er sich nun überfordert und sucht wiederum vermehrt Trost im Alkohol.Seine Ehefrau war mental sehr STARK. In einmaliger Weise hat sie in finanzieller und sozialer Hinsicht für die Familie gesorgt. Ethel versucht mit allen Mitteln die Rolle der Mutter zu übernehmen, doch auch sie findet keinen Zugang zu den Emotionen ihres Vaters.
Bei Lucys Beerdigung taucht schließlich ein Mädchen mit asiatischem Aussehen auf. Ethel und Kipper machen sich auf die Suche nach ihr und durch ein Gespräch erklärt sich eine gut verschwiegene Wahrheit.Mehr Infos möchte ich an dieser Stelle nicht geben, spoilern ist unfair!
Dieses Buch ist wirklich zum Weinen schön. Man kann als Leser verschiedene Schwerpunkte setzen, sei es sprachlich, bezüglich der einzelnen Familienmitglieder aber auch an die allgemein warmherzige und schöne Darstellung der Autorin. Unbeschreiblich, wie sie sich mit den Themen Vergebung und Liebe auseinandersetzt.
Gerne würde ich diesem Roman mehr Sterne vergeben, denn es ist das schönste und berührentste Buch, das ich seit langem gelesen habe.
Der Tod von Lucy bringt so einiges an Tageslicht: Howards Vergangenheit während seines Kriegseinsatzes in Hongkong, aber gleichzeitig viel Geschwisterliebe, ein enger Familienzusammenhalt, eine eigentlich liebevolle Tante, auch wenn sie es nicht immer so zeigen kann und eine sehr fürsorgliche Nachbarschaft.
Liebevoll erzählt Donna Milner die Tragödie aus der Sicht von Lucys jüngster Tochter. So einfühlsam wird ihre Gefühlswelt geschildert, dass man an manchen Stellen in den Roman springen möchte, um Ethie zu trösten und in den Arm zu nehmen. Sehr gut hat mir auch die Beschreibung des kranken Bruders gefallen und der Umgang in der Familie mit der Erkrankung. Sicherlich ist Ethie in einer Familie aufgewachsen, in der es viele Probleme gab, trotzdem ist man als Leser gerne bei ihnen zu Gast.
Die Kriegsschilderungen sind grausam. Donna Milner berichtet über den kurzen Angriff auf Hongkong und die lange Gefangenschaft von kanadischen Soldaten, die sicherlich niemand ohne ein Trauma überstanden hat. Diese Traumatisierungen haben dann auch Einfluss auf das Familienleben.
Das Ende hat mir gut gefallen. Die einzelnen Charaktere sind mir während des Lesens so ans Herz gewachsen (ja, wirklich alle, auch die leicht zickige Tante Mildred), dass ich mit nichts anderem, als einem Happy End zufrieden gewesen wäre, denn gelitten habe sie alle genug.
Ich habe jede Minute von dieser Geschichte genossen!
Am Morgen des 05 August 1962 bricht für die elfjährige Ethie und ihre Geschwister, der fast erwachsene Frankie und der kleine, unter Down Syndrom leidene Kipper, die scheinbar heile Welt zusammen,als ihre schöne und lebenslustige Mutter Lucy unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden wird.
Die Kinder müssen nicht nur den eigenen Verlust verschmerzen, sondern auch die Hilflosigkeit des Vaters mitansehen, denn Howard Coulter lebt in seiner eigenen Welt, schwer traumatisiert durch die Ereignisse des Krieges, die er in seiner Trauer nun noch einmal durchlebt.
In Rückblicken wird die Geschichte von Howard und seinem besten Freund Gordy erzählt, die im Jahr 1941 gemeinsam in HongKong mit den Schrecken des Krieges konfrontiert werden und später in Kriegsgefangenschaft geraten.
Ethie und ihr Bruder Kipper machen sich derweil auf die Suche nach dem fremden, asiatischen Mädchen, das seit dem Tod der Mutter immer wieder vor Ihrem Haus steht.
Und langsam fügt sich die Vergangenheit und die Gegenwart zu einem Bild...
Sehr liebevoll gezeichnete Charaktere und ein feiner, kleiner Roman über Freunschaft, Liebe und Verlust.
Lediglich das Ende ist vielleicht ein wenig "too much", aber was soll´s. Die Tränen der Rührung habe ich dann letzlich auch gern vergossen.
