Das Leuchten des Fieberbaums

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helga Avatar

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Frances Irvine lebt mit ihrem Vater in London, und als dieser plötzlich stirbt, steht sie vor dem Nichts. Er hatte in Eisenbahnaktien investiert, die aber ihren Wert verloren haben und somit hat er nur Schulden hinterlassen. Frances hat nun zwei Möglichkeiten, entweder zur Schwester ihres Vaters zu ziehen und für drei Kinder das Kindermädchen zu spielen, oder den Heiratsantrag eines entfernten Cousins, dem Arzt Dr. Edwin Matthews, den sie nicht ausstehen kann, anzunehmen und nach Südafrika zu gehen.

 

Nachdem sich Frances schweren Herzens für die Heirat entschieden hat, reist sie nach Kapstadt. Auf dem Schiff lernt sie Anne kennen, die in Kapstadt die Stelle einer Krankenschwester antreten wird und Mariella, sie wird George Farley heiraten und mit ihm in Stellenbosch leben. Und sie lernt William Westbrook, der im Diamantenhandel tätig ist, kennen, der sie sofort in ihren Bann zieht und dem sie nicht widerstehen kann, obwohl sie weiß, dass auch er in Kapstadt heiraten wird.

 

Im Vordergrund steht zwar das Leben von Frances, aber in Afrika, um ca. 1880, haben fast alle Ereignisse ihre Wichtigkeit. In Kapstadt ist eine Pockenepidemie ausgebrochen, Edwin musste seine Praxis in Kimberley schließen und hat auf einer Farm in Rietfontein, einige Meilen von Kapstadt entfernt, eine Stellung angenommen. Zwei Dinge haben Vorrang, erstens der Diamantenhandel, der vor allem von einem der mächtigsten Männer Afrikas, Joseph Baier, betrieben wird, der so ziemlich alle in der Hand hat, auch seinen Cousin William Westbrook. Zweitens die Pockenepidemie, für die sich Edwin einsetzt und entsprechende Artikel verfasst, die aber Joseph Baier dementiert, um keine Panik im Land auszulösen und somit den Diamantenhandel zu gefährden. Daher musste Edwin auch seine Praxis schließen, weil alle gegen ihn sind und Baier auf dem längeren Ast sitzt.

 

Die Basis der Geschichte ist gut, sie könnte allerdings etwas mehr Feinschliff vertragen. Die Personen, bis auf Edwin, sind ziemlich blass dargestellt und Frances ist mir teilweise etwas zu naiv. Sie ist dem kargen und harten Leben in Afrika kaum gewachsen. Sehr detailliert wird über den Diamantenhandel erzählt, die harte Arbeit in den Minen, aber auch das furchtbare Leben der Einwohner, die nur ausgenutzt und misshandelt werden. Auch bei den Pocken wird der Krankheitsverlauf angezeigt und natürlich auch der bittere Kampf ums Überleben.

 

Im Großen und Ganzen eine ziemlich vorhersehbare Geschichte, die sich aber sehr flüssig lesen lässt und einen auch immer wieder gefangen nimmt. Das Schicksal von Frances wird klar und ohne Schnörkel dargestellt. Das Cover mit dem Ausschnitt ist wunderschön und sehr passend. Den Schluss hätte ich mir noch etwas intensiver gewünscht, trotzdem ist es ein gelungenes Debüt und ich freue mich schon auf ein nächstes Buch von Jennifer McVeigh.