Ein modernes Märchen

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Als solches wird der neue Roman von Ali Shaw tituliert, und das mit Recht, wenn man die ersten Seiten als Referenz nimmt. Schon ab der ersten Zeile fängt einen der Autor mit seiner Sprache ein, schafft Bilder im Kopf des Lesers, alles gekonnt. Die Charaktere wirken dabei ebenso zauberhaft wie die Handlung: Ein Mann, der sich im Nebel auflöst, wie der Titel schon andeutet.
Titel und Cover passen zu dem stimmigen Bild, aber - und hier schauen wir auf die andere Seite der Medaille - erinnern sie doch stark an das Erstlingswerk des Autors: Das Mädchen mit den gläsernen Füßen. Das Cover ist sogar beinahe identisch, und auch was Schreibstil angeht, ist der nichts mehr ganz so neu, wenn man den Erstling gelesen hat. Was uns nicht weiter stören soll, schließlich ist Das Mädchen mit den gläsernen Füßen nicht zu unrecht ein Bestseller gewesen. Auch dieses Buch hat verzaubert.
Einzig die Längen hat diesen Zauber etwas getrogen. Und die scheint es auch bei dem zweiten Werk zu geben. Man erfährt zu Anfang viel über die Protagonistin Elsa, die nach dem Tod ihres Vaters alles hinter sich lässt und nach Thunderstown flüchtet, ein abgelegenes kleines Städtchen. Für manche schon fast zu viel. Wenn man allerdings nicht Spannung ohne Unterbrechung erwartet, wenn man nicht nur Thriller sucht, dann sollte man sich diesen Titel vormerken. Man wird sicherlich belohnt durch zauberhafte Bilder.

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