Empfehlenswert

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red nose Avatar

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Friederica de Cesco schreibt wunderschöne Bücher. Schon als Kind haben mich ihre Geschichten in ihren Kinderbüchern fasziniert.
Das Cover passt perfekt zum Inhalt, der bräunliche Farbton deutet eine Erzählung aus der Vergangenheit an und das Bild der jungen Frau in inniger Umarmung mit dem Soldaten machen die Nennung des Titels fasst überflüssig.
Im Prolog ist jemand, vermutlich die Hauptfigur, gefangen in den Erinnerungen der Bombardierung von Münster im Jahr 1944, die immer noch sehr lebendig sind.
Berlin 1988: Charlotte ist Anfang 40 und führt ein etwas unkonventionelles Leben in Berlin, sie produziert Dokumentarfilme, mit denen sie provozieren und wachrütteln möchte, sie hat keine Kinder und ist mit dem Tontechniker liiert, zu ihrer Mutter in Münster hat sie kaum Kontakt.
Charlotte hadert sehr mit ihrer Vergangenheit und der Situation die Tochter eines englischen Soldaten zu sein und bei ihrer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen zu sein. Immer hat sie unter diesem Stigma gelitten und wurde als Kind deswegen gehänselt. Kurz vor dem Tod der Mutter erhält sie Aufzeichnung von ihr, die die Geschichte von Vater und Mutter beinhalten, das Kennenlernen nach Kriegsende, das Liebesverhältnis und die Zeit danach. Charlotte studiert all die Hinterlassenschaften der Mutter und lernt so eine ganz andere Seite dieser Frau kennen....
Flüssig und spannend geschrieben, legt man das Buch nicht eher aus den Händen, als das man die ganze Geschichte kennt. Empfehlenswert!