Gleich zu Beginn muß ich sagen: Wow, was für ein Roman, was für eine Erzählerin. Ich fühle mich reich beschenkt von Donna Milner und hoffe auf noch viele wundervolle Romane dieser einzigartigen kanadischen Autorin.
Kurz zum Inhalt:
An dem Tag, an dem auch Marilyn Monroe starb, starb auch die stets lebensbejahende, warmherzige und immer stark wirkende Lucy Coulter und hinterläßt nicht nur einen völlig am Boden zerstörten Mann sondern auch drei prächtige Kinder, die nun alleine klar kommen müssen, zurück. Den patenten Frankie, den an Down-Syndrom leidende Christopher, genannt Kipper, und Ethie, aus deren Sicht die Hälfte des Romans erzählt wird, die über den Tod ihrer Mutter und dessen seltsame Umstände nicht hinwegkommt und sich besonders an die schwere Zeit direkt nach Lucys Tod erinnert. Für Ethie ist das Leben selbst so stark mit der Person ihrer Mutter verbunden, die immer für alles eine Lösung wußte, sich sämtlichen Problemen entschlossen entgegenstellte, dass sie sich - zusammen mit dem Leser - all die Fragen stellt, die wir uns auch selbst in so einem Fall stellen würden: warum hatte die sonst abstinente Lucy Alkohol getrunken? Wie kam es zu der Kohlenmonoxidvergiftung? War es Selbstmord, gemeinsam mit ihrer Freundin?
Die andere Hälfte des Romans wird immer wieder in Form von Rückblenden auf vor allem die Kriegserlebnisse von Howard Coulter dazwischengeschoben, die er als Soldat in Hongkong und im Gefangenenlager der Japaner hatte. Die Erlebnisse, die Howard zusammen mit seinem besten Freund Gordy dort ausstehen mußte, das, was auch nach Kriegsende auf ihn zukam - alle drei Brüder holte der Krieg als Opfer - haben ihn zu einem gebrochenen Mann gemacht. Aber es gibt noch ein Geheimnis, über das er nie sprach und dessen Wirklichkeit ihn - und damit auch Lucy und seine gesamte Familie - endlich doch wieder einholte, denn ein Doppelleben zu führen, dafür war Howard gar nicht der Mensch.
Mehr soll nicht vom Inhalt erzählt werden, um nichts von der Spannung vorweg zu nehmen.
Darum nur noch ein paar Worte zum Schreibstil und Buchcover: Das Buchcover ist sehr ansprechend und natürlich gehalten und zeigt eine Frau, die sich nach vermutlich getaner Arbeit die Hände an ihrer Kittelschürze abtrocknet und durch das Fliegengitter spähend auf ihre Lieben wartet. Symbolträchtig, wie ich finde.
Romane, die in zwei Zeitebenen geschrieben werden, sind nicht neu für mich zu lesen, aber selten schafft diesen Spagat eine Autorin so virtuos. Die Geschichte ist äußerst vielschichtig und ohne Klischees erzählt und läßt dem Leser viel Raum zum eigenen Nachdenken und für eigene innere Ausformung der Protagonisten. Den Charakter erreicht die Autorin z.B. nicht, indem sie einfach nur beschreibt, wie die Menschen sind, sondern läßt sie uns anhand ihrer Handlungen selbst erforschen und erfahren.
Einfach ein rundum gelungener Roman, dem von meiner Seite aus gerne noch mehrere dieser Autorin folgen dürfen.
Ich habe Donna Milners Roman "Der Tag, an dem Marylin starb" innerhalb kürzester Zeit ausgelesen. Es handelt sich um eine fesselnde Familiengeschichte, die mich immer mehr in ihren Bann gezogen hat.
Der Titel sagt leider recht wenig über die Geschichte aus: am 5. August 1962 starb nicht nur die berühmte Marylin Monroe, sondern auch Lucy Coulter. Sie hinterlässt ihren Ehemann Howard, einen in sich gekehrten Kriegsveteran, sowie die drei Kinder Frankie, Kipper und Ethie. Der plötzliche und rätselhafte Tod Lucy's auf einem Hausboot trifft die Familie schwer. Was wollte sie dort? Und warum trug sie alte Kleidung? Hat es mit dem chinesischen Mädchen zu tun, welches am Tag vor Lucy's Tod mit ihr gesprochen hat und sich seitdem öfter in der Nähe des Hauses der Familie aufhält?
