Blutiger Winter

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daish Avatar

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Mit Blutiger Winter startet Autor Tom Callaghan den Auftakt einer Krimiserie rund um den kirgisischen Inspektor Borubaew.
Die Geschichte spielt in der Hauptstadt von Kirgistan - Bischkek. Alles beginnt mit der Entdeckung einer übel zugerichteten Leiche.
Nicht nur wurde dem Opfer - einer jungen Frau - der gesamte Bauch aufgeschlitzt. Darein wurde ein Fötus gelegt - ein Doppelmord also.
Zu allem Überfluss ist das Opfer die Tochter eines hohen Politikers - dem Minister für Staatssicherheit. Der hat großes Interesse daran, den Mörder seiner TOchter zu finden. Nicht allzu viel Wert legt er dabei jedoch auf rechtmäßige Bestrafung oder eine juristisch korrekte Aufarbeitung des Falles. Vielmehr stellt er Borubaew jegliche Ermittlungsmethodik frei, er möge nur den Mörder der Tochter finden.
Die Bedingungen das zu tun sind jedoch schlecht. Das Land wird als von Korruption und Intrigen zerfressen dargestellt. So gerät der Inspektor diverse Male in die Schusslinie von Menschen, die ihn lieber Tod als lebendig sehen würden, auch aufgrund der Tatsache, dass Borubaew für seine erfolgreichen Ermittlungen bekannt ist. Zwischenzeitlich geht Borubaew davon aus, dass es sich auch um einen politischen Mord handeln könnte, um Angst in der Bevölkerung zu schüren und so Revolten herbeizuführen. Jegliche Ermittlungsansätze werden immer wieder dadurch gestört, dass sich Konkurrenten in ihrer Kompetenz beschnitten fühlen. Auch eine Agentin scheint auf Borubaew angesetzt, wird nachher jedoch zur Liebesgefährtin.
Letztlich stellt sich jedoch heraus, dass die wahren Übeltäter die ganze Zeit näher an Borubaew dran sind, als sich dieser vorzustellen vermag.
Auch die persönliche Lebensgeschichte Borubaews spielt eine große Rolle im Roman. Er hat vor kurzem seine Frau verloren. Dadurch gewinnt man den Eindruck, er wäre äußerst depressiv und einzig durch seine Arbeit am Leben zu halten. Auch wissen seine Gegner um seine Verletzlichkeit im Bezug auf seine Frau.

Insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen. Trotzdem kommt er ein wenig schleppend in Gang. Zum Ende hin wird er richtig spannend, da sich die Ereignisse überschlagen und langsam zu einem abgerundeten Gesamtbild zusammenfügen. Zwischenzeitlich verliert man jedoch leicht den Überblick .DAs liegt nicht nur an den verschiedenen Handlungssträngen, sondern auch an den sehr ähnlich klingenden Namen. So passiert es, dass man ab und an die Namen durcheinanderbringt.
Spannend ist der Thriller, dennoch in einem überschaubaren Maße.

Allem in allem ein solider Thriller, der sicherlich auf viele weitere Fälle des Inspektor Borubaew hoffen lässt.