
Beschreibung
Paris 1926, ein Varieté am Montparnasse. Eigentlich hatten der Bühnenzauberer Ravi und seine Assistentin Blanche nur ihr harmloses Zauberkunststück im Sinn. Dann aber wird der große Ravi gezwungen, die älteste Regel der Zaubererzunft zu brechen: Vor aller Augen setzt er echte Magie ein.
Justine, die junge Kellnerin des »Jardin«, der bärbeißige Wirt Alphonse und der glücklose Schriftsteller Gaspard – keiner von ihnen weiß, warum sich plötzlich ein seltsames Dämmerlicht über Paris legt.
Die geheime Société, die über alle Magie wacht, ist alarmiert und hat bereits ihre Vertreter entsandt, um den abtrünnigen Zauberkünstler Ravi und seine bezaubernde Assistentin Blanche zu bestrafen. Im »Jardin«, dem kleinen Hotel am Boulevard Raspail treffen sie schließlich aufeinander, um zu klären, was unerklärlich scheint. Der Kampf zwischen Wirklichkeit und Traum, der nun entbrennt, hält nicht nur Gaspard und Justine in Atem, sondern verschlingt die gesamte Stadt: Paris steht still, keine Glocke schlägt die Zeit. Das Pendel im Chor von Saint-Martin-des-Champs schwingt aus, und niemand weiß, ob sich die Welt noch dreht ...
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Pressestimmen
»Deutschsprachige Fantasy vom Feinsten, mit charmanter Feder geschrieben.«
Christoph Hardebusch, Autor von »Die Werwölfe«
Leseeindrücke
Der große Ravi
Diese LP beginnt doch gleich spannend, quasi von der ersten Seite an. Verschiedene Personen erzählen aus der Ich-Perspektive, was sich sehr angenehm liest. Der Schreibstil ist meines Erachtens nach etwas gehobener und wirkt intelligent. Leider machen aber diverse Schachtelsätze das Lesen zum Teil nicht ganz leicht. Für mich war der Lesefluss an so mancher Stelle unterbrochen, obwohl ich wirklich ein Vielleser auch anspruchsvollerer Literatur bin. Alles in allem ist ein interessanter Spannungsbogen gespannt und man möchte natürlich nach der letzten Seite der LP wissen, wie es weitergeht. Der Einblick in die Welt der Magie und Zauberei macht Lust auf mehr. Das Cover ist ausgesprochen schön gestaltet. Es greift die Zeit auf, in der der Roman spielt. Dieses Jugendstilcover hatte mich zuvor schon in der Buchhandlung begeistert. Das Buch wirkt geradezu magisch und verträumt zugleich. Ein sehr wertiges Cover. weiterlesen
Die Magier von Montparnasse - Endlich etwas anderes!
Wie auch wahrscheinlich viele andere wurde ich von dem Cover magisch angezogen. - Wie auch vom Klappentext. Endlich keine immerwährende, bittere Liebe, sondern magisches Spektakel und viel Fantasie. Man erwartet eine vollkommen neue Geschichte und bekommt sie anscheinend auch. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, trotzdem ein wenig verschnörkelt und er zog mich richtig in seinen Bann, dass ich das Buch "aussaugen" wollte, damit ich die ganze Geschichte kennen würde, doch ist die Leseprobe noch nicht genug für mich. Ich will mehr! (Und ich brauche mehr!:D) Auch, wenn ich noch nicht viel lesen durfte, bin ich doch schon gefesselt und wenn ich so in mein Bücherregal sehen, währe noch Platz für ein Exemplar. Bald ist Weihnachten, mal sehen, was?:) weiterlesen
Spannung ab dem ersten Satz
Auch ich bin schon seid längerem von diesem Cover fastziniert und da habe ich die Chance ergriffen eine kleine Leseprobe genießen zu können. Genauso Geheimnissvoll wie das Cover ist das Buch selbst auch. Es liest sich für mich sehr einfach. Wenn dann ein Personen wechsel statt findet braucht man erstmal eine weile um sich daran zu gewöhnen, aber es ist auch nur Gewohnheitssache. Immerhin ist es nicht das erste Buch wo ein Personen wechsel stattfindet. Die einzelen Charaktere sind auf dem ersten Eindruck sehr elegant, sympatisch aber auch misteriös. Der Autor beginnt gleich mit der Story und schwafelt erst garnicht rum. Sowas finde ich immer am besten, denn einige Autoren halten sich für mich viel zu viel am Anfang auf und kommen nicht zum Punkt. So kann man seine Fantasie auch viel mehr spielen lassen und auch die Spannung bleibt mehr erhalten. Also bis jetzt kann ich sagen das es Buch nach meinem Geschmack ist und ich mir ernsthaft überlege ob ich es meiner Sammlung hinzufügen sollte. weiterlesen
