Blind Walk

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eule90 Avatar

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Lida überredet ihren Freund Jesper, sie auf einen Abenteuertrip, einen sogenannten „Blind Walk“ mitzunehmen. Er weigert sich anfangs vehement, gibt sich jedoch irgendwann geschlagen. Ohne dass ihre Eltern etwas davon wissen, begibt Lida sich zusammen mit Jesper zu einem ausgemachten Treffpunkt. Hier werden ihnen die Augen verbunden, sie steigen zu den anderen Teilnehmern in den Bus und werden die nächsten Stunden durch die Gegend gefahren zum sogenannten Ausgangspunkt. Mit dabei ist ein Mann namens Stucke, der sofort als unfreundlicher Zeitgenosse auffällt aber zum Glück nur für den Transport verantwortlich ist und nicht an der Veranstaltung teilnimmt.
Nach einigen Stunden wird die Gruppe am Ausgangspunkt in einem Wald abgesetzt, dabei ein Handy mit wenig Guthaben und noch weniger Akku und eine Karte, auf der kaum etwas eingezeichnet ist. Es gibt die ersten Unstimmigkeiten zwischen den Teilnehmern Lida, Jesper, Thore, Birk, Isabell, Joy und Natascha. Sie beschließen den Weg zu gehen, den sie mit dem Bus gekommen sind, um so möglichst schnell auf eine Ortschaft zu treffen. Schon bald treffen sie auf eine Schlucht und machen dort eine grausame Entdeckung: Auf dem Grund liegt die Leiche von Stucke. Von dem Bus und dem Fahrer ist keine Spur. Schnell entschließt sich die Gruppe, eine andere Richtung einzuschlagen und immer zusammen zu bleiben. Aufgrund der vielen verschiedenen Persönlichkeiten kommt es schon bald zu Streitereien. Größtes Problem für Lida: Jesper hat ihr gestanden, dass ihm an ihrer Beziehung nicht viel liegt und noch dazu scheint er sich sehr für Natascha zu interessieren und sie sich für ihn. Irgendwann schafft es die Gruppe, zu einem See zu gelangen, in dem sie in kleinen Gruppen baden gehen. Lida geht mit Natascha und wird dabei von einer unbekannten Macht in die Tiefe gezogen, so dass sie fast ertrinkt. Sie rettet sich mit letzter Kraft aus dem See, Natascha ist bereits zur Gruppe zurückgekehrt. Als Lida dort eintrifft wird sie von allen ignoriert. Sie muss feststellen, dass sie für die Anderen unsichtbar zu sein scheint.
Zur selben Zeit im Stadtklinikum: Sten wurde nach einem Unfall in die Klinik eingeliefert und liegt seitdem im Koma. Er verlässt seinen Körper und beginnt quasi als Geist umher zu laufen. So gelangt er in denselben Wald, in dem sich auch Lida und ihre Gruppe befinden. Er bekommt dadurch aber nicht mit, dass die Ärzte bei ihm durch Medikamente einen Herzstillstand herbeiführen wollen, um ihm Organe für eine illegale Transplantation zu entnehmen.
Lida und Sten treffen im Wald aufeinander und verstehen recht schnell, was wohl mit ihnen passiert ist und dass sich Lidas Körper auch noch irgendwo befinden muss. So haben sie zwei Aufgaben: Den Körper von Lida finden und die Gruppe aus dem Wald heraus führen. Was sie dabei in Erfahrung bringen ist kaum vorstellbar und bringt sie beide mehrfach in Gefahr, auch wenn sich zum Schluss scheinbar alles zum Guten wendet.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Als ich das erste Mal festgestellt habe, dass es hier scheinbar um etwas Übersinnliches geht, war ich etwas enttäuscht. Ich hatte nicht damit gerechnet und mag solche Bücher eigentlich auch nicht. Doch die Autorin hat es so gekonnt beschrieben, dass es einem als Leser kaum als etwas Unnatürliches vorkam, dass die Seelen der beiden Jugendlichen ohne ihre Körper unterwegs waren. Dieses Buch hat sehr viele Spannende und vor allem unerwartete Wendungen enthalten, so dass das Lesen nie langweilig wurde und man, ganz im Gegenteil, das Buch kaum noch aus den Händen legen wollte.
Ich kann das Buch nur jedem Thriller-Fan empfehlen, der auch bereit ist, sich auf etwas Neues und vielleicht Ungewöhnliches einzulassen.