Nicht schlecht, aber auch nicht ganz überzeugend

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silly2207 Avatar

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Das Nest, so heißt der Familienhauptsitz der Plumb und um dieses Erbe geht es auch in dem Debüt der Autorin Cynthia D'Aprix Sweeny. Leo, einer der vier Plumb Geschwister hat einen Unfall im berauschten Zustand gehabt, um diesen Skandal zu vertuschen, gibt Mutter Plumb das Geld, das eigentlich das Erbe der Geschwister hätte sein sollen, aus. Leo schwört seinen Geschwistern, das er dafür gerade stehen wird und sie auszahlen, denn die Geschwister haben alle zu sehr auf großem Fuß gelebt, denn immerhin sollten sie in nicht allzu ferner Zukunft erben. Aber so einfach, wie Leo gedacht hat, wird das mit der Auszahlung nicht und als er dann auch noch verschwindet, müssen die ebenfalls unter Geldnot "leidenden" Geschwister einen Plan entwickeln, um an Geld zu kommen.


Meine Meinung:


Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, flüssig zu lesen, mit einer guten Portion Humor, zieht sie den Leser schnell in ihre Geschichte, die auf den ersten Blick ein wenig skurril wirkt, jedoch absolut glaubhaft herüberkommt. Doch trotz des gut lesbaren Schreibstils musste ich sehr am Ball bleiben, denn hier treten eine Vielzahl an Personen auf, die ich zum einen auseinanderhalten musste und zum anderen auch herausfinden musste, wer denn da gerade zu Wort kam. So gab es dann doch leider einige Längen, die es durchzuhalten galt und die mir hier und da etwas den Lesefluss nahmen. Spannende Momente wurden von Rückblicken abgewechselt und diese konnten mich nicht immer fesseln. Die Charaktere sind sehr denkbar dargestellt, zum einen Leo, der Lebemann, der immer aus dem Vollen schöpft, ohne selbst etwas dafür zu tun, der macht, was ihm gefällt und dadurch förmlich Katastrophen anzieht, die andere ausbügeln. Dann ist da Melody, die es ebenfalls nicht schafft, bescheiden zu sein, die aber ihrem Mann verschweigt, in welchen Problemen sie steckt und diese nun versucht auszubaden. Bea scheint noch die normalste der Geschwister zu sein, denn auch der vierte im Bunde, Jack, ist nicht gerade überzeugend. Also alles in allem haben wir hier vier sehr verwöhnte Erwachsene, die sich auf etwas verlassen haben, das es nun doch nicht gibt - das Erbe und keiner davon war mir ein Sympathieträger, geschweige denn, dass ich mich mit einen von ihnen hätte identifizieren können. Trotzdem ist die Ausarbeitung der Charaktere sehr gut gelungen und auch wenn diese mir nicht unbedingt ans Herz wachsen konnten, waren sie doch sehr gut ausgearbeitet.


Mein Fazit:


Ein Buch, dessen Cover sehr hübsch gestaltet ist und Aufmerksamkeit erregt. Der Schreibstil ist wirklich toll und flüssig, allerdings gab es mir einfach zu viele Längen, bei denen ich mich motivieren musste, weiterzulesen. Die Charaktere wiederum sind gut ausgearbeitet und auch wenn nicht sympathisch, so doch glaubwürdig. Alles in allem ein gutes Debüt, das mich nicht ganz überzeugen konnte.