Das »Vom Winde verweht« der deutschen Nachkriegszeit.

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
arabella Avatar

Von

Eine große Liebe, die viele Widerstände überwinden muss: Im November 1945 lernt die Deutsche Anna den einfühlsamen britischen Offizier Jeremy kennen. Sie verlieben sich, doch ihre Liebe wird misstrauisch beobachtet. Dann wird Anna schwanger und der Vater ihres Kindes ist auf einmal spurlos verschwunden. Anna war nie verheiratet gewesen. Charlotte wurde 1947, knapp nach Kriegsende, geboren und war – wie man damals naserümpfend sagte – ein uneheliches Kind. Für Charlotte kein guter Start ins Leben. Sie hatte intensiv darunter gelitten. Seit frühester Kindheit musste sie vieles einstecken, und es hatte sie nachhaltig geprägt. Jahrzehnte später macht sich Annas Tochter daran, das Geheimnis um ihren Vater zu lüften. Denn sie hatte eine Zeit lang einen stets wiederkehrenden Traum: Ihr Vater hatte einen kleinen Koffer in der Hand und stieg in einen Zug. Der Hintergrund war beleuchtet, der Zug rauchig und schwarz. Charlotte wollte zu ihm, bewegte hektisch die Beine, kam aber nie vom Fleck. Und die Lokomotive pfiff, Charlotte hatte das schrille Pfeifen noch in den Ohren. Und dann fuhr der Zug ab und entfernte sich. Ein mustergültiges Traumerlebnis, sagte Charlotte zu sich. Sie hatte nie den Mund gehalten. Solange sie denken konnte, hatte sie ihrer Mutter Fragen gestellt. Viel war dabei nie herausgekommen. Erst 40 Jahre später findet sie Annas Tagebuchaufzeichnungen und alte Tonbandaufnahmen – und sie macht sich daran, das Geheimnis der großen verbotenen Liebe von Anna und Jeremy zu lüften. Warum verschwand er eines Tages spurlos aus Annas Leben, obwohl sie seine große Liebe war? Was verbarg der charismatische und so undurchschaubare Mann, der ihr Vater ist? Und was war der Grund für Annas Selbstmordversuch Jahrzehnte später? Je mehr Charlotte in die Geschichte ihrer Familie eintaucht, desto lebendiger wird für sie – und die Leser – auch die deutsche Nachkriegszeit, als die europäischen Völker einander als Feinde galten und in vielen Familien das Gespenst des Nationalsozialismus noch lebendig war. Ein ergreifender Liebesroman voller Gefühl, der ein präzises Bild der ersten Zeit nach dem Krieg zeichnet - mit einer starken Frau als Protagonistin, die ihre Tochter allein durchbringen muss. Mit einzigartiger Intensität zeichnet Federica De Cesco nach, wie eine große Liebe zerbricht und lässt gleichzeitig eine längst vergangene Epoche lebendig werden. Ein wundervoller Roman über Liebe, Krieg und viele andere Hindernisse. Man wird einfach mitgerissen in einen Strudel aus Liebe und Verlangen, Familiengeschichte und Krieg. Ein großes Liebes- und Zeitepos, auch für Fans von Madame Butterfly. Toll geschrieben, zum schmökern, zum wegträumen und dahin schmelzen. Ein bisschen Hemingway, Margaret Mitchell und Puccini.