Rezensionen

Hier finden Sie alle Rezensionen zum Buch nach Erstellungsdatum sortiert.

Der neue Roman von Petra Hammesfahr hat mich wieder komplett in den Bann gezogen.

Die geschichte beginnt mit dem Mord an Janice Heckler, dafür verantwortlich gemacht wird Alex Junggeburt, der auch zu Haft verurteilt wird. beweise für seine Schuld gibt es nicht.Im Jahre 2010 wird er vorzeitig aus der Haft entlassen wegn guter Führung. Nun will er natürlich zum normalen Alltag zurückkehren, wobei ihm einige Steine in den Weg gelegt werden.

Soweit zum Groben der Story.

Petra Hammesfahr holt in ihrer Erzählung weit aus und verflechtet Gegenwart mit Vergangen heit. Sie schildert die Geschichte von Alex Familie. Alex Mutter helene hatte eine Tochter namens Alexa, die sie vergötterte und nach deren Tod sie in ein teifes Loch versinkt. Nachdem sie überraschend  noch einmal schwanger wird, und Alex zur Welt bringt, nimt sie ihn als Tochter eraatz und staffiert ihn wie ein Mädchen aus.Damit fangen seine Probleme an. Er wird in der Schule gehänselt und er lernt sich zu wehren.

Das Vorurteil ist schnell da, daß Alex ein Mann ist, der durch die Erlebnisse seiner Kindheit psychisch gestört ist und deshalb auch nur als Mörder in Frage kommt. Aber es wäre kein Roman von Petra Hammesfahr, wenn das Ende der Geschichte so galtt ausgehen würde. Ich selbst habe das Ende erahnt, aber will nicht zuviel verraten

Man sollte es einfach gelesen haben.

Die Kombination von Gegenwart udn vergangenheit ist wie immer geschickt kombiniert, man kommt gut mit und auch trotz der vielen Namen, die in der "Familienchronik" erwähnt werden, kommt man gut mit, es ist leicht zu lesen und spannend bis zum Schluß. Der Schreibstil ist flüssig, teilweise komisch und spannend zu lesen.Nach jedem Kapitel wird ein kleines Puzzelteilchen der Geschichte freigesetzt, was sich am ende zu einem ganzen zusammenfügt, das ist Frau Hammesfahr wie ich sie kenne. Einfach genial

4

Alex Junggeburt wird zum Missfallen der Dorfbewohner vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er nur sechs von neun Jahren wegen des Mordes an Janice Heckler abgesessen hat. Er hatte die leichtlebige junge Frau, die den Ruf der "Dorfmatratze" hatte, eines Nachts in betrunkenem Zustand "wie eine rollige Katze"ertränkt - dieser Meinung war jedenfalls das Gericht. Alex selbst kann sich an diese Nacht nicht erinnern, hat aber keine Zweifel an der Richtigkeit dieser Darstellung, die auch durch die Aussage seines besten Freundes Lothar gestützt wurde.
Im Dorf herrscht Alex gegenüber großes Misstrauen, besonders seine ehemalige Lebensgefährtin Heike fürchtet seine Rache, denn ihre Aussage führte damals letztlich zu seiner Verurteilung. Auch die Tatsache, dass sie nach Alex´Inhaftierung die gemeinsame Tochter Saskia zu ihren Verwandten abgeschoben hat, um ein Leben nach ihren Vorstellungen zu führen, erregt den Zorn von Alex, der immer ein liebevoller Vater war und sich stets mehr um das Kind gekümmert hatte als Heike.
Seine Jugendliebe Silvie, die inzwischen mit Alex´ Freund Lothar verheiratet ist, glaubt als Einzige an die Möglichkeit seiner Unschuld. Sie will sich mit der offziellen Darstellung und den Vorurteilen der Dorfbewohner Alex gegenüber nicht abfinden und bohrt hartnäckig in der Vergangenheit herum, wodurch sie an einem weiteren Todesfall mitschuldig wird.
Die in der Gegenwart (2010) angesiedelte Handlung wird immer wieder durch Rückblicke in die Fünfziger, Siebziger und Achtziger Jahre unterbrochen, in denen die gesamte komplizierte Familiengeschichte der Junggeburts und der Familie Jentsch, der Heike und Silvie angehören, seit der Großelterngeneration aufgerollt wird. Der Leser erfährt eine Menge über die Kindheit von Alex als Sohn eines lieblosen Vaters und einer psychisch gestörten Mutter, die den Tod seiner großen Schwester Alexa nicht verkraftet hat und ihn sozusagen als "Ersatzkind" in die Welt gesetzt hat. So sprach sie ihn als Alexa an und ließ ihn Mädchenkleidung und eine Mädchenfrisur tragen. Erst als er deswegen im Schulalter gemobbt wurde, schritten Außenstehende ein.
Als junger Mann hatte Alex nichts Weibisches mehr an sich, sondern im Gegenteil sogar sehr viele Affären. Die von ihm fallengelassenen "Discoschnecken" sammelte dann sein Freund Lothar als Tröster auf.

"Die Schuldlosen" ist ein sehr komplexer Roman mit einer großen Anzahl an Figuren und einer recht verwickelten Handlung, den man mit Konzentration lesen muss. Er thematisiert Familienkonstellationen, den Umgang von Eltern mit dem Verlust eines Kindes, die Lage von Kindern ohne engagierte Eltern und nicht zuletzt die Entstehung und Hinterfragung von Vorurteilen.
Die Charaktere sind größtenteils gut ausgearbeitet, lediglich die Figur der Janice Heckler kam mir extrem überzeichnet und damit unglaubwürdig vor. Über Alex´weiteres Leben hätte ich im Epilog gern noch etwas mehr Informationen gehabt.

Fazit: Obwohl die Handlung kaum Thriller-Elemente aufweist und der Leser schon früh den weiteren Verlauf erahnen kann, entwickelt das Buch von Anfang an einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Für Leser, die auch etwas komplizierter konstruierte Krimis, die nicht nur der leichten Unterhaltung dienen, zu schätzen wissen, vergebe ich eine Leseempfehlung.  :bewertung1von5:  :bewertung1von5:  :bewertung1von5:  :bewertung1von5:

4

Alex Junggeburt hat vor 6 Jahren Janice Heckler im Fluss ertränkt. Nun ist er zurück und muss sich nach Absitzen seiner Haftstrafe wieder in der Dorfgemeinschaft zurechtfinden. Doch das ist natürlich nicht so einfach, da er selbst bis heute nicht weiß, was genau damals passiert ist. Gezeichnet von einer schweren Kindheit in den Fängen einer verrückten Mutter, muss er so einiges aushalten, was ihn zu einem aggressiven Jungen uns später leicht reizbarem Mann macht. Nur Silvie, seine Jugendliebe, glaubt an ihn und hinterfragt das damals Geschehene. Gemeinsam kommen sie hinter zahlreiche Geheimnisse, die einiges verändern.

Petra Hammesfahr schreibt sehr spannend und verständlich. Sie beginnt bereits mit der Kindheit von Alex und erzählt sehr ausführlich das Leben und den Werdegang der Hauptcharaktere und auch der Nebendarsteller. Zum Ende hin ist es leicht zu erahnen, was damals wirklich passiert ist. Trotzdem ist es ein sehr spannendes Buch und man ist immer wieder über die Enthüllungen und Zusammenhänge überrascht. Selbst im Epilog ist noch nicht zu hundert Prozent sicher, wie das Buch endet. Es ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen.

 

 

 

5

Inhalt:

Im Herbst 2010 wird Alex Junggeburt aus der Haft entlassen. Vor Jahren wurde er wegen Mordes verurteilt, obwohl es eigentlich keine Beweise für seine Schuld gab. Er kehrt in sein Dorf zurück, wohlwissend, dass er dort nicht willkommen ist. Seine Familie lehnt ihn ab und auch jeder andere ist von seiner Schuld überzeugt. Allein Silvie freut sich ihn wiederzusehen und stattet ihm regelmäßig Besuche ab – sehr zum Missfallen ihres Mannes…

Meine Meinung:

Der Schreibstil, die Idee und auch eine gewisse Geheimhaltung haben mich überzeugt.  Die Autorin enthüllt nach und nach was in der Vergangenheit gesehen ist und wie es Alexander geprägt hat. Die Frage, ob Alexander wirklich der Mörder ist und was wirklich passiert ist, hat mich die ganze Zeit über nicht losgelassen. Die Puzzlestücke, die während der Handlung nach und nach präsentiert werden, werden am Ende schlüssig zusammengeführt und es ergibt sich ein deutliches Bild des Geschehens.  Die Spannung, die Petra Hammesfahr hier erzeugt hat, war für mich mit Händen zu greifen und hat bis zum Ende des Buches kein bisschen nachgelassen.