Ein ungewöhnliches Buch
Schon häufig habe ich im Laden dieses Buch in der Hand gehabt und überlegt, ob ich es kaufen soll. Das Cover ist wunderschön gestaltet und der Umschlagtext verspricht eine interessante Geschichte. Nachdem ich es bisher aber dann doch nicht mitgenommen habe, habe ich mich sehr gefreut, als ich die Leseprobe hier entdeckte. Die Handlung beginnt direkt auf der ersten Seite - man wird praktisch hineingeworfen. Dadurch ist man vom ersten Moment an gefesselt, obwohl es andererseits auch etwas schwieriger ist, in die Situation hinein zu finden, da man nur wenig Vorwissen nutzen kann - eben nur das, was man dank des Umschlagtextes weiß. Die Geschichte wird aus der wechselnden Ich-Perspektive mehrer Personen erzählt. Dies ist mir bislang noch nicht untergekommen, hat aber sehr viel Charme. So kann man sich gut in die verschiedenen Charaktäre hineinversetzen und ihre Gedankenwelt nachvollziehen. Der Sprachstil ist generell sehr angenehm zu lesen. Allerdings neigt der Autor dazu Schachtelsätze zu bilden. Da ich selbst ebenfalls gerne solche produziere, dürfte ich es vielleicht nicht kritisieren. Aber leider machen solche Sätze den Text sehr anstrengend und besonders, wenn man Abends vor dem Schlafen nur noch rasch ein paar Seiten lesen will, muss man sich doch sehr konzentrieren, um dem Autor folgen zu können. Da die Schachtelsätze aber nur ein winziger Kritikpunkt sind, fällt mein Fazit insgesamt sehr positiv aus. Sollte ich das Buch das nächste Mal im Laden sehen, werde ich es sicher nicht wieder liegen lassen. weiterlesen
Rein ins Regal
Das erste was mich an diesem Buch ansprach war das Cover. Kein Foto oder zusammengeschnittenes Titelbild, sondern wie gemalt. Ich persönlich liebe es so in ein Buch hineingeworfen zu werden, auch wenn man auf den ersten Seiten nicht viel begreift. Schon nach den ersten drei Seiten des Probelesens war ich gefesselt von diesem Buch, da mich der Schreibstil und die Charaktere sehr ansprachen. Ich kann dieses Buch allen guten Gewissens ans heerz legen. weiterlesen
Rezensionen
Magische Momente
Zitat “Die Schöpfung als Ganzes schmerzt es nicht mehr diese Variante zu verlieren, als es einen Baum schmerzt, ein Blatt abzuwerfen. Wir dagegen sind die Läuse auf diesem Blatt.“ Inhalt Ravi ist ein Zauberkünstler und zusammen mit seiner Partnerin Blanche hat er das größte Engagement seiner Karriere im Bobino im berühmten Viertel von Montparnasse. Doch in der letzten Vorstellung begeht er einen furchtbaren Fehler. Zwar einen, der ihm selbst und Blanche das Leben rettet, aber auch die Stadt der Liebe zu einem Ort des Schreckens macht. Es gibt nur eine Regel. Benutze niemals echte Magie! Durch den Regelbruch landet die Stadt in einer Zeitschleife und als Ravi am nächsten Morgen erwacht ist es erneut Sonntag und Blanche wacht nicht mehr auf. Dieser Tatsachen aber nicht genüge, tauchen plötzlich weitere Magier auf, die angeblich nur herausfinden wollen, was passiert sei, doch sie könnten ebenso gut von der Gesellschaft sein, die über die Regeln wacht. