Zu viele Geheimnisse

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silvia1981 Avatar

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Das Buch "Das Glück an Regentagen" von Marissa Stapley hatte mich aus verschiedenen Gründen sehr angesprochen. Ich fand den Titel toll, dass Regentage auch Glück versprechen können - meist ist man über solche Tage eher unglücklich... Das Cover fand ich wunderschön und sehr passend und dass man innen im Umschlag eine Karte von Alexandria Bay findet, fand ich super. Sehr gelungen empfand ich ebenfalls die Titelüberschriften, die Punkte aus Virginias Liste enthalten, welche Dinge man an Regentagen machen kann, und einige davon waren wirklich tolle Tipps, die man sich durchaus merken kann. Und natürlich fand ich den Klappentext bzw. das Thema des Romans interessant.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich nicht ganz einfach, weil doch sehr viele Personen darin vor kommen und man erst nach und nach Zusammenhänge und Hintergründe aus der Vergangenheit erfährt, um sich ein besseres Bild machen zu können. Drei Generationen kommen darin vor - Lilly, deren Tochter Virginia sowie deren Enkeltochter Mae und einige weitere Ehepartner, Verlobte, Freunde und Verwandte. Jeder von ihnen hat sein eigenes Päckchen zu tragen - Enttäuschungen, Scheidungen, Todesfälle und allem voran Geheimnisse. Den Schreibstil insgesamt fand ich gut und spannend. Die Personen allerdings wurden mir allesamt über die Geschichte hinweg nicht so recht sympathisch. Mir waren die Familienverhältnisse zu verkorkst, es gab viel zu viele Geheimnisse, die schon weit in der Vergangenheit schlummern oder auch in der Gegenwart entstanden sind. Manchmal war es vielleicht besser so, dass sie welche geblieben sind, manchmal hätte man einfach früher oder offener darüber reden sollen. Manche Entwicklungen fand ich einfach viel zu konstruiert und nicht nachvollziehbar. Auch die Beziehung zwischen Mae und Gabe war abgesehen von ihrer Kindheit kaum richtig harmonisch und stand ständig auf der Kippe. Warum die Beiden trotz ihrer großen Liebe zueinander nicht offener und ehrlicher zueinander sein konnten, verstehe ich nicht. Dass schließlich auch noch ein Geist erschien, hat mir persönlich auch nicht so gut gefallen, ich bin kein so großer Fan von mysteriösen Dingen, die nicht der Realität entsprechen können. Für mich hätte das Thema mehr Potential gehabt bzw. ich hätte mir weniger Geheimnisse, dafür mehr Sympathie erhofft. Die Geschichte will dem Leser zeigen, dass nicht alles optimal laufen muss im Leben, dass es immer ein auf und ab gibt und am Ende zählt, was man daraus gemacht hat. Diese und weitere Weisheiten hat es mir auf alle Fälle mit auf meinen Weg gegeben. Ich habe das Buch im Grunde gerne gelesen, aber ganz überzeugen konnte es mich leider einfach nicht. Deswegen kann ich nur drei Sterne vergeben.