Der Knochenbrecher

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eule90 Avatar

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Das Cover verrät nichts über den Inhalt des Buches, zeigt dem Leser aber deutlich, dass es sich um einen Thriller handelt, der nichts für schwache Nerven ist. Der Titel führt den Leser ziemlich in die Irre. Man denkt als Leser, dass er ein eindeutiger Hinweis ist, um was es in diesem Buch geht. Doch in Wirklichkeit kommt nicht ein einziger gebrochener Knochen in diesem Buch vor. Das finde ich jedoch nicht schlimm. Die Geschichte ist so packend, dass man den Titel ganz schnell wieder vergisst und sich auf das Buch konzentriert.
Es wird eine Leiche gefunden, der Mund und Vagina bei lebendigem Leibe zugenäht wurden. Schon aufgrund dieser Tatsache wird das Morddezernat I hinzu gerufen. Die beiden Ermittler Robert Hunter und Carlos Garcia sind spezialisiert auf besonders brutale Morde. Bei der Autopsie der Leiche passiert dann jedoch etwas Schreckliches. Der Leiche wurde ein Gegenstand in die Vagina eingeführt. Beim entfernen explodiert dieser Gegenstand und reißt den Gerichtsmediziner und seinen Assistenten mit in den Tod. Lange Zeit tut sich bei den Ermittlungen nichts. Dann wird die nächste Leiche gefunden, wieder wurde ihr ein Gegenstand eingeführt. Jedoch ist es diesmal keine Bombe sondern ein Messer. Beide Gegenstände hatten einen Auslösemechanismus, der auf Erschütterungen reagiert. Auch die dritte Leiche hat in sich einen Gegenstand, der sich wieder von den anderen Unterscheidet. Doch gibt es scheinbar keine Verbindung zwischen den Opfern, außer dass sie sich sehr ähnlich sehen. Hunter und Garcia müssen zwanzig Jahre zurück gehen und in einer anderen Stadt Ermittlungen anstellen, um dem Täter auf die Spur zu kommen.
Dieses Buch hat etwas geschafft, was vorher noch kein Buch bei mir geschafft hat. Ich habe eine Stelle gelesen, in der eines der Opfer in seiner Wohnung Geräusche hört, überall nachsieht, nichts findet und sich wieder ins Bett legt. Doch unter ihrem Bett lauert der Mörder und meldet sich mit den Worten „Du hast vergessen, unters Bett zu schauen“. Ich bin eigentlich kein schreckhafter Mensch, doch als etwas später, ich war schon ungefähr zwanzig Seiten weiter und es war gerade nicht so spannend, meine Katze von der Fensterbank sprang bin ich ordentlich zusammengezuckt. So eine innerliche Angespanntheit hat noch nie ein Buch in mir bewirkt. Das macht es noch lesenswerter wie ich finde. Auch wenn ich mir jetzt vorgenommen habe, Bücher von Chris Carter nicht mehr nachts zu lesen. Der Gang vom Sofa ins Bett war doch etwas gruselig…