Meister der Wendungen

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dianab Avatar

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Dieses Buch war mein erster japanischer Krimi, deshalb war ich umso gespannter darauf. Die Handlung beginnt recht harmlos mit dem Besuch des Herrn Nonoguchi bei seinem Schriftsteller-Freund Hidaka. Dieser Hidaka wird kurz darauf von Nonoguchi und Frau Hidaka tot aufgefunden. Nun kommt Kommissar Kaga ins Spiel. Er soll den Täter finden. Für mich überraschend identifiziert er sehr schnell, wer die Tat durchgeführt hat. Das eigentliche Rätsel im weiteren Handlungsverlauf ist nun das Motiv des Täters. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob dieses Vorgehen typisch ist für japanische Krimis oder aber ob ich ein besonderes Exemplar erwischt habe. Denn in den Krimis, die ich bislang kannte, endete die Geschichte immer mit der Aufdeckung des Täters. Dieses Buch beginnt damit. Nichtsdestotrotz geht die Geschichte spannend weiter, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Kommissar Kaga dringt immer weiter in die Vergangenheit vor, er deckt Schicht um Schicht auf, um dem Motiv näher zu kommen. Dabei entstehen immer wieder sehr erstaunliche Wendungen, die Keigo Higashino sehr meisterhaft schildert. Er eröffnet immer wieder neue Blicke in die Vergangenheit, die eine neue Perspektive auf die Geschichte ermöglichen. Die Figuren stellt der Autor dabei sehr kurz und knapp, aber doch für den Leser sofort verständlich dar.
Auf den zweiten Blick scheint dann die Handlung für den europäischen Geschmack recht weit hergeholt. Dies habe ich allerdings beim Lesen nicht wahrgenommen, denn ich war sehr fasziniert von der Geschichte und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Erst als ich meinem Mann von der Handlung berichtete ist mir aufgefallen, dass sie nicht direkt aus dem Leben, das ich so kenne, gegriffen ist. Ich führe das einfach mal auf die kulturellen Unterschiede zurück. Da aber alles zusammenpasst und die Geschichte von vorne bis hinten spannend bleibt erhält dieses Buch klare 4 Sterne von mir.