Psychospiel

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helga Avatar

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Im Prolog erfährt man bereits die Basis für diese Geschichte. Der Vater arbeitete hart, während die Mutter es sich gut gehen ließ und zu Hause diverse Männer empfing. So erlebte der ca. 11jährige Junge sein Elternhaus, die Mutter kommandierte und der Vater machte alles, was sie wollte. Als der Vater frühzeitig an einem Herzinfarkt starb, hatte der inzwischen 19jährige genug. Er war der Meinung, dass es seine Aufgabe wäre, alle Frauen, die nichts arbeiteten und ihre Männer nur ausnutzten, aus der Welt zu schaffen. Er begann, sich ein Opfer nach dem anderen auszusuchen, damit es deren Männern wieder gut ging.

Die tatsächliche Geschichte beginnt mit der Vorstellung der einzelnen Personen. Es handelt sich dabei um vier Freundinnen, die bereits seit der Grundschule alles gemeinsam unternehmen. Mit neunzehn lernen sie in einer Disco vier befreundete Männer kennen und heiraten sie dann auch. Die vier Familien sind weiterhin miteinander befreundet, auch ihre Kinder und sie haben alle ihre Jobs, nur Marlene hat es etwas besser getroffen, sie muss nicht arbeiten gehen, da ihr Mann Werner sehr gut verdient.

Eines Tages erwacht Marlene in tiefer Finsternis und weiß nicht, was passiert ist. Langsam werden ihre Gedanken wieder klar und sie merkt, dass sie in einer Höhle ist, hat aber keine Idee, wie sie dorthin gekommen ist. Sie denkt, dass jemand einen Scherz mit ihr macht. Diese Geschichte wird nun in zwei Handlungssträngen erzählt. Der eine handelt von den vier Familien, ihren Ehen, ihren Kindern und dem alltäglichen Geschehen, ein ewiges Auf und Ab. Gleichzeitig beschreibt er aber auch genau die Tage, bevor Marlene verschwindet. Der zweite Handlungsstrang beschreibt die Situation, in der sich Marlene gerade befindet, ihre Gedanken und ihre Versuche, die Höhle zu erforschen und einen Ausweg zu finden.

Die Personen sind sehr detailliert beschrieben, sehr unterschiedliche Charaktere, was mir hier auch sehr gut gefällt. Allerdings ist mir die Geschichte etwas zu lange, zu viele Wiederholungen einzelner Szenen, wie der ewige Hinweis auf das Lied von Marianne Faithfull, der das ganze Buch begleitet. Und die vielen Zufälle, dass vier Freundinnen wiederum vier Freunde kennenlernen und diese auch heiraten. Bis auf ein Paar haben alle im selben Jahr geheiratet und auch die Kinder sind im selben Jahr geboren. Das ist mir doch etwas zu fiel des Guten.

Die Geschichte ist nicht schlecht, allerdings habe ich sie mir aufgrund des Prologs etwas spannender vorgestellt und weniger in die Länge gezogen. Es ist mein erstes Buch von Petra Hammesfahr und ich werde sicher noch ein anderes versuchen.