An jedem Morgen neu - Roger Rosenblatt

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valrike Avatar

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Das Buch bringt eine unglaubliche Schwere mit sich, wenn man nachfühlen kann, wie es ist Kinder zu haben. So erging es mir jedenfalls. Die Vorstellung des Verlustes lässt einen schon verzweifeln, wie muss es sein, dem plötzlich gegenüber zu stehen. Doch neben all dieser Trauer kämpft sich auch immer wieder die Freude und das Leben durch. Alle anderen Leben gehen weiter und können trotz dieses Schattens schön und auch lebenswert sein.

Mit einer Rezension zu diesem Buch kämpfe ich schon seit einiger Zeit, denn ich habe es schon lange ausgelesen. Eigentlich wenige Tage nachdem ich es erhielt schon. Doch alle Gedanken dazu gingen immer in die Richtung des Themas - einen geliebten Menschen zu verlieren und damit weiterzuleben - anstatt in die Richtung des Buches an sich.

Der Schreibstil war nicht ganz meines. Insgesamt war es mir etwas zu bruchstückhaft. Vermutlich einfach so wie die Gedanken an manchen Tagen sind nur eben ohne Datumsangaben. Zu Beginn des Buches wirkte alles noch ausführlicher, später wurden die Fetzen der Erinnerung immer kleiner. Trotzdem ein sehr nahegehendes Buch und ich hoffe, dass es Roger Rosenblatt half, den Verlust zu verarbeiten. Auch finde ich es sehr wichtig, dass solche Empfindungen geteilt werden. Nicht nur für den Autoren, sondern besonders auch für die Leser. Es kann den Blick auf das Wesentliche wieder ein wenig grade rücken und dem ein oder anderen in ähnlicher Situation vielleicht auch helfen. Ganz in die Familie hineingezogen bzw. den Charakteren sehr nah fühlte ich mich nicht, was vielleicht auch ganz gut war, um den Abstand möglichst groß zu halten. Natürlich bleibt aber die Frage offen, ob alle Familienmitglieder glücklich werden. Der Ehemann und die Kinder müssen ihr Leben noch leben. Die Eltern haben ihres schon.

(Ach, schwer sich auf das Buch und nicht auf den Tod und Verlust zu konzentrieren.)