Rezensionen

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3

... wie der ein oder andere Rezensent auch, brauchte ich ein wenig länger ehe ich mich in den Roman eingefunden hatte und ihn dann mit einer gewissen Neugierde zügiger durchlesen konnte.

Doch zurück zum Anfang, die LP hatte mich neugierig auf das Thema und gottsei dank sind die Leopoldschen Briefe im gedruckten Roman in einer anderen Schrift, besser lesbar, gedruckt als in der LP. Der Roman ist aus drei miteinander verbundenen Handlungssträngen aufgebaut, die einen Einblick ins barocke Dresden und das Leben von Silvius Schwarz geben. Im ersten Handlungsstrang nimmt uns der Herausgeber mit auf eine Reise durch sein Leben und erklärt wie er zu den Leopoldschen Bögen, dem zweiten Handlungsstrang, der Einblick in die höfischen Gegebenheiten und Persönlichkeiten im 17.Jh. in Sachsen gibt, kommt bzw.  gekommen ist. Weiterhin beschreibt er die Umstände, die zum Fund des Brief-Romans geführt haben, der den dritten Handlungsstrang um Silvius Schwarz und seine Cousine Sophie von Schlosser bildet.

Den mit Abstand interessantesten Handlungsstrang bildeten für mich die Bögen von Leopold. Sie waren abwechslungsreich und angenehm zu lesen geschrieben. Außerdem trieben sie die Handlung maßgeblich voran, während der Brief-Roman für mich eigentlich mehr auf der Stelle trabte. Denn schließ weder Silvius noch Sophie so richtig einig ob nun Hüh oder Hott. Wenn man es abstrahieren will, war es nicht mehr als eine Teenieromanze, wobei die Protagonisten nicht wissen ob nun ja oder nein und sich dieses mehrmals überlegen müssen. Okay es war noch in eine barocke Sprache gekleidet, aber besser wurde es dadurch auch nicht für mich. Bleibt schließlich noch der Erzählstrang mit dem Herausgeber: Tja und dieser ist an mancher Stelle nicht an Trübsinn, wenn er mal wieder über sein Leben sinniert zu übertreffen. Intressant wird es leider nur in den Tagen in denen er sich in Rom aufhält, aber hier ist es fast schon zu übertrieben.

Alles in allen fühlte ich mich seicht unterhalten, habe allerdings weit weniger über die Geschichte der Fotografie erfahren, als ich es gehofft hatte. Ansonsten war es ein kurzweiliges Lesevergnügen, wenn man die Pausen dazwischen abzieht.

5

Nicht häufig findet man auf dem Büchermarkt ein Buch von so einem Format. Vor allem ist es schön, zu sehen, dass sich Autoren in der heutigen Zeit trauen, ein so hohes literarisches Niveau einzuschlagen, das automatisch einen recht kleinen Leserkreis anspricht.

Im Grunde genommen ist "Der Augentäuscher" ein Briefroman in Werther-Manie und spielt im Zeitalter des Barocks (1673). Erzählt wird die Geschichte von Silvius Schwarz, dessen Besessenheit der Entwicklung der Fotografie gilt und die ihm am Ende zum Verhängnis werden soll. Er steht im regen Briefkontakt zu seiner Cousine, Sophie von Schlosser, die wiederum von ihm besessen ist. Diese Briefe bilden die emotionale Ergänzung zu den so genannten 6 Bögen. In diesen werden die inhaltlichen Umstände genauer erklärt. Den äußeren dazu bilden immer wieder die Anmerkungen des fiktiven Herausgebers, einen über die Recherche zu Silvius Schwarz in die Jahre gekommen Germanisten, dem es nie gelang seine Abschlussarbeit erfolgreich an einen Professoren zu bringen und dessen Besessenheit wiederum die Recherche ist. In diesen Anmerkungen werden die Umstände erklärt, wie er an die Bögen gekommen sei.

Der Sprach- und Schreibstil von Mathias Gatza ist wirklich außergewöhnlich. Man sieht, dass er bezüglich der literarischen Epochen sehr bewandert ist. So sind die Köpfe der Bögen beispielsweise charakteristisch. Die Sprache in den Bögen wirkt geradezu authentisch, sodass man als Leser schnell in Versuchung gerät an die tatsächliche Existenz dieser Bögen zu glauben und auch die Sprache der Briefe mit den Naturbeschreibungen u.a. hat einen geradezu romantischen Zug. Fast wird man an Goethes Werther erinnert. Konträr zum pathetischen Wort steht der Sprachwitz in den Anmerkungen, sodass insgesamt man eine abwechslungsreiche Lektüre in den Händen legt, die man allerdings dringend in einer ruhigen Stunde lesen sollte und nichts für Zwischendurch ist.

 

1

 Mein erster Gedanke nach Lektüre dieses Buches war:Puuh,endlich geschafft.

War ich durch die Leseprobe noch ziemlich gespannt auf das Buch,
das als Thematik die im Mittelalter entdeckte (und später vergessene ) Fotografie
hatte,so tat ich mich mit diesem Buch wirklich schwer.
 
Der Roman weist drei Erzählperspektiven auf:
Erstens,die des Erzählers ( Herausgebers ), eines Historikers der seine Recherchen über Silvius Schwarz, den
vermeintlichen Erfinders der Fotokunst,was er erst später erfuhr,hauptsächlich privat verfolgte,da er mit diesem Thema
in der akademischen Welt keinen Anklang fand.
Diese hielt Silvius für ein Phantom,jemanden,der nie wirklich existierte.
 
Dann die gedruckten Bögen von Leopold,einem stummen Buchdrucker,einem Zeitgenossen von Silvius Schwarz.
Diese Bögen fielen dem Herausgeber mehr oder minder durch Zufall in die Hände.
 
Die dritte Handlungsebene stellt der Briefwechsel zwischen Silvius Schwarz und seiner Jugendfreundin Sophie
dar,eine Sammlung von Briefen die dem Herausgeber durch stehlende Tätigkeit zukam.
 
Um es kurz zumachen,die Lesung der Bögen von Leopold waren für mich das einzige was mich zum Durchhalten bewegte.
Die Schilderungen darin waren meiner Meinung nach neutral,angenehm zu lesen,vor allem weil der Charakter des Leopold
recht gut dargestellt wurde.
 
Die Briefe zwischen Silvius und Sophie waren äussert schwer lesbar,da sie sich einer dermassen gestelzten Ausdruckweise
bedienten,die heutzutage schwer verständlich ist.
Vor allem,wenn man sich zu Gemüte führt,dass Sophie zum Zeitpunkt der Verfassung knappe 16 Jahre alt war.
Mag sein,dass man damals in adliger Herkunft so den Schriftverkehr pflegte...
 
Durch das Buch hindurch wechselten sich die Erzählebenen ab,mal wurde beschrieben,wie der Herausgeber sein
eher klägliches Leben fristete,auf der Suche nach neueren Erkenntnissen über Silvius,dann wiederum erfolgte der Schwenk
zu den Bögen und den Briefen.
 
Leider kam dem Thema was mich neugierig gemacht hatte,der Entdeckung der Fotografie eigentlich praktisch gar kein Stellenwert
zu und wurde letzlich auch nicht geklärt.
 
Die Handlung des Buches im letzten Drittel entsprach auch eher durchaus unlogischen und unrealistischen Sprüngen,
ich hatte den Eindruck der Autor wollte das Buch endlich fertig bekommen.
 
Letztlich also für mich ein leider nicht beeindruckendes Leseerlebnis ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
3

Ein langes Vorwort vom Autor bringt dem Leser die Hintergründe zum Roman nahe, wodurch manche Details im Buch besser verstanden werden konnten.

Die Schreibweise von Mathias Gatza ist nicht immer ganz einfach zu lesen, kein Buch für mal schnell zwischendurch. Auch die verschiedenen Handlungsstränge sorgen dafür, dass der Leser aufpassen muss ;-)

Alles in allem eine gute Geschichte über Silvius Schwarz, der der Erfinder der Photographie sein könnte. Er wird als Mörder beschuldigt und gejagt, findet die Liebe und hat so manche Überraschung parat. 

2

 Inhalt / Aufbau

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die sich immer wieder abwechseln.

