Etwas monotones Vorweihnachtsbuch

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stephi Avatar

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Jedes Jahr Anfang Dezember treffen sich zwölf Frauen bei Marnie. Sie nennen sich selbst Cookie-Hexen und überraschen sich gegenseitig mit liebevoll zubereiteten Keksen, die untereinander ausgetauscht, probiert und bewertet werden. Jede dieser Frauen hat ein bewegtes Leben mit sicher nicht alltäglichen Schwierigkeiten zu meistern. Das Buch erzählt ihre Geschichten aus der Sicht Marnies, die als Erzählerin fungiert.

Allein der Einband des Buches hat mich begeistert. Die warmen Farben gepaart mit kleinen Ornamenten und weihnachtlichen Elementen vermitteln bereits beim bloßen Ansehen ein einladendes Gefühl. Ich hatte den Eindruck, dass man sich hier wirklich um ein rundherum gelungenes Buch bemüht hat.

Gleiches trifft auf den Inhalt zu. Die Wechsel zwischen Geschichte, Rezepten und Warenkunde ist ganz toll. Die Rezepte regen zum Nachmachen an, die Informationen über einzelne Zutaten sind interessant, aber auch nicht zu dominant. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mich das Buch belehren will, was ich sehr wichtig finde. Die Geschichte selbst beginnt symptomatisch für die folgenden Kapitel. Marnies Liebesleben steht zunächst im Mittelpunkt. Weiter geht es dann mit weniger erfreulichen Themen, wie der Kinderlosigkeit ihrer einen Tochter und den damit verbundenen Problemen. Es hat mir sehr gut gefallen, dass dieses Buch die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließt, dass gerade im Zusammenhang mit Weihnachten nicht nur eine heile Welt konstruiert wird.

Im weiteren Verlauf des Buches war es mir dann allerdings fast schon zuviel Drama. Dass über die Hälfte der zwölf Frauen mit Krebserkrankungen zu kämpfen hat/hatte, kann ich gerade noch glauben. Aber dass fast alle von Männern oder ihrer Familie betrogen und belogen wurden und insgesamt schwierige Beziehungen führen, war mir dann teilweise doch zu viel des Guten.

Auch den sich stets wiederholenden Aufbau der Geschichten fand ich irgendwann langweilig. Man wusste recht schnell, was man wann zu erwarten hat. Es war klar, wann die Kekse vorgestellt werden, wann Marnie über die einzelnen Frauen erzählt usw. Diese hätte man vielleicht etwas mehr aufbrechen können, es hätte dem Buch in jedem Fall gut getan und das Lesen weniger vorausschaubar gemacht.

Insgesamt muss ich dennoch sagen, dass „Der Chistmas Cookie Club“ in meinen Augen ein gelungenes Buch ist, was mich sehr gut auf die Weihnachtszeit einstimmen konnte und allein für die Rezepte einen Zusatzpunkt bekommt. Wer hier nicht nachbackt, ist vermutlich selbst schuld - und das meine ich durch und durch positiv.