Die Hauptpersonen fand ich sehr interessant. Die Autorin hat Ihnen Leben eingehaucht und jeder von ihnen hat eine eigene, einzigartige Geschichte zu erzählen. Manch einer wird diese vielen Personen, die eingeführt wurden als verwirrend finden, ich fand interessant!

Auch das Cover gefällt mir sehr! Die Gestaltung ist düster, unheilvoll und lässt sofort auf einen Thriller schließen. Erkennungspotenzial von der Autorin beträgt definitiv 100%. In der Buchhandlung hätte ich es sofort Petra Hammesfahr zugeordnet.

Insgesamt ein klasse Buch, das mit einem angenehmen Schreibstil und Spannung überzeugt. Ich kann es jedem Thriller-Liebhaber absolut empfehlen.

 

3

Das war wieder mal ein typisches Petra Hammesfahr Buch: noch stärker als der eigentliche Krimi steht eine Dorfgemeinschaft mit vielen Charakteren im Mittelpunkt. Diesmal beginnt Frau Hammesfahr die Geschichte sogar schon in der Kriegszeit. Sie zeigt mehrere Familien in mehreren Generationen auf, deren Nachkommen in der Ist-Zeit mit den Kriminalfällen zu tun haben.
Obwohl das Buch von der Entwicklung her ein bißchen vorhersehbar war, hat es mich gut unterhalten. Es ist kurzweilig geschrieben und die Spannung wird gut aufrechterhalten.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass ein Leser, speziell ein männlicher, der einen echten Thriller erwartet hat, hier enttäuscht sein wird. Denn als Thriller würde ich die Geschichte nicht bezeichnen.

5

Am Ostersonntag verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer im Dorf: Janice Heckler ist tot in der Greve gefunden worden, halbnackt und offensichtlich ertränkt. Auf den Täter einigt man sich in Garsdorf schnell: der Nachbar. Alex Junggeburt - als Kind noch von allen bedauert, als Jugendlicher gefürchtet, als Erwachsener verteufelt.

Alex, der sich an nichts erinnern kann, da er sich zum Tatzeitpunkt im Vollrausch befand.

Jetzt ist er aus der Haft zurück!

 

Inhalt:

Alex wird nach einer Haftstrafe entlassen und kehrt in seinen Heimatort zurück... Zurück in seine Vergangenheit, zu bitteren Erinnerungen und ablehnenden Mitmenschen, zurück aber auch dahin, wo es noch etwas Zuneigung gibt und Unglaube der begangenen Schuld.

Als Kind war er einzig da, seiner Mutter die verstorbene, "unersetzliche" Alexa zu ersetzen... 

Als Kind / Individuum nicht wahrgenommen, vom Vater verachtet, später seine Männlichkeit offen auslebend - ist Alex wirklich der Mörder, für den ihn alle halten, hat er wirklich das Unaussprechliche getan, für das er verurteilt wurde?

 

Meinung:

Petra Hammesfahr zeigt mit diesem Roman ihr großes Talent für detailreiche und sehr bildhafte Sprache. Schon im Prolog kann man den Rauhreif sehen, der die Grabstätten bedeckt und die klirrende Kälte fühlen. Sieht die traurigen Gestalten im Morgenlicht stehen und schrickt zusammen, wenn man in die blauen Augen des Kindes sieht, die Franziska Welter so in Schrecken versetzten.

Liebevoll beschreibt Hammesfahr ihre Protagonisten und beleuchtet spannend und facettenreich die Zusammenhänge von Zuneigung, Ablehnung und Angst mit der sich die Figuren gegenüberstehen.

Gerade die Rückblenden, die diesen Roman durchweben, machen das Buch so interessant, dass man unbedingt weiterlesen muss, ohne es wegzulegen.

Der Verlust eines Kindes und der Umgang der Angehörigen mit diesem Trauma bestimmen die Tragik dieses Buches und letztendlich ist die Frage, ob das alles passiert wäre, wenn Franziska Welter an jenem Tag auf dem Friedhof etwas unternommen hätte, geradezu der Schlüssel.

Petra Hammesfahr hat einen lebendigen, interessanten und sehr kurzweiligen Schreibstil, der zu keiner Zeit langatmig oder gar langweilig war. Sie versteht es, den Leser auf eine Fährte und gleich darauf wieder von dieser ab-zu bringen.

Mich hat dieses Buch gefesselt und gut unterhalten, so dass ich gern 5 Sterne vergebe!

 

5

Inhalt:

Alex wurde schon immer vom Pech verfolgt gewesen: trug nach dem Tod seiner Schwester Mädchenkleidung, wurde von den Mitschülern gehänselt und verursacht dann auch noch als junger Teenager einen Autounfall, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Die Leute im Dorf akzeptieren ihn nicht. 

Nach all den Sorgen kann sich Alex keine Beziehung vorstellen und gibt Silvie, ein Mädchen aus dem Dorf, eine Abfuhr. 

Eines Tages wird eine Frauenleiche am Fluss gefunden und Alex steht unter Mordverdacht. Niemand glaubt ihm, dass er unschuldig ist. Er wird für schuldig erklärt und muss für 6 Jahre ins Gefängnis. 

Als er entlassen wird, heißen die Dorfbewohner ihn nicht für willkommen, denn es schweben viele Geheimnisse in der Luft, von denen Alex nichts wusste. Silvie glaubt stets an seine Unschuld und hilft Alex die Wahrheit herauszubekommen. 

 

Kritik:

Petra Hammesfahr hat mit diesem Thriller einen Mann dargestellt, der eine schwere Kindheit hatte und als Mann nicht zu Frieden gelassen wird. Ihm wurde sein Leben stets zur Hölle gemacht. 

Das schlimmste jedoch für ihn war, dass man ihn noch für einen Mörder hielt. 

 

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Er war zwar nicht sehr flüssig, aber dass die Spannung stets hielt bekam man es nicht mit. Also kann ich sagen, dass der Schreibstil gewöhnungsbedürftig war. 

 

Die Autorin konnte mich unterhalten und davon über, dass man stets aufpassen sollte, wen man für was beschuldigte. Ich wurde einfach in den Spannung der Spannung gerissen und wollte auch nicht mehr heraus. Die dunkle Atmosphäre die im gesamten Dorf herrschte gefiel mir total. 

 

Ich kann das Buch einfach jedem weiterempfehlen. Lasst Euch dieses Werk nicht entgehen. 

4

Mit »Die Schuldlosen« legt Petra Hammesfahr ihren neuesten Roman vor. Dieser strotzt nur so vor Ideen und Einfällen der Autorin. Man merkt der Autorin die ungeheure Lust am Erzählen an. Der Plot des Romans ist etwas vor verwoben, aber wenn je mehr man liest, desto besser findet man sich in der erzählten Welt zurecht. Auf den ersten Seiten tauchen sehr viele Figuren und Einzelschicksale auf. Manche davon sind für den weiteren Handlungsverlauf gar nicht mehr wichtig. Einige aber schon. Wer die ersten Seiten genau und aufmerksam verfolgt, findet sich später besser zurecht. Das mag ein kleiner Schwachpunkt des Buches sein. Eine große Beeinträchtigung ist es nicht. Hammesfahr schafft mit Alex Junggeburt (Nomen es Omen) einen, wie ich finde äußerst sympathischen Protagonisten. Dessen Vergangenheit irritiert, da lange im Dunkeln bleibt, was überhaupt zu dem Mord, den man Alex zuschreibt und für den er im Gefängnis war, geführt hat. Nach und nach entrollt Hammesfahr Details ihrer Geschichte, wie einen Teppich, den man ausbreitet und über den der Leser sicher dem Ende der Geschichte entgegen gehen kann. Als Alex die alte Villa im Dorf bezieht und sich liebevoll um seine Tochter kümmert, denkt der Leser, die Stimmung könnte kippen. Man denkt sofort an die Entführung der Kleinen und erwartet in der Folge eher einen Thriller, als einen Roman. Mit diesen erzählerischen Finessen erzeugt Hammesfahr immer wieder Spannung und wechselt geschickt die Sichtweisen auf ihre Erzählung. Auch der Handlungsstrang, der Heike, Alexs Ex-Partnerin, einführt ist geschickt und raffiniert erzählt. Am Ende erreichen beide Geschichten, die von Alex und die von Heike, ein gemeinsames Ziel im Tod Heikes. Ab da lässt der Roman leider etwas nach, die Spannung und die zwischenmenschlichen Konflikte nehmen etwas ab, was auch damit zu tun hat, dass die Geschichte ihr Ende finden muss. Ich kannte vor »Die Schuldlosen« noch keinen Roman der Autorin. Zum Schluss gibt es ein Happy End, das alle Protagonisten glücklich zu machen scheint und Lothar, den besten Freund von Alex als Täter entlarvt. Wie in einem guten Melodram rettet Alex am Ende seine heimliche Liebe Silvia und alles wird gut. Man merkt, wie gerne Hammesfahr Geschichten erzählt, denn es gibt unzählige weitere Figuren, die eigentlich nicht wirklich wichtig sind, aber den Kitt für das eigentlich Erzählte bilden. So schnürt die Autorin ein interessantes Gesamtkunstwerk, das sich flüssig und zügig lesen lässt. Die Sprache ist verständlich und klar nachzuvollziehen. Das macht »Die Schuldlosen« zu einem gut und angenehm zu lesenden Roman. Manchmal wirkt Hammesfahr etwas verspielt in ihren Aussagen, bringt oft noch ein Detail, das gar nicht nötig wäre, oder ergänzt Adjektive, die nur schmückendes Beiwerk sind. Doch man verzeiht es der Autorin, weil sie ihre Geschichte trotzdem voranbringt und immer weiter erzählt.
So verpackt Petra Hammesfahr eine interessante Geschichte in einem tollen Roman. Die Ideen (Familienzwist, Intrigen, gebrochene Herzen, versagte Liebe, gescheiterte Beziehungen), sind nicht neu, werden aber von der Autorin packend umgesetzt. Damit ist »Die Schuldlosen« eine perfekte Einstimmung auf den nahenden Sommer: Am besten lässt sich der Roman in einem Liegestuhl und bei Sonnenschein genießen.