Viele Fragen, welche im Verlauf der Geschichte nach und nach beantwortet werden. Der Roman lebt über weite Strecken von zwei Handlungssträngen: den erschütternden Kriegserinnerungen Howards und der Zeit nach seiner Rückkehr, welche hauptsächlich von Ethie erzählt wird.
Die realistisch gezeichneten Hauptfiguren und der flüssige Schreibstil haben mir sehr gut gefallen. Donna Milners Roman ist keine leichte Kost. Er hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht. Wie viele Dinge bleiben fälschlicherweise unausgesprochen? Und wie überlebt man mit dem Wissen -falsch- getroffener Entscheidungen?
Marilyn Monroes Todestag wird auch zum Todestag von Lucy. Und damit beginnt eine Geschichte über eine Familie.
Lucy wird tot mit ihrer Freundin auf deren Boot gefunden und für ihre drei Kinder und ihren Mann bricht scheinbar alles zusammen.
Der Vater, Howard, war im zweiten Weltkrieg in Hongkong und hat seine dortigen Erlebnisse nie verwunden, hat sich ihnen aber auch nie wirklich gestellt, bzw. nie darüber gesprochen und hat sich all die Jahre in sich selbst zurückgezogen, sich mit Alkohol betäubt.
Seine Frau, Lucy, hat für die Kinder ein Familienleben inszeniert, damit diese nicht so sehr leiden mussten, dass der Vater nicht wirklich anwesend war.
Mit dem Tod der Mutter beginnen die Tochter und der Vater damit, ihre Erinnerungen sich aufeinander zubewegen zu lassen, bis sie sich finden, als "Kipper", der mit dem Downsyndrom geborene Bruder, aus einer Einrichtung entweicht und nachdem ein alles beherrschendes Missverständnis aufgedeckt wird.
Ein wunderschönes Buch, toll geschrieben, was mich sehr bewegt hat und der Schluss hat mir feuchte Augen beschert.
Und man kann sagen, dass der alte, zu Recht abgedroschen klingende Spruch "Reden ist Silber, schweigen ist Gold" in vielen Fällen keine Gültigkeit hat oder haben sollte!
Der erste Roman „River“ von Donna Milner war so gelungen, dass hohe Erwartungen an den zweiten entstanden. Um es vorweg zu nehmen: Der Tag, an dem Marilyn starb, kommt nicht ganz daran. Aber für sich betrachtet, ist es immer noch ein guter Roman.
Ausgangsposition ist der rätselhafte Tod Lucy Coulter in den sechziger Jahren. Sie hinterlässt ihren Mann Howard und die drei Kinder Frankie, Kipper und Ethie. Es ist Ethie, die das Geheimnis um den Tod der Mutter keine Ruhe lässt und die sich an die Kindheit zurück erinnert.
Dazwischengeschaltet sind Abschnitte mit Howard kurz nach seiner Hochzeit mit Lucy und seine Zeit als Soldat in Hongkong im Krieg mit den Japanern. Das Zusammenspiel dieser zwei Zeitebenen hat die Autorin geschickt gestaltet.
Donna Milner bricht mit ihren Themen in diesem Buch nichts bahnbrechend Neues auf. Schon mehrfach gab es vergleichbares in Buch und Film. Trotzdem sind diese Themen durchaus interessant und wichtig.
Manche Charaktere bleiben leider etwas in Ansätzen stecken und entwickeln sich nicht komplett. Das trifft zu auf Frank und eigentlich sogar auf Ethie. So wird Howard für den Leser mehr und mehr zur Hauptfigur.
Diese Mischung aus Familien- und Kriegsroman ist überraschend locker zu lesen, ohne dabei aufgrund einiger harter Szenen leichte Kost zu sein. Donna Milner bleibt auch nach ihrem zweiten Roman eine der vielversprechensten neuen Autorinnen der amerikanischen Belletristik und man darf gespannt sein, welche Themen noch in ihren künftigen Romanen auftauchen werden.
-Martin Kessel-
Am selben Tag wie Marilyn Monroe stirbt auch Lucy; Mutter der elfjährigen Ethie und zweier Söhne. Sie lässt eine große Leere und viele offene Fragen zurück. Jahre später erinnert sich Ethie an die erste Zeit nach dem Tod ihrer Mutter. Wie schwer es für sie und ihre beiden größeren Brüder war. Der eine verzichtete auf ein Studium, der andere wird von vielen wegen des Down-Syndroms nicht ernst genommen. Howard, der Vater, kann sich nicht um die Kinder kümmern. Er ist Kriegsveteran, Alkoholiker und lebt in seiner eigenen Welt aus der er ausbrechen muss um seine Familie zusammen zu halten. Und dann ist da noch dieses asiatische Mädchen, das immer wieder auftaucht und das Haus von Ethie und ihrer Familie betrachtet.
