Genauso spannend und berührend wie der erste Roman!

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jamaica Avatar

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„Der Hunger der Lebenden“ ist der zweite Fall von Friederike Matthée, der sie nicht nur mit Richard Davies zusammenführt, sondern der auf einmal sehr persönlich zu werden scheint.

Ich habe das Cover und den Titel gesehen und wusste sofort, dass mich das Buch interessieren wird. Als ich dann noch gelesen habe, dass es der zweite Fall für Friederike ist, war ich hellauf begeistert. Ich habe schon den ersten Roman gelesen und war einfach nur begeistert.

Und der zweite Roman hat mir genauso gut gefallen wie der erste. Ich finde die Zeit, in der der Roman spielt, sehr interessant. Die Menschen haben gerade den Krieg hinter sich gebracht und suchen nach Normalität – die es aber in vielen Fällen noch nicht gibt. Die Autorin versteht es wahnsinnig gut, das zerstörte Deutschland der Nachkriegszeit vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen.

Die Protagonisten aus dem ersten Roman sind einem gleich wieder sehr vertraut. Friederike ist mir sehr sympathisch. Sie ist zwar etwas selbstbewusster, aber immer noch sehr empfindsam. Mittlerweile macht ihr der Job bei der Weiblichen Polizei sogar Spaß – und sie ist auch wirklich gut darin. Sie vertraut ihren Instinkten und handelt nicht stur nach Vorschrift. Schön, dass auch Richard Davies wieder in Deutschland ist und mit Friederike zusammen ermittelt. Die beiden sind wirklich ein gutes Team und ergänzen sich perfekt.

Die Geschichte hinter dem Mord ist sehr vielschichtig und man wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Die verschiedenen Erzählperspektiven erhöhen zusätzlich die Spannung, ohne zu verwirren. Ich mag es, dass man neben den interessanten Ermittlungen viel über die Situation der Menschen in der Nachkriegszeit erfährt und was der Krieg aus den Menschen gemacht hat. Sehr gelungen fand ich, dass die Personen sehr facettenreich geschildert wurden und nicht schwarz/weiß; das wirkte auf mich sehr authentisch.

Mein Fazit: Eins der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe; spannend und vielschichtig! Eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht, und die man auch lesen kann, wenn man den ersten Roman nicht kennt. Ich würde mich freuen, wenn Friederike einen weiteren Fall bekommt!