Rezensionen

Hier finden Sie alle Rezensionen zum Buch nach Erstellungsdatum sortiert.

1

...das Buch hat jetzt lange genug auf meinem Nachtisch gelegen, ich werde es wohl nicht mehr lesen. Das ist erstaunlich, weil ich das normalerweise gar nicht kann, wenn ich ein Buch angefangen habe. Man möge mir das nachsehen, denn ich habe mir wirklich Mühe gegeben damit. Ich konnte von Anfang an keine Sympathien für die Charaktere aufbauen, und die Geschichte hat mich einfach runtergezogen. Das ist an sich keine Kritik an dem Buch, denn ich befürchte solche Dinge geschehen wirklich, und an sich schreibt Roger Smith auch gut. Ich glaube, dass mich das Buch nicht anspricht ist weniger sein Fehler als meiner, aber irgendeine Bewertung muss ich ja leider abgeben. Für mich persönlich waren es am Anfang zu viele Wechsel, zu viele Personen und zu viele Intrigen auf einmal.

4

 

Die verheiratete Rosie Dell trifft ein letztes Mal ihren Geliebten, den reichen Geschäftsmann Ben Baker, der gleichzeitig ihr Chef ist, als dieser ermordet wird, weil er für einen korrupten Minister zu einer Gefahr geworden ist. Rosie Dell kann zunächst fliehen, aber der Mörder spürt sie auf und drängt das Auto der Familie in den Abgrund. Rosie Dell und die beiden Kinder sterben, Robert Dell überlebt verletzt. Dann hängt man ihm auch noch den Mord an seiner Familie an und plant seinen Tod in einem berüchtigten Gefängnis. Sein verhasster rassistischer Vater befreit ihn. Er war früher ein CIA-Killer und hat viel Blut an den Händen. Sein Sohn hat sein Leben lang alles bekämpft, wofür sein Vater stand, aber nun stehen sie auf derselben Seite und begeben sich auf einen Rachefeldzug, in dem sie abwechselnd Verfolger und Verfolgte sind, Täter und Opfer.

In seinem dritten Roman nach Kap der Finsternis und Blutiges Erwachen zeichnet Roger Smith wieder ein düsteres Bild von Post-Apartheid Südafrika und richtet seinen ganzen Zorn gegen die allgegenwärtige Korruption und den Machtmissbrauch. Die Korruption reicht bis in die Regierungsspitze.Selbst ein Minister hat Auftragskiller auf seiner Gehaltsliste, und so kann der skrupellose Zulu Inja Mazibuko ungestraft unzählige Menschen ermorden. Wo es keine Gerechtigkeit gibt, bleiben nur Rache und Selbstjustiz, und die wenigen Gerechten, die für demokratische Strukturen kämpfen wie der Ex-Polizist Zondi, stehen auf verlorenem Posten.

Der Autor geißelt aber auch die Einstellung der Regierungsspitze zu dem Riesenproblem Aids/HIV. Obwohl Südafrika bezüglich der Aidserkrankungen und Aidstoten den absoluten Spitzenplatz in der Welt einnimmt, sind die medizinischen Erkenntnisse über Ursachen, Prävention und Behandlung von Aids für die Mächtigen nur Lügen der Weißen. Für die Bevölkerung gibt es unsinnige Verhaltensmaßregeln, und die Regierung unternimmt nichts, um die Seuche wirksam zu bekämpfen. Die Ignoranz der Politiker kostet Hunderttausende von Südafrikanern das Leben. Aberglaube und falsch verstandenes Traditionsbewusstsein spielen hier ebenfalls eine Rolle.

“Staubige Hölle” ist ein spannender, gut geschriebener Roman, aber er ist so düster und ohne Hoffnung, dass der Leser angesichts dieses Porträts der Republik Südafrika in absehbarer Zeit dort garantiert keinen Urlaub plant.

 

5

Packend und erschütternd

Roger Smith beschreibt in seinem Roman "Staubige Hölle" ein Südafrika, das diesen Namen wirklich verdient.
Als Leser wird man sofort in diese Hölle hineinkatapultiert und es gibt bis zum ( bitteren ) Ende kein Entkommen.
Hier wird nichts beschönigt oder verschleiert, im Gegenteil, die Story wird knallhart erzählt und Hoffnungen werden nur ansatzweise geweckt.
Der Schreibstil von Roger Smith ist fesselnd und die relativ kurzen Kapitel machen es fast unmöglich, eine Pause einzulegen.

Ein grandioses Buch, dem ich gerne 5 Sterne vergebe.

 

4

Robert Dell muss hilflos mit ansehen, wie bei einem schrecklichen Autounfall seine Frau und seine beiden Kinder sterben. Doch damit nicht genug, jemand hat das Auto absichtlich mit einem Truck gerammt. Zudem erfährt Dell dann auch noch, dass seine Frau ihn betrogen hat. Was die Frage aufwirft, ob er selbst den Mord begangen hat. Dell flieht, entschlossen, den wahren Mörder zu überführen. Hilfe bekommt er dabei von seinem Vater, einem abgebrühten Killer, der Frau und Sohn im Stich ließ, lange im Knast saß und todkrank ist.
Zeitgleich ist der wahre Mörder dabei, eine weitere junge Frau zu heiraten, die sechzehnjährige Sunday, deren Familie er bereits ermordete. Ihm auf den Fersen ist Disaster Zondi, der entschlossen ist, alles zu versuchen, ihn dingfest zu machen. So beginnt eine wilde Jagd voller Gewalt, Mord, Hass, Rassismus und blutigen Kämpfen.

Von Roger Smith habe ich bereits einen anderen Roman gelesen, der mich sehr begeistert hat und ebenso actionreich und blutig war wie dieser. Der Schreibstil ist ziemlich abgehackt, mit sehr kurzen Sätzen und manchmal auch nur Halbsätzen. Das ist anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig, dann aber gefiel mir genau das, da es so atemlos wirkt und zu dem rasenden Tempo der Geschichte passt. Es gibt keinen Moment zum Atemholen, keine Seite ohne Action. Das liest sich natürlich auch sehr spannend und man hat das Buch entsprechend schnell durch.
Dennoch hätte ich mir besonders zum Ende hin etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Die einzelnen Handlungsstränge laufen ziemlich schnell zusammen und es wird auch bald schon klar, welche Beziehung zwischen den einzelnen Figuren besteht. Das ist sehr gut gelöst vom Autor, er bringt Infos nebenbei mit ein, so dass sie den Handlungsfluss nicht stören. Die Figurenzeichnung ist okay, bei Zondi sogar sehr gut gelungen, bei einigen anderen fällt sie etwas mager aus. Wirklich störend ist es aber nicht, das Buch ist auch so sehr gut. Mich hat es bestens unterhalten und ich kann es jedem Thriller-Fan nur empfehlen.