5

Am Ostersonntag verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer im Dorf: Janice Heckler ist tot in der Greve gefunden worden, halbnackt und offensichtlich ertränkt. Auf den Täter einigt man sich in Garsdorf schnell: der Nachbar: Alex Junggeburt - als Kind noch von allen bedauert, als Jugendlicher gefürchtet, als Erwachsener verteufelt.

Sechs Jahre später kommt Alex frühzeitig aus der Haft frei. Sein erster Weg führt ihn in die Heimat, zurück an den Ort des Geschehens - in sein Elternhaus. Kaum jemand im Dorf ist darüber glücklich: Die einen fürchten seine Rache, die anderen weitere Gewalttaten. Alex kann es ihnen nicht verdenken, weiß er doch selbst nicht, was damals geschah ...

Das Buch ist im typischen Hammersfahr-Stil geschrieben. Habe bereits 2 Bücher von ihr gelesen und wurde auch bei diesem Buch nicht enttäuscht. Durch ihren Schreibstil und dem leichten Verwirrspiel schafft sie es, Spannund zu schaffen, was den Leser in seinen Bann zieht. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte wissen, wie es endet. Anfangs hoffte ich ja noch, dass Alex nichts mit Janice Hecklers Tod zu tun hat, wurde dann aber eines besseren belehrt. Daher wollte ich unbedingt wissen, ob das ganze in einem Racheakt endet. Verdammt gut und unbedingt lesenswert.

5

Dieses Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen.

Das Cover mit dem einsam wirkenden Mädchen ist wirklich gut gestaltet. man vermutet natürlich, dass es sich um das verstorbene Mädchen handeln könnte.

Die Charaktere sind allesamt wie gewohnt detailiert und überzeugend ausgearbeitet. Petra Hammesfahr versteht es, die Abgründe eines Charakters zu beschreiben und es geht einem unter die Haut. Sie schreibt verständlich und nachvollziehbar. Kein Wort von ihr ist zu viel oder unangebracht. Die ganze Geschichte fesselt einen von der ersten Seite an. Langeweile kommt hier nicht auf. Die Geschichte ist wahnsinnig gut konstruiert, ohne jegliche Logikfehler. Auch die Zeitsprünge bereiten keinerlei Probleme. Man kann dem Geschehen sehr gut folgen.

Fazit: ich kann jedem dieses Buch nur empfehlen. Ein absolutes Highlight dieser Autorin!

5

"Die Schuldlosen" war der erste Roman, den ich Petra Hammesfahr gelesen habe und es war seit längerer Zeit das erste Buch, das mich so mitgerissen hat, dass ich es an 3-4 Tagen durch hatte.

Alex, ein junger Mann, der von seiner Mutter als Ersatz für deren verstorbene Tochter wie ein Mädchen aufgezogen wird, wird nach sieben Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Er war in einem Indizienprozess für die Tötung einer Frau verurteilt worden. Noch im Gerichtssaal hatte er der Hauptbelastungszeugin Rache geschworen. Nun kommt er zurück in seinen Heimatort...

Der Roman entwickelt sich völlig anders, als man es nach den ersten Seiten und der Leseprobe erwartet hätte, da es Alex gar nicht darum geht, Rache zu üben. Die Geschichte ist hervorragend durchdacht und auch der ständige Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit verleiht dem Buch eine gewisse Dynamik, da nach und nach die Zusammenhänge aufgedeckt werden. Die Geschichte ist gut nachvollziehbar und lässt sich sehr flüssig lesen. Die Spannung wird konstant auf einem mittleren Level gehalten, auch wenn manche Szenen/Handlungsstränge etwas langatmig sind, was mich aber gar nicht gestört hat.

 

5

 

Sehnlich erwartet und leider erst sehr spät erhalten, Petra Hammesfahrs Thriller „Die Schuldlosen“ hat meine Nerven stark strapaziert (Vielen Dank von dieser Stelle an die „gute“ Deutsche Post und den Postboten meines Ver... äh Misstrauens!), doch es hat sich gelohnt. Der Klappentext hat mich am Anfang an einen der Taunuskrimis von Nele Neuhaus erinnert, aber dieser Gedanke hatte sich nach wenigen Seiten schon verflüchtigt und innerhalb von zwei Tagen war das Werk verschlungen.

 

Zum Inhalt ist denke ich genug gesagt worden. Mir geht es ja um eine Beurteilung. Das Cover an sich hat mir sehr gut gefallen, nach der Lektüre muss ich allerdings sagen, es passt nicht zu den Bildern, die in meinem Kopf entstanden. Wenn wir schon bei den negativen Aspekten sind kommt auch gleich mein zweiter Kritikpunkt: Einige Familienkonstellationen und Zeitsprünge waren extram verwirrend und teilweise auch nicht gut gekennzeichnet. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Übersichtlichkeit für den aufmerksamen Leser gewünscht. Ich will bei einem Thriller ja meinen Kopf nicht überstrapazieren, es dient ja immerhin der Unterhaltung. Das war aber auch schon alles, was ich an Kritik zu bieten habe. Ansonsten bin ich über die Seiten regelrecht geflogen und konnte kaum von dem Buch lassen. Zitat meines Freundes: „Du wolltest vor einer Stunde schlafen und du liest immernoch!“. Ich denke das spricht Bände... Wunderbar fand ich auch, dass es für einen Thriller angenehm unblutig zuging. Außerdem gefällt mir der Erzählstil von Frau Hammesfahr sehr gut.

 

Nach meiner kleinen Kritik würde ich eigentlich 4,5 Sterne vergeben wollen, da dies aber nicht geht runde ich auf. Vier Sterne empfinde ich einfach als zu wenig. Und da ich mich durchgehend gut unterhalten gefühlt habe und das Buch kaum aus der Hand legen konnte kann ich fünf Sterne sehr gut mit meinem Gewissen vereinbaren. Empfehlenswert für alle die es unblutig mögen und möglichst viel Zeit mitbringen, denn weglegen wird schwierig.

 

4

Alex Junggeburt sitzt seine Haftstrafe wegen Mordes ab. Er soll als Heranwachsender Janice getötet haben. Sie wurde entkleidet tot aufgefunden und Alex schnell als Täter ausgemacht. Nun ist seine haftstrafe vorbei und er kehrt zurück in sein Heimatdorf, in das Dorf, das ihn als Mörder sieht, in das Dorf in dem er seine gesamte Kindheit über gedemütigt wurde. Niemand im Dorf ist erfreut, das Alex zurückkehrt, sogar seine Familie lehnt es ab. Nun beginnt ein Spiel um Schuld und Sühne ...

Die Geschichte von Alex ist erschreckend plastisch dargestellt und fesselt so sofort. Trotzdem fand ich das Buch insgesamt etwas langatmig. Es entsand eine unterschwellige Spannung, die sich aber nicht wirklich entladen konnte. Die Erzählweise ist sehr gut und auf jeden Fall mitreißend, die Geschichte so lebendig, das man sie auch irgendwie glaubt, und doch fehlte mir irgendwie etwas. Insgesamt ist das Buch ein guter, spannender und solider deutscher Thriller den ich gerne gelesen habe

5

Alex Junggeburt hat es von Kindheit an schwer. In Mädchensachen gesteckt mit seinen Zöpfen zurechtgemacht, soll der kleine Junge den Verlust der geliebten Tochter wieder gutmachen. Und nun wird er des Mordes an Janice Heckler beschuldigt und verurteilt. Ohne Alibi und ohne Erinnerungen an den besagten Abend, kann er die Schuld nicht mehr von sich weisen. Nach sechs Jahren kehrt er frühzeitig aus der Haft entlassen in sein Elternhaus zurück. Die Stimmung der Dorfbewohner ist gemischt. Viele fürchten weitere Taten von ihm - lediglich Silvie freut sich ihn wiederzusehen.

