Etwas Seltsames geht vor

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58hmk Avatar

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Elsa, 29, die Sprühregen und trübes Wetter liebt, lässt alles hinter sich: Manhattan, eine verkorkste Liebe und eine Mutter, mit der sie sich nicht versteht. Zusätzlich muss sie den Tod des Vaters, den die Mutter vor Jahren vor die Tür gesetzt hatte, verkraften. Er wurde samt Auto von einem Tornado erfasst. Wie passend - behauptete er doch, seit Elsa sich erinnern kann, der Nachfahre eines Steuermannes zu sein, der auf seinem Pilgerschiff "Wind in die Segel locken" konnte. Und ein Navajo-Medizinmann sei auch unter seinen Ahnen. Sein Leben lang beobachtete er das Wetter und fühlte sich von ihm angetrieben.

Elsa geht es ähnlich. Im Internet suchte sie nun nach dem kleinen Ort, den sie bei einem Urlaubsflug gesehen hatte, um sich genau dort niederzulassen. Der ihr noch unbekannte fürsorgliche Kenneth Olivier aus diesem Städtchen Thunderstown bietet ihr eine Wohnung an und holt sie vom Flughafen ab. Nach langer Fahrt durch die Nacht entdeckt Elsa, dass Thunderstown im Gebirge liegt, umgeben von vier großen Bergen und seinem Namen alle Ehre macht. Doch warum baumelt vor ihrem Fenster ein kleines Gebinde von Zweigen, Münzen, einer Feder und einem Eckzahn?
Ist das ein Zauber? Voodoo? Oder nur der Besänftigungsversuch abergläubischer Einheimischer für den Wind? Und Kenneth erzählt ihr von den alten Minen, auf denen Thunderstown erbaut wurde und von der Flutwelle und den bei Ausgrabungen entdeckten uralten Tempelanlagen............

Am nächsten Morgen entdeckt Elsa, dass alle Straßen zur St.-Erasmus-Kirche führen, dem Schutzpatron der Seefahrer! Im Gebirge! Viele Häuser sind heruntergekommen und unbewohnt. Auf jedem Haus thront eine Wetterfahne und die Menschen huschen, falls sie mal zu sehen sind, mit Regenmänteln durch den Ort. Und Elsa ist überrascht, zu sehen, wie ein Mann mit allgemeiner Zustimmung der Leute einem harmlosen, streunenden Hund das Genick bricht...........Etwas Unerklärliches geht vor in Thunderstown........... Warum fühlt Elsa sich von diesem Ort fast magisch angezogen?

Das Cover mit schwarzer Zeichnung der windgepeitschten Bäume und Gräser auf grau-lila Hintergrund läßt mich sofort an Regen und Sturm denken. Es ist ein Blickfang, der Unheimliches ahnen und mich entsprechendes hoffen läßt. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, ist flüssig, mit liebevollen Details und teilweise recht poetisch.Es scheint eine Geschichte aus alter Zeit zu sein, die uns bis heute verfolgt. Dieses Buch möchte ich gerne "verschlingen", doch ich fürchte, die Glücksfee wird mir bei so vielen fleissigen Lesern nicht hold sein.