In einem Teil erzählt ein Kusthistoriker von seiner Suche nach der Existens von einem gewissen Maler/Künstler Namens Silvius Schwarz. Silvius Schwarz soll bei der Erfindung der Fotografie vor dem 19. Jahundert beteiligt gewesen sein. Man erfäht auch einen kleinen Teil des Lebens des Kiunsthistorikers, dieser ist eher nebensächlich doch macht er das Buch etwas lockerer. Dieser Autor (Kusthistoriker) scheint allerdings besessen  zu sein von dem Nachweis der Existens von Silvius Schwarz, denn über Jahre hinweg gibt er nicht auf nach ihm zu forschen auch wenn er so gut wie keinen Beweis findet. Erst 2002 findet er duch Zufall den 1. Bogen des Setzers Leopold, der über ein Teil des Lebens von Silvius Schwarz berichtet. Bei seiner ganzen Suche wird der Autor auch von einer Krimminellen Ader bekleidet, so stiehlt er z.B. einer Professorin, die auch nach Silvius Schwarz sucht, den Briefroman in dem die Briefe von Silvius Schwarz und Sophie von Schlösser verfasst wurden. Auch ist es nicht immer ganz eindeutig, ob die Bögen die er im Laufe der Such findet und an sich nimmt nicht einen anderen rechtmäßigen Besitzer haben.

Ein anderer Teil berichtet in dem Original Schreibstil von damals jeweils aus den 6 Bögen des Setzers Leopold. In den Bögen berichtet dieser von dem Leben des Silvius Schwarz. Von dessen traurigen Geburt bis hin zu seiner Aussetzung und dann der Aufnahme seines Stiefvaters, der ihn liebevoll aufzog.Schon früh entdeckte Silvius seine Liebe zur Kunst. Silvius sei schon früh viel auf Reisen gewesen, er wollte immer die perfekten Bilder herstellen. Dabei sei er auf der Suche nach der perfekten Technik wohl auf die Fotografie gestoßen. In seinem Heimatdorf brachten ihm diese perfekten Bilder sehr viele Neider ein. Die Gerüchte er würde mit Blut mahlen damit es echter aussah gingen z.B. umher. Diese gingen sogar so weit, dass sie ihn als einem Massenmörder beschuldigten. 

In dem Bögen wird sehr deutlich auf welcher Seite der stummer Setzer Leopold ist. Er berichtet, dass er das ganze nicht verstehe und dass Silvius nicht einmal in der Nähe gewesen sei als die Morde passierten. Doch die Dorfbewohner wollten einen Schuldigen und Silvius als "Eigenbrödler mit Erfolg bei Adel", wie ich ihn mal nennen will, passte da super ins Bild, die Gerüchte gaben dann ihr Ihres. Der Setzer Leopold berichtet aber auch etwas über sich und sein Leben, was mir sehr gefällt denn das macht das damalige Leben nur noch anschaulicher.

In einem weiterern Teil beschriebt der Autor die Liebesgeschichte von Silvius Schwarz und seiner Cousine Sophie von Schlösser, dieser wurden in dem gestohlenen Briefroman zusammengefasst. Neben der ganzen Liebelei berichtet Silvius hier von seiner Entdeckung der Fotografie und auch ein bisschen was er so in der weiten Welt erlebet. Sophie berichtet über neuheiten aus ihrer Liebe zur Mathematik.

Meine Meinung

Das Buch ist auf jedenfall nicht leicht zu lesen!

Die verschiedenen Schreibstile, die auf die drei unterschiedlichen Quellen zurückzuführen sind, machen einem das Lesen schwer, da man sich immer wieder aufs Neue hineinlesen muss.

Als ich die Leseprobe las war ich begeistert, diese machte mich neugierig. Ich wollte mehr über die Suche nach der Existens von Silvius Schwarz erfahren. Aus was sein Leben und seine kust mit der Erfindung der Fotografie zu tun hatten.

Doch schnell wurde ich enttäucht, das Buch war sehr anstrengend und nichts das man so nebenbei in der Arbeitspause lesen kan. Oft musste ich mich auch selbst überreden weiter zu lesen, da sie anfängliche Spannung schnell verflogen war. Wobei ich aber auch dazu sagen muss dass zwischen drin immer mal wieder spannende Momente auftauchten die allerdings auch nicht sehr lange andauerten und waren sie gelesen legte ich meißt das Buch zur Seite und musste mich nun wieder überreden weiter zu lesen, Leider.

Sehr schlecht war das Buch jetzt nicht ich denke es gibt genug Leute die es klasse finden werden, doch ich werde es wohl kein weiteres mal mehr lesen.

2

Vorneweg: dies ist meine Rezension, also mein Geschmack. Ich sehe, dass dieses Buch vielen sehr gefallen hat. Mir nicht so besonders.

Zum Buch: Ein Historiker auf der Suche nach einem mythos. Ein Maler, der nie existiert hat. Ein symbol für die Jagd nach unlösbaren Rätseln. Trotzdem wird der Historiker besessen von diesem Maler, findet Anzeichen für seine Existenz. Zunächst sind da einmal die Bögen eines stummen Druckers, der die Geschichte des Malers Schwarz in sechs Bögen festgehalten hat. Lückenhaft, aber für unseren Forscher ausreichend. Dann ist da der Briefroman, der von einer unglücklichen Romanze zwischen Schwarz und einer Mathematikerin berichtet. Auch hier pure Besessenheit bis zum Wahnsinn. Auf der Suche nach den Bögen und dem Roman wird unser Historiker zum Dieb, bestiehlt eine Professorin, die ebenfalls hinter Schwarz her ist. Doch das eigentliche Geheimnis des Schwarz, der letztendlich des Mordes bezichtigt und getötet wird, ist ein viel größeres. Er soll die erste Fotografie erschaffen haben. Also dem Ideal aller Maler der damaligen Zeit am Nächsten gekommen sein: der exakten Kopie des Momentes. Festzuhalten, was das Auge sieht. Eine Unglaublichkeit, Gotteslästerung, Teufelswerk. Seiner Zeit weit voraus wird Schwarz zum Hassobjekt und zum Mythos. Doch letztendlich bleibt die Suche nach dem Phantom eine Suche nach dem heiligen Gral.

Ja, sehr anstrengend zu lesen. Die Sprache ist natürlich der damaligen Zeit angepasst. Vor allem in den Liebesbriefen, dem Gefecht der Mathematikerin mit dem Maler, voller Obsession und Verzweiflung, wird dies sehr deutlich. Die Anmerkungen des "Herausgebers", die immer wieder Persönlichkeiten, Erfindungen und wissenschaftliche Errungenschaften der damaligen Zeit aufgreifen, sollen eine Authentizität erzeugen, die natürlich nur aufgesezt ist. Eco und andere große Schriftsteller haben dies auch schon als Stilmittel genutzt, aber weit aus überzeugender, liebe Vorredner. Ein paar eingeworfene  Namen (Newton, Leibnitz) sind nun nicht wirklich originell. Eine historische Liebesgescchichte mit wissenschaftlichem Beigeschmack. Gute Idee, nicht neu und für mich auch nicht wirklich überzeugend. Dazu noch ein Hauch Krimi und fertig ist das Gebräu. Natürlich kann der geneigte leser sich jetzt auch auf Spurensuche machen, über die Berühmtheiten nachlesen. Aber dazu brauche ich keine überkandidelte Briefromanze. Wie gesagt, meine ganz persönliche Meinung. Vom Handwerklichen her ist das Buch natürlich eine hervorragende Leistung.

5

Wer eine Affinität zum Barock hat, wird dieses Buch lieben. Überbordende Bilder von gigantischen Feuerwerken, mechanischen Spielzeugen, Gemälden und das Leben am Hof des sächsischen Kurfürsten 1673 in Dresden entfalten sich vor den Augen des Lesers.

Das ist das Jahr, in dem historische Teil des Romans von Matthias Gatza spielt. Er hat seine Geschichte in drei Teile aufgeschlüsselt: Die Gegenwart aus der Sicht eines fiktiven Herausgebers; ein Kunsthistoriker, der sich in den Jahrzehnten in seiner wissenschaftlichen Recherche über den Maler Silvius Schwarz verheddert hat und vor lauter Sucht nach immer neuem Material über ihn seinen Lebensplan vergisst. Der Leser erlebt seine Suche nach insgesamt sechs Bögen des Setzers Leopold, der die Begebenheiten im Jahr 1673 um den verehrten Maler beschreibt. Sie sind ebenfalls in diesem Roman zu lesen. Dazwischen ist ein Briefverkehr geschoben, den Silvius Schwarz mit seiner Geliebten Sophie von Schlosser, Mathematikerin, pflegt, unterteilt in Frühlings-, Sommer- und Herbstbriefe.

