Inge Löhnig wird immer besser–der sechste Fall von Kommissar Dühnfort!

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zuckerfee Avatar

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Inhalt:
Inge Löhnig lässt den Münchner Kommissar Dühnfort bereits in seinem 6. Fall ermitteln. Ein Mörder wird gesucht, dessen Ziel alte Menschen sind. Versteht er sich gar als Samariter der Senioren? Dühnfort hat alle Hände voll zu tun: die Spuren führen in unterschiedliche Richtungen, einerseits ist da besagter Samariter, andererseits fehlt von einer gewissen „Elena“ jede Spur, die immer verdächtiger wird, je länger sie gesucht wird… Und nebenbei hat Dühnfort auch noch ein Privatleben, das zur Zeit mehr als kurz kommt.

Meine Meinung:
Der sechste Fall des Münchner Kommissars Dühnfort hat bei mir wieder voll ins Schwarze getroffen: ein überaus spannender Kriminalfall vor einem stets aktuellen Hintergrund: Wie ergeht es den Senioren in unserer Gesellschaft? Inge Löhnig versteht es m.E. meisterhaft, dieses Thema aufzugreifen, ohne dabei anzuprangern oder gar den mahnenden Finger zu erheben. Tatsachen werden aufgegriffen und geschildert, dem Leser fällt es leicht, sich mit der Situation auseinanderzusetzen, sich seine eigenen Gedanken zu machen, sich in die unterschiedlichen Personen und Protagonisten hineinzuversetzen. Auch psychologisch trifft die Autorin den richtigen Nerv: sie "spielt" mit Begriffen wie "Schuld", "Gewissen", "Verantwortung" und bringt dadurch umsomehr Tiefe und ins Geschehen.

Dieser Krimi ist einerseits sehr flüssig geschrieben, besticht aber gleichzeitig durch Raffinesse und eine Authentizität, die nicht selbstverständlich ist und gerade dadurch auffällt und in Erinnerung bleibt. Er ist natürlich, lebensnah und gleichzeitig abstrus. Die diversen Handlungsstränge bleiben übersichtlich und durchschaubar – und trotzdem wird der Leser geschickt und geradezu unauffällig auf dunkle, verwirrende Pfade und Fährten geschickt, die ihn dazu verleiten, eigene Verdächtige ins Auge zu fassen…

Besonders gelungen empfinde ich außerdem die Kombination des Kriminalfalles und deren Ermittlungen mit dem Privatleben des Kommissars uns seiner Kollegen. Dadurch erstarrt die Institution „Polizei“ und „Kommissar“ nicht, sondern bleibt lebendig und persönlich, ohne jedoch vom eigentlichen Fall abzulenken.


Fazit:
Inge Löhnig hat wieder einmal gezeigt, dass sie es versteht, die Leser in ihren Bann zu ziehen: ein überaus spannender Kriminalroman von der ersten bis zur letzten Seite, äußerst raffiniert, vor einem Hintergrund, mit dem sich wohl fast jeder – früher oder später – einmal auseinandersetzen muss. Dies macht einen lesenswerten Krimi aus – und ich freue mich bereits jetzt auf den nächsten Fall von Inspektor Dühnfort !