Ein pessimistischer Blickwinkel

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-mokona- Avatar

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Auf den ersten Blick bzw. das erste Reinlesen wirkte "Das Ehe-Kamasutra" wie eine gelungene Satire auf das Eheleben. Im Vorwort wurde mit einem Augenzwinkern suggeriert, man habe diesen Teil des Kamasutras nun erst vor kurzem entdeckt und werden ihn nun, wissenschaftlich detailgetreu in sorgfältiger Übersetzung und mit Originalzeichnungen veröffentlichen. Das ist dann aber auch schon der raffinierteste Teil dieses Büchleins. Auf den ersten Seiten mögen die ehetypischen Stellungen, wie das Einräumen der Spülmaschine noch recht amüsant wirken, bald jedoch wird das immer gleiche Schema der "Stellungen" langweilig. Auch geht das Buch dabei von einer äußerst pessimistischen Ehe aus, anstatt lustige Elemente vom Ehealltag aufzugreifen. Das Buch wirkt dadurch möglicherweise etwas deprimierend.

Die Zeichnungen jedoch sind äußerst gut umgesetzt. Das Spiel zwischen der Referenz alt-oriantalischer Malereien und modernem Comic-Strip ist gelungen und bringt die Botschaft der jeweiligen Stellung gekonnt heraus.

Möglicherweise ist das Buch ein gutes Geschenk zur Hochzeit oder zum Junggesellenabschied. Dann sollte das Brautpaar aber eine Portion Spaß verstehen.