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, die an jedem Morgen von neuem beginnt. Wie kann man die Ordnung wieder herstellen und welche Rolle spielt Justine, die Kellnerin des Jardin dabei? Ravi steht vor einem Rätsel, das alles Bisherige zu übersteigen scheint. Zum Buch Oliver Plaschka setzt in seinem Erstlingswerk gekonnt auf eine gute Mischung aus Magie, Legenden, Liebe und Intrigen. Mag einem das Buch nach dem ersten Kapitel noch als eine nette Geschichte über Zauberer und Magie erscheinen, wird damit spätestens auf den nächsten Seiten aufgeräumt. Niemand scheint zu sein was er vorgibt und jeder scheint für jemand anderen zu arbeiten. Mit viel Tiefe werden die Figuren zum Leben erweckt und bleiben an mancher Stelle dem Leser bis zum Ende ein Rätsel. So wie auch Ravi in der Geschichte wird man vor ein solches Rätsel gestellt, das nach und nach, ganz nach Manier von Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes, entschlüsselt wird. Einzig die doch recht philosophischen und teils religiösen Verstrickungen führen zu einem Bruch des leichten Leseflusses. Dadurch wurde mir persönlich das Werk an der ein oder anderen Stelle etwas zu langatmig. Fazit Trotzdem verdient das Buch insgesamt die vier Sterne. Ein Muss für Fans von Holmes und guter Fantasy, die zur Abwechslung mal nicht in mehreren Teilen auftritt, sondern am Ende des Buches, so wie es sich für eine Geschichte mit viel Liebeseinfluss gehört, mit einem Happy End auftrumpft. Ausgabe: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥ Spannung: ♥♥♥ Humor: ♥♥ Schlüssigkeit: ♥♥♥♥ weiterlesen
langwierig aber am ende doch sehr gut
Zu Anfang war ich leicht verwirrt da ein und derselbe Sonntag immer wieder stattfindet, ganze 7mal. Jedoch bin ich schnell reingekommen und meine Verwirrung hat sich mit jeder gelesenen Seite mehr und mehr gelegt. Da der Autor eine wirklich schöne Art hat das wissen um die Protagonisten und wieso jemand etwas tut nach und nach preiszugeben. So weiß man mit jedem Sonntag der geschieht besser wieso Micha und Gaspard auf diesem stinkenden Haufen liegen. Genauso erfährt man im grunde auch erst am ende in welcher Beziehung die einzelnen Personen zueinander stehen und das hat mich wirklich überrascht. Genauso wie die letzten 3Seiten in dem man die Begegnung von Justine und Gaspard lesen kann wie sie gewesen wäre, wenn die Magie nicht "eingegriffen" hätte in den normalen Lauf der Dinge. einfach toll weiterlesen
Die Magier von Montparnasse
Der Autor: Oliver Plaschka, geboren 1975, studierte Anglistik und Ethnologie an der Universität Heidelberg und ist Mitverfasser des »Narnia«-Rollenspiels. Für »Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew« wurde er 2008 mit dem Deutschen Phantastikpreis für das beste deutschsprachige Romandebüt ausgezeichnet. Oliver Plaschka lebt in Speyer. Das Cover.... ist wirklich passend zum Buch gewählt und gefällt mir sehr gut! Das Buch: Ravi ist ein Zauberkünstler der 20ger Jahre. Er hasst die Tricks, mit denen er arbeitet,denn er beherrscht echte Magie,die er jedoch nicht anwenden darf. Doch eines Tages muss er sie dann doch anwenden,um seine Freundin und Assistentin zu retten. Sieben Tage lang befindet er sich nun in einer Zeitschleife. Während sich für "normal sterbliche" sieben Tage lang jeder Tag aufs neue wiederholt,bekommen die Magier alles ganz genau mit... Mein Fazit: Ein Buch, welches nicht einfach zu lesen ist. Es hat viele längen,die es zu überwinden gild;doch die Hartnäckigkeit zahlt sich aus! Wer es schafft , bis zum Schluss durchzuhalten,wird mit einem wirklich ungewöhnlichem und einzigartigen Buch belohnt! weiterlesen
Oliver Plaschka – Die Magier von Montparnasse
Oliver Plaschkas Buch spielt in den Zwanziger Jahren in Paris, und es beginnt in einem Varieté, in dem ein Zauberkünstler durch einen Fehler bei einem Zauberkunststück gezwungen wird, vor aller Augen echte Magie anzuwenden, um sein und seiner Assistentin Leben zu retten. Dies ist laut Zauberer-Codex verboten und hat nun einen Bruch im Realitätsgefüge zur Folge. Schon nach kurzer Zeit tauchen diverse Sendboten des Zaubererrates, der „Stillen Gesellschaft“, auf, um sich um Ravi, seine Assistentin und das entstandene Problem zu kümmern. Der Anfang des Buches hat mir zunächst sehr gut gefallen. Oliver Plaschka ist durchaus vergleichbar mit Ravi, seinem Zauberkünstler, denn auch er erschafft durch seine Worte Illusionen, die Bilder der Geschichte, in meinem Kopf. Er ist sehr wortgewandt und