Ist Alex wirklich der Mörder oder selber das Opfer?

Ich bin von dem Buch begeistert. Durch das ganze Buch hinweg blieb die Spannung bestehen und die Frage, was wirklich alles passiert ist und wie es weitergeht. Die Geschichte wird detailreich erzählt, die Charaktere sind so unterschiedlich und vielgefächert, das ein Szenenwechsel zur anderen Person immer wieder spannend ist.Die vielen Handlungsstränge und Rückblicke in die Vergangenheit empfand ich hier gar nicht als eintönig oder langweilig. Das Cover passt zum Inhalt des Buches und zum Stil der Autorin.

3

Ich bin von dem Buch "Die Schuldlosen" etwas enttäuscht. Das Buch behält durchgängig den Stil der LP bei. In der LP fand ich es noch sehr interessant, besonders durch die unterschwellig vorhandene Spannung. Ich hatte mir sogar gewünscht, dass dieser Stil durch das gesamte Buch aufrecht erhalten bleibt. Nachdem ich nun das gesamte Buch kenne, bin ich anderer Meinung. Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem es mir tatsächlich zu langweilig wurde. Das Buch zog sich immer mehr und ich tat mich mit dem Lesen eigentlich sehr schwer. Man findet in diesem Buch auch wieder den typischen Stil von Petra Hammesfahr mit sehr gut und sehr detailliert ausgearbeiteten Charakteren. Allerdings fehlen mir die typischen Spannungselemente. Auch war mir recht schnell klar, wer der eigentliche Mörder ist. Und so finde ich "Die Schuldlosen" viel zu seicht und "langweilig".

5

 

Das Cover hat einen netten Wiedererkennungswert. Es ist ähnlich gestaltet wie beim Buch "Der Frauenjäger", sodass ich sofort wusste, dass "Die Schuldlosen" ein neuer Roman von Petra Hammesfahr ist. Meiner Meinung nach passt die Gestaltung des Covers zum Stil der Autorin. Da ich "Der Frauenjäger" gelesen hatte, hatte ich große Erwartungen an das neue Buch und ich wurde nicht enttäuscht.

Janice Heckler ist tot, halbnackt und scheinbar ertränkt, und kein anderer als Alex Junggeburt wird am Tatort gesichtet. Er hat kein Alibi, erinnert sich noch nicht einmal an diese Nacht und wird somit als Täter abgestempelt. Nach sechs Jahren kommt er frühzeitig aus der Haft frei und sein Weg führt ihn zurück in sein Elternhaus. Kaum einer im Dorf ist glücklich darüber. Die einen haben Angst vor weiteren Gewalttaten, die anderen fürchten, er würde sich rächen. Allein Silvie freut sich, ihn wiederzusehen und hilft ihm, wieder in den Alltag zurückzufinden. Ihre regelmäßigen Besuche bei Alex ärgern ihren Mann, ahnt er doch, dass zwischen den beiden mehr als nur freundschaftliche Gefühle stecken.

Petra Hammesfahr schafft es auch in diesem Buch, Leben in alle beschriebenen Personen einzuhauchen. Ich konnte mich in jede gut hineinversetzen, sie und ihre Handlungen verstehen und mitfiebern. Die Beziehungen zwischen ihnen wurden sehr schön dargestellt, die Gedankengänge gut beschrieben. Ich hinterfragte die Schuld von Alex, als ich ihn näher kennenlernte. Konnte ein solcher Mensch wirklich jemanden töten? Hat er Janice wirklich getötet? Diese Frage interessierte mich so sehr, dass ich es kaum abwarten konnte, die Antwort zu erfahren. Die ganze Geschichte um Alex und seine Familie, die Hintergründe, die Gedanken, die Rückblenden in die Vergangenheit, das alles empfand ich als sehr interessant und spannend.

"Die Schuldlosen" ist ein wundervolles Buch! Es ist kein Psychothriller, es ist ein Roman mit Tiefgang. Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen und empfehle es daher allen, die sich für Familiengeschichten, Geheimnisse und die Suche nach der Wahrheit interessieren.

~Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will.~ William Faulkner

4

Ein doch recht ungewöhnliches Thema toll verpackt!

Eine Mutter, die mit dem Tod ihrer geliebten Tochter nicht fertig wird, zwängt ihren jüngsten Sohn Alex in die Rolle der schmerzlich vermissten Tochter. Dieser nimmt die Rolle an und erträgt der Mutter zu Liebe den Spott der Anderen.

Der Leser ist sich nie ganz sicher, ob und inwieweit diese Tortur dem Jungen in seiner Entwicklung Schaden zufügt. Als dann Morde in dem besinnlichen Dorf geschehen, kann eigentlich nur einer dafür zur Rechenschaft gezogen werden – Alex. Er sitzt seine Zeit ab und wieder auf freiem Fuß zeigt sich sein wahrer Charakter. Aber nicht nur von ihm. Eine weitere doch sehr wichtige Person zeigt sein wahres Gesicht. Das Buch bringt ständig neue Wendungen, die den Leser immer wieder und zwar bis zum Schluss überraschen. Ich war wirklich sehr begeistert und kann es nur empfehlen.

Es braucht so wenig, um so viele Leben zu zerstören...

Alex Junggeburt kommt vorzeitig aus dem Gefängnis frei. Er hat seine Strafe für den Mord von der kleinen Janice Heckler abgesessen. Doch war diese Strafe gerechtfertigt? War er wirklich ihr Mörder? Nicht mal Alex selbst kann sich diese Frage beantworten.

Nun kehrt er in sein Familienhaus zurück. Das Dorf, seine ehemaligen Freunde und nicht mal seine Familie sind glücklich darüber. Wird Alex sich rächen?

Die Leseprobe und auch die Inhaltsangabe klang so spannend. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, doch für mich war es eine Enttäuschung. Eine Enttäuschung die ich leider abbrechen musste. Deswegen vergebe ich hier nun auch keine Punkt, das wäre nicht fair.

Trotzdem würde ich euch gerne erklären warum ich dieses Buch abbrechen musste.

Es werden unglaublich viele Geschichten erzählt. Geschichten über jede Menge Personen und Familien. Jede Menge Handlungsstränge werden eröffnet, man bekommt die einzelnen Lebensgeschichten eines ganzen Dorfes erzählt. Diese mögen für die Handlung des Thrillers notwenig gewesen sein haben ihn aber meiner Meinung nach nur langgezogen. Ich habe gelesen & gelesen & gelesen und die einzige Frage die ich mir dabei stellte war "Wann geht es denn nun entlich weiter??" Ich wollte nicht mehr wissen wer jetzt von wem das Kind ist und wer tatsächlich der Vater des Kindes ist... Wessen Kind jetzt wann und weshalb gestorben ist... Ich wollte wissen wer nun der Mörder ist, was in der Nacht tatsächlich passiert ist und wie es dazu kam. Ohne mir die kompletten Lebensgeschichten eines Dorfes durchzulesen.

Ich habe einfach gemerkt, dass ich in die Handlung nicht rein finde, dass es mir nicht spannend genung ist. Ich musste mich zwingen dieses Buch zu lesen. Und anstatt danach eine schlecht bewertete Rezi abzugeben habe ich mich dazu entschieden das Buch abzubrechen und das Buch nicht zu bewerten...

4

Alex wird nach 6 Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und zieht in das Haus seiner verstorbenen Eltern. Die Dorfbewohner sind alles andere als begeistert, hat er doch, als er total betrunken war, eine junge Frau getötet. Alex war zu dem Zeitpunkt der tat total betrunken und kann sich an nichts erinnern. Nur die Aussage von seiner damaligen Freundin Heike bringt ihn hinter Gittern. Als diese auch ermordet wird ist der Schuldige schnell gefunden. Es kann nur Alex gewesen sein, hatte er ihr doch nach der Verurteilung gedroht, dass sie die Aussage bereuen würde. Nur Alex gute Freundin Silvy, die seinen besten Freund geheiratet hatte, hält zu ihm. Aber was ist wirklich geschehen? Ist Alex ein zweifacher Mörder, oder ist er auch nur ein Opfer?

