
Beschreibung
London, 1896: Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in die Vergangenheit, um seine große Liebe wiederzugewinnen. Die junge Claire macht eine Zeitreise aus dem viktorianischen London ins Jahr 2000 und trifft den Mann, den sie in der Zukunft lieben lernte, in ihrer Zeit wieder. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der seine Opfer mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar zusammen. Nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit. Ein Fest der Phantasie, in dem der Leser Jack the Ripper begegnet und H.G. Wells, den Erfinder der Zeitmaschine, in einer völlig überraschenden Rolle kennenlernt.
London, 1896: Andrew hat die Liebe seines Lebens verloren. Zu lange zögerte er, seinem adligen Vater die Liebe zur Prostituierten Marie zu gestehen. Als sich Andrew endlich dazu durchringt, ist es zu spät. Marie wurde auf grausame Weise von Jack the Ripper ermordet. Acht Jahre später will Andrew sich das Leben nehmen, geplagt von Schuldgefühlen und Sehnsucht. Doch sein Cousin hält ihn davon ab. Denn der hat von einer Möglichkeit erfahren, wie man Maries Leben retten kann. Die Agentur für Zeitreisen Murray organisiert Reisen in die vierte Dimension. Kann man in die Vergangenheit zurück und Fehler wiedergutmachen? Unterdessen findet Claire Haggerty mit ihren modernen Ansichten im viktorianischen London keine Freunde und verliebt sich in einen Mann aus der Zukunft. Zeitreisen Murray macht’s möglich. Der Geliebte reist ihr nach in ihre Zeit und schreibt ihr mit der Hilfe von H.G. Wells sehnsüchtige Liebesbriefe. Inspektor Garrett soll drei Morde aufklären, die mit Waffen begangen wurden, die es noch gar nicht gibt. Ein dämonischer Bibliothekar führt alle zur Landkarte der Zeit, in der die Geschichten zusammenfinden. Gibt es die Zeitreisenden wirklich? Was ist Wahrheit, was Erfindung? Was beweist es, dass man einen Brief von sich selbst aus der Zukunft erhält? Bis zur letzten Seite spielt Félix J. Palma in diesem atemberaubenden Roman mit unseren Erwartungen. In einem sich immer schneller drehenden Wirbel der Phantasie werden wir von einer Parallelwelt in die nächste geschleudert. Staunen und Schrecken garantiert!
Autoren
Extras
Zusatzinformationen
Presse
Pressestimmen
«Ein Bestseller, den jeder Literaturprofessor in der U-Bahn lesen kann, ohne sich zu schämen.» Público
«Die Geschichten dieses Romans haben eine magnetische Anziehungskraft und hinterlassen glückliche Leser.» Mercurio
Leseeindrücke
Die Idee der Zeitreise
Der Einstieg in die LP fiel ab Kapitel 25 nicht ganz leicht. Man gewinnt nur einen ungefähren Eindruck, hat das Gefühl, Wichtiges bereits verpasst zu haben und weiß nicht so recht, wie die Handlungsstränge zusammengehören, bzw. sich zusammenfügen mögen. Der Schreibstil des Autos ist trotz alledem mitreißend und die gelesenen Zeilen wirken spannend. Leider schafft der allwissende Erzähler in meinen Augen aber zu viel Distanz zwischen den Figuren und dem Leser. Die Idee des Buches hatte mich bereits beim ersten Kontakt mit diesem Buch interessiert. Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Es passt zum Thema und zur beschriebenen Zeit. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. weiterlesen
interessanter Ansatz- noch nicht ganz überzeugend
„Die Landkarte der Zeit“ von Félix J. Palma. Der Klappentext hat sofort mein Interesse geweckt. Die LP aus der Mitte des Buches hat mich dann aber nicht ganz überzeugt. Dies mag daran gelegen haben, dass ich nicht wusste was auf den 380 vorherigen Seiten passiert war. Ein Hochstapler, Tom, der sich in die aus der gehobenen Londoner Schicht der Jahrhundertwende stammende Claire verliebt, gibt sich als Zeitreisender aus, und die junge Frau fällt sofort, ohne seine Aussagen ansatzweise zu hinterfragen, auf ihn herein. Der Schreibstil ist angenehm, leicht zu lesen und ich denke, wenn man das Buch von Beginn an liest, könnte es den Erwartungen aus dem Klappentext gerecht werden. weiterlesen
Die Landkarte der Zeit
Katie und Mia Green sind zwei Schwestern mit sehr unterschiedlichen Charakteren. Da ist die bodenständige Katie, die mitten im Leben steht und auf der anderen Seite die wankelmütige und lebenshungrige Mia. Trotz einiger Schwierigkeiten in der Vergangenheit verstehen sich die beiden doch recht gut. Bis eines Nachts Katies Telefon klingelt und sie erfährt, das ihre Schwester auf Bali tödlich verunglückt ist. Die dortigen Behörden vermuten es war Selbstmord. Doch eigentlich sollte Mia gar nicht auf Bali sein. Eine sehr interessante und spannende Geschichte, die mit Sicherheit noch die eine oder andere Überraschung bereit hält. War es wirklich Selbstmord oder was steckt dahinter? Lucy Clark ist es gelungen einfühlsam und spannend zugleich zu schreiben, sie hat es geschafft mich in ihren Bann zu ziehen und mich neugierig gemacht auf das was da noch kommen mag. Ich denke, das sich hinter dieser Leseprobe ein sehr gutes Buch verbirgt, das es wert ist gelesen zu werden. weiterlesen
