Nicht meinen Geschmack getroffen

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
gaviota Avatar

Von

Walerian wird in Polen geboren und von seiner Mutter nach einem Beruhigungsmittel benannt. Kurz nach seiner Geburt gibt seine Mutter ihn bei seinen Großeltern ab und verschwindet die folgenden 10 Jahre. Dann kommt sie wieder, als wäre sie gar nicht weg gewesen und zieht kurz danach zusammen mit Walerian nach Wien. Dieser versucht mit dem neuen Land, der fremden Sprache und den Einheimischen zurecht zu kommen. Am einfachsten geht dies, wenn man alles langsam macht, ist seine Meinung. Der Rest findet sich dann schon. So kommt er gut durch die Schulzeit. Danach beginnt dann der erwachsene Teil des Lebens, er zieht in eine eigene kleine Wohnung und geht zur Arbeit. Zu all dem macht er sich seine eigenen verqueren Gedanken, wenn er nicht grad blicklos in die Luft starrt. Aber zum Glück findet er einen Weg für seine eigene Reparatur, wie er es nennt.

Mein Fazit:
Nach Klappentext und Leseprobe hatte ich mir einiges versprochen. Zumal ich selber in einem anderen Land lebe, hatte ich gewisse Erwartungen. Als das Buch eintraf, war ich zunächst erstmal erstaunt, wie dünn es ist. Natürlich hätte ich dieses auch vorher sehen können bei den Angaben zum Buch, aber da achte ich nie drauf. Mein Fehler. Nach der Lektüre des Buches muß ich allerdings sagen, ich bin froh, das es nur 120 Seiten hat. Ich konnte dem Buch nicht viel abgewinnen.

Walerian hat seltsame Gedankengänge und bleibt als Hauptperson und Erzähler der Geschichte absolut blass. Er hat einiges zu erzählen aus seiner Vergangenheit. Allerdings wirkt das, was er zu sagen hat, wie eine wirre Aneinanderreihung von Begebenheiten. Nichts wird richtig zuende erzählt, nur angerissen, und weiter geht es zum nächsten Ereignis.

Menschen, die in seiner Erzählung kurz wichtig erscheinen, werden nach ihrem Auftritt nie wieder erwähnt, es sei denn, sie haben einen zweiten Auftritt. Schade um das verlorene Hintergrundwissen. Ich hätte beispielsweise gerne erfahren, ob er den Kontakt zu seinen Großeltern aufrecht erhalten konnte. Immerhin hatte er doch eine glückliche Kindheit bei ihnen erleben dürfen. Auch hätte es mich interessiert, ob Walerian in späteren Jahren dem Mann helfen konnte, dem er zu helfen versuchte. Aber leider wird auch dies nie wieder erwähnt. Und so bleibt das Ganze eine Unvollendete.

Ich persönlich kann mit dem Erzählstil nicht viel anfangen und er hat mich auch nicht amüsiert. Was andere als Philosophie bezeichnen, halte ich für verschroben. Zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden.

Das Buchcover finde ich schön, ein wenig nostalgisch im Stile der 70er/80er Jahre. Den Verkaufspreis empfinde ich mit 16,00 Euro sehr hoch für ein Buch von 120 Seiten.