Alle drei, den Herausgeber, Sophie und Silvius eint eine Form von Besessenheit. Der Herausgeber begibt sich auf die Spur von Silvius Schwarz, forscht über Jahrzehnte und ist auf der Jagd nach allen Bögen des Setzers Leopolds, in denen das Leben des Silvius beschreiben wird. Silvius selbst ist auf der Suche nach  dem wahren Bild, dem Abbild eines bestimmten, unwiederbringbaren Augenblicks, dem Vorläufer der Fotografie. Sophie von Schlosser hingegen ist besessen von Silvius Schwarz.

Und hier gelingt dem Autor der große Wurf. Die Briefe der Sophie von Schlosser sind so lebendig, ironisch, wort- und bildgewaltig, dass es eine große Freude ist, sie zu lesen.

Gatza schafft in seinem Roman auf jeder Ebene eine dichte, atmende Atmosphäre, die den Leser auf genussvolle Weise durch das Buch führt.

3

Ich bin etwas enttäuscht vom Buch. Durch die 3 Handlungsstränge ist es zwar abwechslungsreich, aber ich hatte mir doch etwas mehr erwartet, letztendlich wurde ja angedeutet, dass der "Herausgeber" (den man auf die Suche nach Silvius Schwarz schickt, um ihm später zu offenbaren, dass dies ein beliebter Scherz unter Wissenschaftlern sei, während sich herausstellt, dass es ihn doch gab) feststellt, dass die Fotografie nicht erst Ende des  19. Jahrhunderts, sondern viel früher entdeckt wurde. Dieses Thema geht irgendwie unter.  

3

Keine leichte Lektüre ist „Der Augentäuscher“ von Mathias Gaza. Die Leseprobe dazu war erfrischend anders und machte neugierig auf mehr. Der Roman allerdings war nicht einfach zu lesen und verlangte vom Leser hin und wieder eine große Portion Eigenmotivation. Der Schauplatz ist Sachsen im 17. Jahrhundert, ebenso aber auch das Dresden im Jahre 2002. Ein Wissenschaftler findet einen Druckbogen, Beweis für die Existenz eines Malers, den es laut Kunstwelt nicht gegeben haben soll. Er beginnt zu forschen und entwickelt dabei eine leicht kriminelle Ader. So kommt er zu weiteren Druckbögen. Im nächsten Erzählstrang reisen wir in die Zeit des Silvius Schwarz, eben jenem Maler, der eine entscheidende Erfindung sein Eigen nennen darf. Woran die Kunstwissenschaft allerdings zweifelt. Wir erfahren als Leser, wie die Druckbögen entstanden und zudem von der Liebesbeziehung Schwarz` zu seiner Cousine. Aufgrund der verschiedenen Erzählstränge finden wir eine unterschiedliche Sprache, die Abwechslung in den Roman bringt. Alles in allem ein ungewöhnliches Buch, auf dessen erzähltes Abenteuer man sich einlassen wollen muss. Die Covergestaltung gefiel mir weniger gut, die Gestaltung des Einbands fand ich aber umso ansprechender.

 

5
Wie soll man ein derart komplexes Buch in ein paar Sätzen zusammenfassen? Kurz gesagt geht es um die Erfindung der Fotografie, die vielleicht doch schon viel früher stattgefunden haben könnte, als heute bekannt ist. Und es geht um den Maler Silvius Schwarz und seine Geliebte Sophie von Schlosser, eine Mathematikerin, und ihr Verhältnis zueinander.
 Doch das ist längst nicht alles, denn der Autor erzählt seine Geschichte nicht einfach chronologisch als historischen Roman. Auf drei verschiedenen Erzählebenen mit unterschiedlichen narrativen Stilen schafft er ein Gesamtwerk, dass die Menschen auf unterschiedlichste Art einbindet. Auf erster Ebene erzählt der Herausgeber von seinem Leben, wie er die Texte über Silvius Schwarz entdeckte und wie am eine regelrechte Obsession entwickelt, alles zu besitzen und zu wissen, was es zu diesem am Anfang als Hirngespinst erscheinenden Maler gibt. 
Dann lässt der Herausgeber den Leser an zwei weiteren Textarten teilhaben, zum einen Originaltexte aus der Zeit, von einem Stummen Druckleger in Dresden geschaffen. Sechs Bögen gibt es insgesamt, die es für den Herausgeber zu finden gibt. Und letztlich von ihm den als halb fiktional, halb real bewerteten Briefroman mit den Briefen von Sophie und Silvius, in denen der Maler Silvius Schwarz von seinen Entwicklungen berichtet.  
Die Briefe, und besonders die von Sophie, muss ich an dieser Stelle einmal besonders hervorheben. Dem Autor gelingt es auf unglaublich gute Art und Weise, einen Stil zu schaffen, der so glaubwürdig ist, dass man versucht ist zu denken, die Originalbriefe hätten neben Mathias Gatzas Schreibtisch gelegen, während er diesen Roman schrieb. Fiktion und Realität sind so nah, dass sie zu verschwimmen drohen und den Leser auf einen schmalen Grat zwischen Glauben und Zweifeln schicken. Sophie ist in ihren Briefen als Person so plastisch, temperamentvoll und faszinierend, dass man gerne selber einmal einen ihrer wunderbaren und völlig ungekünstelten Briefe bekommen würde. 
 „Der Augentäuscher“ ist kein Buch, das man einfach nebenbei verschlingen kann, man muss sich auf den speziellen Stil des Romans mit seinen verschiedenen Personen und Ebenen einlassen, um Gefallen daran zu finden. Meiner Meinung nach ist Mathias Gatza ein außergewöhnliches und faszinierendes Buch gelungen!
 
http://sarahs-buecherregal.blogspot.com
3

Von der Leseprobe o. g. Romans fasziniert, begann ich das Buch zu lesen. Erst zum Schluss war mein Lesen nicht mehr so oft unterbrochen. Da der Inhalt des Romans drei Erzählstränge hat und ich mich erst in die Sprache des Barocks einlesen musste, fiel mir dies zuerst nicht ganz leicht. Da berichtet der Setzer Leopold in sechs Bögen über Silvius Schwarz, der Hauptfigur. Der zweite Erzählstrang ist ein Briefwechsel zwischen Silvius Schwarz und Sophie von Schlosser, geschrieben von Dionysia von Rose und im dritte Erzählstrang erzählt der Autor selbst, wie er an die Bögen und den Roman kam und von seinen vielen Empfindlichkeiten. Der Augentäuscher ist ein Roman, doch zu Beginn ließ ich mich vom Autor täuschen. Der Roman machte auf mich den Eindruck einer wissenschaftlichen Abhandlung über diesen geheimnisvollen S. Schwarz und seine Erfindung: die Fotografie.

Mathias Gatza kann sich so viel Stoff nur ausdenken, da er sich seit Jahren mit Stillleben und dem Barock beschäftigt. Leider muss ich sagen, dass mich zwar „Der Augentäuscher“ zum einen fasziniert hat, zum anderen konnte der Roman mich nicht so fesseln, dass ich mit Freude und Spannung das Buch gelesen hätte. Ich las es zu Ende, weil ich diese Rezension schreiben wollte.  Das was der Autor im Roman mit der Professorin Sandra Kopp erlebte, wurde immer abstruser und unwirklicher. Das Ende um Silvius Schwarz wurde „lebensnah“ erzählt, aber wie sich seine Geliebte Sophie verhielt, da ging die Fantasie des Autors durch.

Ich gebe dem Augentäuscher drei Sterne.

3

Ich muss gestehen, ich habe ein paar Anläufe gebraucht, bevor ich mich tatsächlich reinlesen konnte. Das Buch macht eine Menge Zeitsprünge, schließlich behandelt es quasi drei Geschichten gleichzeitig, die sich in verschiedenen Epochen abspielen. Die verschiedenen Epochen spiegeln sich auch in der Sprache wieder, denn sie ist anspruchsvoll! Aber ich habe auf jeden Fall Gefallen daran gefunden, zum Teil hatte ich wirklich das Gefühl historische Briefe vor mir zu haben. Insbesondere die Liebesbriefe gingen mir wirklich nah, sie kamen wirklich von Herzen, aber so ganz ohne gespielten Herzschmalz... Ich beureue keinesfall das Buch gelesen zu haben, auch wenn ich zugeben muss, dass es zum Teil wirklich langatmig ist und Spannung einfach kaum aufkommt. Allerdings liegen die Stärken dieses Buch eindeutig wo anders. Übrigens fand ich die Anmerkungen des Autors wirklich amüsant und so herrlich selbstironisch...

