Das Regenmädchen

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Auf der A9 wird ein Mädchen totgefahren. Sie trug ein silbern glitzerndes Ballkleid (irgendwie musste ich sofort an das Brautkleid aus dem Film "Drei Nüsse für Aschenbrödel" denken), hatte aber keinerlei Papiere bei sich. So wird sie "Das Regenmädchen" genannt und als solches identifiziert als Marie, 20, die schon allerhand mitgemacht hatte in ihrem kurzen Leben. Was zuerst aussah wie ein tragischer Unfall entpuppt sich sodann als Mord, und die Kommissare Franza Oberwieser und Felix Herz sowie der junge Kollege Arthur ermitteln. Immer wieder gibt es Einschübe, die durch die kursive Schrifttype gekennzeichnet sind, in denen eine namenlose männliche Person über sein Verhältnis zu Marie schreibt. Zunächst sieht es so aus, als ob diese Person Franzas Sohn Ben sei, der ihr nach seinem Abitur mehr und mehr entgleitet.

Das Buch ist eigentlich  nicht so sehr ein Krimi, obwohl es natürlich alle wesentlichen Krimielemente aufweist. Viel mehr geht es um das komplizierte Leben fast aller beteiligten Personen. Franza hat sich von ihrem Mann entfremdet und fühlt sich sehr zu ihrem jungen Liebhaber Port, einem Schauspieler, hingezogen. Felix hat eine Frau mit reichen Eltern geheiratet, die wieder einmal schwanger ist und nun Zwillinge erwartet - er hingegen kommt sich vor wie ein Zuchtbulle. Marie ist in ihrer Kindheit missbraucht worden und so aus dem Leben geglitten, zu ihrer Mutter hat sie kein gutes Verhältnis mehr, sie lebt in einer Wohngruppe. Nun hatte sie sich dank Ben wieder gefangen und positive Pläne für die Zukunft, wenn auch ihre Gegenwart sehr beschissen war. Und der Mörder war besessen von Marie, die einen Bezug herstellte zu seiner Vergangenheit.

Mir hat das Buch gut gefallen, wenn auch die Lesbarkeit durch die vielen Einschübe litt. Eigentlich stört mich das nicht so, aber hier schon, deshalb ziehe ich einen Stern ab.