
Beschreibung
London in den vierziger Jahren: Jeden Monat geht Daisy in die Londoner Nationalgalerie, um das einzige dort ausgestellte Meisterwerk zu sehen. Diese Momente sind für sie besonders wertvoll, sie geben ihr Kraft in den kriegszerissenen Zeiten.
Jahre später entdeckt die junge Claire die Briefe, die Daisy damals schrieb. Darin lernt sie eine Frau kennen, die allen Konventionen zum Trotz ihren Weg ging. Nach einem schrecklichen Schicksalsschlag findet jetzt auch Claire den Mut, Schritt für Schritt ein neues Leben zu beginnen.
Autoren
Extras
Zusatzinformationen
Aus dem Englischen von Theda Krohm-Linke
Originaltitel: Pictures at an Exhibition
Leseeindrücke
Inspiration und Lebensmut aus der Vergangenheit schöpfen...
Ich bin gerade wirklich überrascht, wie viele Bücher ich hier entdecke, die ich schon gelesen habe und auch, dass viele hier sind, die auf meiner Leseliste stehen. Das Buch "Am Tag und in der Nacht" habe ich gekauft, als ich etwas Ablenkung für eine Zugfahrt brauchte. Das Cover sah ganz nett aus und die Geschichte klang nicht schlecht. Allerdings war ich dann doch etwas enttäuscht... Die Ehekrise und die gegenseitigen Schuldzuweisungen und das Ende von Daisy... Na ja, war nicht so meins. Schöner wäre vielleicht nur eine Daisy-Geschichte gewesen, mit einem besseren Ausgang. Die 40er waren ja eine spannende Zeit und die Briefe sind sehr schön erzählt, da hätte man dan mehr draus machen können... Aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. :) weiterlesen
Eltern im Unglück
Claire und Rob werden Eltern. Schon seit langer Zeit versuchen sie ein Kind zu bekommen, bevor es nun endlich wahr werden soll. Doch dann der Schock: Claire verliert das Baby. Mit dem Verlust des Babys geht auch die Beziehung zu Rob mehr und mehr in die Brüche. Sie entfernen sich voneinander und schlimmer noch, Claire gibt ihm die Schuld an dem Tod des Fötus, damit sie sich selbst keine Schuld eingestehen muss. Claire identifiziert sich und ihre Beziehung mit Tizians Bild "Noli me tangere". Einerseits ist sie empört, andererseits zeigt sie Verständnis. Ihre Gefühle werden von Verwirrung und Unvollkommenheit beherrscht. Ein Brief, den eine gewisse Daisy in den 1940er Jahren verfasst hat, hilft Claire über ihre Trauer und Unzufriedenheit hinweg. In diesem Brief weist Daisy auf das Bild "Noli me tangere" hin. Die Leseprobe wirkt sehr spannend und birgt viel Potential. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Zwar entstehen zwischendrin ein paar Längen, zum Beispiel wenn das Bild "noli me tangere" beschrieben wird, aber diese werden durch die Handlung wieder wett gemacht. Die Neugier wird spätestens bei dem Brief von der noch unbekannten Daisy geweckt. Man darf gespannt sein, wer sie ist und was es in dem weiteren Verlauf mit dem Brief auf sich hat. Außerdem ist man gespannt darauf, wie es mit der Beziehung zwischen Claire und Rob weitergeht. weiterlesen
Traurig!!!!
Obwohl das Cover des Romans wunderschön ist, ist der Anfang des Romans sehr traurig: Zunächst freuen sich Claire und Rob auf Ihr Baby, nachdem sie erfahren haben, dass Claire schwanger ist... aber im nächsten Kapitel leidet sie unter dem Verlust des Kindes, sie geht ins Museum, um auf andere Gedanken zu kommen und die Briefe von Daisy geben ihr Kraft für einen neuen Weg und Anfang.... Diese Leseprobe ist sicher nicht schlecht, aber für mich etwas zu traurig, daher nicht ganz mein Fall, aber das ist halt Geschmackssache! weiterlesen
Trauriges Thema..
