Rentner-WG

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hatschepsut Avatar

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Das Buch hat mir schon vom Cover her gefallen. Es ist so herrlich bunt und sieht nach Spaß aus. Ich habe das kurzweilige Buch in einem Rutsch durchgelesen, obwohl es nicht nur heitere Momente hat, sondern auch ernste Aspekte. Diese sind aber humoristisch und nett verpackt, so daß die Story nichts an ihrer Leichtigkeit verliert. Es gibt Höhen und Tiefen und das Ende paßt sehr gut.
Ricarda erfährt von einem Maler, daß sie für mindestens sechs Monate aus ihrer Wohnung raus muß, da diese saniert werden muß. Während sie noch überlegt läuft sie durch Zufall ihrem alten Freund Philip in die Arme. Philip war jahrelang im Ausland bei Ärzte ohne Grenzen und gerade als er beschlossen hat in Rente zu gehen und sich um seine Mutter zu kümmern, stirbt diese. Aus einer Laune heraus und weil er Ricarda in seiner Nähe haben will, schlägt er ihr vor in ein Zimmer seiner WG zu ziehen. Das Problem ist nur, es gibt noch keine WG. Eigentlich wollte Philip die große Wohnung seiner Mutter verkaufen, jetzt müssen Mitbewohner her. Er fragt den gemeinsamen alten Studienkollegen Harry, der in einer Einliegerwohnung bei seiner Tochter wohnt, ob er sich anschließen möchte. Dann fragt er noch den ehemaligen Bankberater seiner Mutter und die flotte Uschi, die hinter der Wursttheke arbeitet und seine Mutter immer Wurst versorgt hat. Die zusammengewürfelten Rentner machen zwei Probewochenenden an der See und dann ist das Projekt WG beschlossen. Ricarda gefallen die Leute so gut, daß sie beschließt nicht nur vorübergehend, sondern ganz in die WG zu ziehen.
Die Fünf kommen gut miteinander aus, wenn auch jeder so seine Macken hat. Schwierig wird es nur, als ausgerechnet Sonnenschein Uschi einen Schlaganfall erleidet. Das Sprachzentrum hat gelitten und sie spürt ihre rechte Hälfte nicht mehr. Die WG beschließt Uschi zu pflegen und wieder auf den Damm zu bringen. Das stellt sich allerdings als schwieriger heraus, als sie dachten und so stoßen bald alle an ihre Grenzen.
Ricarda hat zusätzlich Probleme mit ihrer Tochter, die sich vernachlässigt fühlt und nun stinksauer ist. Schon als Kind hat sie sich überflüssig gefühlt und meinte ihre Mutter sieht sie nicht. Auch jetzt ist sie mal wieder für alle Zeit und regelt alles, nur ihre Tochter geht mal wieder leer aus.
Ich finde das Buch ist eine sehr schöne Geschichte von Menschen, die ihren dritten Lebensabschnitt begonnen haben und sich nicht verkriechen, sondern ein neues aufregendes Projekt anfangen. Letztendlich wachsen alle zu einer Familie zusammen und es ist schön, die einzelnen Charaktere dabei zu begleiten.