Aufregende Gefahren und fesselnde Freundschaften

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Inhalt

Seit nunmehr einem Jahrhundert herrscht Frieden zwischen den Clans von Cavallon. Die Einhörner, Kelpies, Zentauren und Menschen mögen noch so unterschiedlich sein – in der Freien Stadt leben sie friedlich Seite an Seite. Doch zum Tag des 100-jährigen Friedensabkommens taucht ausgerechnet der feindselige Clan auf, der vor so langer Zeit erst den Krieg nach Cavallon gebracht hat. Die Pegasus, gefährlich und beinahe vergessen, bringen Tod und Unglück in die Freie Stadt. Kann ausgerechnet der Menschenjunge, Sam Quicksilver, den Pegasus entkommen und erneut Frieden über das Land bringen? Ein spannender Wettlauf gegen die geflügelten Angreifer beginnt.



Meine Meinung

Als ich das erste Mal »Clans von Cavallon – Der Zorn des Pegasus« stolperte, war ich von Kopf bis Fuß in das atemberaubende Cover verliebt. Pegasus, die in einem gelb-orange schwangeren Sonnenaufgang auf eine Stadt zugleiten. Und genau hier setzt die Geschichte an: der Angriff der – auf den zweiten Blick bedrohlich wirkenden – Pegasus auf die Freie Stadt Cavallons. Während Protagonist Sam Quicksilver friedlich und etwas schleppend seinen Tagesaufgaben nachgeht, wird die Stadt urplötzlich aus dem Himmel angegriffen. Die streitsüchtigen Pegasus sind zurück! Feuerspuckend und gewaltsam bringen sie die einst so friedliche Freie Stadt zu Fall. Menschenjunge Sam steht plötzlich ohne Familie und Freunde da und muss sich schnellstmöglich in Sicherheit bringen.

Doch nicht nur Sams Schicksal wird uns das Buch über begleiten. Positiv überrascht hat mich, dass von Kapitel zu Kapitel zwischen verschiedenen Protagonisten gewechselt wird. So lernt der / die Leser*in nicht nur das Leben der Menschen in dem bunt gemischten Cavallon kennen, sondern auch die unterschiedlichen Pferdewesen lieben und fürchten. Die Erzählwechsel lockern das Buch auf und begleiten uns tiefer in die Konflikte der Clans. Alle Einzelschicksale empfand ich als interessant und spannend an, jedoch war ich zu manchen Charakteren mehr hingezogen, als zu anderen. Wenn dann das Kapitel um einen Lieblingscharakter ruckartig endete, kam ich das ein oder andere Mal kurz aus dem Lesefluss. Trotz dessen würde ich mir den Buchaufbau nicht anders wünschen – wer möchte nicht den Alltag von Kelpies, Einhörnern und Co. erforschen? Nur den Klappentext hätte man dahingehend ändern können, schließlich ist Sam zwar Mittelpunkt der Geschehnisse, aber dennoch nur einer von vielen.

Wer noch genauer hinter den Einband guckt, wird feststellen, wie viel Liebe zum Detail sich zwischen den Seiten befindet. Eine große plakative Landkarte von Cavallon zu Beginn, die verschiedenen Clans von Cavallon mit Kurzbeschreibungen darauf, und die filigranen Clan-Wappen über den Kapiteln prangernd zu guter Letzt. Alles entworfen von Illustrator Max Meinzold, der großartige Arbeit dabei geleistet hat, Cavallon in seinem ganzen Glanz erstrahlen zu lassen!

Selbstverständlich gebührt Autorin Kim Forester der meiste Zuspruch. Sie hat es geschafft, eine konfliktbehaftete Zauberwelt mit geflügelten Monstern und verborgenen Unterwassermetropolen zwischen 305 Seiten zu bringen. Wer bei den ersten Seiten noch skeptisch war, wird schnell von der Handlungsvielfalt und der liebevollen Ausarbeitung Cavallons in den Bann gezogen. Wunderbare Fabelwesen und mutige Menschen begleiten uns durch eine von Krieg erschütterte Welt. Der Schreibstil ist flüssig, der Plot aufregend und die Geschichte einmalig. Allerdings hätte ich mir eine etwas deutlichere Verstrickung der einzelnen Charaktere miteinander gewünscht. Zudem finde ich nicht alle Charaktere gleich stark. Trotzdem möchte ich keinen meiner zweibeinigen oder vierhufigen Freunde mehr missen müssen. Band 2 der »Clans von Cavallon«-Reihe wird am elften Juni erscheinen und trotz kleiner Schwächen fiebere ich der Fortsetzung mit Freude entgegen!