Interessanter Titel zu zwei unterschiedlichen Schwestern
Ich werde mich noch gleich weiter in die Leseprobe vertiefen, aber das, was ich bisher gelesen habe, klingt nach einem spannenden Roman, in dem es um Katie geht, die den Tod ihrer Schwester Mia aufklären will. Katie ist im Glauben, das Mia in Australien ist, doch sie wurde auf Bali gefunden, vermutlich gestürzt. Ich bin schon ganz gespannt darauf, zu lesen, wie es weiter geht. Das Buch klingt echt super interessant. weiterlesen
ein Lügenmärchen über ein Lügenmärchen über ein Lügenmärchen
Mit Satzsprenkeln, die für das Zeitfenster, in der die Szene auf dem Londoner Markt spielt, unüblich sind erzeugt Palma Spannung. Der Erzähler steht dicht bei den Personen, kann ihre Gedanken lesen, bleibt neutral. Gelegentlich beschreibt er das Setting in bildreichen Worten, damit sich der Leser zunehmend in der Geschichte zurechtfinde. Tom, die männliche Hauptperson der Leseprobe, ein womöglich der Zeitreise kundiger Mann, scheint ungeachtet seines Auftrags, hauptsächlich damit beschäftigt , Claire zu verführen. Es lassen sich Männer in der Regel weniger abenteuerliche Geschichten einfallen, um eine Frau ins Bett zu quatschen. Wenn man dem Roman literarischen Anspruch unterstellen möchte, dann könnte dieser drängende Lusttrieb eine Metapher sein. Für Toms Lebendigkeit, für seine reale Existenz, zu der er aus noch unbekannten Gründen anscheinend den Bezug verloren hat. Spannend und interessant. weiterlesen
Rezensionen
Die Landkarte der Zeit
Inhalt London im Jahre 1896: Andrew verliert durch einen Mord seine große Liebe . Er sieht seine letzte Chance, in die Vergangenheit zu reisen und sie vor dem Mörder Jack the Ripper zu retten. Leider kommt alles nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Claire dagegen versucht in die Zukunft zu reisen. Sie hat das viktorianische London satt und will einfach nur fliehen. Und wie es so kommt, verliebt sie sich dort in einen Hauptmann. Eine romantische, aber auch gefährliche Zeit beginnt. Und Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der mit seltsamen Waffen tötet und er merkt, das die beiden anderen Geschichten irgendwie zusammen laufen...... Meinung Also, dieses Mal fällt es mir richtig schwer, für dieses Buch eine Rezension zu schreiben. Von Anfang an kam ich überhaupt nicht in die Geschichte hinein. Alles ist sehr verwirrend und ich kam mir teilweise richtig veräppelt vor. Die Handlungsstränge ziehen sich alle in die Länge, und ich mußte mich überwinden, diesen Roman fertig zu lesen. Und das viel mir bei 767 Seiten gar nicht so einfach. Aber ich kämpfte mich durch. Die Spannung blieb total aus und die Handlungen wurden teilweise richtig kitschig und unverständlich beschrieben. Eines kommt zum Anderen, aber einen wirklichen Sinn dahinter gibt es nicht. Für mich bleibt jetzt immer noch ein Rätsel, was dieses Buch mit einem Zeitreiseroman zu tun hat. Es war alles nur Lug und Trug und die gesamten Charakteren im Buch haben sich total beeinflussen lassen und haben es nicht einmal „geschnallt“, das alles nur Täuschung ist. Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig und ziemlich platt. Für mich zu ironisch und verworren. Mein Lesefluß wurde auch durch die persönlichen Wortmeldungen des Erzählers gehemmt, welche meines Erachtens nicht sein mußten. Auch das Ende hat mich genervt und ich war dann doch froh, als ich die letzten Seiten gelesen hatte. Normalerweise vergebe ich ja nicht so schnell nur ein Buchherzen. Aber „Die Landkarte der Zeit“ war für mich das momentan schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. (und ich lese ziemlich viel). Cover Das Cover ist ganz in Ordnung und passt zum Thema. Auch die braune Farbauswahl fügt alles zu einem normal Ganzen zusammen. Fazit Für mich ist „Die Landkarte der Zeit“ ein absolut verworrenes und nicht interessantes Buch das mich mehr genervt als unterhalten hat. Spannung hat sich keine aufgebaut und ich fühlte mich teilweise nicht ernst genommen. Es erhält von mir 1 von 5 Sternen und diesmal leider keine Leseempfehlung. weiterlesen
Liebevoll, lustig, spannend, intelligent. Ein bezaubernder Roman!