gebildet und seine Sprache hat mir großen Spaß gemacht. Die meisten der handelnden Personen kommen selbst zu Wort, denn die Geschichte wird aus dem Blickwinkel der verschiedenen Menschen erzählt, was mir total gut gefällt, denn oftmals erlebt man die selbe Episode aus ganz verschiedenen Perspektiven, so dass sie hier und da in gänzlich anderem Licht erscheint. Dennoch hat das Buch dann im Laufe der Geschichte an Fahrt verloren, bis zu etwa zwei Dritteln wirft Oliver Plaschka Frage um Frage auf und kaum ein Sachverhalt klärt sich zufriedenstellend und ließ zumindest mich in unsäglicher Verwirrung zurück. Der letzte Teil erklärt dann ein wenig, aber für meinen Geschmack wird Spekulationen zu viel freier Raum gelassen, denn ich bin nicht gut darin, zwischen den Zeilen zu lesen – und klare Worte findet Oliver Plaschka nur sehr wenige. Ich habe am Schluss leider nicht alles verstanden, und das finde ich sehr schade, denn ich mochte den Stil sehr, ich mochte die Protagonisten, ich mochte die Art der Geschichte und hätte mir eine schöne Auflösung gewünscht. So war ich am Schluss enttäuscht, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden und ich vergebe daher Note drei. weiterlesen
Immer wieder Sonntag
Meine Bibliophilie ist zwar keine lebensbedrohende Sucht, sie würde mich aber ruinieren, wenn ich sie vollkommen aus den eigenen finanziellen Mitteln finanzieren müsste. Zum Glück gibt es im Netz ein Bonusprogramm, welches mir immer wieder zu Büchergutscheinen verhilft und es gibt diverse Portale, auf denen man als Testleser fungieren kann. Auf vorablesen.de wurde ich nach Hinterlassen meines Eindrucks über die Leseprobe wieder einmal aus dem Lostopf gezogen, per Email darüber informiert und sollte Anfang der darauffolgenden Woche, ein Exemplar des Fantasyromanes "Die Magier von Montparnasse" von dem deutschen Autor Oliver Plaschka zugeschickt bekommen. Oliver Plaschka - wer ist das? Da ich von der Leseprobe gefesselt war und schon wieder einmal von dem Autoren bislang noch nichts gehört und gelesen hatte, informierte ich mich über ihn im Internet. Der 1975 geborene Schriftsteller studierte in Heidelberg Ethnologie und Anglistik und promovierte im Jahr 2009. Er arbeitet als Übersetzer und verfasst auch zahlreiche Kurzgeschichten. Im Jahr 2007 erschien im Feder und Schwert Verlag Mannheim sein erster Fantasy Roman „Fairwater“, für den er 2008 mit dem Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt ausgezeichnet wurde. Im Februar 2010 erschien nun im Klett Cotta Verlag sein zweiter Roman. Die Magier von Montparnasse. Der Magier und Bühnenzauberer Ravi bekommt mit seiner Assistentin Blanche ein siebentägiges Engagement im „Bobino“, einem Varieté am Montparnasse. Dort arbeiten sie mit Tricks, Illusionen, Kostümen und viel Show. Fünf Tage lang geht alles gut, doch am sechsten Tag missglückt ein Trick. Um seines und vor allem Blanches Leben zu retten, ist Ravi gezwungen, echte Magie einzusetzen. Doch damit macht er die geheime Société auf sich aufmerksam. Diese wacht über alles Magische und bestimmt, wann und wo Magie eingesetzt werden darf. Aus diesem Grund hält sie die Zeit an und versendet verschiedene andere Magier, um Ravi und Blanche zu bestrafen. Doch die Zeit steht nur für normale Menschen still, sie leben und handeln zwar auch, haben die Ereignisse jedoch am nächsten Tag wieder vergessen. Die Magier hingegen hängen in einer Schleife zwischen Traum und Wirklichkeit fest, erinnern sich, wissen um das Geschehen. Für sie ist immer wieder Sonntag… Zuviel des Guten Ich freute mich schon unheimlich auf das Buch und wollte noch an dem Tag, an dem ich es bekomme beginnen zu lesen. So wählte ich bis dahin aus meinem Stapel ungelesener Bücher nur relativ schnell zu lesende Exemplare aus. Doch meine Geduld wurde ein bisschen auf die Probe gestellt. Mo, Di, Mi, Do, jeden Morgen wartete ich sehnsüchtig auf die Post, nur um