4

Smith schreibt wahrlich nicht für Leser mit schwachen Nerven. Streckenweise hat mich das Buch gedanklich nicht mehr losgelassen. Ich habe mir gewünscht, dass Smith heillos übertreibt und die Wahrheit nicht so drastisch ausfällt. Leider konnte ich mir selbst da auch nichts vormachen. Die Themenauswahl ist umfangreich. Allein bei dem Thema AIDS kam ich aus dem  Kopfschütteln nicht mehr heraus. Ein nicht unerhebliches Problem stellt hierbei auch der Aberglaube dar.

Korruption, Mord, das ganze harte Kriminellenmilleu ist furchtbar klar und brutal dargestellt. Menschleben sind in der Tat nicht viel wert und die Totenliste wird auf jeder Seite länger. Warlords übernehmen, wenn die Polizei Landstriche aufgeben muss. Und das Thema Rassismus ist gegenwärtiger denn je.

3

Ein aktionreiches und schonungsloses Buch. Gleich auf den ersten Seiten wird man mit einer ganz anderen Seite Afrikas Bekannschaft machen. Das Buch würde ich keinem emfpehlen, der vor hat Urlaub in Afrika zu machen. Ein Einblick in das Land und in die Menschen dort, so hat man Afrika noch nicht gelesen.

Die Hetzjagd durch dieses Land, was von Aids, Korruption und blutigen Stammesfeden zerrissen ist. Roger Smith hat eine Art Bücher zu schreiben, die man nur atemlos verfolgen kann. Buch aufschlagen und sich mitreißen lassen. Allerdings ist es wirklich kein Buch für zarte Gemüter. Smith hält nichts von romantischen Umschreibungen. Das würde auch gar nicht zu dem Südafrika passen, dass er hier beschreibt. 

Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass ich im Kino sitze und mir die Kugeln um die Ohren pfeifen. Blutige Szenen und Mord sind in Südafrika an der Tagesordnung. Ein Menschenleben zählt nichts. Ein Frauenleben noch weniger.  

Das Buch hat mir gefallen, weil die knappe Art, wie Smith seine Sätze baut, sehr gut zu dem gnadenlosen Überlebenskampf passt, der in Afrika herrscht. 

4

Bei einem Unfall mit Fahrerflucht sterben Robert Dells Frau und seine beiden Kinder in Südafrika. Dell selbst überlebt, steht aber plötzlich selbst unter Mordverdacht. Er flieht vor der Polizei, wobei er von seinem verhassten Vater, einem verurteilten Rassisten, unterstützt wird. Beide Männer machen sich auf die Suche nach dem wahren Mörder.

Wäre "Staubige Hölle" ein Film, würde man ihn als Roadmovie bezeichnen. Als ein äußerst brutales und blutiges Roadmovie. Wer noch keinen Roman von von Roger Smith gelesen hat, dem würde ich empfehlen, vorher eine Leseprobe zu lesen. Diese gibt einen sehr guten Eindruck, wie der Stil des Autors ist. Generell dürften wohl eher Männer zur Zielgruppe von Roger Smith gehören.

"Staubige Hölle" ist nichts für Weicheier. Es geht um Gewalt, Mord, Gier, Aids, Trostlosigkeit und Rassismus. Alle Horrorgeschichten, die über Südafrika erzählt werden, werden hier verarbeitet. Jeder kämpft gegen jeden, egal ob Schwarz oder Weiß. Nur kurz vor Ende des Romas zeigt sich ein kleiner Funken Menschlichkeit.

Das bedrückende und verstörden an "Staubige Hölle" ist, dass der Roman die Realität in Südafrika und anderen Staaten beschreibt, wenn auch möglicherweise überspitzt.
Ich wusste schon vorher, dass dort der Aberglaube herrscht, gegen Aids würde der Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau helfen. Dass aber auch der jetzige Staatführer falsche und gefährliche Informationen über die Krankheit verbreitet, lässt einen fast verzweifeln.

Nach "Staubige Hölle" musste ich erst einmal einen leichten Trivialroman lesen um auf andere Gedanken zu kommen.

4

Nach „Kap der Finsternis“ und „Blutiges Erwachen“ ist dies nun der dritte Südafrika Thriller von Roger Smith.

Wie schon in den beiden Vorgängern wird hier nichts beschönigt, sondern knallhart vom Alltag in Südafrika erzählt.

In kurzen, knappen Kapiteln wird geschildert, wie Robert Dells Familie umgebracht wird und ihm die Schuld daran in die Schuhe geschoben wird. All das, weil seine Frau eine Affäre mit einem Gegner des Justizministers hatte und der wiederum hat seinen Handlanger Inja Mazibuko, genannt der „Hund“ daraufhin angewiesen, die Dells auszulöschen. Doch Robert überlebt den Anschlag und ist mithilfe seines verhassten Vaters, einem Rassisten und ehemaligen Auftragskiller, auf der Flucht. Sie wollen Rache für Dells Familie nehmen und wissen, dass sie Inja bei seiner bevorstehenden Hochzeit mit seiner vierten Frau in seiner Heimat im tiefsten Zulu-Land, finden werden.

Parallel dazu wird die Geschichte des 16jährigen Mädchens Sunday erzählt, der zukünftigen Braut des Hundes. Ihr Schicksal scheint völlig hoffnungslos, sie ist dem alten Mann versprochen, ohne Rücksicht auf ihre Wünsche oder gar auf die Tatsache, dass der Hund an Aids erkrankt ist.

Im Gegensatz zu den Vorgängern findet man hier mit Sunday und Dell wenigstens zwei Charaktere, die nicht durch und durch schlecht sind.

Roger Smith ist nichts für schwache Nerven. Menschen sterben in seinen Büchern wie die Fliegen - Mord und Anschläge sind an der Tagesordnung, die Seuche Aids hat das Land fest im Griff, ebenso wie die Armut der meisten Einwohner ihnen jede Chance auf ein langes gesundes Leben nimmt. Der Rassismus ist noch lange nicht überwunden. Aberglaube beherrscht noch viele Einwohner, wie zum Beispiel die grauenvolle Idee, Aids ließe sich durch Sex mit einer Jungfrau heilen. Die Reichen und Politiker sind quasi alle skrupellos und korrupt, die Polizei hat an vielen Stellen völlig aufgegeben und überlässt manche Landstriche sogenannten Warlords. Das alles wird durch eine meist recht drastische Wortwahl und die unumwundenen Beschreibungen der brutalen Gewalttaten zu einer fesselnden, aber nicht angenehmen Lektüre. Mehr als einmal lief es mir kalt den Rücken herunter und man fragt sich unwillkürlich, wie ein Land sich aus so einem Zustand jemals herauskommen soll?

Eine bedrückende Lektüre – aber ungemein spannend dargestellt!

