einfühlsam

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fuchsmaedch_en Avatar

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"' Wir könnennach der Wahrheit suchen, und wir können uns für eine Deutung entscheiden, aber wir können nie wissen, was die eigentliche Bedeutuns ist.'"


Es gibt nur Marin und ihren Großvater. Sie scheinen die Welt füreinander zu sein. Für Marin zerbricht alles als ihr Opa stirbt. Sie verlässt ihr bisheriges Leben und nimmt nur ihr Portemonnaie und ihr Handy nimmt.Sie verschwindet einfach. Marin ist nicht mal zu erreichen für ihre beste Freundin Mabel.


Mabel versucht verzweifelt Marin zu kontaktieren. Keine Antwort. Es vergehen Wochen, Monate. Bis Mabel Marin in den Weihnachtsferien im Wohnheim der Universität besucht. Anfangs sind ziwschen den beiden viele unausgesprochene Worte. Dann beginnen die Gespräche und Marin öffnet sich. Hinzukommen gemeinsame Erinnerungen an früher, die beiden finden wieder zusammen. Mabel versteht, warum sie keine Antwort bekam.


Marin spricht über den Verrat, den ihr Großvater begann. Ich fand es sehr eindrücklich, wie sie ihre Zweifel und ihre Einsamkeit beschreibt.


Bei allem dachte ich aber auch die ganze Zeit: Der Großvater war einfach komplett überfordert mit einem Teenager. Er hat sich darum gekümmert, dass Marin zur Schule ging, was zu Essen hatte und Kleidung am Leib trug. Aber all das emotionale, was ein Kind zu aufwachsen braucht, dem war er nicht gewachsen.


Gramps war krank. Nicht nur der Krebs, anscheinend auch Jahre vorher eine Schizophrenie. All das wird nur angedeutet und umschrieben. Ich finde es super, denn man muss selbst dabei denken.


Ich konnte wunderbar mit jeder Person mitfühlen. Am meisten weinte ich, als Mabel mit ihren Eltern wieder bei Marin im Wohnheim stand. Ein traumhaftes Ende, für mich mit der Botschaft: Manchmal muss man jemanden mit der Nase darauf stoßen, bis er die Hilfe annimmt.


Dieses Buch zeigt auch wunderbar, dass Verständnis füreinander wichtig ist. Dafür muss man nur erzählen, was einen beschäftigt und was man fühlt!


Ein tolles Buch, sanft beschreibt es alle Gefühle und führt an das Geschehene ran. Es lässt Raum für die eigene Interpretation.