Ein Thema, das uns allen ans Herz geht, das einen berührt und traurig macht: eine schwangere Frau verliert ihr Baby. Dieses schwierige Thema verpackt die Autorin gefühlvoll und vorsichtig, sie versucht die Emotionen, die in der Frau vorgehen zu beschreiben. Die Schuldfrage stellt sich und man kann als Leser nur traurig weiterlesen, wie es der Frau geht, und was sie trotz dieses schweren Schicksalschlags dennoch am Leben hält. Man fühlt als Leser mit und drückt ihr beide Daumen, diese Tragödie zu verkraften. weiterlesen
Unendlicher Schmerz
Man kann sich den unendlichen Schmerz kaum vorstellen. Keine Frau, die so etwas nicht selber erlebt hat, kann es nur annähernd nachvollziehen, was es bedeutet, ein Baby zu verlieren, einen Teil von einem selber. Trotzdem hat mich die Geschichte zum Weinen gebracht. Ich habe immer noch Tränen in den Augen. Irgendwie ist es auch verständlich, dass sie einen Hass ihrem Mann gegenüber hat, auch wenn aus der Leseprobe nicht hervor geht, warum. Allerdings gehe ich auch davon aus, dass es eine Art Selbstschutz bedeutet, weil einfach jemand Schuld sein muss. Allerdings hat ja bei so einem Unglück niemand Schuld. Es passiert leider tagtäglich irgendwo auf dieser Welt. Mich würde das Buch sehr interessieren, weil ich auch ein paar Frauen kenne, die Kinder verloren haben. weiterlesen
Rezensionen
Kunst in Zeiten von schweren Krisen
Claire ist dreißig, lebt in der Metropole London und ist glücklich verheiratet. Eigentlich läuft in ihrem Leben alles perfekt, bis sie von einem Schicksalsschlag heimgesucht wird. Sie erleidet im sechsten Monat eine Fehlgeburt und gibt ihrem Ehemann Rob die Schuld dafür. Mit der Zeit entfremdet sich Claire immer mehr von ihm und baut sich eine Parallelwelt auf. Denn in ihrer schweren Zeit stößt Claire auf alte Briefe, die eine gewisse Daisy an die Großmutter von Rob geschrieben hat. Diese geben der jungen Frau den entsprechenden Halt und wurden in den 40er Jahren geschrieben, in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Auch Daisy lebte zu dieser Zeit in London und schrieb ihrer Cousine Elizabeth jeden Monat einen Brief nach Kanada. In ihnen beschreibt Daisy ihr Leben zu Zeiten von Luftschutzbunkern, Trümmern, Lebensmittelknappheit und der ständigen Angst, den nächsten Morgen nicht mehr zu überleben. Dabei erlebt sie sowohl Höhen als auch Tiefen. Ablenkung sucht sie in der Londoner Nationalgalerie, die jeden Monat ein berühmtes Gemälde ausstellt, um den Menschen in Kriegszeiten Trost zu spenden. Denn allen Konventionen zum Trotz lässt sich Daisy nämlich nicht unterkriegen und lebt ihr Leben auf ihre Weise. Nach ihrem schrecklichen Schicksalsschlag findet jetzt auch Claire den Mut, Schritt für Schritt ein neues Leben zu beginnen. Ein Grund, warum ich mir dieses Buch gekauft habe, war das nostalgisch hübsch gestaltete Cover. Ich finde dieses Bild spiegelt die Thematik dieses Buch sehr schön wieder. Wenn man die Vorder- und Rückseite des Buchumschlags aufklappt, sind darin die Gemälde zu finden, um die es in diesem Buch geht. Diese sind farblich ausgestattet und mit einem Goldrahmen umfasst. Jedes Kapitel in ist nach einem dieser Gemälde benannt, wovon es insgesamt vierzehn Stück gibt. Diese Idee finde ich ganz reizend. Wenn ich aber nun den Inhalt dieses Buches bewerte, dann muss ich