4

 

Der Roman spielt abwechselnd im barocken späten 17. Jahrhundert und der Gegenwart und beginnt mit einem Eintrag auf der Internetseite des nicht genannten Herausgebers des Buches "Der Augentäuscher". In diesem Eintrag kündigt der Herausgeber an, "das Bild des deutschen Barocks, die gesamte Bildgeschichte und die Kunstgeschichte überhaupt" neu zu schreiben und aus sich einen gemachten Mann zu machen, akademisch, gesellschaftliche wie auch finanziell.
 
In einer Mischung aus Briefroman, Thriller und Wissenschaftsfarce gelingt es Matthias Gatza, auf verschiedenen Ebenen einerseits die Geschichte des Malers Silvius Schwarz, der mit seinen auf fotografischen Techniken beruhenden Porträts seine Mitmenschen im barocken Dresden schockiert sowie eine zeitlich parallel statt findende Mordserie unter Kastraten und anderen Sängern des Dresdner Hofes zu erzählen, derer Schwarz als Täter verdächtigt und schließlich hingerichtet wird. In der Gegenwart spielt die Handlung um den Herausgeber des Buches, ein erfolgloser Kunsthistoriker, der durch Zufall an eine Metallplatte mit schemenhaften Konturen kommt, die er als Rest eines Fotos aus dem 17. Jahrhundert von Hand des Malers Silvius Schwarz definiert. Auf abenteuerliche und nicht immer legale Weise gelangt der „Herausgeber“ zudem an sechs Papier-Bögen, welche das Leben, Wirken und Sterben des Malers beschreiben. Der gescheiterte Historiker, mittlerweile Hartz-IV-Empfänger widmet sein Leben obsessiv der Erforschung des bis dahin unbekannten Malers Silvius Schwarz sowie der vermeintlich von diesem gemachten ersten Fotografie, lange vor der anerkannten Erfindung der Fotografie im 19. Jahrhundert. Der „Herausgeber“ hat jedoch eine Konkurrentin: die Professorin Sandra Kopp, eine schöne, kluge und gut situierte Kunsthistorikerin, die im Besitz eines Briefwechsels zwischen Silvius und seiner Cousine und Geliebten Sophie, einer für ihre Zeit hochintelligente Frau, ist. Auch diesen Briefwechsel bringt der „Herausgeber“ in seinen Besitz und spinnt ihn in sein Buch ein.
 
Aus einem Füllhorn an Themen, verschiedenen Sprachstilen und Genres hat Matthias Gatza einen Roman entwickelt, der einen hohen Anspruch an seine Leser stellt. Der Klappentext führt leider in die Irre, lässt sich dahinter eher ein Krimi der anspruchsvollen Art vermuten. Wer sich dennoch auf das Buch einlässt, wird durchaus belohnt durch eine Fülle an Informationen und Denkanregungen … und sei es am Ende nur durch die Frage: „Was ist echt und was ist Täuschung?“
4

Kurzbeschreibung:

Es war nichts als eine dunkel angelaufene Metallplatte, in die die Zahl 1673 geritzt war. Aber der Fund war spektakulär. Die Reste eines Photos aus dem 17. Jahrhundert? Obwohl die Photographie erst im 19. erfunden wurde? Humbug, völlig unmöglich. Niemand glaubt dem verkrachten Wissenschaftler. Im Jahr 2002 jedoch, bei den Aufräumarbeiten nach dem Elbhochwasser in Dresden, stößt er auf einen Druckbogen im Bleisatz, dessen verklebte Seiten er löst und: das zweite Glied einer großartigen Beweiskette entdeckt. Schilderungen über einen gewissen Silvius Schwarz, hochbegabter Stillleben-Maler, Libertin und Atheist, der in Dresden aus einer Camera obscura ein künstliches Auge gebaut hat. Seine Geliebte, die wilde, schöne Sophie von Schlosser, berühmte Mathematikerin und Gambenvirtuosin, war ebenso Anlass für Neid und Missgunst wie Silvius’ Erfindung: die Eins-zu-eins-Wiedergabe der Natur. Nur wenigen gewährt er einen Blick auf seine Kunst, und dann nur flüchtig,bei Kerzenschein … Bald als Magier und Blasphemiker gejagt,wird Silvius auch noch verdächtigt, mit den geheimnisumwobenen Ritualmorden zu tun zu haben, die die höfische Welt erschüttern …

Cover:

Das Cover passt zu dem Buch, es würde mich aber jetzt eher nicht in einer Buchhandlung ansprechen. Es ist eher der Titel den ansprechend fand. Der sticht in weisser Schrift auf Schwarzem Grund gut hervor.

Fazit:

Das Buch ist in mehrern Abschnitten aufgeteilt. Einmal gibt es die Blöcke, die Leopold verfasst hat und die das Leben des Silvius Schwarz erzählen und dann gibt es noch Briefe von Silvius an Sofie, bzw. Sofie an Silvius. Hier erzählt Silvius, welche Erfahrungen er macht und wohin seine Reisen ihn führen. Beides ist in der Sprache des 17. Jahrhunderts geschrieben und bringt die Geschichte authentisch rüber.

Dazwischen finden sich immer wieder Anmerkungen des Herausgebers. Diese Anmerkungen geben dem Buch noch mehr Tiefe und Verständnis. Er beschreibt dort, was er herausgefunden hat und welche Fragestellungen noch offen sind. Ausserdem bringen diese Anmerkungen die eine gewisse Spannung rein, da die Texte und Briefe oft sehr trocken rüber kommen. 

Ich finde diese Aufteilung ungewöhnlich und geben dem Buch das gewisse Etwas. Besonders toll fand ich die Inhaltsangabe am Anfang. Sie beschreibt den Weg des Buches und gibt erste Hinweise auf die Handlung die in den Bögen vorkommt.

Es ist auf jeden Fall kein Buch, was man so schnell mal zwischendurch gelesen hat, aber ich finde es ist ein Buch, welches sich lohnt zu lesen, wenn man ein wenig Zeit hat und sich auf eine ungewöhnliche, spannende Geschichte einlassen möchte. Vielen Dank, dass ich dieses ungewöhnliche Buch lesen durfte.

 

2

Puuh, das Buch macht es mir nicht leicht. Man sollte einiges an Zeit und Ausdauer mitbringen, wenn man sich diesem Werk gebührend widmen möchte. Das liegt hauptsächlich an der Sprache. Die sechs Bögen aus der Barock-Zeit und einige Briefe zwischen Silvius und seiner Cousine Sophie, die der Herausgeber einem Briefroman entnimmt, werden dem Leser als Beweis vorgelegt. Sie orientieren sich (logischerweise) am Sprachstil des Barock und sind damit reichlich opulent. 

Keine leichte Kost, besonders die Briefe nicht. Die Bögen (gedruckt von dem stummen Leopold) habe ich gerne gelesen, sie beschränken sich meistens auf das Wesentliche und treiben die Handlung voran. Aber die Liebesbriefe! Einer schwülstiger als der andere und teilweise wirklich nur mit dem Inhalt, wie sehr sie sich gerade lieben/hassen. Silvius macht viele Andeutungen auf seine Entdeckung und ich denke, dass jemand, der sich mit der Fotografie und deren Geschichte auskennt, damit wahrhscheinlich auch etwas anfangen kann. Ich dagegen habe zwar verstanden, um was es geht, aber die ganzen chemischen Details habe ich irgendwann einfach überlesen. Die Briefe fand ich irgendwann nur noch langweilig und wenig hilfreich, zumal man vieles schon vorher aus den Bögen erfährt.

Zum Inhalt bleibt mir nicht viel zu sagen, da wie gesagt die Sprache und der Aufbau das Besondere an diesem Roman ausmachen. Neben Silvius Experimenten baut sich eine Krimihandlung auf. Richtig spannend wird es nicht, aber darum geht es ja auch nicht. Der Herausgeber bezeichnet diese Verbrecherjagd sogar als lästig, weil dadurch die Fotografie zu sehr in den Hintergrund rückt. 