3

 Irgendwie habe ich sehr lange für dieses Buch gebraucht, teils, weil ich es zwischendrinne immer wieder weggelegt habe, um in anderen Quellen mehr über Südafrika zu erfahren, teils, weil ein in Südafrika geborener Kollege das Buch nicht mehr hergeben wollte ;)

Die Geschichte, der Krimi, war bisweilen sehr brutal und sprunghaft erzählt, aber der Autor hat die in Südafrika herrschende Stimmung sehr gut und fessselnd eingefangen. Beim lesen merkte ich sehr deutlich, das die Geschichte wirklich in einer anderen Welt spielt und für uns Europäer etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Insgesamt schwankte ich bei Lesen zwischen Erschütterung und Faszination und bis jetzt weiß ich noch nicht so recht, was ich von dem Buch eigentlich halten soll. Denn der Krimi selber hat mich nicht so gefesselt, aber die Beschreibung des Hasses und der Stimmung hat mich sehr bewegt

2

Während ich Smiths Debüt - "Kap der Finsternis" - noch sehr gern gelesen haben, halte ich sein drittes Werk mittlerweile für deutlich zu brutal. Als gebürtiger Südafrikaner hat er Einsichten in Geschehnisse seines Landes, die dem durchschnittlichen europäischen Leser zweifelsohne fehlen - daher spielen seine Thriller sicherlich vor authentischem Hintergrund. Und dennoch: "Staubige Hölle" liest sich wie eine morbide Collage aus südafrikanischen Zeitungsmeldungen, bei denen Gewalt und Tod vorherrschen. Dass das Wort 'Hölle' im Titel vorkommt, ist in diesem Fall wirklich wegweisend...

Auch habe ich zu den eingeflochtenen Themen der unterschiedlichen Ethnien (hier Zulus) und der erschreckend hohen AIDS-Rate einfach viel zu viele Plattitüden gefunden - so klischeehaft ist zum Glück nun wirklich nicht das alltägliche Südafrika! Man könnte meinen, Smith will mit jeder Neuerscheinung ' noch einen drauf legen', um die Leser jenseits der Republik Südafrika einfach nur zu schocken.

Ich persönlich werde erstmal keinen weiteren Thriller von Roger Smith lesen - die viel zu detaillierten Tötungsabläufe schlagen mir schlichtweg auf die Stimmung!

3

Das Buch "Staubige Hölle" von Roger Smith ist für mich nicht ganz leicht zu beurteilen. Zum einen ist da die interessante und spannende Story, die einen mitnimmt in ein Afrika, welches man so nicht kennt. Bandenkriege, Armut, Traditionen, Rassismus, Korruption ... alles wird mit schonungsloser Offenheit dargestellt. Verschiedene Erzählperspektiven stellen uns Figuren vor, die zunächst nicht miteinander in Verbindung zu stehen scheinen, deren Lebenswege jedoch eng und aus tragische Weise miteinander verwoben sind. Ein klassisches happy end sucht man vergebens, bei mir persönlich hinterlies der Schluss des Buches ein unbestimmtes Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Ich hatte den Eindruck, eine ähnliche Geschichte mit anderen Namen könnte sich direkt im Anschluss ereignen, im Umfeld der Personen, in Afrika, hat sich nichts geändert.

Auf der anderen Seite ist da die Sprache, der Stil des Autors, kurze knappe Sätze, schnörkellos und direkt, wenige Landschaftsbeschreibungen und viel Handlung. Zusammen betrachtet ergibt sich ein wirklich spannender Thriller, mit gut gemachten Actionszenen, die einen mitreißen. Aber nicht immer empfand ich die abgehackten Sätze als passend, in ruhigeren Textabschnitten haben sie mich sogar außerordentlich gestört, so sehr, dass ich das Buch manchmal entnervt zur Seite legte.

Ich denke ich kann sagen, dass mir das Buch grundsätzlich gefallen hat.Sprachlich hätte es runder sein können, ein happy end fehlt allerdings nicht, es hätte die Wirkung des Buches "versaut". Das Genre an sich ist nicht mein bevorzugtes Genre, deshalb vergebe ich insgesamt "nur" 3 Sterne. Ich würde das Buch aber durchaus weiterempfehlen, wenn auch eher an männliche Leser :)

4

Smith zieht in seinem dritten Buch den Leser ein weiteres Mal in das brutal beschriebene Südafrika: Robert Dell ist mit seiner Frau Rosie und den Kindern im Umland von Kapstadt unterwegs, als sie von einem unbekannten Fahrzeug von der Straße gedrängt werden. Robert wird aus dem Auto geschleudert, überlebt verletzt, während seine Familie im verunfallten Wagen in Flammen aufgeht. Rosie musste sterben, da sie die Männer erkannt hat, die ihren Geliebten Ben Baker, einer der reichsten und einflussreichsten Männer des Landes, kurz zuvor ermordet haben.

Der Auftraggeber dieser Eliminierung wie der Ermordung von Baker ist der Zulu-Häuptling Inja, gefürchtet und von höchster Stelle gepuscht, der es auch noch schafft, den Verdacht auf Dell selbst zu lenken. Robert Dell schafft es jedoch, der Polizei zu entkommen und muss sich aufgrund seiner Lage als Gejagter mit seinem verhassten rassistischen Vater verbünden. Beide machen sich auf die Suche nach Inja, mit dem Ziel, sich für den Mord zu rächen und reisen in das Landesinnere, die „staubige Hölle“, in welchem ganz klar die eigenen Regeln und Riten der Dorfbewohner und deren „Häuptlinge“ herrschen.  

Als weiteren Handlungsstrang im Buch lernen wir die junge Waise Sunday kennen, die gegen ihren Willen für Geld an die gierige Tante mit dem Zulu Inja verheiratet werden soll. Inja erhofft sich durch die Heirat einer „Jungfrau“, von seiner Aids-Krankheit befreit zu werden. Und Sunday versucht mit allen Mitteln, dieser Hochzeit zu entkommen, doch sie scheitert…   

Mein Fazit:
Auch dieses Buch ist wieder nichts für schwache Nerven. Hier geht es um Politik, Korruption, Machtverteilung und eigene erschaffene Gesetze in einem Land, dass die Apartheid nur auf dem Papier zu kennen scheint. Rassismus und Unterdrückung, erschreckende Armut und die normal erscheinende Gewalttätigkeit begleiten die Protagonisten auf der Jagd bzw. als Gejagte.  
Der Schreibstil ist wie gewohnt schonungslos rasant, knapp gehaltene Sätze sowie trotzdem sehr detailreich. Als Leser bin ich erschrocken über diese Schonungslosigkeit, wie die Menschen miteinander umgehen und doch zugleich fasziniert über diese scheinbar ausweglosen Schicksale.
Man wird automatisch durch diese Fassungslosigkeit gezwungen, dieses Buch weiter zu lesen. Ein Happy End, das merkt man schon nach wenigen Seiten, ist hier nicht möglich.
Trotz vieler grausamer Details und derben Kraftausdrücke hat mir persönlich dieses Buch - ähnlich wie Kap der Finsternis und Blutiges Erwachen – gut gefallen. Das Lesetempo ist sehr hoch, die Nachdenklichkeit über die beschriebenen Zustände wirken nachhaltig: Ein rücksichtslos klares Buch, Südafrika ungeschminkt!
5

Mit Roger Smiths Roman "Staubige Hölle" hält man einen Thriller in der Hand, der vor allem durch hochgradige Spannung und eine authentische Erzählweise besticht. Von Anfang an verwendet der Autor eine, den verschiedenen Charakteren angepasste (oft öbzone und brutale) Schreibweise und führt schon zu Beginn mehrere höchst authentische Figuren ein, deren wahre Rolle oft erst sehr viel später deutlich werden...

