Bewegend

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monja1995 Avatar

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Mein Umriss:

Pearl sieht sich mit ihrer Freundin Molly einen Film im Kino an. Als sie danach das Gebäude verlassen, stellt Pearl fest, dass ihr Vater unzählige Male versucht hat, sie über Handy zu erreichen. Auf der Mailbox hinterließ er die Nachricht, dass ihre Mutter im Krankenhaus wäre und sie so schnell wie möglich kommen soll.
Ihre Mutter war hochschwanger und vor Pearls Kinobesuch noch scheinbar wohlauf. Nun ist sie tot. Aber das Baby überlebt.
Pearl gibt dem Baby die Schuld daran, dass die Mutter sterben mußte.
Am Tag der Beisetzung erscheint ihr ihre Mutter in der Kirche, zu der sie von nun an Kontakt hält. Dies ist für Pearl ein kleiner Trost, befreit sie aber dennoch nicht von ihrer überwältigenden Trauer, die sie nicht mehr am Leben teilnehmen läßt. Sie besucht die Schule lange nicht mehr, erscheint nur, um Prüfungen abzulegen. Deren Ergebnisse interessieren sie genauso wenig wie ihre bisher beste Freundin Molly. Pearl kapselt sich vollständig ab. Als sie von ihrem Vater gebeten wird, sich um den Säugling zu kümmern, damit er wieder arbeiten gehen kann, sagt sie widerwillig zu. Für sie ist die kleine Rose eine Ratte, die ihre Mutter getötet hat und sich jetzt in die Familie einschleicht und wegen der Pearl die Liebe des Vaters nunan versagt ist.
Im Laufe der Zeit versuchen viele Menschen in ihrem Umfeld Pearl über ihre Trauer hinweg zu helfen. Aber sie ist (noch) nicht bereit, deren Hilfe anzunehmen….

Mein Eindruck:

Clare Furniss hat mit ihrem Erstlingswerk einen sicherlich wunderbaren Einstieg in die Welt der Schriftsteller geschafft. Mit sehr viel Gefühl geht sie an das Thema Schwangerschaft, Tod, Trauer und neues Leben heran. Sie zeigt auf realistische, unaufdringliche Art, wie ein Teenager den Tod eines Elternteiles erlebt und wie er nach einem Schuldigen dafür sucht, dass ein geliebter Mensch plötzlich nicht mehr da ist. Sie zeigt das widersprüchliche Verhalten einer sechzehnjährigen, pubertierenden Jugendlichen. Einerseits noch Kind, das in dieser Situation den Vater, dessen Nähe und Trost braucht und andererseits die Ablehnung gegenüber dem Baby und auch dem Vater, weil der seine ganze Liebe scheinbar nur in das Baby investiert. Auch die Rebellion dieses Alters läßt Furniss nicht außer Acht. Alles in allem eine explosive Mischung, die durch die Trauer hochgepusht wird und jederzeit detonieren kann.
Furniss zeigt ein knappes Jahr Trauerarbeit, die Pearl, ihr Vater und auch dessen Mutter bewerkstelligen müssen, um irgendwann wieder eine Chance auf einen liebevollen Umgang miteinander zu haben.
Die Autorin hat dieses Buch aus der Sicht der sechzehnjährigen Pearl geschrieben und hat viele Facetten des jugendlichen Reifeprozesses einfließen lassen. Wobei Trauer, Ablehnung, Wut und auch Hass im Vordergrund standen. Lange läßt Furniss den Leser im Unklaren, ob Pearl ihre Trauer bewältigen kann um jeweils wieder ein glückliches Leben zu führen. Dazu baute sie gegen Ende eine Wende ein, die so nicht zu erwarten war.

Mein Fazit:

Ein berührendes Buch über einen sehr traurige Schicksalsschlag, vollgepackt mit viel Gefühl das man einfach gelesen haben muss