Der Herausgeber hat mir persönlich sowieso am besten gefallen. Zwischen den Bögen und den Briefen erzählt er immer wieder, wie er sie aufgespürt hat. Das bringt ihn in die verrücktesten Situationen, die teilweise ziemlich lustig sind, ohne dass der Autor dabei ins Lächerliche abrutscht.

Sehr gelungen fand ich zweierlei: die Aufmachung und den Schluss. Die Aufmachung ist sehr liebevoll, das Vorsatzpapier wunderschön bedruckt und das Titelbild hat tatsächlich etwas mit dem Inhalt zu tun. Außerdem findet sich z.B. ein Lebenslauf des Herausgebers auf den ersten Seiten ... an Details mangelt es also nicht. Zum Schluss sage ich jetzt nichts, außer dass es sich lohnt trotz des zähen Mittelteils bis zu ihm weiterzulesen.

Fazit: Mir war dieser Roman etwas zu barock. Stellenweise habe ich mich wirklich gelangweilt und besonders die Briefe habe ich zum Ende hin mehr überflogen. Aber es gibt auch tolle Momente, die einen immer wieder zum Weiterlesen motivieren. Von mir gibts 2,5 Sterne.
 

4

In dem Buch "Der Augentäuscher" verstecken sich eigentlich drei Geschichten in einer. Da ist einmal die Geschichte des anonymen Herausgebers, dann die des Druckers Leopold und - vielleicht die wichtigste Geschichte - des Malers Silvius Schwarz.

Das ganze Buch ist sehr komplex und anspruchsvoll geschrieben. Man muss sich wirklich richtig konzentrieren, damit man alles gut versteht. Ein Buch zum "zwischendurch mal lesen" ist dieses auf jeden Fall nicht!

Das soll aber kein Kritikpunkt sein. Im Gegenteil; ich finde es recht angenehm, mal wieder eine etwas anspruchsvollere Lektüre gelesen zu haben!

Ich muss zugeben, der Schreibstil war zunächst gewöhnungsbedürftig. Hat man sich aber erst mal eingelesen, dann ist auch der Stil kein Problem mehr, und man kann gut eintauchen in die Handlung.

Ein Buch, das einfach mal anders ist, auf positive Art und Weise!

2

Das Cover war von Anfang an sehr Ansprechend.
Zerfetztes, Aufgehangenes und Angeschnittenes Gemüse in Verbindung mit dem Titel „Der Augentäuscher“, ok da musste ich sofort in die LP von vorablesen.de mal reinlesen !

Der erste Eindruck hat mich auf ein spannendes und besonderes Buch hoffen lassen, konnte es aus meiner Sicht aber leider nicht bis zum Ende halten.

Auf der ersten Seite geht es mit einem sehr kleinen Text über Silvius Schwarz, aus den Vitae des Arnold Houbraken los. Danach folgte eine Inhaltsangabe und die wichtigsten Personen wurden mit Daten vorgestellt, was ich für einen Roman sehr ungewöhnlich fand.
Das Vorwort wurde vom Herausgeber geschrieben, der sich nur mit N.N. vorstellt. Es ist recht lang und gibt einen den Eindruck das es schon ein wichtiger Teil der eigentlichen Geschichte ist.

Der Herausgeber N.N. erzählt die Geschichte von Leopold, der die Geschichte von Silvius Schwarz erzählt. Des weiteren sind die Briefe von Silvius Schwarz an Sophie von Schlosser und umgekehrt zu lesen. Auf die Bögen und Briefe folgt immer eine Anmerkung des Herausgebers N.N. .

Was sofort auffällt ist der ungewohnte Sprachstil, der in den Bögen und Briefen noch mehr zum Ausdruck kommt als bei den Anmerkungen des Herausgebers.
Die Anmerkungen von N.N. sind trotz ungewohnten Sprachstil flüssig zu lesen und seine sarkastische Art lockert es auf.
( [...] nun bald >vierzig Exitus< [...] )

Leopolds Bögen und die Briefe von Silvius und Sophie fand ich etwas beschwerlicher zu lesen. Nach ein paar Seiten hat man sich zwar gut eingelesen und es störte nicht mehr, doch bei Unterbrechungen und späteren weiter lesen musste man sich erneut erst einlesen.
Dennoch ging die eigentliche Geschichte durch den ungewohnten Sprachstil nicht unter und man konnte soweit alles ganz gut Nachvollziehen.

Bei den Bögen von Leopold hat mir vor allem die kurze Inhaltsangabe gefallen, die schon erahnen ließ was alles passiert. Am Ende von Bogen 2 war ich ganz hingerissen von einem Spruch, wo von nun an auch das Lesebändchen ruht.

„ Einer der alles saget / was er weiß; ist nicht Weltweise: und wer anders redet / als er meinet; ist nicht aufrichtig.“

Anonym, 1668

Die Schriftart wechselte öfters, passte aber immer zur jeweiligen Situation. Die Geschichte ist sehr Detailreich geschrieben und ich fand dadurch die Sätze manchmal etwas zu lang geraten.
Enttäuscht bzw. unzufrieden war ich mit dem Ende. Es bleiben viele Fragen offen oder wurden nur zum Teil beantwortet. Ich hatte auf einen letzten großen knall gehofft.

Ich glaube, der Roman ist eher was für Leute die gerne fiktive Historische Romane lesen.

Es war interessant und ab und an auch spannend, hat mich aber dennoch nicht richtig Überzeugt und deswegen gibt es von mir leider auch “nur“ 2 Sterne.

1

Ich habe viele Anlüufe unternommen um mit dem Buch warm zu werden. Das Cover ist Genuß und die Aufmachung mit dem Verzeichniß herrlich. Aber dann hört es für mich auf. Die Wechsel zwischen den Ebenen - die Frage um wen es jetzt eigentlich wirklich geht, um Silvius oder unseren armen Prof.- und der teilweise schwere, zeitlich angepaste Stil, haben mich nicht in die Geschichte hereingelassen.

Was selten passiert, ich habe aufgegeben und das Buch geschloßen.

Allen die mehr Zugang gefunden haben wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

Jede Seite erzählt eine Geschichte und jedes Wort hat einen Sinn - wenn wir ihn nur finden.

5

Ich muß meine Sternenzahl erhöhen. Von 4 runde ich jetzt auf 5 Punkte auf, da das Buch meine Erwartungen vollständig übertroffen hat. Selten habe ich so etwas Phänomenales gelesen. Ich wußte manchmal nicht, ist das Geschichtliche wirklich Wahrheit oder einfach Erfindung. Fast meint man, eine frühere Biografie zu lesen. Einfach traumhaft. So ein Buch findet man nicht alle Tage. Natülich ist das nicht für Leser geeigent, die sich nicht anstengen wollen und über den Text nicht nachdenken. Eine Geschichte mit Tiefgang, traumhaft wundervoll.

Schon das Cover allein ist sehenswert. Auf schwarzem Hintergrund hängt ein Wirsingkohl an einem Strick herunter. Auf einem Tisch mit dunkelgrauem Tischtuch liegt ein angeschnittener Kürbis. Und an der oberen linken Ecke ist ein Granatapfel, der gerade explodiert. Die Kerne spritzen in hohem Bogen heraus und Fetzen des Apfels sind in der Luft. Ein etwas eigenartiges Stilleben.

Das Buch beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis und was besonders zu erwähnen ist, ist das Personenregister. Hier sind alle aufgeführt, die in dem Buch vorkommen. So kann man sich schon im voraus ein Bild machen und die einzelnen Mitwirkenden sind einem dann auch schon bekannt.

Das Buch selbst besteht aus drei verschiedenen Handlungssträngen. Auch besonders ist, dass in dem Buch verschiedene Schiftarten gebraucht werden.

Zuerst einmal erzählt ein Historiker, der sein Studium nie zu Ende gebracht hat, von seinem Leben. Inzwischen bezieht er Hartz IV und muß beim Elbehochwasser heftig mitarbeiten. Durch Zufall bekommt er bei diesen Arbeiten einen Bogen in die Hand, auf dem der Maler Silvius Schwarz erwähnt ist. Als er eben diesen Bogen liest, wird er ganz besessen davon, mehr über diesen Maler herauszufinden. Mit Trug und List kommt er dann an weitere 4 Bögen, aber auch den 6. bekommt er zu lesen. Diese Episoden werden dann unterbochen und man wird ins 17. Jahrhundert enführt an den Dresdner Hof. Der stumme Leopold druckt heimlich diese Bögen, um wahrscheinlich der Nachwelt diese Dinge zu zeigen. Silvius Schwarz, ein besonderer Maler. Er soll die erste Fotografie im Barock erfunden haben. Diese Bögen sind sehr interessant.