Der Roman handelt von dem Familienvater Robert Dell, der durch einen Seitensprung seiner Frau sich plötzlich in der lebensgefährlichen Lage befindet, von mehr als bedrohlichen Menschen verfolgt zu werden. Seine Frau Rosi war die Gelibete ihres Chefs, der zu Beginn des Buches Opfer eines Mordanschlages durch den Zuna-Mann Inja wird. Als ebendieser Inja auch dafür sorgt dass Rosi und Robs beide Kinder ihr Leben in einem Autounfall verlieren, muss Rob schnell erkennen das sein Leben sich zwischen Flucht vor der Polizei und dem unstillbaren Rachegedanken für den Tod seiner Familie für immer geändert hat. 

Jemand mit schwachen Nerven sollte dieses Buch besser beiseitelassen, da diverse Ausdrücke und Detailausführungen oft durch eine sehr harte Ausdrucksweise und unbeschönigte Details erzählt werden. Der Autor versteht es schon von Anfang an eine gezielte Antipathie gegen die meisten Charaktere aufzubauen, wobei auch Robert Dell eine spannende Wandlung vom gemäßigten und fast langweiligen Familienvater zum eiskalten Menschen durchmacht der letzendlich auch vor Mord nicht zurückschreckt und nach und nach seine kompletten Moralvorstellungen in Frage stellen muss.

 

4

Der Klappentext hält, was er verspricht. Man fühlt sich mit Robert Dell in einer staubigen Hölle gefangen, aus der es kein Entkommen und kein glückliches Ende gibt.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, so auch aus Injas Perspektive, der Roberts Familie umgebracht hat. So unverständlich dieses Denken und Handeln aus unserer Perspektive als "wohlhabender, behütet aufgewachsener Weißer" ist, lässt sie einem als Leser manches aus einem anderen interessanten Blickwinkel erfahren.

Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Ein kleiner Wehrmutstropfen sind die brutalen Gewaltszenen, welche immerzu passieren. Vielleicht sieht so die Realität aus, aber ich finde, die Geschichte wäre auch mit weniger ausgekommen.

4

 

Staubig ist sie, die Hölle, die Roger Smith in seinem gleichnmigen Thriller heraufbeschwört. Der Autor nimmt den Leser mit auf eine Reise durch ein Afrika der Gegenwart im Jahr 2010. Smith klammert dabei bewusst die Bilder aus, die wir Europäer von der letzten Fußball WM gewöhnt sind, mit denen wir uns abfinden konnten: Freudige,friedliche Menschen, die gemeinsam ein großes Fest feiern. In »Staubige Hölle« bleibt die Vuvuzela zu Hause; hier sprechen Waffen die Sprache der Einheimischen und bringen Tod und Verderben über ihre Opfer.

Einmal ist da der Rachefeldzug eines Robert Dell, der den gewaltsamen Tod an seiner Familie rächen will und los zieht, um den Täter zu bestrafen. Zudem begegnet der Leser Disaster Zondi – nOmen est Omen – der sich auf der Suche nach seiner vermeintlichen Tochter befindet. Und schließlich ist da noch Inja Mazibuko, der eiskalte Despot und Killer, ein Mensch ohne Gefühle, der mordet und schlachtet, als gäbe es kein Morgen.

Smith erzählt zunächst lose Geschichten, die alle nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Doch im Verlauf der Handlung wird schnell klar, dass alle Protagonisten miteinander zu tun haben: Disaster Zondi, Robert Dell und Inja Mazibuko. Alle drei scheinen jeden Ort zufällig zu besuchen, aber trotzdem hängt alles irgendwie zusammen. Es ist die große Stärke von Roger Smith, dass er es schafft jedem Erzählstrang etwas Eigenes zu geben, aber am Ende alle Handlungen zu einem einzigen, umfassenden Plot verbindet.

Dazu kommen klassische Elemente wie Liebe, Hass, Rache und Eifersucht, die der Geschichte ein tragendes Fundament geben. Wenn Robert Dell und sein von ihm gehasster Vater sich für kurze Zeit verbünden um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, klingt das zunächst kitschig und nach einem Hollywood-Happy-End. Doch Smith erzählt distanzlos und nachvollziehbar, so dass es am Ende nicht verwundert, dass sich Dell und sein Vater niemals wirklich aussöhnen – zu verschieden sind beide. Dell bleibt schließlich nichts anderes übrig, als seinen Vater zu begraben: Ohne Rührung, ohne Emotion – einfach nur, weil er ihm das schuldig ist. Mehr Tradition als Reflexion.

Der Leser kann den Blick auf den schwarzen Kontinent richten, eine wahrhaft staubige Region, beherrscht von Gewalt, AIDS, Korruption und dem ewig andauernden Kampf „schwarz gegen weiß“, auch nach dem Ende der Apartheid. Dies alles spart Smith nicht aus, sondern schildert es in Schnappschüssen, in Spot-Lights und mit einer Detailversessenheit, die Ihresgleichen sucht.

Die Gewalt macht sprachlos, lässt beim Lesen innehalten – und man denkt sich manchmal, dass etwas weniger auch gereicht hätte. Auch ohne selbst da gewesen zu sein, hat man das Gefühl, man könne alles genau nachvollziehen: Und wenn Südafrika im Jahr 2011 wirklich überwiegend so ist, wie Smith es in »Staubige Hölle« beschreibt, dann haben wir wirklich verdammt großen Glück, in unserem gemütlichen Europa leben zu können.

 

5

Ein wahrhaft gelungenes und spannendes Buch. Ganz schnell ist man mitten drin im Geschehen und wird gefesselt von den Ereignissen. Die Geschichte beginnt in Kapstadt. Eine wunderschöne Landschaft, aber eine äußerst gefährliche Stadt, um dort zu leben. Dies muß Dell erfahren, dessen Frau und seine zwei Kinder brutal ermordet werden, weil seine Frau den Mörder erkannt hat, als dieser den Geschäftsmann Ben Barker erschossen hat. Dell, der den Anschlag überlebt, und zunächst selbst verdächtigt wird, seine Familie umgebracht zu haben, begibt sich auf die Verfolgung von Inja, deem Mörder, der im Auftrag des Ministers alles aus dem Weg räumt, was sich diesem in seiner Gier nach Macht entgegenstellt.