dann enttäuscht feststellen zu müssen, wieder nichts dabei. Inzwischen lag es sogar schon in den Buchhandlungen. Freitag war es dann endlich so weit. Kurz nach 9 klingelte der Postbote und ich hielt es in meinen Händen. Bevor ich beginnen konnte, musste ich noch ein bisschen arbeiten, aber am Nachmittag ging es los: Am Anfang des ersten Kapitels, hatte ich noch gar nicht das Gefühl in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurückversetzt zu sein. Künstler, die um Engagements buhlen müssen, gibt es auch heute noch – und ich kenne viele. Und wenn die nicht genau das bieten, was die breite Masse will - nackte Haus und vielleicht sogar Blut - dann Halleluja. Der Autor scheint da sehr nah am Geschehen zu sein und beginnt seinen historischen Fantasyroman fast zeitkritisch. Doch kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, hatte er es doch geschafft, mich durch seinen bildhaften Schreibstil in die Welt von Ravis Bühnenshow am Varieté und in sein Umfeld zu ziehen. In den ersten beiden Kapiteln, aus denen auch die im Vorfeld veröffentlichte Leseprobe bestand, war noch alles flüssig-schlüssig. Lebendige Bilder leiteten die Geschichte ein und versprachen mir ein spannendes, fantasiegeladenes Abenteuer, gewürzt mit historischen Hintergründen, Geheimnissen und einem guten Schuss Magie. Leider muss ich sagen, dass dieses Versprechen nicht gehalten wurde. Viel zu schnell schlichen sich die ersten Längen ein. Der Autor verwendet die Ich-Perspektive, sogar mit sieben verschiedenen Erzählern. Hauptfiguren, die damit - jeweils aus ihrer Perspektive - das Geschehen mitteilen und diverse Gespräche führen. Der Leser lernt die Protagonisten durch ihre eigenen Aussagen, aber auch durch die Gedanken, Gefühle und Aussagen der anderen kennen. Dabei verliert sich der Autor jedoch viel zu oft in langen philosophischen Dialogen. Diese sind zwar genau wie verwendete Personen- oder Ortsbeschreibungen und Vergleiche sprachlich wunderschön, ausgefeilt und wohl durchdacht, doch mindern sie die Spannung übermäßig. Auch mit den vielen Erzählern hat sich der Autor übernommen. Meiner Meinung nach hat er es nicht geschafft, jeder der Figuren den unverwechselbaren Stil zu geben, der dem Lesefluss zuträglich gewesen wäre. Hatte er sich mal wieder in mit Philosophie geladenen Dialogen in für die Handlung unwichtigem verloren, kam ich als Leser regelrecht durcheinander. Teilweise musste ich sogar zurück blättern, um mir noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wer jetzt eigentlich „spricht“. An anderen Stellen hatte ich das Gefühl, dass die Aussagen des jeweiligen Erzählers zu hochtrabend waren, zu dem Bild, was mir im Vorfeld über die Figur vermittelt wurde. So schleppte sich die Handlung dahin. Selbst das Auftauchen weiterer, durchaus interessanter Personen und ihre Rollen im Geschehen, konnten den ständig unterbrochenen Spannungsbogen nicht kitten. Mit der Auflösung hat mich der Autor dann allerdings noch überrascht. Doch bis dahin war es ein hartes Stück Lesearbeit. Alles in Allem bin ich nach dem Lesen von „Die Magier von Montparnasse“ sehr zwiegespalten. Ich persönlich konnte zwar hin und wieder über die Dialoge herzhaft schmunzeln, steckt hinter ihnen doch ein großer auch für die Jetztzeit anwendbarer Wahrheitsgehalt. Weiterhin finde ich die Idee, die der Geschichte zugrunde liegt, nach wie vor sehr interessant und die Sprache des Autors wunderbar. Nur leider hat er die eigentliche Handlung, mit einem eindeutigen zu Viel an Philosophischem, bei dem er zu gern in für den Plot Unwichtiges abschwiff und trotzdem tröpfchenweise wichtige Informationen versteckt für diesen bereit hielt, regelrecht zerredet. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen. Klett Cotta Verlag 2010 ISBN 978-3-608-93874-6 400 Seiten Derzeit nur als Ausgabe mit festem Einband für 21,90 € im deutschen Buchhandel erhältlich. weiterlesen