Der dritte Teil dieses Buches sind die Liebesbriefe zwischen Silvius und seiner Cousine Sophie, die auch seine Geliebte ist. Es geschehen Morde und das Volk meint, dass es dieser Hexenmeister Silvius ist.

Leider hat mich der Ausgang des Buches sehr traurig gestimmt. Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen. Ich kann und werde es weiterempfehlen.

Was ist, wenn die Fotografie eigentlich im Barock erfunden wurde?
Wie gehen die Menschen, dieser Zeit mit so einer Erfindung um?
Ein Kunsthistoriker macht sich, durch einen nicht ernst gemeinten Rat, auf die Suche nach Silvius Schwarz. Und entdeckt die erste Fotografie. Fasziniert förmlich besessen will er herausfinden wer dieser Schwarz war und was mit ihm passiert ist. Durch seine Forschungen kommt er a nein Schriftstück, das von einem direkten Zeitzeugen stammt. Leopold, ein Setzer der sich zur Aufgabe gemacht hat die wahren Ereignisse zu schildern. Denn Schreckliche Dinge passieren. Ein Mörder treibt sein Unwesen und der Hauptverdächtige ist Schwarz.
Der Kunsthistoriker forscht weiter, findet eine Professorin, die sich mit der Geliebten von Schwarz befasst und im Besitz eines Briefromans ist, der weiteren Aufschluss über die Ereignisse gibt.
Das Puzzel setzt sich langsam zusammen. Und das ist es für den Leser ein wahres Puzzel. Erzählt wird die Geschichte auf drei Ebenen:
1. Der Herausgeber / Kunsthistoriker
2. Leopolds Schriften
3. Die Briefe
Diese Erzählweise macht es nicht gerade leicht, der Geschichte zu folgen. Immer wieder wird man herausgerissen und mit Episoden aus dem Leben des Herausgebers konfrontiert. So wird er zur Hauptrolle und macht Schwarz zur Nebenrolle in seiner Geschichte.
Mein Fazit das Buch hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. Ich habe lange gebraucht, bis ich es durch hatte, aber es hat sich gelohnt.

3

 

Leicht macht es Mathias Gatza dem Leser in seinem neuen Roman „Der Augentäuscher“ nicht. Mithilfe von drei Ebenen webt er einen Roman, der uns in die schillernde Epoche des Barock entführt. 1673, Deutschland liegt noch von den Nachwehen des Dreißigjährigen Kriegs darnieder (was freilich die prunksüchtige Herrscher nicht zu stören scheint), sorgt der Alchemist und Lebemann Silvius Schwarz am Dresdner Hof für Aufsehen. Als Maler versucht er, der wirklichkeitsgetreuen Abbildung der Welt auf die Spur zu kommen und experimentiert hierzu mit verschiedenen Techniken. Von diesen Geschehnissen berichten sechs über das Buch verteilte Bögen, der ein stummer Setzer namens Leopold damals in einer Nacht druckte, um der Nachwelt von den Geschehnissen am Dresdner Hof zu berichten. Während Silvius vor allem die Damenwelt in Verzückung versetzt, kommt es in der unmittelbaren Nähe des Dresdner Hofs zu grauenhaften Morden, die scheinbar mit den Versuchen Silvius' in Verbindung stehen.

Angereichert wird diese Grundgeschichte durch die zweite Ebene des Romans, die aus einem Briefroman zwischen Silvius und seiner geliebten Sophie besteht. Hier zeigt sich der private Charakters Silvius', allerdings sind diese Korrespondenzen auch sehr anstrengend zu lesen und sind nicht gerade dazu angetan, den Leser zu fesseln oder gut zu unterhalten, da sich in den Briefen die beiden Partner meistens in gegenseitigen Neckungen oder Beschimpfung ergehen.

Den unterhaltsamsten Teil liefert Mathias Gatza mit der dritten Ebene ab, die von einer anonymen verkrachten Akademikerexistenz namens N.N. berichtet. In diesem Erzählstrang kommt der Ich-Erzähler zum Einsatz, der von seinen erfolglosen akademischen Versuchen einer Dissertation erzählt und dann zu seinem eigentlich Lebensthema kommt, dem er sich verschrieben hat: Die Wiederauffindung der Bögen Leopolds, die von Silvus berichten, und damit die Erforschung des Lebens des barocken Dresdner Lebemanns. Ironisch entführt er den Leser in seine Suche nach den Bögen und tritt nach den einzelnen Bögen und Passagen aus den Briefroman kommentierend in Erscheinung.

 

Dies ist auch bitter nötig, da, abgesehen von großartigen Sprach- und Fabuliertalents Mathias Gatzas, die einzelnen Elemente aus dem Dresdner Barockleben wirklich schwer zu lesen sind. Die Suche nach dem merkwürdigen Mörder am Dresdner Hof und die Frage, ob Silvius Schwarz bereits um 1675 einen Vorläufer der Fotokamera geschaffen haben kann, treten während der Geschichte oftmals in den Hintergrund und der Leser muss sich die einzelnen Erzählelemente zusammenklauben. Das ist zwar zu loben, da es den Leser fordert und nicht alles vorgekaut wird, allerdings übertreibt es Mathias Gatza auch an manchen Stellen. Es sorgte zumindest bei mir oftmals für Ermüdung, wenn sich Sophie von Schlosser und Silvius Schwarz lieber in Briefen beschimpften, anstatt das die (für mich) relevanten Themen Erwähnung fanden. So ist dies für mich ein großer Kritikpunkt gewesen, an den ich auch noch den Anspruch des Buches anfügen möchte. Ich bin, was bibliothekarisches Geschichte eingedenk meines Berufes relativ sattelfest, aber ich vermute, dass nicht jedem Leser unbedingt das Setzen von Prospekten oder die Gattung der Acta geläufig sind. Hier wäre vielleicht ein kleines Glossar nett gewesen, das die vielen bibliophilen Gepflogenheiten des Barocks erklären würde. Ansonsten kann die Vielzahl von Fachausdrücken oftmals zu Verwirrung führen!

 

Fazit: Dieses Buch sei allen Lesern ans Herz gelegt, die sich für die Epoche des Barocks oder Buchgeschichte interessieren, doch wer eine Geschichte á la „Das Jesus-Video“ von Andreas Eschbach sucht, dem kann ich wirklich nur raten, die Finger von diesem Buch zu lassen!

Bücher sind wie Schiffe, die das Meer der Zeit durchsegeln (Francis Bacon)

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In dem Buch dreht sich alles um Silvius Schwarz, der im 17. Jahrhundert gelebt hat und Maler war.

Der anonyme "Herausgeber" erforscht das Leben des Silvius Schwarz, von dem er annimmt, dass er damals der erste Fotograf war. Wird sich diese These bestätigen, dann wäre es eine Sensation!

Anhand von Briefen und Druckbögen gelingt es dem "Herausgeber", immer mehr von Silvius Schwarz zu erfahren.

Dieses Buch ist einfach unbeschreiblich. Es ist so gänzlich anders als all die anderen Bücher, die ich bisher gelesen habe. Es liest sich wie eine Biografie, wie ein Krimi, ein historischer Roman, ein Wissenschaftsroman - alles gleichzeitig.

Es ist auch nicht immer ganz einfach, der Geschichte zu folgen. Sie wird in verschiedenen Zeitepochen und aus verschiedenen Ansichten erzählt. Man  muss schon konzentriert lesen, um alles gut zu verstehen. Es ist definitiv kein Buch, das man mal eben so zwischendurch lesen kann. Man muss sich wirklich einlassen auf dieses Buch, aber das lohnt sich dann auch!
Es ist einfach mal etwas ganz Neues, eine neue Erfahrung des Lesens!

Wer mal etwas Neues lesen möchte und keine Angst davor hat, sich wirklich in die Geschichte "hineinarbeiten" zu müssen, dem kann ich das Buch wirklich nur empfehlen!

 

3

Der Augentäuscher von Mathias Gatza ist kein gewöhnliches Buch, das man so nebenbei lesen kann. Es ist ein Werk, auf das man sich voll und ganz einlassen muss und dem man Zeit geben muss, um zu wirken und um es zu verstehen.

