Viele Hunde, wenig Spannung

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wölkchen Avatar

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„Wer Hunde, Wein oder Italien liebt, kommt an diesem […] Buch nicht vorbei.“ Mit diesem Spruch von Sebastian Fitzek bewirbt der Verlag das Buch. Demnach müssten sich Scharen um dieses Buch sammeln, denn mit Hunden, Wein oder Italien dürfte man wohl einen Großteil der Leser ansprechen. Doch irgendwas fehlt da doch noch? Sollte es nicht ein Krimi sein, sollte dann nicht die Spannung eine ebenso wichtige Rolle spielen? Davon schreibt Fitzek nichts. Und zurecht, denn wie auch schon bei Glennkill stehen auch in diesem Tierkrimi die Spannung und der eigentliche Kriminalfall eher im Hintergrund.

 

Carsten Henn charakterisiert in seinem Buch in vielen liebevollen Details die Eigenschaften und Eigenheiten der einzelnen Hunde(rassen), ihre Vorlieben (wie Essen und Wein), ihre Ängste, ihre Sehnsüchte und ihren Blick auf die Welt. Am Anfang hat mir dieser Perspektivenwechsel großen Spaß gemacht und das Buch hat mich durch Witz und Originalität überzeugt.

 

Doch leider konnte mich die Handlung des Buches nicht über die gut 300 Seiten in Bann ziehen. Sie besteht hauptsächlich aus den Interessenskonflikten der verschiedenen Hunde und die daraus entstehenden Probleme, aus tierischen Verfolgungsjagden, bei denen immer wieder das geraubte Turiner Grabtuch durch die Gegend gezerrt wurde, und aus farblos gezeichneten Menschen, die zum Großteil eher als Statisten fungierten. Wirkliche Spannung kam nicht auf, die Lösung des Falles war nur Randgeschehen und auch nicht sonderlich originell.

 

Insgesamt betrachtet ist das Buch liebevoll geschrieben und enthält einige originelle Einfälle, aber die Handlung ist für einen wirklich guten Krimi leider etwas zu schwach. Für Hundefans eine nette Abwechslung, die meisten Krimifans sind aber wahrscheinlich mit Autoren, die Menschen die Ermittlung führen lassen, besser bedient.