"Die Schuldlosen" ist ein typischer Roman von Petra Hammesfahr. Ganz ohne Literweise Blut und fehlenden Gliedmaßen schaffte sie es einen großartigen und spannenden Thriller zu schreiben, der teilweise richtig unter die Haut ging. Die Handlung ist spannend mit überraschenden Wendungen. Sehr großen Wert hat die Autorin auf die Familiengeschichten gelegt, ohne jedoch langweilig zu werden. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und haben viele Facetten. Der Schreibstil ist wie immer großartig und das Buch hatte mich richtig gefangen genommen. Teilweise handelten die Figuren absolut unverständlich, was sie wieder sehr lebendig erscheinen ließ. Ein ganz toller und spannender Roman mit viel Tiefgang,dessen Geheimnisse und Familiengeschichten mich am Meisten begeistert haben. Sollte man unbedingt lesen, wenn es auch einmal unblutiger zugehen darf.

 

__________________________________________________________________________________________________________________________________ Jedes Buch öffnet das Tor zu einer neuen Welt

4

 

Was geschieht, wenn ein verurteilter Mörder frühzeitig aus der Haft entlassen wird und dann in sein Heimatdorf zurückkehrt, in den Ort, an dem alles begann? Alex Junggeburt scheint dies herausfinden zu wollen, denn sechs Jahre, nachdem er für den Mord an Janice Heckler ins Gefängnis ging, ist er wieder auf freiem Fuß. Da seine Eltern nicht mehr leben und sein Bruder mit Familie in ein anderes Haus gezogen ist, richtet er sich in seinem Elternhaus ein, das seit einiger Zeit leer stand. Zunächst hält er sich auch noch recht bedeckt, doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis er den ersten Bekannten begegnen wird. Als dies soweit ist, kommt es wie erwartet. Eine ganze Welle des Hasses schlägt ihm entgegen, am liebsten hätten die Leute, wenn er wieder verschwindet. Doch Alex bleibt, er trotzt allen. Bis heute weiß schließlich niemand genau, ob er wirklich der Täter war – nicht einmal er selber.

 

Petra Hammesfahr nimmt den Leser in ihrem neuesten Roman wieder mit auf eine Reise. Nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch zeitmäßig. Denn nicht alles geschieht in der Gegenwart. Um das Gesamtbild verstehen zu können, ist es unumgänglich auch die Vergangenheit zu beleuchten, denn dort ist vieles verborgen. Nicht nur zu der Zeit, als der schreckliche Mord geschah, sondern bereits viel früher, sowohl in Alex persönlicher Vergangenheit, als auch in der des Dorfes generell. Emotional wird man natürlich auch sehr angesprochen, denn die Autorin trifft den Leser mitten ins Herz. Man kann gar nicht genau beschreiben wie sie dies macht, denn man merkt es gar nicht auf sich zukommen, sondern wird sich dessen erst bewusst, wenn es schon soweit ist.

 

Durch den flüssigen Schreibstil kann man dem Geschehen sehr gut folgen. Auch die Zeitsprünge stellen kein Problem dar, zumal es immer abzulesen ist, wann sich die Ereignisse abspielen. Doch auch ohne diese Angaben würde man die Situationen richtig einordnen können. Die Spannung baut sich kontinuierlich auf. Von Zeit zu Zeit hat man das Gefühl sie würde stagnieren, doch dem ist gar nicht so, wie man später feststellt. Eher ist es so, dass Petra Hammesfahr unterbewusst weiterhin Spannung erzeugt, obwohl die Handlungen in der Geschichte eine andere Sprache sprechen.

 

Das einzige Manko in diesem neuen Roman liegt darin, dass man sehr schnell eine Ahnung bekommt, was damals abgelaufen ist und wie sich der Abend zugetragen hat. Ganz egal, ob man Alex für schuldig hält oder nicht, ob man ihn mag oder nicht, eine Richtung hat man und diese lässt man auch nicht mehr los. Es wird zwar immer wieder versucht den Leser auf Irrwege zu bringen, doch man lässt sich von seinem Plan nun nicht mehr abbringen, denn man spürt einfach, dass man recht hat.

 

Alles in allem ein wunderbares Buch, das sensibel und zugleich ungemein spannend ist. Auch wenn man recht früh ahnt wie es ausgeht, sollte man sich dadurch nicht davon abhalten lassen weiter zu lesen, es lohnt sich in jedem Fall. Denn es gibt noch immer genug Dinge, die man nicht vorhersehen kann.

5

Alex Junggeburt wird nach einigen Jahren aus der Haft entlassen und kehrt in sein Heimatdorf zurück. Abgesehen von einer Ausnahme ist man darüber nicht sehr erfreut und begegnet ihm mit Abneigung, teilweise mit Angst. Die Rolle als Außenseiter hat Alex allerdings schon länger inne: In jungen Jahren hat er eine ungewöhnliche Kindheit durchlitten, die ihn sein ganzes Leben prägen sollte.

Mehr, finde ich, sollte an dieser Stelle nicht über den Inhalt verraten werden, denn jedes weitere Detail kam für mich während des Lesens überraschend und sollte nicht vorab schon im Hinterkopf sein.

Dies war mein erster Roman von Hammesfahr und ich bin mehr als begeistert! Auch wenn ich anfangs noch leichte Orientierungsschwierigkeiten hatte und nicht jeder Lebensgeschichte eine Bedeutung beimessen konnte, fand ich es umso spannender, wie sich alles miteinander verknüpfte. So ist Hammesfahr nicht nur ein spannender Krimi gelungen, der mich stellenweise so fesselte, dass ich das Buch gar nicht mehr weglegen konnte, sondern auch ein tolles Gesellschaftsportrait, dessen Soziogramm wohl auch heute noch auf viele kleine Dörfer zutrifft. Personen und Handlung haben mich schnell in ihren Bann gezogen und mich bis in die Nacht mit der Frage beschäftigt: War er es? War er es nicht?

Für den flotten Schreibstil, den stets steigenden Spannungsbogen, die wunderbaren, lebendigen Charaktere und den hohen Unterhaltungswert inklusive nachhaltiger Denkanstöße kann ich nicht anders, als das Buch mit der vollen Punktzahl zu bewerten!

4

 

Petra Hammesfahr – Die Schuldlosen
 
Petra Hammesfahr, wie man sie kennt und mag. Die Schuldlosen ist wieder mal eine Geschichte, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Auch dieses Mal habe ich beim Lesen an der Unschuld von Alex gezweifelt, obwohl mir schon bei der Leseprobe der Verdacht gekommen war, dass das kleine Mädchen im Prolog eben jener Alex sein muss, der dann später die „Dorfmatratze“ ertränkt haben soll, weswegen er dann auch sechs Jahre im Gefängnis saß.
Ich war von Anfang an davon überzeugt, dass Alex unschuldig ist. Trotzdem war ich beim Lesen immer wieder verunsichert. Es hätte ja durchaus sein können, dass Alex‘ Absichten doch nicht so gut waren, wie es dem geübten Hammesfahr Leser eigentlich klar sein müßte.
Petra Hammesfahr versteht es eben einfach zu gut, einen immer wieder gerade so weit von der Spur abzubringen, dass man immer weiter lesen muss. Einfach weil man der Überzeugung ist, dass ein aufkeimender Zweifel am Helden sich auch wieder verflüchtigen wird. So liest man manche Passagen dann fast mit einem schlechten Gewissen dem Protagonisten gegenüber weil man doch eigentlich weiß, dass er erstens - nichts getan hat und zweitens – nichts Böses tun wird. Trotzdem kriegt die Autorin es immer wieder hin auch den treuesten Leser an sich selbst und an der Hauptperson zweifeln zu lassen und macht damit ihre Bücher eben so spannend, wie sie dann sind.
„Die Schuldlosen“ ist wieder so ein Buch. Man kriegt schnell mit, dass die Hauptperson, hier Alex irgendwie verkorkst ist, bzw. dass etwas gehörig schief gelaufen ist in seiner Kindheit. Es könnte also durchaus so sein dass er Janice Heckler, die Dorfmatratze eben doch selbst umgebracht hat. Und wenn er es nicht getan hat könnte es immer noch so sein, dass erstens alles was in seiner Kindheit so offensichtlich schief gelaufen ist und zweitens die Zeit, die er dann unschuldig im Gefängnis verbringen musste dazu geführt haben, dass er jetzt Ungutes im Schilde führt. Mir ging es beim Lesen immer so, dass ich befürchtet habe, dass gleich irgendwas Schlimmes passiert und das Alex maßgeblich daran beteiligt wäre. Das erste Mal als Alex seine Tochter abpasst und das letzte Mal, als Heike nach einer Auseinandersetzung erschlagen in der Badewanne gefunden wird.  Geradezu gemein fand ich, dass man am Ende davon ausgehen muss, das eben doch nicht alles gut wird/ist und ach – wie schön ist es wenn man dann zum Schluß erleichtert das Buch zuklappen und sich entspannen kann.
Eine Lektüre die gut ist für Liebhaber von psychologischen Krimis mit versöhnlichem Ende.
4

Ein Häftling wird entlassen, will in sein altes Leben zurück kehren. Parallel wird beschrieben, wie er zu dem wurde, der er ist. An die Tat, für die er die Strafe abgesessen hat, kann er sich nicht mehr erinnern. War er es oder ist er Opfer einer Intrige geworden?

