detailliert, informativ, interessant

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silkedb Avatar

Von

1840 - 1842
Irland – England – Australien
Rhiannon Mahoney stammt aus einer Tuchhändlerfamilie in Irland. Als ihre Familie einen finanziellen Ruin erleidet, reist Rhia zu ihrem Onkel nach London, um sich dort eine Anstellung zu suchen. Sie findet Quartier bei Antonia Blake, einer Quäker Witwe, die sich mit fotogenem Zeichnen beschäftigt und deren Familie ebenfalls im Tuchhändlergewerbe tätig ist. Doch schon wenige Tage nach Rhias Ankunft wird ihr Onkel tot aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch Antonia, Rhia, Antonias Verwandter Laurence und der Journalist Dillon wollen mehr in Erfahrung bringen ...

"Hinter dem Horizont das rote Land" hat einen großen Fehler. Inhaltsangabe, Titel und Cover zielen auf eine andere Leserschaft, als dieses Buch für geeignet ist.
Ich habe auch bereits die beiden ersten Bücher von Autorin Kylie Fitzpatrick gelesen und das ist auch der einzige Grund, warum ich mich auf „Hinter dem Horizont das rote Land“ eingelassen habe. Ich hatte nach dem, was ich über dieses Buch im Vorfeld erfahren hatte, sehr geringe Erwartungen. Aber nun bin ich begeistert von "Hinter dem Horizont das rote Land".
Es ist KEIN Liebesroman vor romantischer Auswanderererkulisse in Australien. Es ist daher meiner Meinung nach nicht unbedingt für die Leser von Sarah Lark und Di Morrissey etc. geeignet.

Kylie Fitzpatrick hat sich hier ihren Lieblingsthemen angenommen: Handarbeit und starke Frauen in vergangenen Zeiten. Dazu kommt hier noch ein echter Kriminalfall und viele Informationen zu Stoffen, fotogenem Zeichnen bzw. den Anfängen der Fotografie und den Bedingungen in den Gefängnissen der damaligen Zeit. Diesmal spielt das Buch aber komplett in der Vergangenheit und nicht wie die anderen Bücher der Autorin auf unterschiedlichen Zeitebenen.
Mich hat das alles hoch interessiert und ich bin sehr glücklich damit, dass hier keine Liebesgeschichte im Vordergrund steht, sondern eine spannende Geschichte mit interessanten Figuren. Man erfährt nicht nur viel über Rhiannon, die mir sehr gut gefallen hat, sondern auch über den Handel, die Wirtschaft und Kriminalität in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Historische Fakten sind hier gut in die fiktive Geschichte integriert. Im Nachwort schreibt die Autorin, was den Ausschlag zu diesem Buch gegeben hat. Es ist die wahre Geschichte eines Quilt, der auf einem Gefängnisschiff gefertigt und mit einer Widmung versehen in die Heimat gesendet wurde.
Dazu hat mir auch der erzählende und bildhafte Schreibstil von Kylie Fitzpatrick, sowie die interessante Kapitelgestaltung gefallen. Jedes der 66 Kapitel trägt als Überschrift den Namen von einem anderen Stoff. Mir war gar nicht bewusst wie viele es davon gibt.

Empfehlen kann ich "Hinter dem Horizont das rote Land", das übrigens im Original den passenden und schönen Titel "Der Silber-Faden" (freie Übersetzung) trägt, an Leser detaillierter historischer Romane, denen vielleicht auch schon die anderen Bücher der Autorin gefallen haben.