Das Buch ist auf drei Erzählebenen geschrieben, die sich stetig abwechseln. Zum einen aus der Sicht eines ewigen Studenten, der immer wieder an seiner Doktorarbeit scheitert, aber nicht aufgibt. Sein Lebensinhalt ist die akribische und unermüdliche Forschungsarbeit. Durch Zufall stösst er auf den Namen Silvius Schwarz und ist ab dem Zeitpunkt davon besessen, die Wahrheit über den exzentrischen Maler des 17. Jahrhunderts und vielleicht sogar den tatsächlichen Erfinder der Fotografie herauszufinden.

Bei seiner Suche findet er sechs Bögen des stummen Setzers Leopold, die die Geschichte des Silvius Schwarz erzählen. Diese Bögen sind die zweite Erzählebene, die Ende des 17. Jahrhunderts spielt.

Durch einen Diebstahl ist er außerdem an einen Briefroman gelangt, der Liebesbriefe von Silvius und dessen Cousine Sophie enthält. In dieser dritten Erzähleben erfährt der Leser Genaueres über die Liebesgeschichte der beiden.

Der Augentäuscher ist ein sehr außergewöhnliches Buch. Es ist nicht einfach zu lesen, vor allem die beiden Teile, die von der früheren Zeit handeln. Die Sprache des Autors ist teilweise etwas sperrig und ich musste mich beim Lesen konzentrieren und manchmal auch wieder ein Stück zurückgehen, um den Faden nicht zu verlieren. Dennoch war es ein Lesegenuss der besonderen Art. Nicht für jeden zu empfehlen, aber für Freunde anspruchsvollerer Literatur durchaus lesenswert.

4

 Ich beglückwünsche Sie als zukünftigen Leser, wenn Sie sich tatsächlich an dieses hoch komplexe Werk herantrauen. Allerdings muss ich Sie gleichzeitig warnen - ein wenig Arbeit werden Sie schon investieren müssen, um hinter die Fassade dieses Panoptikums an Absonderlichkeiten zu blicken. Sie erwarten reine Unterhaltung? Sie erwarten einen historischen Krimi? Sie verlassen sich gar auf den Klappentext?? Vergessen Sie's. Dann werden Sie vermutlich nach kurzer Zeit entnervt aufgeben.

Ich habe das Buch gewissermaßen nicht gelesen, sondern "durchgeackert". Man kann es wahrlich nicht "lesen" nennen, denn andauernd musste ich mir Gedanken machen, was denn mit dieser Finte, diesem Kniff schon wieder gemeint sein könnte. Und doch wurde ich belohnt, denn ich fühlte mich als Leser ernst genommen. Als Leser, der sich nicht nur "bedienen" lässt, sondern der aktiv an der Sinnkonstruktion des Buches beteiligt wird. Und insofern fand ich das Buch richtig gut!

Die erste "Schachtel", in der das Buch steckt, die erste Rahmenhandlung, rankt sich um einen verhinderten Doktoranden, der schon im mittleren Alter ist, und sein ganzes Leben lang nach einem ominösen sächsischen Maler aus dem 17. Jahrhundert geforscht hat: nach Silvius Schwarz. Dieser namenlose (!) Doktorand schreibt das Buch im Rückblick, als fiktiver Herausgeber. Er stellt die Ergebnisse seiner lebenslangen Forschung dem interessierten Publikum frei "als Download" zur Verfügung (was für uns Leser natürlich die physische Einheit "Buch" ist). Gleichzeitig wird seine höchst absonderliche Lebensgeschichte geschildert, die vor Zufällen und Eigenheiten nur so strotzt. Hier kann man Anklänge an allerhand Schelmen- und Entwicklungsromane finden, wovon ich nur den "Tristram Shandy" oder "Pinocchio" erwähnen möchte. Denn auch unser Doktorand jagt zwar nicht seinem Geppetto, sondern Silvius Schwarz hinterher - wird jedoch immer wieder an der Nase herumgeführt. Ich habe mich hier sehr oft köstlich amüsiert! Das akademische Milieu wird herrlich veralbert. Gleichzeitig wirkt der "Plot" dieser Rahmenhandlung wie aus "Alice im Wunderland": es endet in einem Labyrinth (!), in das der Doktorand "gefallen" zu sein scheint, und aus dem er nur knapp entkommt - mit einer ganzen Meute hinter sich.
 

Der zweite Rahmen, die zweite Schachtel, besteht aus 6 antiken Druckbögen, die ein Zeitgenosse des besagten Silvius Schwarz seinerzeit gesetzt haben soll. Leopold war stumm, und mit Silvius augenscheinlich befreundet. Der Doktorand kam durch allerlei abenteuerliche Zufälle an diese Bögen, in denen sich Leopold vom Chronisten zum Denker und Forscher entwickelt. Der Tonfall ist hier ganz der damaligen Zeit angepasst, und zeichnet glaubwürdig die innere Entwicklung Leopolds nach. Ganz unverkennbar bestehen hier Parallelen zum "Namen der Rose",  sowie zum "Parfum": Zwar ist die Handlung zeitlich deutlich hinter Umberto Ecos Meisterwerk angesetzt, aber der Grundgedanke scheint derselbe zu sein. Es endet an einem ominösen, versteckten, verschachtelten Ort, und es geht um Morde, die aus höchst idealistischen Gründen begangen wurden. Insofern ähnelt Leopold, der Drucker, ein wenig Adson von Melk. An das "Parfum" wiederum erinnert die Lebensgeschichte des Silvius Schwarz; seine Kindheit mit weitestgehend dunklen Wurzeln, seine Besessenheit, die ganz derjenigen Grenouilles ähnelt, und sein Ende. Auch eine orgiastische Verwirrungsszene ist enthalten, ganz wie im "Parfum".

Die dritte "Schachtel" schließlich, oder sollte ich vielmehr sagen, das dritte Kaninchen, das der Autor aus dem Hut zaubert, besteht aus Liebesbriefen, die sich Silvius Schwarz und seine Cousine Sofie geschrieben haben sollen. Sollen, wohlgemerkt; denn es ist ebenso möglich, dass diese Briefe nur ein Roman einer nicht näher bezeichneten Nonne, Dionysia von Rose (!), sind. Das bleibt angenehm offen, und trägt zum Reiz des Ganzen bei. Auch diese Briefe sind kunstvoll geschrieben - ganz egal, woher sie auch stammen mögen. Der Tonfall und die ganze Ausdrucksweise stammen derart unverkennbar aus den "Gefährlichen Liebschaften", dass man schon blind sein müsste, um dies nicht zu merken. Sofie gleicht der Marquise de Mertueil, und Silvius dem Vicomte de Valmont - beide berichten sich in scheinbar plauderndem, doch hoch frivolem und lauernden Ton von ihren jeweiligen Winkelzügen.

Diese drei Erzählstränge werden das ganze Buch über höchst kunstvoll verschränkt, so dass man als Leser dauernd "auf der Lauer liegen" muss. Nie kann man sicher sein, nun wirklich alles erfasst zu haben. Immer wieder gibt es ein neues skurriles Detail, eine neue Wendung. Ich gebe sogar unumwunden zu, dass ich nicht sicher bin, ob ich das Ende richtig verstanden habe. Was war denn nun auf dem ominösen "Foto" zu sehen, das Silvius gemacht haben soll? Lebt er noch, oder konnte er seinen Henkern entkommen? Was geschah mit dem Ort in Sachsen, den es heute nicht mehr geben soll, und der geheimnisvoll "***rode" genannt wird? Doch wissen Sie was - es ist mir letztlich egal. Wie aus einem Labyrinth, bin ich aus diesem Buch hervorgetaumelt. Es war ein wenig anstrengend, doch unbedingt lohnend, sich in dieses Abenteuer zu stürzen. Sollten Sie mir folgen wollen, So wünsche ich Ihnen ebensoviel Spannung und Entdeckerlust, wie ich sie verspüren durfte.

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Was ist wenn die Fotografie eigentlich im Barock erfunden wurde?

Wie gehen die Menschen, dieser Zeit mit so einer Erfindung um?

