Ein Stück Irland fürs Bücherregal

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Eine Frau auf der Suche nach Antworten, ein Mann der mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat, zwei traurige Schicksale. Die Geschichte von Britt, einer Kanadierin die zurück an den Urlaubsort ihrer Kindheit reist um Antworten zu erhalten über den Tod ihres Vaters, und von Declan, der zu seiner Familie zurückkehrt und versucht den Verlust seiner Frau zu verkraften. Ein längst vergangenes Unglück das das Leben von zwei Menschen auf die unterschiedlichsten Weisen verbindet und verändert. Viele Missverständnisse, Zufälle und offene Fragen verpackt in einer schönen Geschichte in der vielseitigen Landschaft, Geschichte und Kultur Irlands.

Der Roman „Der Klang eines Augenblicks“ von Kate Dakota beginnt mit einem kurzen Blick in die Zukunft und wechselt dann zurück in die Gegenwart. Dies hat mich anfangs wirklich verwirrt, da ich nicht verstanden hab, warum man dem Leser bestimmte Vorkommnisse vorwegnimmt, dennoch hat dies keinen negativen Einfluss auf die Geschichte selbst. Eine gewisse Spannung ist den ganzen Roman über vorhanden, da man beim Lesen immer mehr über die Vergangenheit der beiden Hauptpersonen erfahren möchte. Der Wechsel der Erzählperspektiven zwischen den einzelnen Personen, ermöglicht es viel über diese zu erfahren und einen Einblick in deren Leben zu erhalten, ohne dass Verwirrung gestiftet wird. In der Handlung selbst kommt es immer wieder zu Zufällen, die zwar anfangs das Ganze etwas unrealistisch wirken lassen, mit der Zeit aber durchaus Sinn ergeben. Der Unterhaltungsfaktor beim Lesen wird dadurch unterstützt, dass immer wieder Passagen auftauchen, die einen zum Schmunzeln bringen. Auch gibt es viele schöne Momente zwischen unterschiedlichen Charakteren, die in einer Geschichte einfach nicht fehlen dürfen. Egal ob es das Mitgefühl des einen, die Dankbarkeit eines anderen, aufkommende Zweifel, Hartnäckigkeit, Verzweiflung, Hoffnung oder eine alltäglich Szene zwischen einem lange verheirateten Ehepaar, alten Freunden oder Fremden ist. Man kann sich die einzelnen Situationen dank des leicht zu lesenden, angenehmen Schreibstils sehr gut vorstellen und sich gut in die Personen hineinversetzen sowie ihre Handlungen nachvollziehen. Die Geschichte ist mit sehr viel Gefühl geschrieben, sodass alles sehr realistisch wirkt und die Gefühle der Personen auf den Leser übertragen werden. Besonders gut gelungen ist der Autorin die Umsetzung von Declans schnellen Gefühlswechsel. Man kann förmlich spüren wie unentschlossen er in manchen Situationen ist, wie seine Gefühle ihn überfallen und wie er mit etwas aus seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Sehr echt wirkt auch die Beschreibung der Orte, Gegenstände, Personen, … und die irische Kultur sowie bestimmte Vorurteile sind in diesen immer wieder zu finden. Es wirkt nicht aufgesetzt sondern als ob die Autorin gut für diese Geschichte recherchiert hat.

Ich kann diesen Roman nur weiterempfehlen, auch wenn ich anfangs etwas ganz anderes erwartet habe, muss ich sagen dass ich definitiv überzeugt wurde. Es gibt Spannung, viel Gefühl und man taucht regelrecht in die Geschichte ein. Für alle Irland-Kenner ist es zudem als wäre man selbst auf der Insel mitten im irischen Alltag.