Tierisch gut!

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gedankenfeuer Avatar

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Das Cover mit einem Jungen und einem lachenden Hund auf zwei Skateboarden ist flott, rasant und macht einen fröhlichen Eindruck. Als Betrachter möchte man gerne selbst auf ein Skateboard steigen und mit den beiden mitfahren.
Die Geschichte ist schwarz-weiß illustriert, wobei die Zeichnungen den Text überaus trefflich darstellen und vor allem die beiden Protagonisten, Junge und Hund, in der jeweiligen Situation genial mit Mimik, Körperhaltung etc. ins Bild setzen. Die Kombination von Text und Bild ist wirklich perfekt gelungen!
Die Geschichte ist in 13 Kapitel mit durchschnittlich 11 Seiten aufgeteilt. Jedes einzelne Kapitel ist nochmals in zwei große Abschnitte unterteilt, nämlich die Sicht von Arthur und die Sicht von Lucky, jeweils in Ich-Form gehalten. Für beide werden zudem unterschiedliche Schriften verwendet, so dass diese Aufteilung bereits rein optisch zur Geltung kommt.

Arthur wünscht sich nichts sehnlicher als einen Hund. Von einem Tag auf den anderen geht dieser Wunsch in Erfüllung, als er für eine Woche auf Lucky, den Hund eines ehemaligen Arbeitskollegen seines Vaters während dessen Urlaub aufpassen soll. Da er noch keine Erfahrung mit Hunden hat und noch dazu über diese Neuerung in seinem Leben absolut überglücklich ist, handelt er zunächst sehr überschwänglich und nicht immer angemessen. Er kann sich noch nicht so recht in Lucky einfühlen. Das ändert sich jedoch abrupt, als es über Nacht zu einem Körpertausch kommt und Arthur in Luckys Hundekörper in seinem Bett aufwacht und Lucky in Arthurs Menschenkörper im jetzt viel zu kleinen Hundekörbchen liegt. Jetzt muss Arthur plötzlich auf vier Beinen laufen, kann nicht mehr sprechen, nur noch bellen und hat die scharfen Hundesinne und Lucky muss lernen, mit zwei Beinen, dem aufrechten Gang, Anziehsachen und Essen mit Messer und Gabel zurecht zu kommen. Chaos und witzige Situationen sind vorprogrammiert, insbesondere als am Montag die Schule wieder beginnt. Arthur und Lucky versuchen das Beste aus der Situation zu machen und nach und nach wächst auch das gegenseitige Verständnis füreinander. Auch wenn sich jeder an seine neue Körperlichkeit und an die Annehmlichkeiten des jeweiligen Lebens gewöhnt, so überlegen sie doch krampfhaft, wie sie den Tausch wieder rückgängig machen können, ehe Luckys Herrchen aus dem Urlaub zurückkommt.

„Arthurs wildes Hundleben“ bietet ein kurzweiliges, sehr vergnügliches Lese-Erlebnis, das noch dazu aufschlussreich und lehrreich ist. Durch die zwei Blickwinkel auf ein- und dieselbe Situation, können Kinder sich bestens auch in die Sichtweise und Erlebenswelt eines Hundes (im übertragenen Sinn eines Haustieres) einfühlen. Sie lernen beispielsweise mehr über seine Sinneswahrnehmungen, Fressvorlieben, Tagesgewohnheiten und kleine Eigenheiten. Das ermöglicht es ihnen dann auch wieder, sich besser in ein eigenes Haustier – sofern vorhanden – hineinzuversetzen und dieses besser zu verstehen bzw. zu verstehen, welche Bedürfnisse ein Haustier so mit sich bringt, wenn man sich von Herzen eines wünscht.
Für alle kleinen Hunde- (und Haustier)besitzer und alle kleinen Tierliebhaber ein absolutes Muss, einfach herrlich und ganz oft herrlich komisch zu lesen!