Ein Kunsthistoriker macht sich, durch einen nicht ernst gemeinten Rat, auf die Suche nach Silvius Schwarz. Und entdeckt die erste Fotografie. Fasziniert förmlich bessesen will er herausfinden wer dieser Schwarz war und was mit ihm passiert ist. Durch seine Forschung kommt er an ein Schriftstück, das von einem direkten Zeitzeugen stammt. Leopold ein Setzer der sich zur Aufgabe gemacht hat die wahren Ereignisse zu schildern. Denn schreckiche Dinge passieren. Ein Mörder treibt sein unwesen und der Hauptverdächtige ist Silvius Schwarz.

Der Kunsthistoriker forscht weiter und findet eine Professorin, die sich mit der Geliebten von Schwarz befasst und in Besitz eines Briefromans ist, der weiteren Aufschluss über die Ereignisse gibt.

Das Puzzel setzt sich langsam zusammen. Und das ist für den Leser ein wahres Puzzel. Erzählt wird die Geschichte auf drei Ebenen: 

  1. Der Herausgeber / Kunsthistoriker
  2. Leopolds Schriftstücke
  3. Die Briefe 

Diese Erzählweise macht es nicht gerade leicht, der Geschichte zu folgen. Immer wieder wird man herausgerissen und mit Episoden aus dem Leben des Herausgebers konfrontiert. So wird er zur Hauptrolle und macht schwarz zu Nebenrolle in seiner Geschichte.

Mein Fazit, das Buch hat es mir wirklich nict leicht gemacht. Ich habe lange gebraucht bis ich es durch hatte aber es hat sich gelohnt.

4

Dieses Buch ist wahrlich nicht leicht zu lesen, da es zwischen drei verschiedenen Erzählern hin und her springt, wenn man aber einmal richtig hineingefunden hat, entfaltet es seinen Charme und lässt den Leser nicht mehr los. Der "Herausgeber", der als Erzähler und Leitfigur dient, hat es nie zu einem Doktortitel geschafft und nie eine wirklich überzeugende Forschungsarbeit zu Stande gebracht. Inzwischen ist er zu alt für eine akademische Karriere und hängt doch immer noch an seiner Arbeit, die ursprünglich durch den flapsigen Kommentar eines Professors sein Interesse weckte. Silvius Schwarz. Ein Phantom, dem der Herausgeber nachjagt? Oder der wahre Erfinder der Fotografie? Im Laufe vieler Jahre trägt der Herausgeber Druckbögen zusammen, auf denen die Geschichte des "Augentäuschers" berichtet wird, zudem bringt er ein Buch mit dem Briefwechsel Silvius´ mit seiner Cousine Sophie von Schlosser in seinen Besitz. All dies zusammen getragen zeichnet ein beeindruckendes Bild der damaligen Zeit und des Lebens dieses interessanten Mannes.

Am Ende war ich wirklich sehr beeindruckt von diesem Buch und habe es gleich weiterempfohlen. Es ist keine leichte Lektüre, aber wenn man sich einfach darauf einlässt, kann es dennoch überzeugen!

1

Leider kann ich nun auch nach dem Lesen des gesamten Buches nicht wirklich mehr (Positives) über dieses Buch sagen als nach dem Erfassen der Leseprobe.

Der Autor scheint mit etwas zu sehr von sich  und seinen Gedanken überzeugt zu sein, denn anstatt sich auf die Grundlagen der Photografie, deren Entdeckung und die Verbundenheit mit der Kunst einzugehen, scheint das "Werk" hauptsächlich aus seinen wirklich belanglosen Schwafeleien zu bestehen. Der Autor hält ein bisschen zu viel von sich.

Mitunter gibt es gute Ansätze, wie beispielsweise die Liebesbriefe der Liebenden, die der Schreiber dann leider wieder mit seinem zu hoch angestecktem Glauben an sich selbst hinunter zieht. Kaum hat der Leser die Möglichkeit etwas mehr in diesem doch eigentlich so wunderbar gestaltetem Buch zu versinken, wird er durch unnötige und in meinen Augen witzlose Anmerkungen herausgerissen.

Sehr schade, leider.

5

ist "Der Augentäuscher" mit Sicherheit.

Schon das Cover empfinde ich als sehr anregend und auffordernd, nach dem Buch zu greifen. Der Autor verknüpft drei Erzählebenen und damit drei Handlungsstränge zu einem gelungenen Ganzen, einer Mischung aus Wissenschaft, Hexenglauben, Kriminalität, Liebesbeziehung und Historie. Durchaus ein wenig schwer zu lesen, der Wechsel zwischen dem Vorwort des Herausgebers, dem Bericht des Zeitzeugen von 1637 und dem (Liebes)Briefwechsel zwischen dem Protagonisten Silvius Schwarz und seiner Cousine Sophie von Schlosser. Dazwischen finden wir immer wieder die Anmerkungen des anonymen, fiktiven Herausgebers. Unterschiedliche Drucktypen, die mir sehr gefallen, untertreichen  ebenso wie die je eigene Sprache den Charakter der einzelnen Hauptpersonen.

Dennoch: mir gefällt so ein Buch. Man muss sich allerdings die Zeit nehmen, ganz in das Geschehen einzutauchen.

2

Leider war "Der Augentäuscher" so gar nicht mein Ding. Irgendwie hatte ich mir nach dem Klappentext und der Leseprobe etwas anderes vorgestellt. "Ein Foto aus der Zeit vor der Erfindung der Fotografie" hieß es da und es sollte um einen Wissenschaftler gehen, der diesem Geheimnis und gleichzeitig auch dem des Malers Silvius Schwarz auf die Spur kommen will.

Es ist relativ schwer, mit dem Text warm zu werden. Die Zeitsprünge und verschiedenen Erzählperspektiven sind eine gute Idee, allerdings sind die Texte des Setzers Leopold so langatmig, dass es schwer fällt, am Ball zu bleiben. Auch sonst will die Geschichte einfach nicht in Fahrt kommen. So habe ich nach ca. 70 Seiten aufgegeben.

Sehr schön finde ich allerdings die Gestaltung des Covers, dafür gibt´s ein extra Sternchen.

3

Ein Mix aus historischem Roman, Briefroman und dem Bild einer verworrenen Persönlichkeit in der Gegenwart. Ein Mix aus Thriller, Mystery, Liebesroman und Satire. Ein Mix aus Spannung, Empörtheit, Überraschung, Befremdlichkeit und Lachen.

Die Geschichte von Silvius Schwarz ist eine Besondere: Er soll bereits im 17. Jahrhundert die erste Fotografie angefertigt haben. Kein Wunder, dass er, im frühneuzeitlichen Sachsen als Hexer verschrien, mit mysteriösen, widerlichen Morden in Verbindung gebracht wird. Nur seine Liebe kann ihn retten...erst mit ihr unterzugehen, um dann umso höher wieder zurück zu fliegen? Und am Ende stehen Zweifel: sowohl am Ausgang der Geschichte um Silvius und an Sophies Rolle, als auch (und ganz besonders!) beim "Herausgeber".

Die kreative Andersartigkeit des Buches hat mir gut gefallen: die Verbindung unterschiedlicher Formen und Genres. Die Verknüpfung der Darstellung aus der Sicht des etwas in die Jahre gekommenen, erfloglosen Fast-Wissenschaftlers mit der des frühneuzeitlichen, stummen Setzers und den Einblicken in Silvius' und Sophies Privatleben anhand ihres Briefwechsels. Trotzdem war es für mich kein herausragendes Leseerlebnis. Woran das liegt, kann ich gar nicht so genau benennen...am meisten gestört hat mich Sophie (So hat doch niemand im 17. Jahrhundert gesprochen, oder? Und damit meine ich nicht die zahlreichen Anzüglichkeiten und derben Worte, sondern die vielen modern erscheinenden Wendungen...oder war Sophie gar Sandra Kopp?) Dann noch dieses ***rode..."rode" ist nun nicht gerade eine typische Endung für Siedlungsnamen am sächsischen Abschnitt der Elbe. Das würde ich eher ins sachsen-anhaltinische/nordthüringische packen. Und die Lösung, warum heute niemand mehr weiß, wo ***rode liegt, erschien mir auch ein wenig weit hergeholt...auch der Leser wird mit Zweifeln und dem Gefühl, die Protagonisten seien allesamt Lichtifguren, die sich in ihrem Schein überlagern zurückgelassen :) Eine vierte Erzählperspektive, geführt von Sandra Kopp, wäre sicher sehr informativ gewesen! So hätte wahrscheinlich auch der Leser die Chance, das "Licht" einzufangen.

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