Der Roman erzählt in verschiedenen Zeitsträngen, beleuchtet den Protagonisten, seine Vergangenheit, seine Familie und sein Umfeld. Das Buch ist flüssig und gut lesbar geschrieben. Man ist gespannt, was ans Licht kommt. Einen blutrünstigen Thriller oder Krimi darf man allerdings nicht erwarten.  Das war mein erstes Buch von Petra Hammesfahr, aber sicherlich nicht das letzte.

5

Eigentlich mag ich vor allem Romane, die chronologisch erzählt sind. Eigentlich mag ich vor allem amerikanische Krimis. Eigentlich mag ich sogar am ehesten Thriller. All das trifft auf Petra Hammersfahrs neuesten Roman nicht zu. Doch sie hat einige andere Zutaten, die mir schon bei der Leseprobe positiv aufgefallen sind: Plastische Figuren, die ich gerne begleite, einen Täter, der trotzdem sympathisch wirkt und einen Erzählstil, der wirklich „süffig“ zu lesen ist. Ob das auch für „Die Schuldlosen“ insgesamt gilt, ob da das positive Urteil überwiegt, dazu gibt es nun wie üblich Stück für Stück mehr.

 

 

Inhaltsverzeichnis:

*********************

1. Die Autorin: Petra Hammesfahr

2. Ort und Zeit der Handlung

3. Hauptfiguren

***a) Alexander Junggeburt

***b) Silvie

***c) Lothar

***d) Heike

***e) Saskia

4. Die Geschichte

5. Themen

***a) Kind verlieren

***b) Täter

***c) Schuld

6. Erzählweise

7. Zielgruppe

8. Daten zum Buch

9. Pro & Contra

10. Fazit

 

 

1. Die Autorin: Petra Hammesfahr

***********************************

Der Name Petra Hammesfahr sagte mir etwas – bevor ich „Die Schuldlosen“ gelesen habe. Es war mein erster Roman, und so genau wusste ich über die Autorin nicht Bescheid. Erst im Nachhinein habe ich festgestellt, dass sie diejenige ist, die ein Buch mit „Merkel“ im Titel geschrieben hat. Und das war nicht ihr einziger Romanerfolg: Insgesamt hat die Autorin, die in der Nähe von Köln lebt, schon 35 Bücher veröffentlicht, gerade in den Anfangsjahren gab es oft drei oder vier neue Werke.

Petra Hammesfahr ist Jahrgang 1951, geboren wurde sie in Titz. Mit 13 machte sie zunächst schon eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau. Ihr Durchbruch als Schriftstellerin kam wesentlich später – und zwar durch den Playboy. Dort veröffentlichte Hammesfahr 1989 eine Kurzgeschichte. In der Folgezeit verfasste sie außerdem mehrere Drehbücher.

Hammesfahr ist in zweiter Ehe verheiratet, sie hat drei Kinder.

 

 

2. Ort und Zeit der Handlung

*********************************

Ich hatte es ja eingangs erwähnt: Normalerweise mag ich am liebsten Geschichten, die grade heraus von Anfang bis Ende erzählt sind, chronologisch, ohne große Zeitsprünge. Doch genau die Zeitsprünge gibt es in „Die Schuldlosen“. Mal ist man praktisch in der Gegenwart, mal nur ein paar Jahre (sechs Jahre) zurück, mal in den 50er Jahren, mal ein paar Jahrzehnte später. Petra Hammesfahr spielt mit Bruchstücken, mit Puzzlesteinen. Doch genau das hat in diesem Fall seinen Reiz. Denn die einzelnen Fragmente, die anfangs noch rätselhaft wirken, fügen sich am Ende zu einem klaren Bild zusammen, einem Bild, das man so anfangs nicht erwartet hätte. Die Tatsache, dass man als Leser auf diese Weise nach und nach der Wahrheit näher kommt, ist reizvoll und sicher einer der großen Pluspunkte dieses Romans, der im übrigen in Deutschland spielt. Den Ort, Grevingen, scheint es allerdings nicht wirklich zu geben. Er soll sich in der Realität der Geschichte aber offenbar in der Nähe von Köln befinden.

 

 

3. Die Hauptfiguren

************************

 ***a) Alexander Junggeburt

Die Figur Alexander (meist Alex genannt) Junggeburt ist eine ungewöhnliche Hauptfigur für einen Krimi – aber zugleich eine sehr gute. Alex kommt aus dem Knast, dort saß er sechs Jahre wegen Mordes an einer jungen Frau aus der Nachbarschaft. Kann man so einen Mann, so einen Charakter mögen? Nein? Doch! Man kann! Frisch aus der Haft entlassen, kauft Alex zunächst die Dinge ein, die er für ein Leben in Freiheit braucht: Lebensmittel, Kleidung, ein Mobiltelefon. Die Szenen mit ihm sind nicht direkt ungewöhnlich. Doch Autorin Hammesfahr schafft es, Alex schon früh sympathische Züge zu geben.

Nach und nach erfährt man mehr von ihm: Er stammt aus reichem Elternhaus, hat die Villa seiner Familie geerbt, erhält aus dem Familienunternehmen, einer Brauerei, seinen Unterhalt. Als Kind war er für seine Mutter Ersatz für die früh verstorbene Schwester, in der Schule Außenseiter, andererseits aber auch Frauenschwarm und Frauenheld. Doch letztlich landete er bei der eher unscheinbaren Bäckerstochter Heike, war liebevoller Vater seiner Tochter Saskia.

 

***b) Silvie

Silvies Familienverhältnisse sind kompliziert: Silvies Großmutter Franziska hatte zunächst eine Tochter namens Marie. Die starb als Kind, Franziska bekam eine zweite Tochter, die auch Marie getauft und Ria genannt wurde. Aus Trauer um die erste Marie konnte Franziska Ria nie richtig Aufmerksamkeit und Liebe schenken. Und auch Ria wurde keine gute Mutter. Sie gab ihre kleine Tochter Silvie als Baby bei Franziska ab und verschwand. Silvie wuchs also bei den Großeltern auf. Sie macht einen lieben Eindruck, steht zu den Menschen, die ihr wichtig sind, scheint gerecht. Vielleicht wirkt sie insgesamt sogar einen Hauch zu positiv.

Als Kind lernt Silvie Alex kennen, als junge Frau verliebt sie sich in ihn, den Frauenhelden.

 

***c) Lothar

Lothar ist von Kindestagen an Alex bester Freund. Allerdings ist er derjenige, der immer auf dem zweiten Platz steht, vor allem bei den Mädchen. Während die alle Alex hinter laufen, kann sich Lothar nur an Alex abgelegte Freundinnen machen. Genau das tut er auch bei Silvie.

 

***d) Heike

Heike ist Bäckerstochter, ist schon als Kind dicklich, als erwachsene Frau nicht furchtbar attraktiv, sie ist in mancher Hinsicht eher eine Außenseiterin. Trotzdem gewinnt sie den umschwärmten Alex für sich. Er unterstützt sie in ihrem Kiosk, er schmeißt ihren Haushalt, kümmert sich um die gemeinsame Tochter Saskia. Als Alex beschuldigt wird, eine Nachbarin ermordet zu haben, steht Heike nicht an seiner Seite. Als er ins Gefängnis kommt, gibt sie Saskia bei ihrem Bruder und dessen Familie ab.

 

***e) Saskia

Saskia ist – wie schon erwähnt - die gemeinsame Tochter von Alex und Heike. Als Leser lernt man sie zunächst als einerseits aufgewecktes, andererseits naives Kind kennen. Denn Saskia glaubt, dass Kinder aus Retorten kommen.

 

 

4. Die Geschichte

********************

Da das Hin- und Her der Puzzlestücke, die Autorin Petra Hammesfahr den Lesern präsentiert, in einer Zusammenfassung etwas schwer verständlich ist, versuche ich es etwas chronologischer.

Die aus reichem Hause stammende Helene Junggeburth und ihre Haus-Angestellte Franziska haben eins gemeinsam: Beide Frauen verlieren eine Tochter. In beiden Fällen werden diese Verluste zu einer wichtigen Weichenstellung für die Familie insgesamt, denn beide kommen nur schwer über die Tode ihrer Töchter hinweg. Helene wird depressiv, ist nach dem Verlust ihrer Alexandra kaum noch zu etwas zu gebrauchen. Als schließlich keiner mehr daran glaubt, dass sie überhaupt noch am Leben teil nimmt, stellt sich eine Unterleibsschwellung als neue Schwangerschaft heraus. Ein kleiner Junge kommt zur Welt.  Nach Alexandra wird er Alexander genannt. Und Helene macht einen schweren Fehler: Sie kleidet ihn als Mädchen, macht im Zöpfe, behandelt ihn als ihre Tochter. Erst als Alex in die Schule kommt, sorgt seine deutlich ältere Schwägerin dafür, dass er auch Jungenkleidung bekommt.

