Dem Horizont so nah

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
hatschepsut Avatar

Von

Das Buch ist eines der bewegendsten, die ich bisher gelesen habe. Ich habe sämtliche Emotionen miterlebt und mitgelitten. Von himmelhochjauchzend bis tief betrübt. Wenn man sich vor Augen führt, daß die Story auf einer wahren Begebenheit beruht, rührt einen das noch mehr. Die Autorin hat viel Stärke bewiesen und anscheinend diese bewegenden Jahre gut verarbeitet. Jetzt ist sie verheiratet, hat Familie und hat dennoch Platz für ihre Erinnerungen, die sie bestimmt nicht missen möchte. Schön, daß ihr Mann sie bei diesem Buch unterstützt hat, es ist toll geworden.
Jessica ist erst siebzehn, als sie auf einem Fest den attraktiven, selbstbewußten Danny trifft. Er ist der Schwarm vieler Mädchen und ihr eigentlich zu forsch. Er schafft es dennoch ihre Telefonnummer zu ergattern, nur um sie dann doch nicht anzurufen. Jessica ist eher eine unauffällige Persönlichkeit und sie glaubt sowieso nicht daran, daß sich Danny ausgerechnet für sie interessieren könnte. Aber auch Danny empfindet etwas für sie und sie treffen sich doch. Eine komische Zeit bricht an, als Danny einerseits sehr lieb und aufmerksam zu Jessica ist, sie andererseits auf Abstand hält.
Als Jessica sich eines Abends sinnlos betrinkt, nimmt Danny sie mit zu sich nach Hause und überläßt ihr ganz gentlemanlike sein Bett. Jessica ist irritiert, daß Danny anscheinend mit einem unheimlich attraktiven, sehr spärlich bekleideten Mädchen namens Christina zusammen wohnt. Er kümmert sich liebevoll um sie und sie hat einen hohen Stellenwert für ihn. Jessica ist eifersüchtig, aber die beiden Mädels überwinden ihre Vorurteile und werden Freundinnen. Jessica un Danny werden ein Paar, obwohl es immer wieder schwierig ist, denn Danny warnt sie vor sich selbst und hält sie immer wieder auf Abstand.
Aber Jessica hat sich für Danny entschieden und ist bereit ihm einen gewissen Freiraum zu geben. Umso mehr sie ihn liebt, umso mehr wird sie in seine traurige Welt hineingezogen. Sie erfährt, daß Christina drogenabhängig war und ihren Lebensunterhalt mit Prostitution verdient hat. Sie ist zu Hause von ihrem Stiefvater mißbraucht worden und ist so auf die schiefe Bahn gekommen. Danny ist ihr einziger Halt und deswegen ist ihr Verhältnis so innig.
Auch Danny ist als Kind von seinem Vater mißbraucht und mißhandelt worden, nur sein Päckchen ist noch schwerer, denn er ist von seinem Vater mit HIV angesteckt worden. Als Jessica nach Monaten von seiner Krankheit erfährt ist ihr erster Gedanke Flucht. Jetzt ist ihr bewußt, warum sie zwar Nähe hatten, aber noch nie Sex. Ihr ist alles zu viel und sie haut erstmal ab. Nach einem Telefonat mit Christina und einiger Zeit Besinnung kehrt sie zurück zu Danny und bleibt auch dort. Sie entfernt sich von ihrer Familie, die für sie kein Verständnis hätten, zumindest glaubt sie das, und wird Teil der Familie von Danny und Christina. Danny plant schon alles für seinen Tod voraus und sagt Jessica immer wieder, daß er nicht ewig leben wird. Für Jessica ist alles sehr schwer, aber aufgeben kommt für sie nicht in Frage.
Was tut man nicht alles, wenn man seine große Liebe gefunden hat?!?