Die Spieluhr neben der Leiche

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ladybella911 Avatar

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Ich kenne den Autor Linus Geschke von seiner Reihe „Akte Zodiac“ und war schon da von seiner Schreibweise begeistert. Da konnte ich natürlich nicht anders, als mich um diesen Roman, der am 12. Januar im Verlag Ullstein erschien, zu bewerben.

Jan Römer ist zusammen mit seiner Kollegin Stefanie Schneider, genannt Mütze, Journalist bei der Kölner Zeitung „ Die Reporter“. Er befindet sich gerade in einer problematischen privaten Situation, denn seine Ex-Frau hat ihm telefonisch unverblümt mitgeteilt, dass sie und der gemeinsame Sohn nach Bayern ziehen werden.

Jan, der reell keine Chance sieht, diese Situation zu seinen Gunsten zu verändern, beschließt, sich seinen Frust hinunterzuspülen, gemeinsam mit seiner Kollegin Mütze, der er sein Herz ausschüttet.

Beide sind seit einiger Zeit zuständig für die Rubrik Ungelöste Kriminalfälle die bei den Lesern sehr gut ankommt.

Daher haben sie sich dazu entschlossen, in einem anderen ungelösten Fall zu recherchieren, der sich 1997 in der Nähe von Schmallenberg im Sauerland zugetragen hat. Unterstützung erhalten sie dabei von Jans türkischem Freund Arslan, einem ehemaligen Profi-Boxer, der Konflikte nicht ausdiskutiert, sondern lieber seine Fäuste sprechen lässt.

Der Fall um den es geht ist zwanzig Jahre alt. Damals wurde die 19jährige Sonja Rissen in einem Waldstück auf dem Wilzenberg ermordet aufgefunden, neben der Leiche, die ein rotes Kleid trug, fand man eine Spieluhr, die nur ein Lied spielte : Hush little Baby..... Auch bei einem weiteren Mord, der sich kurz darauf, - als Reaktion auf die Recherchen?? -, ereignet, findet man besagte Spieluhr.

Jan und Mütze haben bei ihren Recherchen das Gefühl, auf eine Mauer des Schweigens zu stoßen, aber so nach und nach finden sie interessante Teile eines Puzzles, die sich langsam zusammen fügen. So erfährt man, dass sowohl der Verfassungsschutz wie auch die RAF im Spiel waren. Auch eine geheimnisvolle Gestalt, genannt der Uhrmacher, spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

Linus Geschke schreibt einen Stil, der mich begeistert. Die Vorgängerbände kenne ich zwar nicht, aber ich hatte keinerlei Probleme, mich in die Geschichte hineinzufinden. Atmosphärisch dicht sind seine Landschaftsbeschreibungen und speziell die Stellen, wo man sich allein im Wald befand, bescherten mir einige Gruselmomente und Gänsehautschauer. Die Charaktere sind gut und authentisch herausgearbeitet, fein dosiert, nicht zu viel und nicht zu wenig.

Die Spannung beginnt schon beim Prolog und wird konsequent gehalten, ja sie wird im Verlauf der Geschichte noch erhöht, um in einem total überraschenden und wirklich unvorhersehbarem Ende zu gipfeln.

Mich hat diese Geschichte voll überzeugt und mitgenommen und ich hatte äußerst spannende und unterhaltsame Lesestunden. Deshalb geht es nicht anders. Von mir die volle Punktzahl: 5 Sterne.


Zum Abschluss möchte ich mich bedanken: Bei Linus Geschke für ein großartiges Buch, sowie beim Ullstein Verlag und bei NetGallery für das Rezensionsexemplar.