Gute Geschichte - leider zu wenig daraus gemacht

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dianab Avatar

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"Blood on Snow - Der Auftrag" ist das erste Buch von Jo Nesbo, das ich lese. Im Familien- und Freundeskreis wurde immer von diesem Autor geschwärmt, deshalb habe ich mich sehr über den Erhalt des Buches gefreut. Das Buch kommt in einer hübschen Aufmachung daher: die Seiten sind von außen geschwärzt. Zum Titel hätte vielleicht besser rote Farbe gepasst, aber die schwarze Farbe passt zum Frontdruck. Es hat knapp unter zweihundert Seiten, so dass es sich sehr schnell liest. Es geht um Olav, einen Auftragsmörder in der Osloer Unterwelt. Er erhält den Auftrag, die Frau seines Bosses zu ermorden. Aber es kommt anders, denn er verliebt sich. Olav ist ein typischer Antiheld, ungebildet, aggressiv und kaltblütig in seinem Job. Und doch lernt der Leser schnell, dass Olav auch ein gutes Herz hat, wenn er jemanden mag. Mit diesen Voraussetzungen eskaliert die Geschichte sehr schnell und sehr dramatisch.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive erzählt, so dass der Leser alle Ereignisse aus Olavs Sicht mitbekommt. Die Wahrnehmungen der anderen Personen bleiben bis kurz vor Schluss verborgen.

Leider hat mir in diesem Buch der Tiefgang gefehlt, obwohl die Idee sehr gut ist. Ich hätte mir gewünscht, tieferen Einblick in die einzelnen Personen zu erhalten, das hätte aus meiner Sicht die Spannung noch erhöht. So ist es nun ein Buch, das man schnell mal zur kurzweiligen Lektüre an einem verregneten Nachmittag oder im Urlaub zu Hand nehmen kann, um es in einem Ritt auszulesen. Von mir gibt es deshalb drei Sterne.