Leben lernen

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esmeralda11 Avatar

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Für einen Moment bleibt die Welt stehen. Einer Großfamilie widerfährt das Schlimmste, das sie sich vorstellen konnte: Ein Angehöriger wird plötzlich und ohne Vorwarnung aus dem Leben gerissen, einem Leben, das so wie es war, gut eingerichtet war. Zurück bleiben Amy's Mann und ihre drei Kinder, die Eltern und ihre beiden Brüder mit ihren Familien. Opa und Oma ergreifen die Initiative und ziehen in das Haus ihrer Tochter zu ihrem Schwiegersohn und den Enkeln - sie landen mitten in der Stille, einem Haus, in dem das Unbegreifliche allgegenwärtig ist und das Weiterleben schwierig macht.

Rosenblatt lässt seinen Erzähler, den Großvater, aus der Ich-Perspektive erzählen. Ganz ohne lästige Schnörkel erinnert sich dieser an die Zeit, bevor das Unfassbare geschehen ist und die danach. Die Gegenwart ist das, was nun bewältigt werden muss, der Alltag gestaltet, Mut und Zuversicht gesammelt, das Leben neu eingerichtet werden. Die Familie muss wieder lernen zu leben.

Keine einfache Aufgabe, die Oma und Opa vor sich haben, aber indem sie den Kindern helfen die einfachen Dinge des Alltags - wie das Frühstücken - zu zelebrieren und das Wunderbare in jedem Augenblick des Lebens zu sehen und zu genießen, bekommt man den Eindruck, dass diese lernen werden mit dem Verlust der Mutter zu leben. Nicht so der Ehemann, der als Wissenschaftler nicht in der Lage ist, einen neuen Ansatz zu finden - das Erlebte bewahren und das Neue zuzulassen.

Ein wunderbarer Anfang einer ergreifenden Geschichte über die Wege, die das Leben geht und die Freuden und Verluste, die den Menschen bei dem Versuch den richtigen Weg zu finden begegnen. Eine Geschichte über das Leben selbst, das Wunderbare überall um uns herum und das Unsagbare - das, obwohl wir es nicht begreifen und nie wirklich verarbeiten können,  uns erst zu dem macht, was wir sind.