Der letzte Pilger

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dianab Avatar

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Auf den ersten Blick fand ich die Idee von Gard Sveen in „Der letzte Pilger“ zwei verschiedene Zeitebenen miteinander zu verweben, sehr interessant. Natürlich muss es die Jetzt-Zeit sein und die Zeit des zweiten Weltkrieges. Dieses Thema zieht immer noch. Die Story ist spannend aufgebaut und wechselt immer im richtigen Moment die Zeitebene um die Spannung zu erhalten. Die Charaktere sind interessant, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich. Die Handlung macht es aber wieder wett für mich. Trotzdem war ich im Verlauf der Geschichte darüber enttäuscht, dass sich doch der größte Teil der Handlung, also der Hauptstrang, in der Vergangenheit abspielt. Ich hätte mir gewünscht, dass die „Jetzt-Handlung“ mehr Einfluss in der Geschichte hat. Mir kam es aber mehr wie ein Nebenkriegsschauplatz vor. Das fand ich etwas schade. Gerade aus dem ermittelnden Kommissar Tommy Bergmann hätte man viel mehr machen können. Im Laufe der Geschichte kommt raus, dass seine Beziehung zu Frauen etwas schwierig ist, weil er schon mal (Spoiler) gewalttätig in einer Beziehung wurde. Trotzdem verliebt er sich erneut und wagt das Risiko. Hier fehlte mir der Tiefgang. Vielleicht ist es auch die Eröffnung für einen weiteren Teil in der Geschichte von Tommy Bergmann.

Alles in allem habe ich vom „besten Krimi Skandinaviens“ eine etwas modernere Geschichte von Gard Sveen erwartet, mir war hier im „letzten Pilger“ zu viel Vergangenheitsbewältigung im Spiel. Trotzdem fand ich den Aufbau der Spannung gut gelungen, wenngleich es zum Ende auf einmal Knall auf Fall ging und die Geschichte auf den letzten 50 Seiten erst volle Fahrt aufnahm. Mit Augen zudrücken kann ich hier 4 Sterne geben. Wenn es dreieinhalb Sterne geben würde, wäre das meine Wertung.