Spannender Krimi mit leider etwas schwachem Ende

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stephaniesabato Avatar

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Dieses Buch ist mein 1. Rezensionsexemplar, das ich von www.vorablesen.de erhalten habe. Vielen Dank noch einmal dafür! Ich muss gestehen, dass dieser Leseeindruck zwar ein interessanter war, aber icht der beste. Ich hatte zudem auch noch gar nicht mit einem Gewinn gerechnet, so dass ich überrascht war, die Gewinner-Email in meinem Postfach zu finden. Ich hatte vorher noch keinen Roman über den 1. Weltkrieg gelesen, und eine gewisse Grundneugier hatte ich auf jeden Fall. Krimis find ich meistens sowieso nicht richtig schlecht, und so habe ich mich auf das Buch gefreut.

Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte.

Das Buch beginnt mit den Tagebuchaufzeichnungen eines Unbekannten. Es war etwas schwer, in die Thematik einzusteigen, bis die Geschichte um Kommissar - oder besser gesagt: "Kommissär" Sebastian Reitmeyer anfängt. Ich mag die Art, wie Frau Felenda schreibt, denn da die Geschichte in München spielt, gibt es hin und wieder ein paar "Schmankerln" Bayrisch, was natürlich zum Buch passt und wo man sich direkt nach Bayern versetzt fühlt.

Komischerweise habe ich während des ganzen Lesens nie wirklich empfunden, dass die Geschichte ja 1914, also vor 100! Jahren spielt (was teilweise humorvoll beschrieben wird, wie z.B. das Auto, dass sogar 70 km/h schnell fuhr!) Kommissar Reitmeyer habe ich nicht als den jungen Mann empfunden, den er darstellen soll (im Buch ist er erst Anfang Dreißig) sondern als Mann um die 50 - warum das so ist, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht verbinde ich dies einfach mit der Zeit.

Der Kern - bzw. der Grund, aus dem die Morde geschehen, könnte durchaus in die heutige Zeit passen, vielleicht nicht 100% so, aber doch durchaus etwas abgewandelt. Kommissar Reitmeyer ist ein liebenswürdiger Mensch, der prinzipiell sanftmütig ist, jedoch auf mal auf den Tisch hauen kann, wenn´s ihm pressiert, sei es durch den auf eigene Faust ermittelnden Praktikaten oder die geheimnisvolle, möglicherweise etwas verheimlichende Bekannte, für die er auch noch widersprüchliche Gefühle hat.

Als die ersten Morde geschehen, kommt er trotz mehrerer Hindernisse selbst schließlich der Auflösung ganz nahe, obwohl man sich von höchster Stelle nicht ganz kooperativ zeigt und die ganze Angelegenheit lieber vertuschen möchte.

Ich hatte bei dem Buch nie das Gefühl, dass hier irgendetwas zu langatmig geschrieben wurde. Der Schreibstil ist angenehm und klar, es gibt keine Bandwurmsätze oder gar zu kurzen Sätze. Leider gibt es aber auch kein plötzliches Ende, das einen mit einem offenen Mund zurücklässt, man kommt während des Lesens schon bald der Verschwörung auf die Spur. Der Grund, weshalb ich dem Buch nur 3 Sterne gebe, ist, dass ich mir für eine Aufklärung irgendwie mehr versprochen habe. Ich dachte, es kommt noch der ganz große Knall, aber, wie schon gesagt: der Fall war für mich irgendwie "zu früh" aufgeklärt und man konnte schon früh ahnen, mit was alles zusammenhängt und wer die Drahtzieher sind. Auch die Geschichte um Sebastian Reitmeyer verlief für mich so im Sande und kam zu keinem wirklichen Abschuss. Da ja noch Nachfolgeromane folgen sollen, wird dies aber sicherlich noch weiter ausgeweitet.

Ein bisschen hätte ich mir auch mehr das Feeling aus diesem Jahr(zehnt) gewünscht, ein paar Mal wurde ja der Anfang des 1. Weltkriegs und der Auslöser angesprochen.

Trotz "nur" 3 Sterne (mit einem kleinen Plus) würde ich den Nachfolgeroman auch gern lesen, vor allem, da ich die Hauptfigur wirklich gerne mochte.