Die Affen sind los!

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mareike Avatar

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Isabel Duncan hat ihr Leben den Affen verschrieben, genauer gesagt den Bonobos, einer Unterart der Schimpansen. Sie arbeitet in einer Art Sprachlabor für Affen, in dem die Bonobos gehalten und deren Kommunikationsmittel unter besten Bedingungen erforscht werden.

Alles läuft prima, bis eines Abends ein Anschlag auf das Labor verübt wird, bei dem Isabel schwer verletzt wird. Die Affen allerdings überleben nahezu unverletzt und werden „gerettet“ indem sie zu einem anonymen Käufer gebracht werden.

Zeitgleich wird auch die Geschichte des Journalisten John erzählt, der Isabel und „ihre“ Bonobos einen Tag vor dem Anschlag kennenlernen durfte. Auch er ist sehr fasziniert von diesen Tieren und umso geschockter als der von dem Attentat erfährt.

Beide machen sich unabhängig voneinander auf die Suche nach den intelligenten Tieren und als sie erfahren, wo sie sich aufhalten und was mit Ihnen geplant ist, geht es erst richtig los:

Die Affen sollen nämlich in einem Haus, à la Big Brother, 24 Stunden am Stück gefilmt werden und das natürlich unter extremsten Bedingungen.

Sara Gruen habe ich schon 2009 „kennen-„ und lieben gelernt. Ihr Buch „Wasser für die Elefanten“ (ein absoluter Lesetipp an dieser Stelle!) war eins meiner Highlights in dem Jahr und auch heute empfehle ich es noch gerne weiter.

Vom Thema her hat mich „Das Affenhaus“ allerdings erst gar nicht interessiert. Affen? Die mit Menschen kommunizieren können? Das hörte sich alles ziemlich utopisch für mich an. Auch das Cover fand ich erst sehr gewöhnungsbedürftig, anders halt. Doch eine Kollegin hat das Buch gelesen und mir ans Herz gelegt. Da ich natürlich immer auf sie höre, musste ich es sofort lesen.

Und wurde eines besseren überzeugt: Wieder einmal hat Sara Gruen mich von der ersten Seite an gepackt und ich war wie verzaubert. Ich konnte nichts anderes machen, außer dieses Buch lesen.Der Plot ist so geschickt aufgebaut, dass man direkt eingesogen wir d in die Geschichte Isabels und Johns, die nebeneinander wunderbar funktioniert und aufgebaut ist.

Isabel ist sehr zurückhaltend, fühlt sich den Affen näher als den Menschen und dennoch fasst sie, trotz vieler Enttäuschungen immer wieder Vertrauen in die (vielleicht falschen) Menschen. John ist als Journalist zurzeit nicht sehr erfolgreich, sowieso entgleist ihm so langsam sein Leben, so scheint es.

Während diese beiden Charaktere, dessen einzige Schnittstelle das Sprachlabor ist, in dem sie sich einmal getroffen haben, nebeneinander existieren und ihre Geschichten ausgebaut werden, kommen auch die Bonobos nicht zu kurz.

Ich hatte ja ein wenig die Befürchtung, dass das Buch mit einer militanten Tierschützerstimme über ein Thema welches mich bisher kaum interessierte, geschrieben worden ist, doch auch hier wurden meine Ängste nicht wahr. Es geht einzig und allein um das Wohl der Tiere und macht den Leser neugierig darauf, mehr über diese klugen Geschöpfe zu erfahren. 

Genremäßig ist „Das Affenhaus“ sehr schlecht einzuordnen: Es ist spannend wie ein Krimi, bewegend wie eine Liebesgeschichte und manchmal auch sehr humorvoll geschrieben. In klarer, schöner Sprache hat Sara Gruen wieder einmal ein Werk geschaffen, das nicht nur inhaltlich überzeugt, sondern auch  von Anfang an fesselt.

Ein toller Unterhaltungsroman mit einem ungewöhnlichen Thema, der sich erfrischend anders von der Masse abhebt und einen tief im Innersten berührt.

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