Roger Smith erzählt eindringlich, mit welcher Brutalität und skrupellos Inka mordet, um seinem Auftraggeber gerecht zu werden. Hier herrschen auf der einen Seite Machtgier und Korruption und auf der anderen Seite Aberglaube und Angst. Noch immer werden junge schwarze Mädchen an reiche alte Männer verkauft. Ein Alptraum. Die Kluft zwischen arm und reich und schwarz und weiß ist groß.

Ich hoffe, daß viele dieses Buch lesen. 5 Sterne für ein besonderes Leseereignis.

 

5

 

Gebundene Ausgabe: 330 Seiten
Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta (Mai 2011)
ISBN 978-3608502107
Originaltitel: Dust Devils

Klappentext

Robert Dell ist auf der Flucht. Seine Frau und Kinder sind auf grausame Weise umgebracht worden, er selbst steht plötzlich unter Mordverdacht.Dells einziger Verbündeter ist sein verhasster Vater, ein ehemaliger CIA-Killer und überzeugter Rassist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen ist. Auf einem blutigen Roadtrip, der sie tief ins Landesinnere führt, machen Dell und sein Vater Jagd auf den wirklichen Mörder - und decken dabei eine Verschwörung auf, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Immer weiter eskalieren Gewalt und Vergeltung, denn im Zeitalter der Post-Apartheid scheint ein Menschenleben nicht mehr viel wert zu sein.

Meine Meinung:

In einer staubigen Hölle findet man sich wieder, wenn man auf der Flucht ist, weil man miterleben musste wie das Wichtigste im Leben, die eigene Familie getötet wurde, man selbst zum Hauptverdächtigen wird und keine Ahnung hat wie es dazu kommen konnte.

Roger Smith hat in seinem dritten Buch noch schneller, noch gnadenloser, noch distanzloser agiert als in den Büchern zuvor. Und wer glaubt die Aparheid wäre Vergangenheit, der irrt.
Worauf basieren die Geschehnisse? Korruption und die Gier der schwarzen Politiker Macht zu erlangen und diese auch auszuüben, kennt keine Grenzen. Das ist Realität und das zeigen auch die Nachrichten. Roger Smith zeigt es uns aber noch detailgenauer.

In einem Land das von Aids gebeutelt ist, prallen Tradition und Moderne aufeinander. Dieses Thema aufzugreifen und auch den jetzigen Präsidenten Südafrikas damit in Verbindung zu bringen, zeigt wie ohnmächtig aufgeklärte Menschen zusehen müssen wie dieses wunderbare Land offensichtlich mehr Schritte zurück als nach vorne macht.
Ich war in CT, habe Guguletu und Crossroads gesehen. Ich habe sowohl vor weißen als auch vor schwarzen Menschen das Fürchten gelernt und es tut weh zu lesen, dass sich nichts aber auch garnichts geändert hat.
Wer Mitte der 80er mit Schwarzen befreundet war und dafür große Unannehmlichkeiten seitens der Polizei in Kauf genommen hat, ist es auch heute noch. Und wer damals schon die Rassentrennung befürwortete tut es heute mehr denn je.

Bücher wie diese hier von Roger Smith bestägigen das in ihrer ganzen Grausamkeit.

Volle Punktzahl


5

Diese Buch ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack - sehr direkte Wortwahl, sehr genaue Beschreibung der Szenerie und schneller Wechsel der Schausplätze. Doch gerade das hat mir sehr gefallen. Die Handlung geht schnell voran und man ist immer mittendrin. Die nebeneinanderherlaufenden Handlungen werden am Ende logisch zusammengeführt (was auch nicht immer selbstverständlich ist) und der Leser wird auf eine spannende Reise ins Herzen Afrikas, wo noch Stammeskultur herrscht und auch viele Fehden, mitgenommen. Der Autor war mir vorher nicht bekannt, wird aber sicherlich meine Aufmerksamkeit bekommen.

Ein guter Thriller - schnell, teilweise brutal und trotzdem mit historischem Hintergrund und gut beschriebenen, handelnden Personen. Von mir uneingeschränkt empfehlenswert.

 

5

 Dieses Buch ist kein konventioneller Krimi in dem ein Mord passiert, viele Beweise gesucht und schließlich der Täter geschnappt wird. Es zeigt vielmehr mithilfe des Aufhängers "Mord an Geschäftsmann und einer Familie" wie es um die südafrikanische Politik und Gesellschaft bestellt ist. Weit weg von den fröhlichen Bildern der Fußballweltmeisterschaft, die uns vielleicht noch im Gedächtnis sind, lernt der Leser eine Welt kennen, in der die alten ethnischen Strukturen nicht einfach durch das Ende der Apartheid weggewischt wurden, sondern noch tief verwurzelt sind. So wird man hier ebenso mit einem tiefsitzenden Hass mancher Zulus gegenüber den Buren konfrontiert, wie auch dem Unterschied des Lebens in der Stadt, wie Durban oder Johannesburg, wo sich Zivilisation und westlicher Einfluss bemerkbar gemacht haben, und dem in Traditionen verwurzelten Landleben. Bambatha´s Rock wird als der inbegriff des armen, von patriarchalischen Machtstrukturen und Warlords geprägten Dorfes vorgeführt. Die Mächtigen machen sich Aberglauben und Traditionen zunutze. Einerseits werden die Tradition ausgenutzt um Geld im Tourismus zu machen, andererseits sind diese aber noch sehr lebendig und kommen in der Geschichte um das Mädchen Sunday, die bald einen alten aber mächtigen Mann heiraten soll,  zum Tragen.   Die blutige Vergangenheit des afrikanischen Kontinents kommte ebenso zur Sprache wie die Verwicklungen von Politikern mit Warlords, Gewalt und Korruption. Niemand ist sicher in diesem Land. Dieser Eindruck entsteht hier. Der Autor versteht es auch die Hintergründe und Motivation für so manch blutrünstige Tat aufzubreiten und führt vor, dass es keine klare Trennung zwischen Gut und Böse zu geben scheint. Ein weiteres immer wieder kehrendes Thema ist AIDS und der Umgang mit dieser Krankheit. Aufklärungskampagnen scheitern an der Ablehnung der Stammesältesten und Medizinmänner, sowie dem Stolz der Männer, die "Safer Sex" für nicht zumutbar halten. Obwohl also der Großteil einer Generation an dieser Krankheit stirbt, fehlt es nach wie vor am Verständnis für einfache Schutzmethoden.

Dieses Buch ist nicht so sehr ein Krimi als vielmehr eine schonungslose Konfrontation mit der Komplexität der südafrikanischen Gesellschaft und wirft Licht auf die Schattenseiten.

Sehr empfehlenswert, aber nichts für Harmonieverliebte!