Die drei Geschichten durch die uns der Erzähler leitet spielen im London, Ende des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum steht der Schriftsteller H.G. Wells, der in jeder der einzelnen Geschichten auftaucht. [Es folgen nur kleine Spoiler zum Handlungsverlauf, jedoch keine wichtigen Informationen zum interessantesten Teil des Plots.] Andrew Haarington verliebt sich in die Prostituierte Marie Kelly, die in einem der ärmsten und gefährlichsten Viertel Londons arbeitet. Eine ungleiche Liebe zwischen einem jungen Mann aus gutem Hause, der ein umfangreiches Erbe erwarten kann und der rothaarigen Irin mit den faszinierenden Augen, die das harte Los ihres Lebens als Prostituierte trägt. Es ist das Jahr 1888 und Jack the Ripper nimmt Andrew auf bestialische Art und Weise seine Liebe. Acht Jahre verkriecht sich Andrew, von Trauer zerfressen in Alkohol und Opium. Bis er am Todestag, acht Jahre nach dem Mord an Marie beschließt, sterben zu wollen. Doch bevor er sich das Leben nehmen und so seinem trostlosen Dahinvegetieren ein Ende setzen kann, hält ihn sein Cousin und Ziehbruder Charles auf. Um Andrew zu retten, erzählt er ihm von der neusten Erfindung und Zeivertreib der Reichen: Zeitreisen. Angestoßen durch den Roman von H.G. Wells wurde eine Maschine entwickelt, die es ermöglicht in die Zukunft zu reisen. Andrew schöpft Hoffnung und zusammen mit seinem Cousin macht er sich auf dem Weg zu dem Unternehmen das Zeitreisen anbietet "Zeireisen Murray" um zu erfahren, ob er durch eine Reise in die Vergangenheit seine Liebe vor dem Tod bewahren kann. In der zweiten Geschichte erfahren wir vom Leben Clair Haggerty, die sich absolut fehl in ihrer Zeit fühlt. Weder hat sie das Bedürfnis, sich einen reichen Mann zu suchen und eine Familie zu zeugen, noch kann sie verstehen, warum es Frauen verwehrt bleibt, an der Universität zu studieren. Als einziger Ausweg erscheint ihr der Tod. Als ihre Freundin Lucy kurzerhand Plätze für die zweite Reise in die Zukunft, die von der Firma "Zeitreisen Murray" angeboten werden, organisiert, ist es die Gelegenheit für Clair ihrem Leben im London des 19. Jahrhundert ein Ende zu setzen: Sie wird in der Zukunft bleiben. Bei dieser Reise in die Zukunft verliebt sie sich in den tapferen Hauptmann Sheckleton, der den Krieg gegen die Maschinen anführt, welche im London des Jahres 2000 die Herrschaft an sich gerissen haben. Sie begegnet Shackelton in der Zukunft, doch bevor sie bleiben kann, holt der Leiter der Expedition sie zurück. Wieder im London des 19.Jahrhunderts angekommen trifft Clair überraschend Shackleton wieder. Hat ihre Liebe eine Chance? Scotland-Yard-Inspektor Colin Garrett wandelt in der dritten Geschichte auf den Spuren eines Mörders, der mit Waffen tötet, die eindeutig aus der Zukunft kommen. Ist es ein Zeitreisender? Und welche Motive hat er für seine Morde? Und wie passt H.G. Wells in diese Geschichte? Viele Fragen finden im letzten Teil ihre Auflösung, inklusive einem fulminanten Finale! Liebevoll erzählt der Autor Felix J. Palma die Geschichte, führt uns durch die einzelnen Kapitel und entführt uns detailliert in das London des 19.Jahrhunderts. Die Charaktäre von denen uns der ein oder andere bekannt sein dürften, werden mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Der Plot ist originell und die Geschichte wenig vorhersehbar. Es hat mir viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich werde mir wohl auch den zweiten Teil "Die Landkarte des Himmels" bei Zeiten besorgen. weiterlesen
Zeitreisen: einen Beweis gibt es nicht