leider sagen, dass das Buch mich nicht umgehauen hat. Ich finde die Protagonistin Claire einfach nicht sympathisch. Das Mitleid, das ich am Anfang noch für sie empfunden habe, verwandelt sich sehr schnell in Wut und Genervt sein. Auch die Art und Weise wie Claire mit ihrem Ehemann Rob umgeht und wie sie sich immer weiter von der Außenwelt abkapselt, weil sich ihre ganzen Gedanken scheinbar nur noch um Daisy und ihr totes Baby Oliver kreisen, finde ich sehr egoistisch und anstrengend geschrieben. Rob, der eigentlich alles für sie tun würde, tut mir eigentlich nur leid. Er lässt sich von ihr hin und her schubsen und mit sich alles machen, wodurch er meiner Meinung nach kein Rückgrat beweist und man ihn als Schoßhündchen abstempeln muss. Zum Schluss des Buches wird es dann aber zum Glück wieder spannend, weil man sehr viele Details über Daisy erfährt. Ihre Geschichte ist für mich sehr emotional und melancholisch geschrieben, sodass ich mir bildlich sehr gut vorstellen kann, wie sie zu dieser Zeit gelebt haben muss und was sie alles auf sich nehmen musste, wenn man bedenkt, dass sie erst Anfang zwanzig war, als der Krieg ausbrach. Wenn es in diesem Buch nur um Daisy gehen würde, würde ich dem Buch vier Sterne geben, da mich aber Claire als Protagonistin nicht überzeugt hat, vergebe ich dem Buch leider nur drei Sterne. Schade, wenn man bedenkt, dass Macpherson das Potential dieser Geschichte nicht ganz ausgeschöpft hat. Allerdings habe ich auch gelernt, dass Kunst, in Zeiten von schweren Krisen, auch eine aufbauende Stütze sein kann. weiterlesen
Anfangs zäh, dann fesselnd
„Am Tag und in der Nacht“ ist eines dieser Bücher, deren Handlung zunächst zäh und schleppend beginnt, dann jedoch immer fesselnder wird. Die Verbitterung der Protagonistin „Claire“ ist kaum auszuhalten, und doch bewegte mich ihre Leidensgeschichte: Nach dem Verlust ihres Kindes ist Claire in ihrer Trauer gefangen. Hilflos in ihrer Wut, macht sie ihren Mann hierfür verantwortlich, ihre Ehe durchlebt eine tiefe Krise. Durch eine Erbschaft fallen ihr die Briefe einer jungen Frau zu: Daisy, die im London der40er Jahre lebte und die, allen Konventionen zum Trotz, ihren eigenen Weg ging. In den Briefen beschreibt Daisy unter anderem Gemälde der Londoner Kunstgalerie. Claire begibt sich gut fünfzig Jahre später auf Spurensuche und besucht genau wie Daisy die National Galery um die jeweils beschriebenen Ausstellungsstücke zu betrachten. Dabei fasst sie langsam wieder neuen Lebensmut. weiterlesen
Tag und Nacht
ALs ich die LP gelesen habe, war ich angetan aber auch keptisch. ich ein Buch über Malerei, das ist so gar nicht meins. Dann kam das Buch an und ich war sehr gespannt. und mit dem Buch die Story. immer interessanter wurde das Buch und die Story fesselte mich von Tag zu Tag. die Art diese beiden zeiten zusammen z bringen war wirklich eine tolle idee. und auch ich gestehe, ich hätte meinem Mann die schuld am verlust des Kindes gegeben. Ach wenn er niemals gedacht hätte, das so etwas passiert, aber schließlich hätte er da sein müssen. trotzdem finde ich es sehr gut, das die protagonisten, nachdem sie sich ausgetobt hat, wieder z ihrem mann zurück geht und sich ihrer position sicher ist. dies alles nur durch alte briefe der cousinen großmutter. weiterlesen
Am Tag und in der Nacht!!!