 

 

3

 

Roger Smith verliert keine Zeit – ohne lange Vorgeschichte kommt er zur Sache! Zuerst wird ein weißer Mäzen kurz nach dem Beischlaf mit seiner Geliebten ermordet. Dieser gelingt kurzzeitig die Flucht, um wenig später mitsamt der halben Familie Opfer eines gezielten Autounfalls zu werden.

Der Täter der all dies zu verantworten hat; Moses Mazibuko – Agent der Special Investigation Unit. Der Zulu-Sonderermittler wird nachdem er sich seines Komplizen entledigt hat von dem weißen Polizei-Captain Hans Theron gestellt.

Dieser in Südafrika spielende Thriller ist rasant und bisweilen verwirrend - mit jedem neuen Kapitel wechselt die Erzählperspektive. Die anfänglich noch separaten Erzählstränge spinnen sich nach und nach zu einer Story zusammen. Wer Action mag und ein Faible für Südafrika insbesondere dessen Probleme (Armut, Rassismus, AIDS, Gewalt, Korruption usw.) hat kann hier durchaus auf seine Kosten kommen.

Wahrscheinlich fehlt mir der persönliche Bezug zum Land - außerdem vermisse ich das Auf und Ab eines Spannungsbogens. Durch die ständige Brutalität und das hohe Tempo erscheint mir das ganze Buch auf einem zwar gehobenen aber ständig gleichbleibenden Spannungsniveau. Von dem her durchaus kurzweilig und angenehm zu lesen, aber wirklich gepackt hat es mich nicht!

 

5

 Wie gewohnt, beschönigt Smith nichts. Das ist sein Stil und seine Plattform die Verhältnisse in Südafrika darzustellen. " Staubige Hölle"  - dieser Titel beschreibt den Alltag  in Südafrika - nicht nur außerhalb der "schönen" Touristenmetropolen.

Der Thriller, fiktiv, lässt keinen Zweifel aufkommen, das es in Südafrika so zugehen kann: Ben Baker, ein weißer Geschäftsmann mit exzellentem Ruf, soll eine belastende Aussage gegen den korrupten Justizminister machen. Bei dieser Tat gibt es Zeugen, bevor der Killer seie töten kann, fliehen diese...

Im Rahmen dieser Geschichte, die teilweise unverhoffte Wendungen nimmt, sieht man warum die AIDS Bekämpfung nicht wirklich eine Chance hat. Und Smith kann das glaubwürdig untermauern, er lebt und arbeitet in Kapstadt.

Der Thriller ist nichts für Träumer. Die Hoffnungslosigkeit, Brutalität und der Hass begleitet den Leser durch das ganze Buch. Die Figuren sind bildhaft und haben Tiefgang. Dennoch, auf Grund der Begebenheiten und wirklich knallharten Gewaltszenarien, ist das Buch nicht für jeden geschaffen. Spannend und auf Grund der realen Hoffnungslosigkeit, regt es neben einer atemlosen Spannung auf jeden Fall zum Nachdenken an.

5

Bei einem fingierten Mordanschlag kommen Rosie Dell, die Zeugin eines Auftragsmordes an Ihrem Chef geworden ist, und Ihre beiden Zwillinge ums Leben. Robert Ihr Mann, kommt mit dem Schrecken davon. Er wird jedoch aufgrund geschickter Manipulationen des Zulu Inja, der ein Mitarbeiter eines Ministers ist, unter Mordverdacht festgenommen. Robert wird von seinem Vater, einem ehemaligen CIA-Agenten, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist befreit und so machen sich beide auf den Weg die Verschwörung und den Mord an Rosie aufzudecken...

Parallel dazu soll im zweiten Handlungsfaden die junge Zulu Sunday mit dem Killer Inja, der ihre Familie getötet hat zwangsverheiatet werden...

Roger Smith zieht in seinem neuen Thriller alle Register, die einen guten, knallharten, kompromisslosen, aber auch teilweise doch sehr gewalttätigen Roman auszeichnen. In einer sehr deutlichen Sprache beschönigt er nichts. Im Gegenteil, er zeigt uns das "wahre" Südafrika auf mit all seinen Facetten. Dabei zeigt er schonungslos die Machenschaften der Politik im Land der Apartheid auf und scheut sich nicht, die dort herrschende Gewalt gandenlos und sehr deutlich darzustellen. Für manche sensiblen Gemüter ist der Roman wahrscheinlich zu brutal, aber er skizziert eben auch ziemlich beeindruckend, dass reale Leben der Einheimischen, die sich ständig mit dem Thema des Rassismus, Armut, Glauben und politischen Machenschaften auseinandersetzen müssen...

Für mich ein absolutes "Highlight" der letzten Monate....

4

Rosie Dell ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Bei einem Stelldichein mit ihrem Liebhaber und Chef Ben Baker dringen maskierte Männer in dessen Apartment ein und erschiessen ihn - Rosie kann gerade so eben entkommen. Und bringt damit eine Lawine von Gewalttätigkeiten ins Rollen. Kurz darauf wird bei einem Familienausflug ihr Wagen von der Strasse abgedrängt, was wiederum ihr Mann gerade so eben überlebt - sonst niemand. Sie nicht und ihre Kinder, Zwillinge, nicht. Robert Dell schwört Rache.

Sehr eindringlich beschreibt Roger Smith die Zustände in Südafrika, es hat immer was von "mitten drin statt nur dabei". Und das quer durch alle Schichten: arm und reich, weiß und schwarz, urban und ländlich. Die Tristesse und die Hoffnungslosigkeit, die Ausweglosigkeit und Gewalttätigkeiten werden geradezu greifbar. Bei Roger Smith habe ich immer das Gefühl, dass die Protagonisten samt und sonders irgendwie Planeten auf ihren Umlaufbahnen gleichen, die durch irgendein Ereignis buchstäblich aus der Bahn geworfen werden und dann unhaltsam aufeinander zudriften - bis zum großen Knall. Quasi unberührt geht nur Disaster Zondi aus dem Desaster dieser staubigen Hölle hervor - bereit für neue Abenteuer?!?

die Waldmeisterin

5

Gleich zu Beginn steigt der Autor mit einem Mord ein. Ein Geschäftsmann im Südafrika der Post-Apartheid wird erschossen. Seine Geliebte, die Zeugin davon wird kann entkommen. Kurz darauf befindet sich diese mit ihrem Mann und ihren Kindern unterwegs in den Bergen außerhalb Johannesburgs, als sie von einem schwarzen Pickup von der Straße gedrängt wird. Nur der Ehemann überlebt durch reinen Zufall. Als dieser des Mordes an seiner Familie beschuldigt wird und in Untersuchungshaft in ein Gefängnis verbracht wo er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit misshandelt und wohl auch getötet würde, erkennt auch der Letzte, dass es sich hier um eine Verschwörung handelt. Die Morde wurden durchgeführt von Inja, einem Vertrauten des Justizministers, um dessen Korruptionsverwicklungen weiter geheim zu halten.