In zwei Handlungsstränge wird in „Der Tag, an dem Marilyn starb“ eine tragische Familiengeschichte erzählt. Der eine Handlungsstrang erzählt von Howards Jahren im Krieg und seiner Kriegsgefangenschaft zwischen 1941-1945. Der andere Erzählstrang handelt von Ethies Erinnerungen an die Zeit nach dem Tod ihrer Mutter.
Der gefühlvolle Schreibstil von Donna Milner hat mich dabei sehr berührt und manchmal wollte ich mich regelrecht in das Buch vergraben und mich verstecken, weil ich so mit gelitten habe. Die Charaktere waren so authentisch dargestellt das man meinen könnte eine Biographie zu lesen. Obwohl man Howard besser verstehen lernt, nachdem man nach und nach das Drama seiner Kriegsgefangenschaft kennen lernt, möchte man ihm zurufen aus seiner Lethargie zu erwachen. Frankie, der große Bruder, ist so aufopferungsvoll das man seine Liebe durch die Seiten spürt. Ethie, die größte Bezugsperson für ihren besonderen Bruder fehlt einfach die Mutter. Wie es bei jedem anderen Kind auch wäre. Man möchte trösten, helfen, Tante Mildred für ihre Unverfrorenheit schütteln… und vergisst darüber dass man doch nur ein Buch liest.
Da ich Donna Milners Werk erst so kritisch gegenüber stand, weil es so überhaupt nicht in mein Beuteschema passte, war ich fasziniert davon, wie sehr mich diese Geschichte gefesselt hat. Ihr bedeutsamer Roman berührt einen ganz tief innen drin und lässt einen auch nachhaltig nicht so schnell wieder los. „Der Tag, an dem Marilyn“ starb ist wirklich eine emotionale Achterbahnfahrt, die ich nur empfehlen kann.
„Der Tag an dem Marylin starb“ ist eine wirklich bewegene Familiengeschichte. Anhand zweier Handlungssträngen wird zum einen beschrieben, wie Ethie den Tod ihrer Mutter bewältigt, zum anderen wird die Vergangenheit von Ethies Vater, einem ehemaligen Soldaten des zweiten Weltkrieges, sehr eindrucksvoll geschildert. Ethies Mutter Lucy stirbt sehr plötzlich, doch war es wirklich ein Unfall? Es scheint viel mehr dahinter zu stecken...Nach Lucy´s Tod stürzt die Familie in ein tiefes Loch und hat einige Krisen zu durchleben, Lucys Vater Howard scheint in schwere Depressionen zu fallen. Nach und nach kommt Ethie hinter das Geheimnis, über das ihr Vater nie sprechen konnte, und welches wahrscheinlich auch für Lucys Tod verantwortlich ist...Beschäftigt man sich etwas näher mit den Umständen von Marylin Monroes Tod, erkennt man auch langsam den Titelbezug.
Besonders die Ereignisse der Kriegsvergangenheit in Hong-Kong sind für den Leser sehr bewegend, er kann sich gut im die Gefühlslage Howards hineinversetzen und leidet mit den Kriegsgefangenen mit. Das Ende ist nahezu bilderbuchhaft, wenn nicht sogar etwas klischeeüberzogen.Donna Miller schreibt in einem sehr klaren Stil, durch den man der Handlung gut folgen kann.
Für das Ende gibt es einen Stern Abzug, doch wenigstens bietet sich hier die Möglichkeit kleine Rührungstränchen trocknen zu lassen- 4 von 5 Sternen!
Ethie ist 11 Jahre alt, als ihre Mutter bei einem Unfall stirbt - am selben Tag wie Marilyn Monroe. Ihr Vater ist ein Kriegsveteran und kaum in der Lage sich um die Familie zu kümmern. Immer wieder zieht er sich in die Vergangenheit zurück. Was hat seine Vergangenheit mit dem Tod der Mutter zu tun? Ethie macht sich auf die Suche.