Franziska dagegen verliert ihre Marie, ihre Tochter, noch früher und ist schon kurz darauf erneut schwanger. Sie kann das „neue“ Kind nicht lieben. Ihr Mann nennt die zweite Tochter auch Marie, sie wird aber nur Ria gerufen. Schon als Teenager verlässt Ria ihr Elternhaus früh und oft, geht schließlich mit ihrem Mann, einem Soldaten, ins Ausland. Als Rias Tochter Silvie zur Welt kommt, bringt Ria das Kind zu ihrer Mutter Franziska – und verschwindet. Silvie wächst bei Franziska auf.

Als junge Frau verliebt sie sich in Alexander. Doch der hat Chancen bei allen Frauen, auch bei Janice, einer Nachbarin, die schon mit vielen Männern im Bett war. Eines Nachts wird Janice ertränkt, Alex wird als Täter verurteilt. An den Mord kann er sich nicht mehr erinnern. Seine Klamotten waren aber nass, sein Freund Lothar soll ihn aus dem Wasser geholt haben.

Nach sechs Jahren im Gefängnis kehrt Alex in seinen Heimatort zurück, in die Villa seiner inzwischen verstorbenen Eltern. Er spricht Saskia an, ein Mädchen, das bei Heikes Bruder lebt. Nach und nach erfährt man als Leser: Heike und Alex waren vor der Tat ein Paar, Saskia ist ihre gemeinsame Tochter. Silvie ist inzwischen mit Lothar zusammen, beide haben einen Sohn, Silvie ist zum zweiten Mal schwanger.

Ich könnte jetzt leicht weiter ins Detail der Geschichte eintauchen. Doch dann würde ich wahrscheinlich zu viel von den verschiedenen Bruchstücken, aus denen die Geschichte besteht, verraten. Doch die sollten sich alle, die bislang neugierig geworden sind, selber erlesen.

 

 

5. Themen

*************

***a) Kind verlieren

Fast jeder hat die „Binsenweißheit“ schon einmal gehört: Das schlimmste, was einem geschehen kann, ist ein Kind zu verlieren. Und fast keiner kann diesen Satz wirklich nachempfinden – da die meisten von uns glücklicherweise nie in dieser Situation waren und hoffentlich nie in diese Situation kommen werden.

Wie schon erwähnt: Im Roman werden gleich zwei Frauen mit diesem Verlust konfrontiert. Beide Frauen, Helene Junggeburt und auch Franziska erhalten durch den Tod ihrer Töchter einen ganz gewaltigen Knacks. Beide sind daraufhin nicht in der Lage, ihre „neuen“ Kinder genau so zu lieben wie die verstorbenen. Und in beiden Fällen machen die Frauen riesige Fehler im Umgang mit diesen neuen Kindern, die dadurch ebenfalls einen Knacks bekommen: Alexander hat keine normale Kindheit, da er in die Rolle seiner Schwester, in die Rolle eines Mädchens, gedrängt wird, Ria erhält keine Liebe und ist auch selber als Mutter später unfähig, ihr Kind normal zu lieben. Auch abgesehen davon, verläuft das Leben der beiden Mütter nach dem und durch den Verlust ihrer Mädchen ganz unterschiedlich: Helene zerbricht, zieht sich in ihre eigene Welt zurück. Franziska dagegen wird später stark, macht bei ihrer Enkeltochter Silvie den Fehler, den sie mit ihrer Tochter Ria (Silvies Mutter) gemacht hat, wieder gut.

Genau das, was ich hier in Kürze geschildert habe, ist ein weiterer großer Pluspunkt von „Die Schuldlosen“: Autorin Petra Hammesfahr zeigt die Facetten des Themas „Kind verlieren“ sehr eindrücklich auf.

 

***b) Täter

Eine weitere Stärke der Geschichte ist die Tatsache, dass Hammesfahr von der üblichen Täter-Opfer Schwarz-Weiß-Malerei abweicht. Alexander Junggeburt, der wegen Mordes verurteilt wurde, ist bei ihr eine Figur mit sympathischen Zügen, eine Figur, an deren Seite ich gerne war, weil er eben kein kaltblütiger Killer ist sondern durchaus eine facettenreiche Persönlichkeit ist. Man mächte wissen, warum es zu dieser Tat kam und war er genau und wirklich gemacht hat.

 

***c) Schuld

Das Thema Schuld wird in diesem Roman von verschiedenen Seiten beleuchtet. Da ist einerseits die Schuld im Mordfall. Diese Schuld scheint durch den Prozess, durch Alex Verurteilung, geklärt. Doch ist sie das wirklich?

Vielleicht ist es auch das Zusammenwirken von Schuld und Schicksal, das die Handlung interessant macht. Denn letztlich ist es das Schicksal, das hier einige Hebel in Bewegung setzt: Der Tod von Alexandra Junggeburt und von Marie ist Schicksal. Weder Helene Junggeburt noch Franziska haben eine Schuld am Tod ihrer Kinder. Trotzdem werden beide auf ihre Weise schuldig, da sie nach dem Verlust ihrer Töchter Fehler bei den „neuen Kindern“ machen. Diese „neuen Kinder“, Alexander Junggeburt und Ria, sind auch einerseits schuldlos daran, dass ihre Mütter ihnen nicht genügend Liebe geschenkt haben. Andererseits haben beide ihre eigenen Fehler gemacht, Alex als Frauenheld, Ria als „Rabenmutter“, die ihre eigene Tochter quasi kommentarlos bei ihren Eltern zurück lässt.

 

 

6. Erzählweise

*****************

Einen wesentlichen Punkt der Erzählweise dieser Geschichte habe ich ja schon erwähnt: Autorin Petra Hammesfahr arbeitet mit zahlreichen Zeitsprüngen. Sie setzt dem Leser Versatzstücke vor, aus denen sich erst am Ende ein ganzes, ein klares Bild ergibt. Hammesfahr schafft es aber, diese Versatzstücke interessant genug zu gestalten, um den Leser bei der Stange zu halten.

 

 

7. Zielgruppe

*****************

Die Zielgruppe für „Die Schuldlosen“ sind sicher Krimifans, Leser, die gut gemachte Geschichten mögen. „Die Schuldlosen“ sind nicht blutrünstig geschrieben (anders als viele Krimis von Karin Slaughter oder Tess Gerritsen). Die Spannung speist sich viel mehr aus den bereits erwähnten Bruchstücken, die Petra Hammesfahr dem Leser nach und nach vorsitzt und aus der sich das große Ganze am Ende zusammenfügen lässt.

 

 

8. Daten zum Buch

*********************

Petra Hammesfahr – Die Schuldlose

Verlag: Wunderlich (9. März 2012)

448 Seiten

ISBN-10: 3805250398

ISBN-13: 978-3805250399

Die gebundene Ausgabe kostet 19,95 Euro.

 

 

9. Pro & Contra

******************

Pro

- sehr gute Figuren (besonders Alex)

- spannend in Versatzstücken erzählt

- sehr gute Themen (Verlust von Kindern, Schuld)

- eine andere Art von Krimi

 

Contra

- nix

 

 

10. Fazit

*************

Petra Hammesfahr hat mich mit „Die Schuldlosen“ auf jeden Fall begeistert. Der übergeordnete Grund ist wahrscheinlich: Dieser Roman ist eine andere Art von Krimi. Viele Dinge, die sie hier (be-)schreibt, sind ungewöhnlich und grade deswegen reizvoll. Da ist zum einen die zentrale Hauptfigur, Alex. Der wurde wegen Mordes verurteilt, saß sechs Jahre im Gefängnis. An sich hegen die meisten Menschen mit einem verurteilten Mörder keine größeren Sympathien. Alex wird den Lesern dieser Geschichte dennoch sympathisch. Das liegt auch an der Erzählweise, die ein weiterer ungewohnter und damit auch ein weiterer Pluspunkt des  Romans ist: Hammesfahr arbeitet mit Bruchstücken, springt in die weit entfernte und in die jüngere Vergangenheit. Zunächst kommen dadurch beim Leser zwar nur Ahnungen auf, nach und nach fügen sich die Einzelteile aber zu einem großen Gesamtbild zusammen. Zu diesem Gesamtbild gehören dann auch die ebenfalls spannenden Themen: Verlust eines Kindes beispielsweise, Liebe zum Kind, die Frage von Schuld. Auch diese Themen werden von Petra Hammesfahr facettenreich in die Geschichte eingebaut.

Ich kann „Die Schuldlosen“ nur empfehlen und werde sicher bald weitere Hammesfahr-Romane verschlingen.