Der Spanier Félix J. Palma ist gelernter Werbe¬fachmann in Sevilla, jedoch verdient er sein Geld mit seinen Büchern. Viele Preise und Auszeichnungen hat er bisher eingeheimst. Sein Bestseller „Die Landkarte der Zeit“ ist bisher in über zwanzig Sprachen ¬übersetzt worden. Inhalt: Die Geschichte spielt sich zum Ende des 19. Jahrhunderts in London ab. An sich ist das Buch in drei große Teilen unterteilt. 1.Teil: Der Adlige Andrew trauert um seine Geliebte. Sie war Prostituierte und wurde von Jack the Ripper ermordet. Er tut die Agentur Zeitreisen Murray auf und reist mit deren Hilfe in die Vergangenheit, um seine Marie zu retten. 2.Teil: Hier geht es um die junge Claire. In die viktorianische Epoche hineingeboren, fühlt sie sich einfach nicht wohl und erträumt sich ein Leben 21.Jahrundert. Hauptmann Shackleton ist es, in den sie sich dort verliebt. 3.Teil: Drei Morde werden begangen mit Waffen, die Ende des 19. Jahrhunderts noch gar nicht erfunden waren…. Meinung: Eine Beurteilung dieses Buches fällt schwer. Zu oft habe ich mich vom Autor einfach als Leser nicht ernst genommen gefühlt. Als allwissender Erzähler reitet der Autor wiederholt auf dieser Tatsache herum. Scheinbar kann er sich nicht vorstellen, dass der Leser dies selbst merkt. Außerdem gab es zig Stellen im Buch, die in etwa so lauteten: „geschätzter Leser“. Diese ständige Beweihräucherung war schwer zu ertragen. Obwohl der Schreibstil teilweise sehr gehoben ist, und es auch ein paar Stellen gab, die ich als spannend empfand, habe ich doch all die Dinge vermisst, die der Klappentext prophezeite. Das Buch ist an zig Stellen zu langatmig und aufgebauscht, diverser unendliche Bandwurmsätze verderben das Lesevergnügen. Ich habe mich stetig weiter durch das Buch gekämpft, in der Hoffnung, es möge noch besser werden, von dem ich eigentlich nur sagen kann, dass das Ende, in etwa die letzten 120 Seiten spannend waren. Sehr schade. Die Idee an sich klang toll, aber für diese Enttäuschung ist der Originalpreis des Buches einfach zu hoch. Cover und Titel: Das Cover finde ich sehr schön gestaltet. Es passt zum Thema und zur beschriebenen Zeit. Leider findet die Landkarte der Zeit meines Erachtens nach im Roman zu wenig Raum. Fazit: Ein dicker Wälzer, der mich eher genervt hat, als mich zu unterhalten. Ich hatte mir anhand der Beschreibung so viel mehr erhofft und bleibe enttäuscht zurück. Zwar mögen zum Schluss alle Handlungsstränge zu einem zusammenfinden, aber als Leser wurde ich absolut nicht überzeugt und ernst genommen. Ich würde das Buch kein zweites Mal lesen wollen. weiterlesen
eigene Meinung
Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich zu Beginn noch skeptisch war. Mia und Katie sind zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Katie lebt das Leben sehr gewissenhaft, sieht gut aus, hat einen erfolgreichen Beruf und ist verlobt. Sie hat keine Geldprobleme und scheint zu frieden. Mia hingegen lässt die Situationen des Lebens auf sich zu kommen, gattert sich von Geld zu Geld und lebt spontan. Sie ist das ganze Gegenteil von Katie und tut immer das, was sie auch tun will. Es wird nichts geplant. Eine richtige Familie haben die beiden nicht, denn der Vater ist abgehauen und die Mutter ist an Krebs gestorben. Obwohl die beiden so verschieden sind, leben sie zusammen in einer Wohnung, bis Mia plötzlich mit ihrem langjährigen Freund verreisen will. Es soll nach Maui zum ihrem Vater gehen, den sie kennen lernen will. Sie ziehen von heute auf morgen los, spontan, jung, unternehmenslustig. Als Katie eines Tages den Anruf von der Polizei bekommt, dass ihre Schwester in Bali von einer Klippe gefallen ist, beginnt das Buch erst wirklich. Warum