Ich fand, dass man einige Seiten gebraucht hat, um sich in die Geschichte einzufinden, aber dann hat mir das Lesen viel Spaß gemacht. Die Grundidee hat mich, allerdings nur ganz entfernt, an "PS: Ich liebe Dich!" erinnert, obwohl Daisy und Claire in verschiedenen Epochen gelebt und sich daher nie kennengelernt haben. Teilweise sind Passagen sehr langatmig geschrieben, dennoch gelingt es der Autorin sehr gut, darzustellen, wie sich Claire fühlt und wie aufgewühlt und hin- und hergerissen sie ist. Besonders die detaillierten Bildbeschreibungen haben mir sehr gut gefallen, da ich auch gerne ins Museum gehe. Auch die Briefe von Daisy wirken z.T. sehr authentisch. Claire ist glücklich mit Rob verheiratet und sie ist schwanger. Doch als sie ihr Kind verliert, droht die Ehe zu scheitern. Durch die Erbschaft von Robs Oma geraten alte Briefe von ihrer Freundin Daisy aus den 40ziger Jahren in Claires Hände, mit denen sie sich sehr intensiv beschäftigt. Daisy beschreibt jeden Monat ein Bild, das in der National Gallery ausgestellt wird, und Claire sieht sie sich auch an. Zunächst bringen diese Briefe Rob und Claire weiter auseinander, sie lernt Dominic im Museum kennen, aber letztendlich finden Sie und Rob und später auch seine Familie wieder zusammen. Eine schöne Idee, Kunstwerke und die Impressionen dazu aus verschiedenen Zeiten in einen Roman einfließen zu lassen. weiterlesen
Depressiver Kreisverkehr
Zum Inhalt: Die junge Claire verliert nach einem bösen Erlebnis ihr ungeborenes Kind. Sie fällt in eine tiefe Depression und macht ihren Mann für den riesigen Verlust verantwortlich. Sie fühlt sich allein gelassen und einsam, kann den grossen Verlust nicht verarbeiten obwohl der Mann ihr mit viel Verständnis zur Seite steht. Dann kommt ihr ein Paket mit Briefen einer jungen Frau, geschrieben vor rund 70 Jahren während des Weltkrieges, in die Hände. Diese langen Briefe einer Daisy werden für Claire zum Zentrum und Brennpunkt in ihrem augenblicklichen Leben. Meine Meinung: Mit dieser Geschichte versucht die Autorin Camilla Macpherson den Kampf einer jungen Frau gegen Depression und Frustwegen des grossen Verlustes, darzustellen. Verknüpft mit ihren Gedanken bei der Betrachtung alter Gemälde zusammen mit dem was Daisy vor 70 Jahren in ihren Briefen zu diesen Gemälden erwähnte, erhofft sie sich Hilfe bei der Verarbeitung ihrer tiefen Trauer. Insgesamt ist das Thema, verbunden mit der Betrachtung von alten Kunstwerken sehr gut aufgebaut. Allerdings wird die Handlung schon sehr bald träge und langatmig. Die immer wieder sehr ausgedehnten Gedanken-Monologe wiederholen sich im Wesentlichen immer wieder, ohne dass sich eine Entwicklung oder ein Veränderungsprozess erkennbar wird. Die junge Claire pflegt beinahe ihr hypochondrisches Denken und Handeln. Natürlich ist dieses Buch mit seinem schweren Grundthema nicht gerade geeignet für actiongeladene Handlungsabläufe, aber nur alleine mit Schwermütigkeit beladen, wirkte es auf mich sehr bald nur noch träge, dunkel und schwer. Ich hatte grosse Mühe, das Buch bis zum Ende zu lesen. Es war für mich schon erfreulich, wenn nach langen Seiten Gedankenspiel endlich wieder mal eine, wenn auch meist nur kurze Handlung, zu verfolgen war. Mit Ausnahme der Person von Claire, sind alle Personen der Handlung nur schwach gezeichnet und erkennbar. Selbst der Mann von Claire ist nur sehr spartanisch beschrieben. Claire selbst lernt man auch nur aus ihren Gedankengängen, und hier auch nur eng auf das Schicksal des verlorenen Kindes beschränkt, kennen. So wurden auch manche Handlungen von ihr nur schwer nachvollziehbar für den Leser. Fazit: Eine insgesamt schwermütige und von Melancholie beherrschte Geschichte. Eher kein Buch für entspannte Lesestunden. Die Probleme welche hier gewälzt und gedreht werden machen den geneigten Leser nachdenklich und grüblerisch. Wer sich zur Zeit eher in dunkleren Gefühlslagen befindet, sollte dieses Buch noch etwas beiseitelegen. Es würde sicherlich nicht zur Entspannung beitragen. Sowohl die ereignislose Geschichte mit dem tristen Gedankenspiel ohne Weiterentwicklung sowie das für mich ohne erkennbare Ursache sich einstellende Ende der Geschichte reichen hier für maximal 3 Sterne. weiterlesen