 

4

Ein verurteilter Kindesmörder, der nach seiner Haft in den halbwegs normalen Alltag zurückkehren möchte, wo Schuld, Angst, Vorurteile und viele andere Emotionen aufeinander prallen. Dieser Krimi von Petra Hammesfahr fängt so an, wie man es sich vorstellt. Ruhig und gelassen beschreibt sie den Alltag eines Dorfes, mit den vielen kleinen und großen Tragödien. Ganz langsam kann man sich in die Charaktere und deren Verbindungen einfinden. Und von Kapitel zu Kapitel schleicht sich die Spannung ein. Man möchte das Buch unbedingt zu Ende lesen, möchte wissen, war der Verurteilte auch der Richtige oder gibt es da vielleicht eine Person, die dieses kleine Mädchen umgebracht hat und still und leise weiter in diesem Dorf  lebt. Ein Krimi der subtilen Art, mit vielen menschlichen Schwächen und Erziehungsfehlern, die zu weitern Fehlern führen. Fazit: Unbedingt Lesen!    

4

Am Ostersonntag wird in dem kleinen Dorf Garsdorf die halbnackte Leiche von Janice Heckler gefunden. Für die Dorfbevölkerung kann es nur einer gewesen sein:Alex Junggeburt. Schon als kleiner Junge neigte er zu Gewaltausbrüchen. Gut, meistens wurde er provoziert, aber trotzdem. Er kann es nur gewesen sein, denn wer sonst? Man hätte zugeben müssen, dass Janice es verdient hatte und so mancher oder manche im Dorf einen guten Grund für eine solche Tat gehabt hätten. Da war es schon besser, wenn einer wie Alex die Schuld bekam und in den Knast ging.

Sechs Jahre später wird dieser wegen guter Führung aus der Haft entlassen.Er kehrt zurück in sein Elternhaus und damit auch an den Ort des Verbrechens von damals. Die Dorfgemeinschaft ist weiß Gott nicht glücklich über sein Erscheinen. Das kann doch nur einen Grund haben: Rache. So lautet die einhellige Meinung. Einzig und allein Silvie, seine Jugendliebe und jetzige Frau seines ehemals besten Freundes Lothar, freut sich ihn zu sehen.Sie verteidigt ihn und hält in allen Situationen zu ihm. Doch dann passieren merkwürdige Sachen im Ort.

Ein absolut tolles Buch.Wenn man es erst einmal angefangen hat, möchte man es nicht mehr aus der Hand legen. Obwohl ich schon relativ früh eine Vermutung hatte, die sich dann als richtig bestätigte, war bis zur letzten Zeile Spannung. Ich habe nur vier Sterne gegeben, weil man sich erst einmal durch die vielen Namen arbeiten muss, deren Zusammenhänge man erst einmal verstehen muss. Aber das ist ja typisch für Petra Hammesfahr. Doch das sollte niemanden davon abhalten, dieses Buch zu lesen. Absolut empfehlenswert!!

4

Alex wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Seine Familie und der ganze Ort stehen ihm ablehnend gegenüber. Seine ehemalige Lebensgefährtin hat sogar Angst vor ihn, war es doch ihne Aussage, die Alex die Verurteilung wegen Mordes einbrachte.

Aber war er denn überhaupt schuldig? Er kann sich an nichts mehr erinnern, da er in der Mordnacht total betrunken war. Aber er war verdammt wütend auf Janice Heckler.

Seine beste Freundin, die leider gesundheitlich etwas angeschlagen ist und jetzt zudem mit Alex bestem Freund verheiratet, und der Dorfpolizist versuchen unabhängig voneinander und teilweise ohne Alex Wissen etwas Licht in die Sache zu bringen und richten damit teilweise sogar noch mehr Schaden an.

Das Buch ist flüssig zu Lesen, obwohl es viele Zeitsprünge (heute - Alex Kindheit - das Leben der Oma seiner Freundin, etc.) gibt. Aber gerade das macht den Charme dieses Buches aus, alle Charaktere und die Dorfgesellschaft werden ausführlich vorgestellt und der Leser wird fast ein Teil davon. Beinahe könnte man dies als Milleustudie bezeichnen.

Die Kriminalgeschichte selbst ist zwar mit überraschenden Wendungen ausgestattet, aber doch leider nicht so spannend wie von mir erhofft. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Personen so gut beschrieben sind und deshalb nicht viele mögliche Täter vorstellbar sind und ich schnell meinen Verdacht hatte. Deshalb nur 4 von 5 Sternen.

Fazit: Ein tolles Buch, absolut empfehlenswert, auch wenn die Hochspannung ausbleibt eine klasse Geschichte.

 

 

4

Nun ist er also wieder da:  Alex Junggeburt, nach mehrjähriger Haftstrafe wegen Mordes auf Bewährung entlassen, kehrt in seinen Heimatort zurück, in das Elternhaus, das er inzwischen geerbt hat. Die Begeisterung der Familie, der Nachbarn und der (ehemaligen) Freunde ist sehr, sehr verhalten.

Als Kind war Alex wegen seiner gestörten Mutter von allen bedauert worden, als junger Mann galt er als wilder Feger, und jetzt will ihn eigentlich keiner mehr auch nur in der Nähe haben. Aber ist er wirklich ein Mörder? Oder war damals doch Einiges anders in der Nacht, als Janice Heckler ihr Leben verlor?

Erst ganz allmählich, im Laufe vieler Gespräche, wächst im Leser der Verdacht, jemand könnte ein Interesse daran gehabt haben, die bequeme Lösung mit Alex als Täter zu präsentieren. Aber Alex glaubt doch selbst, dass er das Mädchen umgebracht hat! Ganz am Schluss gibt es noch einmal eine überraschende Wendung - sie sei hier natürlich nicht verraten. Aber es bleibt spannend bis zur letzten Seite!

Petra Hammesfahr hat eine ganz besonderes Talent, den Leuten 'auf's Maul zu schauen' - so viele Einzelheiten, Verhaltensweisen, Redewendungen klingen so authentisch, dass man glaubt, genau diese Bäckerin, diese Imbissbudenbesitzerin, den verzogenen 'Kronprinzen' schon lange zu  kennen. Garsdorf ist halt überall!

 

 

5

Ein Mörder wird aus dem Gefängnis entlassen. Er kehrt in seinen Heimatort zurück, in ein bis dahin leerstehendes Haus, das er geerbt hat. Einige Leute aus seiner Umgebung machen sich Sorgen, vor allem seine ehemalige Lebensgefährtin, durch deren Aussage er damals verurteilt wurde. 

Bei Petra Hammesfahrs Romanen sollte man eigentlich nicht mehr über den Inhalt erzählen, die Spannung entsteht durch die Erzählweise. In Rückblenden beschriebene Ereignisse, zunächst schwer einzuordnen, fügen sich zuletzt zu einem stimmigen Ganzen. Die Beziehungen zwischen verschiedenen Personen werden erst im Lauf der Geschichte klar. 

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, ich kann ihn jedem empfehlen, der für eine spannende Geschichte nicht unbedingt auf blutrünstige Szenen angewiesen ist. Von mir 5 Sterne für ein höchst lesenswertes Buch.                                   

 

3

"Die Schuldlosen"  ist der erste Krimi, den ich von Petra Hammesfahr in den Händen hielt.
Der Klappentext und die Leseprobe sagten mir sehr zu, so dass ich auf einen spannenden und auch mit Verwirrungen geknüpften Roman gespannt war.
 

Zum Inhalt: 
2004 wird Janice Hackler tot in der Greve gefunden. Schnell befanden die Dorfbewohner Alex Junggeburt für schuldig, welcher für das Verbrechen sechs Jahre im Gefängnis saß. Als er 2010 frühzeitig auf Berufung wieder nach Hause zurückkehren kann, trifft er nicht unbedingt auf freudestrahlende Gesichter und hier beginnt für mich die Geschichte.

Meine Meinung:
Schon während der ersten 50 Seiten gedachte ich mehrmals das Buch fürs Erste wieder aus den Händen zu legen, was ledgilich nur einen, aber für mich sehr wichtigen Grund hat; nämlich, dass viel zu viele Namen auftauchen und Personenbeschreibungen angerissen werden. Klar, es geht um eine Dorfgemeinschaft, eine Familie in mehreren Generationen, doch was mich so störte, ist dass ich mehr und mehr verwirrt war und die Neugierde an dem Buch zu verfliehen drohte. Letztens Endes haben mich dann doch das Interesse an der Story, sowie eine Namensliste mit Anmerkungen durch das Buch getragen und ich bin froh darüber.

 

Kommentare

Registrieren
& Leseeindruck
beschreiben

So funktioniert's:

  1. Leseprobe zum Buch runterladen & reinlesen
  2. Registrieren & ersten Leseeindruck verfassen
  3. Als Kritiker gratis Vorab-Exemplare erhalten
  4. Regelmäßig veröffentlichen & Top-Kritiker werden