An jedem neuen Morgen

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kokardkale Avatar

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**Kurzer Inhalt:**

Amy, eine dreifache Mutter, stirbt an einem angeborenen Herzfehler. Ihre Eltern ziehen zu der Familie, die sie hinterlassen hat. Boppo, Amys Vater erzählt von Trauer, von Alltagsbewältigung, von einer ungewöhnlichen Familie, die zusammenhält.

 

**Über den Autor:** (vom Buchrücken)

Roger Rosenblatt schreibt für das Time Magazine  und wurde für seine Essays mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem Emmy Award. Er ist außerdem Autor zahlreicher Theaterstücke, Sachbücher und Romane, für die er ebenfalls mehrfach Preise erhielt, unter anderem den Robert F. Kennedy Prize sowie den National Book Critics Circle Award. Seine Bücher landen regelmäßig auf den US-Bestsellerlisten. Seit 2008 ist er Professor für Englische Literatur und Creative Writing an der Stony Brook University, New York.

 

**Meine Meinung:**

Es ist ein vielschichtiges Buch, oder eher Büchlein, denn es hat nur knapp 200 Seiten. Ein Großvater, der wie auch der Autor ein Autor an sich ist, aber auch an einer Universität unterrichtet, wird in die Realität geschleudert: Seine einzige http://www.vorablesen.de/rezension/edit/25184geliebte Tochter stirbt. Ihr Ehemann verschließt sich, doch bittet ihn und seine Frau Ginny, zu ihm und seinen drei Kindern (zwischen einem und sieben Jahren alt) zu ziehen. Damit beginnt für ihn, Boppo, und Ginny ein neues Leben. Sie haben ihre Tochter verloren und ihre drei Enkel sind für sie mehr wie eigene Kinder geworden. Rosenblatt beschreibt den Alltag mit den Kindern, die Trauer, die alle Familienmitglieder und Freunde durchzustehen haben. Auch die vielen Rückblicke zu der Zeit, in der Amy noch gelebt hat, dürfen nicht fehlen:

"Tausend Bilder, die vor meinen Augen tanzen und erzählt werden wollen. Boppo, der mit der vierjährigen Amy ein Lacoste-Kleidchen kaufen geht (was er zu ihrer Freude vor nicht allzu langer Zeit mit Jessy [seine Enkelin] wiederholt hat). Boppo, der Amy in ein Restaurant in Georgetown ausführt. Damals war sie knapp fünf, trug Zöpfe, ein blauweiß kariertes Kleid und schwarze Schnallenschühchen. Der Oberkellner rückte ihren Stuhl zurecht, und dann unterhielten wir uns für ein, zwei Minuten, ehe sie sagte, dass sie zur Toilette müsse. Kurz darauf kam sie zurück, verließ den Tisch aber alle paar Minuten, nachdem das essen serviert worden war. Natürlich musste sie gar nicht. Sie fand das nur vornehm." (S. 72)

Dieses Zitat beschreibt, wie rührend (man stelle sich vor, man hat dieses kleine Mädchen verloren, auch wenn es schon erwachsen geworden ist), aber auch lustig diese Erzählung geschrieben ist. Man lacht und weint mit dieser Familie um die Wette. Doch eher lacht als weint. Eine große Empfehlung!