Gerade rechtzeitig wird der Hauptcharakter Robert Dell von seinem Vater - einem Ex-Häftling, der aus der Zeit der Apartheid über Beziehungen verfügt - aus dem Gefängnis befreit. Gemeinsam machen sich beide auf, Roberts Namen rein zu waschen. Während dieser Mission wandelt sich Robert aus Resignation vor der allgegenwärtigen Korruption vom reinen Pazifisten zum von Rachsucht Getriebenen. Als sein Vater stirbt, kommt Robert über Sunday - ein Zulu-Mädchen - zu Zondi, den diese gerufen hat, um ihre Hochzeit mit Inja zu verhindern, der den Sex mit ihr zur Heilung seines AIDS-Leidens braucht.  Nachdem Inja letztendlich doch stirbt, und somit keine Hoffnung mehr besteht, dass Robert seinen Namen rein waschen kann, ergreift er die Gelegenheit, sich am Minister bei einer Rede in der Kleinstadt im Zulu-Land zu rächen. Am Morgen nach der Tat wird er erkannt und von der Polizei "erlegt".

In seinem Roman um Korruption und Rache im Südafrika Mitte der Neunziger Jahre schafft es Roger Smith gekonnt, Spannung aufzubauen. Er beleuchte dabei aber auch die Geschichte der Personen und ihre Verflechtungen miteinander. Gerade der Stil, in jedem Kapitel von einer anderen Person zu berichten schafft immer wieder neue kleine Spannungsbögen, sodass die Lektüre nie Fad wird. Dennoch werden genügend Hintergrundinformationen zu den Handelnden gegeben, eine Gratwanderung, die der Autor mit Bravour meistert. Man spürt förmlich die Ausweglosigkeit und Verzweiflung, die hinter dem Handeln der Protagonisten steckt, dass am Ende alle bis auf eine Person tot sind, ist da sicherlich nur schlüssig. Alles andere hätte aufgesetzt gewirkt - ein Happyend um jeden Preis. Das beklemmende Gefühl, das man beim Lesen entwickelt vermittelt gut, was der Titel bereits andeutet: Das Südafrika fernab der Großstädte, das der Autor beschreibt, ist in der Tat eine "staubige Hölle".

Von mir eine klare Leseempfehlung.

Das Cover läßt schon erahnen, dass es nichts für sanfte Gemüter ist.....

Es beginnt mit dem Mord an einem Geschäftsmann, bei dem dessen Geliebte flüchten kann. Sie wird nun Opfer eines weiteren Anschlages. Gleichzeitig werden die Kinder getötet. Der Ehemann, auch Opfer des Überfalls, überlebt, steht aber direkt unter Verdacht. Dessen Vater saß bis vor Kurzem hinter Gitter, hatte eigentlich lebenslänglich. Wurde aber wegen schwerer Krankheit zum Sterben entlassen. Er befreit seinen Sohn und gemeinsam macht man Jagd auf die eigentlichen Mörder. Der Eine ist Stammeshäuptling und steht kurz davor, ein Mädchen zu heiraten, das noch Jungfrau sein muss und deswegen auch unterucht wird, er erhofft sich dadurch eine Heilung (HIV). Das Mädchen, dessen Familie ebenfalls ermordet wurde, versucht zu fliehen. Ihr Fluchthelfer wird getötet.....

Stellenweise recht brutal und in den Szenen sprunghaft, dennoch ein richtig gutes Buch!! 

3

Auch im dritten Buch von Roger Smith laufen wieder mehrere Erzählstränge nebeneinander und werden dann zu einem einzigen Strang miteinander verwoben. Da ist die Geschichte von Robert Dell, Journalist, verheiratet und zwei kleine Kinder. Bei einem Mordanschlag auf seine Frau Rosie verliert er sie und die Kinder und überlebt durch einen Zufall den schrecklichen, vom Möder provozierten Unfall.Dell wird als vermutlicher Täter verhaftet (eine Intrige des Ministers) und wird, auf dem Weg ins Gefängnis, von seinem schwerkranken Vater, den er seit Jahren nicht gesehen hat, befreit. Beide machen sich auf die Suche nach den Mördern und wollen sich rächen.

Dann ist da Sunday, ein 16 jähr. Zulu-Mädchen, dessen Mutter ermordet wurde. Sunday wird nun von ihrer Tante verkauft an Inja Mazibuko, einen alten, aidskranken Special Agent des Ministers, der Sunday heiraten will - und zwar aus dem einzigen Grunde, weil er glaubt, durch die Heirat und Entjungferung eines jungen Mädchens von Aids geheilt zu werden. Inja lebt sehr modern, glaubt aber an die Macht der Medizinmänner und deren Riten.

Und dann ist da noch Zondi, der in Johannesburg lebt,ein Zulu gebürtig aus der Region in der auch Sunday lebt und der glaubt, er sei Sundays Vater.

"Staubige Hölle" entführt den Leser in ein Land, das auf der einen Seite reich, modern und aufgeschlossen ist und auf der anderen Seite dort noch Sitten und Bräuche herrschen, die wir Westeuropäer wohl nie im Leben begreifen können und wollen und wo unvorstellbare Gewalt ausgeübt wird und Macht und Korruption zum alltäglichen Leben gehören. Auf der Suche nach den Mördern seiner geliebten Familie kommt Dell in Situationen, die dem Leser Angst und eine Gänsehaut verursachen. Roger Smith hat an Gewaltszenen nicht gespart und diese sehr detailliert beschrieben. Auch die Rituale der einzelnen Stämme lösen beim Leser unbehagen aus.

Ich habe "Staubige Hölle " mit Spannung gelesen, aber mein Lieblingsbuch von Roger Smith bleibt weiterhin "Kap der Finsternis".

 

5

Als der korrupte Justizminister befürchtet, dass ihn Ben Baker, ein reicher Geschäftsmann, durch seine Aussagen vor Gericht bringen kann, lässt er ihn durch seinen Handlanger und Auftragskiller Inja Mazibuko ermorden. Mazibuko, auch der Hund genannt, ist Zulu-Häuptling und Agent der Special Investigation Unit. Inja hat allerdings nicht damit gerechnet, dass er von einer Zeugin beobachtet wird - Rosie Dell, die verheiratete Geliebte Baker's, der es gelingt zu fliehen. Wenige Tage später ist Rosie mit ihrem Mann Robert und den beiden gemeinsamen Kindern im Auto unterwegs nach Hause, als sie von einem Pick-Up gerammt werden. Ihr Auto durchbricht die Leitplanke und stürzt in den Abgrund. Damit ist für Inja das "kleine Problem" gelöst - so meint er jedenfalls, bis er erfährt, dass Robert Dell, der nicht angeschnallt war, den Unfall überlebt hat. Robert ist damit ein unliebsamer und gejagter Zeuge geworden, der sich dann aber mit Hilfe seines von ihm gehassten Vaters, der ihn aus dem Gefängnis befreit, auf die Suche nach dem Mörder seiner Familie begibt, um sich zu rächen.