Bali? Wie kann Mia dort sterben, wenn das garnicht als Ziel gedacht war? Was ist mit ihrem langjährigen Freund? Katie gelangt an Mias Tagebuch und beschließt die selber Reiseroute zu nehmen, wie ihre Schwester. Stück für Stück soll Mias Leben nachgestellt werden, um endlich hinter das Geheimnis ihres Todes zu kommen. Den Leser erwartet ein seltsam spannendes Tagebuch, was Katie merken lässt, dass sie ihre Schwester eigentlich garnicht kannte. Sie wird mehr als einmal ruckartig in das Leben ihrer Schwester geführt und lüftet ihre dunkelsten Geheimnisse. Natürlich wird an dieser Stelle nicht mehr zum Buch verraten, nur eins noch: Es lohnt sich. Die Autorin schafft es, diese wundervolle Idee, in einen hervorragenden Schreibstil zu betten und schafft mit schönen Formulierungen und der Lesestimmung ganz eigene Empfindungen beim Leser. weiterlesen
Von Morgen bis Vorgestern
Für dieses Buch trifft die Behauptung zu, dass man sich immer zweimal im Leben trifft. Mein Buchhändler hat es mir empfohlen, als es gerade neu erschienen war, doch ich entschied mich für ein anderes. Dafür habe ich es dann im Urlaub, in einer kleinen Buchhandlung, wieder getroffen und mich sofort dafür entschieden, dass jetzt der Zeitpunkt für diese Lektüre gekommen war. Der Titel „Die Landkarte der Zeit“ klingt malerisch und es ist tatsächlich eine außergewöhnliche Geschichte, genauer gesagt sind es sogar drei Geschichten, die jedoch alle zusammen hängen und sich am Ende zu einer verweben. Félix J. Palma schreck zudem nicht davor zurück auch den Erzähler zu Wort kommen zu lassen. Dieser vermittelt dem Leser, obwohl er gesichtslos bleibt das Bild eines eigenwilligen, manchmal zynischen und ein bisschen übellaunigen Charakters, der sich selbst zudem als allwissend bezeichnet. Natürlich steht er damit recht allein auf verlorenem Posten, da die moderne Literaturwissenschaft inzwischen davon Abstand nimmt, einem Erzähler die gottgleiche absolute Allwissenheit zuzugestehen. Doch der Erzähler weiß zweifelsohne genug und alles was er wissen muss und er spannt den Leser damit auf die Folter, da er sein Wissen zu Weilen nur ungern oder in streng bemessenen, kleinen Portionen teilt. Besonders amüsant sind die erzählerischen Kunstkniffe, die den Erzähler zum Unterhalter machen, während ein offensichtlich langwieriges Geschehen der Handlung überbrückt werden muss. Gerade in einem Buch, das mit dem Thema Zeit kokettiert ist dies ein wirklich gelungener Schachzug. Neben diesen Besonderheiten wird der Leser jedoch mit langwierigen Passagen gequält, die er jedoch gerade so erträgt, weil sie immer wieder durch wirklich mitreißende und abenteuerliche Gedanken gespickt sind. Das wirklich faszinierende ist nicht der Gedanke des Zeitreisens oder wie dieser aufgegriffen wird. Hier ist, wie immer in solchen Fällen das Spiel mit dem vorher, nachher und jetzt besonders raffiniert. Für viele der daraus erwachsenden Probleme gibt es gute Lösungen, doch wie immer bei einem Thema, was das jetzt verändert und den Veränderer wieder ins Jetzt treten lässt, gibt es auch hier kleine Unschärfen und Krater am Rande, die den menschlichen Verstand wohl einfach übersteigen. Um hier nicht zuviel vorweg zu nehmen, soll darüber auch gar nicht zu viel verraten werden. Viel raffinierter ist die Perspektive auf die unterschiedlichen Szenen, die emotional und nüchtern betrachtet werden und durch die verschiednen Akteure immer wieder ein subjektives Zerrbild der Realität vorweisen, welches der Leser zu einem Gesamtkonstrukt verbinden kann, um schließlich beinah genau so allwissend zu sein, wie der Erzähler. weiterlesen