Die Geschichte hat 2 Erzählstränge. Einmal wird in den Tagen nach dem Unfalltod der Mutter aus der Sicht Ethies die Situation der Familie in Kanada geschildert. Der Schmerz des Mädchens ist sehr intensiv und einfühlsam beschrieben. Der andere Erzählstrang führt in die Vergangenheit des Vaters im Krieg und Gefangenlager in HongKong. Anhand dieser Vergangenheit wird der seelische Zustand des Vaters erklärt, der die Grausamkeit der japanischen Soldaten erlebt hat.
Das Buch lässt sich gut lesen und ist genau richtig für einen verregneten Nachmittag. Die Autorin bleibt ihrem Stil treu und hat eine Familiengeschichte mit sympathischen Charakteren erschaffen. Diese hätten sicher noch einigen Raum mehr vertragen können - das Ende ist mir doch mit etwas zuviel Zuckerguss versehen.
Klappentext:
Ethie horchte in die Stille des Hauses hinein. Der Duft des grünen Satinkleids ihrer Mutter erfüllte noch immer den Raum, Soir de Paris, so hieß ihr Parfüm. Ethie konnte nicht glauben, dass sie nun für immer fort sein sollte. Aber genau das hatte der junge Polizist gesagt, nachdem Dad ihm die Tür geöffnet hatte: Es habe einen Unfall gegeben, und es tue ihm leid, ihre Mutter sei für immer »heimgegangen«. Jetzt schliefen Ethies Brüder, und Dad saß allein in der Küche, man konnte im Dunkeln die Glut seiner Zigarette sehen. Sicher dachte er darüber nach, warum Mom tot auf einem Segelboot gefunden worden war. Und warum sie getrunken hatte. Hing das alles mit dem fremden Mädchen zusammen, das gestern Morgen dagewesen war? Oder mit seiner Vergangenheit, über die er so lange geschwiegen hatte?
Die Autorin:
Donna Milner lebt mit ihrem Mann im kanadischen Bundesstaat Britisch Columbia. Nachdem ihr erster Roman „River“ 2008 in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und ein überwältigendes Echo fand, widmet sie sich nun ausschließlich dem Schreiben. „Der Tag, an dem Marilyn starb“ ist ihr zweiter Roman.
Meine Meinung:
Ethie ist 11 Jahre alt, als ihre Mutter Lucy auf tragische Weise ums Leben kommt; der Todesumstand bleibt für die Familie unerklärlich.
Nun bleibt Ethie mit ihrem schweigsamen, in sich gekehrten Vater, ihrem älteren Bruder Frankie und dem an Morbus Down-Syndrom leidenden Bruder Kipper zurück. Ethie ist diejenige,die sich liebevoll um Kipper kümmert.
Die drei Kinder gehen unterschiedlich mit dem Tod ihrer Mutter um. Die meisten Erinnerungen erfährt der Leser über Ethie.
Der zweite Handlungsstrang führt den Leser zurück in die Jahre 1941 -1945, in dem man einiges über die Kriegserlebnisse des Vaters Howard liest.
Howard und sein Freund Gordy sind in Hongkong stationiert. Dort lernen sie Feng Shun-Ling kennen und lieben.
Viel Unvorstellbares muss Howard erleben, bevor er wieder nach Hause darf – Dinge, die er niemanden erzählt, auch nicht seiner Frau Lucy – je weiter man liest, umso deutlicher ersichtbar wird der Grund, warum Howard sich so verhält.
Fragen tauchen auf: Warum trank Lucy am Tage ihres Todes? Wieso war sie auf dem Segelboot? Was hat es mit dem Mädchen auf sich, das plötzlich vor dem Haus auftaucht?
All diese Fragen werden im Laufe des Romanes beantwortet.
Donna Milner schreibt sehr einfühlsam und mitreissend über eine Familie und ihr Sich-wieder-einfinden in das Familienleben nach dem Tod der Mutter.
Beide Handlungsstränge und Erzählperspektiven wechseln sich ab.
Die Charaktere sind wunderbar beschrieben, als Leser kann man mit ihnen mitfühlen.
Besonders Ethie und Kipper haben mir gefallen.
Auch wenn die Geschichte gegen Ende ein wenig vorhersehbar wird, ist der Roman sehr lesenswert.
Im Original lautet der Titel "Promise of Rain" - der deutsche Titel bezieht sich auf die Anfangszeilen des Romans, hat aber ansonsten nichts mit der Geschichte zu tun.
