Zwei deutsche Frauenschicksale im 20. Jahrhundert

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amaruq Avatar

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Der Roman „Ab heute heiße ich Margo“ von Cora Stephan stellt einen sehr gelungenen Versuch ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte von der beginnenden Machtergreifung der Nationalsozialisten über Mauerfall und Wiedervereinigung des geteilten Deutschland bis hin zum Ende des 20. Jahrhunderts lebendig darzustellen.
Im Vordergrund des Romans stehen die Schicksale der beiden Frauen Margo und Helene und ihre Lebensziele, Wünsche, Sehnsüchte, ihr Scheitern und ihr Überleben angesichts der sich ihnen bietenden verschiedenen historischen Umstände.
Der Roman setzt im Jahre 1936 mit der Begegnung von Margo und Helene ein, die sich in den gleichen Mann verlieben, durch den Zweiten Weltkrieg jedoch schicksalhaft getrennt werden. Denn während Margo sich mit ihrem Kind auf die Flucht begibt, wird Helene in das Konzentrationslager Buchenwald verbracht. Trotz aller Widrigkeiten überleben beiden Frauen die Kriegszeiten und beginnen sich nach 1945 eine neue Existenz aufzubauen. Margo lebt künftig in Westdeutschland und Helene in Ostdeutschland und obwohl sie ganz unterschiedliche Leben führen, begegnen sich jedoch im Laufe der Jahre wieder und entdecken, dass sie ein gemeinsames Familiengeheimnis verbindet.
Dieser Roman versucht eine sehr schwierige Sache und zwar einen recht langen Zeitraum, der historisch betrachtet in seinen Entwicklungen sehr vielfältig ist, auf doch recht wenig Platz einzufangen – und es gelingt ihm. Cora Stephan hat nicht nur eine im Rahmen eines Romans durchaus gelungene Darstellung deutscher Geschichte vorgelegt, sondern auch ein spannendes Drama um zwei interessante Frauenfiguren verfasst, dessen Konzept konsequent und sehr gut umgesetzt wurde. Auch der Schreibstil von Cora Stephan ist lobend zu erwähnen und trägt sehr viel zur Qualität des Romans bei, der auf jeden Fall jedem zu empfehlen ist, der sich für Frauenschicksale im Deutschland des 20. Jahrhunderts interessiert oder auch einfach nur gern sehr gute Dramen liest.