Gleichzeitig bereitet sich Inja Mazibuko auf seine Hochzeit mit der erst 16-jährigen Sunday vor, ein wunderschönes Zulu-Mädchen. Inja leidet an Aids im Endstadium und ist der festen Überzeugung, dass ihn der Sex mit dem jungfräulichen Mädchen von der "Sache", mit der er sich angesteckt hat, heilen wird, wenn es diese nach den alten Traditionen zur Frau nimmt.

Und dann kommt auch noch Disaster Zondi, ein ehemaliger Ermittlungsbeamter, ins Spiel, der eine gemeinsame Vergangenheit mit Inja Mazibuko hat und glaubt, dass er eventuell der leibliche Vater von Sunday ist.

"Staubige Hölle" ist - wie seine beiden Vorgänger - spannend aber auch teilweise sehr brutal und grausam. Roger Smith beschreibt schonungslos ein Bild von Südafrika, das nichts mit der heilen Welt zu tun hat, die man in den Prospekten der Reisebüros findet. Seine Darstellung von Gewalt, Hass und Korruption ist oftmals erschreckend und nichts für schwache Nerven. Mich hat dieser Thriller von Anfang an mitgerissen, zumal Smith neben der eigentlichen Handlung auch Themen wie Aids, Zwangsheirat u.a. anspricht. Ein starkes Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

4

Schon das Cover von Roger Smiths Roman 'Staubige Hölle' ist eher abschreckend; gekauft hätte ich mir dieses Buch wahrscheinlich nicht. Was folgt, sind Brutalität, Leichen, Blut, Gewalt, Krankheit, ein Südafrika, das der Tourist wahrscheinlich nicht kennenlernen wird und mit dem Gefühl der Sicherheit wieder nach Hause fährt.

Nachdem Dell schon seine ganze Familie verloren hat - seine Frau hat einen Mord gesehen und wird gleich danach ganz schnell aus diesem Grund ebenso zum Mordopfer - und damit schon genug zu tun hat, wird er auch noch zum Täter abgestempelt - in schnellem Tempo überschlagen sich dann die Ereignisse.

Man musste schon manchmal sehr schlucken, um das Tempo des Romans zu verdauen, weglegen konnte ich das Buch trotzdem nicht. Wie nahe die Handlung der Realität wirklich kommt, vermag ich nicht zu sagen, aber denkbar ist sie schon.

Insgesamt ein toller Roman, an manchen Stellen für mich etwas brutal, nicht zu brutal allerdings, dass ich mich nicht schon auf das nächste Roger-Smith-Buch freuen würde!

4

Ben Baker wird erschossen, weil er einem mächtigen Regierungsbeamten im Weg steht. Seine Geliebte Rosie wird Zeugin des Mordes, kann aber entkommen. Kurze Zeit später wird ihr Auto, in dem die ganze Familie sitzt, von der Strasse abgedrängt und stürzt in den Abgrund. Sie und ihre beiden Kinder sterben, doch ihr Mann Dell überlebt. Der Regierungsbeamte, der die Morde in Auftrag gegeben hat, will Dell tot sehen. So wird dieser des Mordes an seiner Familie beschuldigt und soll in ein Gefängnis gebracht werden, in dem man kurzen Prozess mit ihm macht. Doch ausgerechnet Dells Vater, der bis vor kurzem wegen Rassismus im Gefängnis saß, kommt ihm zur Hilfe.

Aufgrund des Mordes an Ben Baker dachte ich zuerst, dass es in diesem Buch eher um politische Machtspiele geht. Das ist aber nicht der Fall, dieser Mord ist nur Mittel zum Zweck. Es geht hauptsächlich um Dell, der den Mord an seiner Familie rächen will.

Das Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven. Die Ereignisse werden brutal und schonungslos geschildert. Der Schreibstil ist rasant, es wird nicht mit unnötigen Details oder ausführlichen Beschreibungen aufgehalten. Es geht wirklich Schlag auf Schlag.

Die Handlung spielt in Südafrika und der Leser erfährt auch viel über die Zustände in diesem Land. Die Zulus, die Ureinwohner Südafrikas, spielen eine große Rolle in diesem Buch. Sie leben unter menschenunwürdigen Zuständen in Baracken mitten in der Wüste. Ein weiteres Thema ist Aids, das dort wohl sehr verbreitet ist, weil die Menschen nicht aufgeklärt sind. Sunday, ein junges Zulu-Mädchen, soll mit einem Mann, der Aids hat, zwangsverheiratet werden. Er ist davon überzeugt, dass er geheilt wird, wenn er mit einer Jungfrau schläft. Weiter Themen sind Selbstjustiz, Korruption und die schwierigen politschen Verhältnisse.

Ein sehr actiongeladenes Buch, das kein Blatt vor den Mund nimmt. Ich habe es gern gelesen, denn es ist mal etwas anderes und trotzdem spannend bis zum Schluss.

4

Das Buch hat mir sehr gut gefallen - irgendwie hebt es sich doch in einigen Punkten ziemlich ab. Zunächst sind da die kurzen Kapitel - die einem wie ich finde sehr gut ermöglichen, auch bei wenig Zeit zwischendurch mal kurz ein Stück weiterzulesen oder einen doch abends, egal wie müde man ist, dazu animieren, doch noch ein Stück weiterzulesen ;)
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und auch die durchgehende Grundspannung hält einen zum Weiterlesen an. Die Spannung wird dabei allerdings niemals wirklich unerträglich, da doch bei den meisten Personen und in den meisten Situationen ein bißchen vorhersehbar ist. Nur ganz am Ende weiß man vorher nicht, wie die Geschichte für die "guten", "normalen" Personen ausgehen wird - sofern man sie nach der Veränderung durch das Erlebte noch so nennen kann.
Südafrika als Schauplatz ist ein sehr interessantes Land. Wirklich auskennen tu ich mich mit diesem Land nicht, aber der Autor macht die Probleme dieses Landes sehr gut deutlich. Als Tourist würde man diese wahrscheinlich nicht so wahrnehmen, und ich hatte auch den Eindruck, daß z.B. Dell bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Kontakte seiner Frau der ganzen Familie zum Verhängnis wurden, sich dort sicher gefühlt hat. In einem so korrupten Land hat man wahrscheinlich genau 2 Möglichkeiten für ein einigermaßen ruhiges Leben - für die "richtigen" Leute arbeiten oder durch nichts auffallen... Wobei die 1. Option auch nur so lange Garantie ist, wie man die "richtigen Leute" zufriedenstellt, wie es auch in der Handlung deutlich wird.
Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert, auch wenn nicht eine Spannungsspitze die nächste jagt und es insgesamt meiner Meinung nach zu viele Tote und zu viel Gewalt gibt.

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