Aufarbeitung der Vergangenheit

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helga Avatar

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Die Geschichte spielt im Jahr 1998 in dem kleinen Ort Stenvik auf der Insel Öland in Schweden, die mit alten Legenden von Elfen und Trollen behaftet ist. Eine eigenartige Mischung von Pornogeschäft und Elfen in welche die Bewohner von Stenvik teilweise verwickelt sind. Und dann geschieht auch noch ein Mord.

Von dem Buch habe ich mir leider weit mehr versprochen. Kriminalroman ist es eigentlich keiner, sondern eher eine Familiengeschichte, besser noch eine Geschichte über die Bewohner von Stenvik, die alle irgendwie ihre Vergangenheit aufarbeiten.

Der Prolog erzählt, wie jemand Per Mörner verbrennen will und im Buch erfährt man dann, wie es dazu gekommen ist. Es werden die einzelnen Bewohner sehr detailliert vorgestellt, der 84 jährigen Gerlof Davidsson, der das Altersheim wieder verlässt und in sein Haus in Stenvik zieht. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tagebücher seiner verstorbenen Frau zu lesen. Per Mörner, der ein altes Haus geerbt hat, geschieden ist und dort einzieht, weil seine 13-jährige Tochter Nilla schwer erkrankt ist und die Klinik in der Nähe ist. Außerdem wird er mit seinem Vater konfrontiert, den er immer mied, weil er Pornos herstellte. Da nun ein Brandanschlag auf ihn und das Studio verübt wird, holt Per ihn zu sich nach Stenvik und will unbedingt den Täter finden, da es auch noch zwei Leichen in dem abgebrannten Haus gibt. Max und Vendela Larsson sind gerade erst nach Stenvik gezogen, wobei Vendela auf Öland aufgewachsen ist. Sie glaubt an Elfen und rollt in Rückblenden ihre ganze unschöne Kindheit auf.

Es ist zwar flüssig geschrieben, für mich aber doch sehr langatmig und Spannung kommt auch nicht auf, bis auf die letzten paar Seiten. Die Personen sind mir, trotz detaillierter Darstellung, nicht ans Herz gewachsen, irgendwie sind sie für mich immer farblos geblieben. Schade, ich habe mir einen spannenden Krimi erhofft, stattdessen haben sich mir menschliche Abgründe aufgetan, die mich aber nicht wirklich berühren. Aus diesem Ort und deren Geschichte hätte man sicher mehr machen können, auch aus den Kapitelüberschriften, die alle denselben einfallsreichen Titel hatten „Vendela und die Elfen“.