Alles Amore

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
marion.hensch Avatar

Von

Wer bei diesem Titel und dem Cover eine seichte humorvolle Campergeschichte erwartet, wird schon bald im Buch positiv überrascht.
Das Buch versteht es äußerst geschickt schon auf den ersten Seiten Symphatien für Markus, den Erzähler der Geschichte, zu wecken. Geschickt vor allem deshalb, weil man die Symphatien schon hat bevor man erfährt, dass er eigentlich der "Böse" der Geschichte ist.
Markus, ein Mann in der Midlife Crisis, Society integriert und beruflich erfolgreich als Krisenreporter bei einer großen Hamburger Zeitschrift. Unterwegs und erfahren in der Welt, mit erlesenem, ebenso erfolgreichen Freundeskreis und einer glücklichen Familie im Hintergund - so jedenfalls hat er sich das Leben vorgestellt. Doch auch wenn es im Beruf und Freundeskreis klappt, seine Familie teilt seine Träume vom Jetsetleben nicht und als seine Frau dann noch erfährt, dass er sie mit einer jüngeren betrogen hat, schmeißt sie ihn raus und ist mit den Kindern auf und davon in ihre Vorstellung der Welt: Den italienischen Campingplatz - den er immer gehasst hat.
Das Buch erzählt nun gut lesbar in humorvoller aber auch oft nachdenklicher und philosophischer Art von Markus Weg zurück zu seiner Familie, raus aus der midlife crisis und rein ins 80er Jahre Familien-Campingidyll. Zusammen mit seinen Renter-Freunden vom Campingplatz und einem ialienischen Strandbarbetreiber unternimmt er die irrwitzigsten Aktionen, um den neuen Verehrer seiner Frau zu vetreiben. Versuche, seiner Frau zu beweisen, dass er sie zurück haben möchte und bereit ist, seine Fehler wieder gut zu machen, fehlen daher leider völlig. Etwas unklar bleibt daher auch das (etwas plötzliche) Ende, aber hier soll nicht zu viel verraten werden.