4,5 Sternchen
Das Buch fesselt von der ersten Seite an.Es spielt im 2.Weltkrieg und in dem Jetzt.Die Dinge verknüpfen sich miteinander.
Ethies Mutter stirbt bei einem Unfall -am selben Tag,an dem Marilyn Monroe stirbt.Der VaterHoward ist Kriegsheimkehrer aus Honkong,der Bruder Frankie arbeitet und besucht zusätzlich die Abendschule und da wäre noch Kipper,der Bruder mit Downsyndrom.
Immer wieder geht die Geschichte zurück zu dem Krieg,als Howard,der Vater, und sein bester Freund Gordy dort stationiert waren und in Gefangenschaft gerieten.Gordy verliebt sich in eine Chinesin,die von ihm schwanger wird.Als Gordy stirbt,verspricht ihm sein Freund Howard,sich um die Frau und das Baby zu kümmern.
Auch dieser Teil der Geschichte wird in die Gegenwart eingeflochten,so dass es ein stimmiges Rundumpaket wird.
Sehr interessant geschrieben ist auch,wie Kipper mit seiner Art selbst seine Tante Mildred,die gar keinen Bezug zu ihn findet und ihm in ein Heim stecken will,irgendwann überzeugt,dass er zwar anders ist,als andere,aber genauso liebenswert.
Das Buch ist nichts einfaches-aber sehr vielschichtig und man bekommt einen tiefen Einblik in das,was Familien nach dem plötzlichen Tod eines Mitgliedes durchmachen,sich neu finden müssen und vor allem,dass sich Kriegserinnerungen nicht einfach wie eine zweite Haut abschütteln lassen.
Großes Kompliment an die Autorin!
"Der Tag, an dem Marilyn starb" wird auf zwei verschiedenen zeitlichen Ebenen und aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Die Handlung der von Ethie Coulter aus der Ich-Perspektive dargestellten Ereignisse setzt am 5.August 1962, dem Todestag von Marilyn Monroe, ein - und das ist auch der einzige Bezug, den dieser in der deutschen Fassung etwas unpassend betitelte Roman zu Marilyn Monroe hat. An diesem verhängnisvollen Tag wird die Mutter der Ich-Erzählerin, Lucy Coulter, auf dem Segelboot einer Freundin mit dieser zusammen tot aufgefunden. Die schockierte Familie, bestehend aus dem Vater Howard, den Brüdern Frankie und Kipper sowie dem Nesthäkchen Ethie, rätselt, warum Lucy sich auf diesem Segelboot aufgehalten hat und noch dazu untypischerweise ungeschminkt und total betrunken war... Durch den Tod der Mutter gerät die Welt der Familie Coulter völlig aus den Fugen. Der schon immer sehr in sich zurückgezogene Howard gibt sich nur noch dem Whiskykonsum hin, der älteste Bruder Frankie versucht, die Familie zusammenzuhalten und Ethie kümmert sich um ihren vom Down-Syndrom betroffenen Bruder Kipper. Der Leser erlebt hautnah, wie sehr die Kinder unter dem Tod ihrer warmherzigen, couragierten Mutter und der zunehmenden Entfremdung von ihrem Vater leiden.
Der zweite Erzählstrang aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers spielt in den Jahren 1941 bis 1945, in denen Howard als Freiwilliger in Hongkong diente und in japanische Kriegsgefangenschaft geriet. Die eindringliche Beschreibung der Gräuel, denen die britischen und kanadischen Gefangenen ausgesetzt waren, von Misshandlungen und Demütigungen durch die Lageraufseher über Zwangsarbeit und nagenden Hunger bis zu entsetzlichen Krankheiten bei katastrophalen sanitären und medizinischen Bedingungen, verlangt dem Leser starke Nerven ab.
Die beiden Erzählstränge wechseln einander ab, so wird es im Laufe der Zeit immer deutlicher, warum Howard sich so seltsam benimmt. Die Rückblicke auf die Kriegsjahre enthüllen nach und nach ein Geheimnis, das Howard seit Jahren mit sich herumschleppt und niemandem anvertraut hatte...
Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr beeindruckt: er ist teilweise von brutaler Deutlichkeit (Kriegsszenen), andererseits von großer Wärme und tiefem Einfühlungsvermögen (Familiengefüge der Coulters) geprägt.
Dieses Buch ist keine leichtverdauliche Kost, aber es ist ein absolut fesselnder Roman, der den Leser auch nach der letzten Seite nicht so schnell loslassen wird.
So funktioniert's: